Barbara Weigand
 Schippacher Jungfrau und Seherin
           St. Antonius-Kirche wo Barbara Weigand fast immer die Tabernakel-Ehrenwache abhielt.
  

Tabernakel-Ehrenwache

Eucharistischer Liebesbund

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Die Bibel online in der (bisher) gültigen röm-kath. Ausgabe in ZDW.
kath-zdw.ch/Bibel/

 
 
 

Das letzte Aufgebot

Inhalt:

Einstimmen

Sonntagsheiligung
Engel helfen
Das letzte Aufgebot
Unsere hl. Kirche
Der gute Wille
Herz-Jesu-Verehrung: Heilsnotwendig
Eucharistische Liebesbund
Barbara Weigand: Mein Herr und mein Gott!
Kreuztragen, tragen und erleiden, ist heilsnotwendig
Jesus an Barbara Weigand: Höre Meine Stimme
Er wird Seine Engel aussenden
Erinnerung: Die letzte Weihnacht
Im Gedenken: H. H. Altabt Dr. Thomas Niggl

 


 

Wolfgang E. Bastian

 

Weihnachtsbrief an
die Freunde

 

Tabernakelehrenwache

- Zeichen setzen und kath. Leben

- Glaubenszeugnis/Bekenntnis

- Treuebund mit Gott üben

- Liebesbund im Gebet einig

 

Geliebte im Eucharistischen Liebesbund

vereinigte Freunde!

 

Einstimmen ..

Barbara Weigand hat in ihrem ganzen Leben den Tabernakel zu ihrer Lebensmitte gemacht und dem Herrn darin treu und unentwegt gedient. Über der Arbeit in Haus und Feld hat sie niemals vergessen, den Herrn im Tabernakel sooft als nur möglich aufzusuchen, Ihn anzubeten, zu trösten und mit Ihm Zwiesprache zu suchen. Das junge Mädchen wusste, Wer es war, Der in ihrem ungestümen Herzen beständig nach ihr rief, und sie drängte, ihren Herrgott anzubeten und sich auf Ihn einzulassen. Fast kein Tag vergeht, an dem sie nicht wenigstens eine Viertelstunde vor dem Tabernakel des Dorfkirchleins kniet und betet.

Kreuzweg, Tabernakel und Kommunionbank bilden die Lieblingsgebetsstätten der Jungfrau von Schippach. Mit ihren Gebeten vor dem Altar, besonders zur Zeit des Ewigen und Vierzigstündigen Gebetes, will sie dem Herrn der Kirche Dank abstatten dafür, dass Er das Kreuz für uns Menschen auf Sich genommen hat, einen bitteren und leidvollen Weg für uns gegangen ist, wie ihn zu gehen kein anderer jemals zu gehen bereit gewesen wäre, geschweige denn sich ans Kreuz hätte schlagen lassen. An Fronleichnam ist sie der Welt entrückt und empfängt hohe Gnaden. Ihre Anmutungen vor und nach der heiligen Kommunion sind lieblich und wonnetrunken; in trauter Zwiesprache schüttet sie vor ihrem Herrn und Meister Herz und Seele aus.

Die Sehnsucht nach dem eucharistischen Heiland spornt sie zu größten Opfern und heroischem Mute an, wie ihre nächtlichen Wanderungen von Schippach nach Aschaffenburg mehrere male wöchentlich, jeweils 5 Stunden hin und die gleiche Strapaze wieder zurück, um danach in Feldarbeit und im häuslichen Umfeld wieder ihre Frau zu stehen. Sie hört ihren Meister sagen: „Darum habe Ich sie hingewiesen an Meinen Tabernakel, wo Ich in Wirklichkeit noch unter ihnen weile“.

Vom Priestertum allein hängt die Rettung der Menschheit ab; das hat der Herr ihr immer wieder offenbart. Wie aus einem Herzen soll das Gebet Seiner kleinen Herde der Getreuen zum Himmel emporsteigen für das heilige Priestertum. „Gebt euch Mühe“, so spricht Er, „damit recht viele das Priestertum fleißig unterstützen durch Gebet und durch Trostworte. Alle Meine Diener sollen sich erinnern, wenn sie an den Altar treten, dass sie leibhaftig vor Mir stehen und mit Mir den eucharistischen Kreuzweg gehen müssen“. Die Menschheit zurückzuführen zum Tabernakel, dieses wünscht der Herr.

Die heilige Eucharistie ist nicht nur das Denkmal des Leidens Christi, sondern ein fortgesetztes furchtbares Leiden. Jesus ist auch als Mensch zugegen im Tabernakel und hat daher menschliche Bedürfnisse, braucht Trost und Erleichterung in Seinem Kummer. Die Liebesbundmitglieder sollen deswegen dem Herrn im Sakrament Sein eucharistisches Kreuz erleichtern und selber eucharistische Kreuzträger werden. Die Kirche hat immer um das Geheimnis  der Gegenwart  Christi  gewusst, und  sie  hat  stets  mit wechselnden Formen  versucht, es  den  Gläubigen  nahezubringen.

Die christlichen Kirchen sind nicht zu erklären, wenn man sie nur als Versammlungsstätten der gottesdienstlichen Gemeinde ansieht. Nein, diese Kirchen haben einen weit höheren Zweck. Sie wollen ein Haus, ein würdiges Haus für Den sein, Der in Brotsgestalt unter uns gegenwärtig ist. Deswegen konnten sie nicht hoch genug, nicht weit genug sein, viel mehr Platz bieten, als Menschen waren.

Der „Eucharistische Liebesbund des göttlichen Herzens Jesu“ ist entstanden aus dem Eifer frommer und seeleneifriger Mitglieder des Dritten Ordens des heiligen Vaters Franziskus, denen das Wohl und Wehe der Kirche sehr zu Herzen ging. Derselbe hat demnach zum Zweck, einerseits den Triumph der Kirche über ihre Feinde, das sind vor allem die Freimaurer, Liberalen, Sozialisten, Modernisten, herbeizuführen durch Zusammenschluss aller noch guten und getreuen Kinder der heiligen katholischen Kirche aus jedwedem Stand, das sind das Priestertum, die noch katholisch denkenden und handelnden Laien und der fromme Ordensstand, besonders aber auch das noch intakte Leben jungfräulicher Seelen. Sie alle werden darin angehalten, zu einer kräftigen Betätigung des katholischen Glaubens durch Gebet und Ausübung guter Werke jeder Art nach dem Beispiel der ersten Christen, festen Schrittes beizutragen, um so einen Damm zu bilden gegen den herrschenden Zeitgeist der Glaubens- und Sittenlosigkeit sowie der religiösen Gleichgültigkeit.

Andererseits will dieser Bund, welcher vor allem ein Gebetsbund sein soll, den Priestern helfen, in Vereinigung mit Maria alle unsterblichen Seelen zu retten, die sich noch retten lassen wollen, durch fortwährendes Beten, Sühnen und Leiden, um auf diese Weise die wahre Nächstenliebe zu betätigen und dazu beizutragen, dass das Reich des göttlichen Herzens Jesu über die Herzen aller Menschen verbreitet werde. Ja, es bedeutet in unserer heutigen Zeit eine wahrlich große Gnade, wenn man noch Priester beim Predigen antreffen kann, die noch das Wissen um die Heilige Schrift einerseits besitzen und andererseits auch das gläubige Verlangen haben, dieses Wissen wahrhaftig und unverbogen auszulegen und das Gottesvolk so belehren und zugleich anhalten, ihr Glaubensleben danach auszurichten und dem Herrn in Treue  und  Gehorsam zu dienen. Ach, meine lieben Freunde, wie wenige Priester gibt es noch, die ihres Amtes der Predigtpflicht gehorsam, in Demut, aber mit Bestimmtheit und Festigkeit verkünden, gelegen oder auch ungelegen.

Der Mainzer Theologe und Kirchenrechtler, der hochwürdigste Prälat Prof. Dr. Georg May, aus dessen Feder unzählige Schriften und Bücher entstanden sind, die sich allesamt mit der wahren Tradition des katholischen Glaubens befassen und sein mutiges Eintreten für diesen einzigartigen Schatz christlicher Kultur gegenüber den Oberen unserer Kirche, er sagt zum Schatz unserer Kirche folgende schönen Worte, mit denen er immer wieder seine kleine Gemeinde in Mainz begeistert: Die katholische Religion kennt nichts Kostbareres als den Herrenleib, als den Fronleichnam. Als der große Papst Leo XIII. zum Sterben kam, da hat er noch eine Enzyklika geschrieben über das Allerheiligste Sakrament. „Das ist mein innigster Wunsch“, schreibt er in dieser Enzyklika, „bevor ich dahinscheide, daß alle Herzen entzündet werden in Dankbarkeit und Ehrfurcht gegen das heilige Sakrament.“ Im 19. Jahrhundert lebte der Geschichtsforscher Albert von Ruville. Dieser protestantische Gelehrte äußerte vor seiner Konversion das heiße Verlangen: „Ich möchte der Kirche angehören, in der Jesus Christus am höchsten verehrt wird.“ Und da wurde er katholisch.

Und weiter: Vor einiger Zeit, es ist schon eine Reihe von Jahren her, war in einer katholischen Kirche eine Volksmission. Am Abend war die feierliche Andacht mit Aussetzung des Allerheiligsten und Beichtgelegenheit. Nachdem die Andacht vorüber war, ging der Priester noch einmal durch die Kirche, und da sah er in der letzten Bank einen Herrn knien. Er fragte ihn: „Möchten Sie noch beichten?“ „Nein“, sagte er „beichten kann ich nicht. Ich bin der evangelische Superintendent.“ Aber dann fügte er hinzu unter Tränen: „Dass man uns - Den genommen hat!“ Er meinte damit den Herrn im Sakrament. „Dass man uns Den genommen hat!“ Ein anderer evangelischer Theologe namens Lavater, hat einmal das schöne Wort gesagt: „Könnte ich an die Gegenwart Christi im Sakrament glauben, ich würde mich vor Anbetung nicht mehr von den Knien erheben.“ Aber  er  konnte  es  nicht  glauben,  denn  sein Glaube war durch Zwingli und Calvin geprägt. Gewiss, dieser Glaube ist schwer, wir stehen vor einer unsagbaren Großtat Gottes. Es ist nicht Menschenwerk, es ist Gottes Tat. Wenn wir die Möglichkeiten durchdenken, die Gott gehabt hätte, um uns Seiner dauernden Gegenwart zu versichern, meine lieben Freunde, ich glaube, wir kommen immer wieder zu dem Ergebnis: So wie Er es gemacht hat, ist es richtig, ist es das einzig mögliche, ist es das wahrhaft Göttliche. Dass Er uns in Brotsgestalt nahe sein wollte, das ist Seine göttliche Tat. Wegen dieser Gegenwart des Herrn sind unsere katholischen Kirchen nicht nur Versammlungsorte für den sonntäglichen Gottesdienst, nein – unsere christlichen, unsere katholischen Kirchen  sind Heimstätten für jeden Tag, und deswegen sollten sie auch jeden Tag offen stehen. Man kann auch in protestantischen Kirchen sich sammeln und andächtig sein und sich zu Gott erheben. Aber man kann in protestantischen Kirchen nicht den Heiland finden, Der im Tabernakel gegenwärtig ist. Und deswegen ist es notwendig und vom Kirchenrecht vorgeschrieben, dass jede Kirche täglich geöffnet ist; geöffnet ist für die, die dort beten wollen und die der Herr zu Sich ruft.

In den letzten Jahren ist der Unfug eingerissen, auch katholische Kirchen geschlossen zu halten. Man sagt, es könnte etwas gestohlen werden. In der Tat ist es möglich, dass Vandalismus einreißt. Und tatsächlich ist ja allerhand vorgekommen; man hat Beichtstühle als Bedürfnisanstalten benutzt. Aber gegen diese Missbräuche gibt es Mittel. Eines davon ist die Tabernakelehrenwache!

Was ist die Tabernakelehrenwache? ..

Das sind gläubige Menschen aller Altersstufen, die es aus Liebe zum eucharistischen Herrn und zur heiligen Kirche übernehmen wollen, eine gewisse Zeit in der Woche, vielleicht eine Stunde oder auch weniger, in der er in der Kirche anwesend ist und vor dem Herrn betet und auf diese Weise auch den erforderlichen Wachdienst leistet. Wir kennen dies auch unter der „Ewigen Anbetung“. Ganz besonders wichtig wäre es, in der Mittagszeit heilige   Ehrenwache   mit   Gebetsandacht   zu   halten.   Ach,  liebe Freunde, welch eine Großtat wäre dies und wie sehr würde der ganze Himmel dabei das Licht Gottes auf die Betenden richten. Welch unzählige Gnaden könnten so über die Kirchengemeinde und das ganze Volk herabfließen. Das könnte der Grundstock für die „Heilige Stunde“ sein.

Die Kirche hat für die Anbetung besondere Einrichtungen getroffen. Ich erwähne nur die „Heilige Stunde“. Im Jahre 1674 hatte Margareta Maria Alacoque eine Vision. Der Heiland sprach zu ihr: „Jede Nacht von Donnerstag auf Freitag werde Ich dich teilnehmen lassen an der Todesangst im Ölgarten.“ Daraus entstand die Übung der „Heiligen Stunde“, und sie ist in vielen Pfarreien eingeführt worden. Am Donnerstagabend vor dem Herz-Jesu-Freitag, da wird in Gemeinschaft mit dem Herrn am Ölberg vor dem Allerheiligsten gebetet. Und in dieser „Heiligen Stunde“ und in den anderen Stunden, die wir vor dem Allerheiligsten knien, da haben wir ja so viel zu tun, meine lieben Freunde, da haben wir zu beten um das eigene Wohlergehen. Das dürfen wir. Das sollen wir. Wir dürfen für unser Wohl und Wehe beten. Denn wir haben die Pflicht der Eigenliebe, der gesunden, der normalen, der von Gott gewünschten und befohlenen Eigenliebe. Wir gehen zum Guten Hirten, auf daß Er uns bewahre und führe. Wir haben aber auch zu beten für unsere Wohltäter. Wir dürfen nie vergessen, von wie vielen Menschen wir leben, von der Güte, von der Geduld, von der Nachsicht so vieler Menschen, von denen wir leben. Und für die sollen wir beten. Es ist ein wunderbarer Gedanke, dass wir unsichtbar, und ohne Wissen der anderen, ihnen Wohltaten durch das Gebet verschaffen können. Dazu dient der Besuch des Allerheiligsten. Wir sollen sodann beten für die Anliegen der Leidenden in der ganzen Welt. Kein Leid der Kranken, der Sterbenden, der Behinderten, der Ratlosen, der Hilflosen, der Zweifelnden und Verzweifelten, der Irrenden und der Suchenden, kein Leid soll uns fremd sein. Wir sollen diese Menschen in unser Herz nehmen und sie dem Herrn im Tabernakel vortragen. Und schließlich noch eine letzte Intention: Wir dürfen unsere Verstorbenen nicht vergessen. Beten wir für sie, die sich selbst nicht mehr helfen können, aber denen wir durch unser Gebet Hilfe bringen können.

„Lieber Heiland, sei so gut,
lasse doch dein teures Blut
in das Fegefeuer fließen,
wo die Armen Seelen büßen.
Ach, sie leiden große Pein;
wollest ihnen gnädig sein!“

Wir haben so viel an Wahrheit und Gnade empfangen, dass wir verpflichtet sind, Gott zu danken. Gott hat uns auch in unserem natürlichen Leben immer wieder geführt, gerettet, beschützt und seine Hilfe gezeigt. Er hat uns Seinen Willen geoffenbart; Er hat uns Seine Gebote gegeben. Das ist ein ganz besonderer Grund, um dankbar zu sein. Dankbarkeit sollen wir auch dem Herrn im Tabernakel erweisen.

„Nie kann ich danken Dir genug.
Es soll Dir danken jeder Atemzug.
Es soll Dir danken jeder Herzensschlag,
bis zu dem letzten Schlag am Letzten Tag.“

Wenn wir also unsere Kirchen betreten, von denen wir wissen, der Herr ist anwesend, dann soll das in großer Ehrerbietung geschehen. Im Hause Gottes ist heiliges Verhalten gefordert; da wohnt die höchste Majestät, der König der Könige. Hier sollen wir unseren Schritt mäßigen, hier sollen wir uns nicht darum bekümmern, wer noch anwesend ist und ob wir von allen auch gesehen werden. Nein, hier sollen wir ehrerbietig und gesammelt und eingezogen uns verhalten. Innere und äußere Ehrerbietung sind unbedingt erforderlich. Wo die Ehrfurcht fällt, da fällt bald der Glaube hinterher. Unser lieber Heiliger Vater hat nicht umsonst wiederholt gesagt: „Die Krise der Kirche ist hervorgegangen aus der Krise des Gottesdienstes.“ Und er hat recht. Wir müssen deswegen mit Sorge sehen, wie sich manche heute im Gotteshaus verhalten, wie das eingerissen ist, das Schwätzen und Erzählen, das Lachen und das Klatschen und andere Dinge. Sie gehören in den Konzertsaal, aber nicht in die Kirche! Ich meine, es bedürfte keines Beweises mehr, daß Barbara Weigand wie kein zweiter,  ein Leben der aufopferndsten Berufsarbeit hinter sich hat und eine herausragende Gebetsgesinnung und überzeugendes Frömmigkeitsideal gelebt hat. Als Mädchen im Elternhause eilt sie von Acker zu Acker, von Wiese zu Wiese, um den Eltern behilflich zu sein. Als Stütze im Hause des Bruders in Mainz ist sie die stets geschäftige Martha und die auf den Meister horchende Maria zugleich. Und noch als 80- und Neunzigjährige macht sie es nicht anders. Eben sitzt sie noch in der Stube und singt dem Jüngsten ein Wiegeliedchen, dann steht sie in der Küche am Herdfeuer, dann sieht man sie über den Hof kommen mit schweren Körben voll Dickwurz und Kartoffeln, darauf marschiert die angeblich „Hysterische“ und „Nervenkranke“, die die „Luft der Krankenstube atmet“, mit der Sense auf der Schulter in festem Tritt auf die Wiese, um mit starkem Arm das Futter zu mähen. Ihr langjähriger Seelenführer und Beichtvater Msgr. Büttner drückt das so aus: Führt mich mein Spaziergang in den Wald, dann treffe ich Jungfer Babette mit dem Sammeln von Tannenzapfen beschäftigt; betrete ich früh das Gotteshaus, so wandert Barbara Weigand schon von einer Kreuz­wegstation zur anderen, und wenn ich des Abends noch einen kleinen Besuch in der Schippacher Kapelle mache, so sehe ich Barbara Weigand im Halbdunkel vor dem Tabernakel knien und beten. So ist es heute, so war es gestern, so war es vor 10, 20, 40 und 60 Jahren. Ich habe Leute gesprochen, welche Barbara Weigand von der Mainzer Wirtschaft her kannten. Dort war sie die gleiche wie in Schippach: überall das gleiche Bild der Arbeitsamkeit, des Sinnes für das Notwendige und des unermüdlichen Gebetseifers, so ganz das Gegenteil der Hysterischen.

Ich möchte zum Schluss noch einmal aus einer Predigt des so gottesfürchtigen Kirchenmannes Prof. May einige Worte aufgreifen, die verdeutlichen können, dass der Besuch eines Sünders zum Tabernakel für den Herrn der schönste Anlass für den Einlass in Sein göttliches Liebesherz ist. Er wird niemals einen Sünder, und wenn seine Seele noch so dunkel und verfinstert ist, von Sich abweisen oder gar verurteilen. Seine unendliche Güte, Liebe und Barmherzigkeit schlagen jedem Sünder förmlich entgegen, der sich an Ihn wendet auf den Stufen des Altares und Ihn um Erbarmen bittet.

Ein Heiliger hat einmal in einem Briefe an eine vertraute Person geschrieben, was er wohl tun würde, wenn er, der Heilige, in eine schwere Sünde fällt. Wir horchen auf. Ein Heiliger eine schwere Sünde? Er müsste doch verzweifeln, wenn er sieht, wie sein ganzes jahrelanges Streben durch einen Fehltritt vernichtet wird. Und was schrieb der Heilige? „Ich würde bereuen und dann wieder anfangen, dem Herrgott zu dienen mit derselben Ruhe, als hätte ich Ihn niemals beleidigt.“ Wie kann ein Heiliger so reden? Wie ist das möglich? Weil er die Barmherzigkeit Gottes kennt, viel besser als wir. Was wissen wir von Gottes Barmherzigkeit? Jetzt verstehen Sie, meine lieben Freunde, warum ich sagte: Nicht die Sünde ist das Gefährlichste, sondern das, was nachher in unserer Seele vorgeht; daß wir nicht an die Barmherzigkeit Gottes glauben, dass wir wie ein törichtes Kind sind, das nicht zurückkommen will.

Eine Ordensschwester, die in einem Waisenhaus arbeitete, wo auch verwahrloste Kinder aufgenommen wurden, erzählte einmal: „Wir hatten ein solches Kind, einen Knaben aus einer verwahrlosten Familie bei uns. Eines Tages lief er fort. Wir suchten ihn, wir fanden ihn nicht. Der Knabe blieb verschwunden. Nach 14 Tagen hatte ich im Garten zu tun. Da hörte ich meinen Namen rufen. Da stand der Knabe in völlig verwahrlostem Zustand.“ Von weitem nur rief er den Namen der Schwester. Die Schwester sagte: „Ich werde das Bild nie vergessen. Ich ging hin und nahm ihn bei der Hand.“ „Komm, Kind“, sagte sie, „komm. Es ist gut, dass du wiederkehrst. Wir haben schon lange auf dich gewartet.“ Sie führte ihn ins Haus, die Schwestern tadelten ihn nicht, sie straften ihn nicht, sie taten so, als wäre nichts gewesen. Wie dieses törichte Kind ist unsere Seele. Äußerlich scheint sie trotzig, aber schauen wir nur tief hinein, dann sehen wir die Mutlosigkeit. Wenn es wirklich einmal vorkäme, dass eine Verirrung nie gesühnt wird und dass sie auch im Tode nicht bereut wird, dann hat das seinen Grund in der Angst vor Gott, in der Angst vor der eigenen Schwäche. So mancher scheint ein erklärter Feind des Glaubens zu sein. So mancher abgefallener Priester weiß so entschieden zu reden, um seinen Abfall zu vereidigen. Aber seine Seele ist doch nur wie ein Kind, das am Tor steht und nicht wagt hineinzukommen. Das ist der größte Fehler, dass man nicht an die Barmherzigkeit Gottes glaubt. Aber Gottes Barmherzigkeit ist glaubwürdig, sie ist glaubwürdig gemacht worden durch das Opfer von Golgotha. Im Buche des Propheten Isaias steht geschrieben: „Den ganzen Tag halte Ich Meine Arme ausgestreckt.“ Wir wissen, von Wem das gesagt ist. Wir wissen, wer der ist, Der die Arme ausgestreckt hält. Es ist unser Heiland am Kreuze. Warum hält Er sie ausgesteckt? Um uns einzuladen, zu Ihm zu kommen, um uns einzuladen, an Sein Herz zu gelangen, um uns einzuladen, aus Seinen Wunden das Heil zu schöpfen, um uns einzuladen, uns in Seine Arme schließen zu lassen.

Erinnern wir uns, was die Tabernakelehrenwache im wesentlichen ausmacht: die unfassbare Tatsache und dieses unaussprechliche Geheimnis, dass Jesus Christus, wahrer Gott und wahrer Mensch, im Tabernakel gegenwärtig ist und ununterbrochen auf einen jeden von uns wartet, wiederum eindringlich ins Gedächtnis zu rufen. Den Tabernakel mit dem Allerheiligsten zur Stätte der täglichen Wallfahrt zu machen, dazu dient die beabsichtigte Tabernakel-Ehrenwache, die sich gleichsam als LEIBGARDE JESU CHRISTI versteht. Erinnern wir uns, meine lieben Freunde: Der Herr ist im Tabernakel gegenwärtig. Besuchen wir Ihn. Er wartet auf uns. Es ist ein schmerzliches Warten. Lassen wir Ihn nicht umsonst warten! Immer wieder beklagt der Herr Seine Verlassenheit im heiligsten Altarsakrament: „Von wieviel Tausenden von Gläubigen, die wissen, daß Ich dort gegenwärtig bin, werde Ich nie besucht.“ Wie dringlich, meine Freunde, wie dringlich ist da die Tabernakel-Ehrenwache, um den strafenden Arm der göttlichen Gerechtigkeit aufzuhalten oder zu mildern, denn ein strafendes Gericht ist im Anzug, wie die Erde noch nie ein solches gesehen hat, weil die Völker darangehen, den Thron der heiligsten Dreifaltigkeit, der da aufgerichtet ist in der Kirche, umzustürzen und von der Erde zu vertilgen.

Was aber wird von der LEIBGARDE JESU CHRISTI Tabernakel-Ehrenwache verlangt? Nichts als Beharrlichkeit, ein tiefer lebendiger Glaube, eine unerschütterliche Hoffnung, ein felsenfestes Gottvertrauen und ein festes Zusammenhalten im Liebesbund. Eilen wir zu Ihm, lassen wir keine Gelegenheit unbenützt, in eine Kirche einzutreten, an der wir vorbeigehen, und beten wir vor Ihm:

„In Demut bet‘ ich Dich, verborge Gottheit an,
die Du den Schleier hier des Brotes umgetan.
Mein Herz, das ganz anschauend sich in Dich versenkt,
sei ganz Dir untertan, sei ganz Dir hingeschenkt!“

Maria, Du Braut der Priester und Gnadenmittlerin des Eucharistischen Liebesbundes, bitte für uns!

 

Sonntagsheiligung ..

„Gedenke, dass du den Sabbat heiligest“, so steht es auf der ersten Gesetzestafel der Zehn Gebote, die dem Mose auf dem Berg Sinai als ewig gültiges Gesetz gegeben wurden. Über die Sabbatheiligung gab es im Alten Testament sehr strenge Vorschriften: sogar die Schritte waren gezählt, die man am Sabbat machen durfte. Ist es im Neuen Testament leichter geworden?

Was die Schritte betrifft: ja. Aber im Hinblick auf das Opfer? Die Brandopfer sind im Neuen Bund zu einem Speiseopfer verfeinert worden. Dargebracht werden Brot und Wein, die aber durch das Wort Christi - der Priester leiht nur seine Stimme - zu Seinem Leib und Blut gewandelt werden. Aber nicht nur das; es ist zugleich die Gegenwärtigsetzung des Kreuzesopfers von Golgota. So war im Urchristentum die Teilnahme am hl. Messopfer so selbstverständlich, dass es keines Gebotes bedurfte. Die Liebe zum Herrn drängte von selbst dazu. Das wurde später, als die Liebe nachließ, anders. So musste die Kirche durch ein Gebot, unter schwerer Sünde an diese heilige Pflicht erinnern.

Was uns der Sonntag bedeutet, das zeigt uns in geradezu unübertrefflicher Weise ein Meister des geistlichen Lebens, nämlich Romano Guardini, in seinem Buch „Der Sonntag, gestern, heute, und immer“, worin er schreibt: Der Sonntag ist nicht nur Sache des Einzelnen, seiner religiösen Gesinnung und seines Bedürfnisses nach Ruhe, sondern der Gemeinschaft, genauer gesagt, der Gemeinschaftsordnung. Ist er nicht mehr in diese Ordnung eingefügt, so verliert er nicht nur die daraus kommende Würde, sondern er wird auch von allen Interessen und Lässigkeiten zerstört, denen er im Wege steht. Immer ist von diesen Interessen bedroht. Der Glaube und die Verantwortung für die religiöse Gesundheit des Volkes mussten die Priester immer um die Heiligkeit des Sonntags kämpfen, und der Erfolg des Kampfes bildete den Maßstab für den jeweiligen Stand dieser Gesundheit. Er trat in ein kritisches  Stadium, als die  christliche  Ordnung  von  der  Allgemeinheit  nicht mehr als gültig angesehen wurde; diese ihr fremd, sogar feindlich gegenüberstand.

Inzwischen haben sich aber Wirtschaftsformen entwickelt, die bloß von technisch-ökonomischen Gesichtspunkten bestimmt sind, und von denen her die christliche Lebensordnung als überholt, ja  hinderlich erscheint. So ist die Frage heute die, ob der christliche Teil der Bevölkerung seinen Glauben als wichtig genug empfindet, um Technik und Wirtschaft zur Berücksichtigung seiner Gesichtspunkte zu zwingen. Dass eine solche Berücksichtigung möglich ist, steht von vorneherein fest. Angenommen, die Wahrung des Sonntags brächte entscheidende industrielle und handelstechnische Vorteile, so würde ohne jeden Zweifel ein Weg gefunden werden, um dies durchzusetzen. So geht es letztlich darum, ob der gläubige Teil der Bevölkerung entschlossen ist, eine Ordnung aufrechtzuerhalten, die seit Jahrtausenden das Leben geformt hat, oder aber sich dahin bringen lässt, sie für Gesichtspunkte rein weltlicher Art zu opfern - welche Gesichtspunkte zudem noch durchaus im Fluss sind und sich trotz aller doktrinären Behauptungen wieder ändern können. Am Tag des Herrn wird der Christ frei und soll in dieser Freiheit immer wieder seines Erlöstseins inne werden. Darum ist die Bedeutung des Sonntags so groß. Sobald der Glaubende ihn nicht mehr sinngemäß lebt, überflutet das Vergängliche sein Bewusstsein vom Ewigen - von Gott, aber auch von seinem eigenen tiefsten Wesen. Denn er muss ja nicht nur an Gott glauben, sondern auch an das, was er selbst aus der Erlösung heraus ist. Das wird immerfort vom täglichen Leben überdeckt, durch die Schwäche entwirklicht, durch den Irrtum verwirrt, durch das Böse um seine Wirkung gebracht; am Sonntag soll sich das Wissen des Christen um sein eigentliches Wesen immer neu festigen und vertiefen. Sobald der Sonntag nicht mehr daran mahnt, verschwindet es aus dem Bewusstsein.

Durch fortgesetzte Arbeit geht das verloren, was man „die schöpferische Pause“ genannt hat, das innere Sich-Lösen und Ausschwingen. Der glaubensfeindliche Instinkt weiß, wenn es gelingt, den Sonntag zu entwurzeln, verliert der Mensch den religiösen Halt und ist an die ökonomischen und politischen Mächte ausgeliefert. Der Sonntag ist nicht zu ersetzen mit einem „gleitenden Ruhetag“. Wer das meint, der kennt weder das Wesen des Sonntags, noch das des Menschen. Glaubt er wirklich, man könne die seit über dreitausend Jahre wirkende Hoheit des Herrentages durch einen Kalendertermin ersetzen, der, auf Befehl modernster Nützlichkeiten, von einem Wochentag auf den anderen springt? Und die Seele des Menschen werde diesem technisch-ökonomischen Fabrikat gehorchen und sich im „Religiösen vertiefen“. Nur der Herr aller Tage kann seinen Tag begründen und ihm jene Heiligkeit geben, welche die glaubensbereite Innerlichkeit empfindet, und von welcher auch jene zehren, die nicht an Ihn glauben, in einem Maße, das ihnen gar nicht zum Bewusstsein kommt. Das mag eine andere Erwägung näher bringen. Man pflegt zu sagen, der moderne Mensch bedürfe keiner Religion, Was für den Früheren die Religion, seien für ihn die Arbeit, der kulturell-politische Fortschritt und die Natur. Die Neuzeit hat etwas ganz Elementares vergessen. Alle Elemente des Daseins - Dinge, Handlungen, Beziehungen, Ordnungen - gewinnen ihren vollen Sinn erst dann, wenn sie über ihren unmittelbaren Sachverhalt hinaus die Dimension des Religiösen gewinnen. Es ist nicht so, dass der Mensch in sich fertig wäre, und er außerdem, wenn er das Bedürfnis empfindet, auch noch in eine religiöse Beziehung eintreten könnte, sondern das Dasein wird erst im Religiösen vollständig. Die Mächtigkeit der alten Kulturen kommt daher, dass sie diese Dimension hatten, und das ganze griechische Dasein von religiöser Energie durchwirkt war. Das gilt für alle Kulturen, gilt für das Mittelalter und gilt noch für die Neuzeit - bis zum Durchbruch des europäischen Positivismus und Materialismus. Dann wendet sich das Dasein endgültig ins Nur-Weltliche.

Im Letzen läuft das ganze Problem auf die Frage hinaus, wie man zur christlichen Lebensordnung steht. Das tiefste Motiv gegen den Sonntag ist die Gleichgültigkeit, ja die Feindschaft gegen das Christentum. Mit der Wahrung des Sonntags geht es um etwas schlechthin Entscheidendes. Die Christen dürfen nicht weich werden; denn sie kämpfen und stehen für den Menschen.

 

Engel helfen ..

Je dunkler die Erde wird und die Macht des Bösen überhandnimmt, desto mehr drängt es uns, Ausschau zu halten nach der Hilfe von oben, die uns nicht zuletzt durch die heiligen Engel gegeben wird. Was aber die heiligen Engel für uns bedeuten, dazu Gedanken des großen katholischen Dichters Reinhold Schneider: Je mehr eine Zeit die Farbe des Abgrundes annimmt und Wesen und Kräfte den Raum des Handelns gewährt, die das entsetzliche Siegel der Zerstörung tragen und mit scheinbar unbezwinglicher Wucht zum Fall in die Gestaltlosigkeit drängen:

Umso gewisser ist es, dass die Stunde der Engel gekommen ist und die Heerschar des Feindes allein aus der Höhe überwältigt werden kann, aus der seinem Reich von Anfang entgegenstehenden Dimension. Vielleicht ist es die dringendste Aufgabe eines angefochtenen Geschlechts, die Engel herabzuflehen, sich mit ihnen aufs innigste zu verbünden. Gott hat die Engel ausgesandt. Ist nicht aber uns das Unerhörte überlassen, das „Bündnis der Engel“ mit der Erde erst recht zu schließen, ihrer „Hilfsmacht“ unsere Not zu überantworten?

Wo ein Mensch hinschreitet in den Bezirk des Todes, da schreitet „auch der Engel“! Und wo ein Verfolgter bangt in der Finsternis, sei es am unheiligen Ort, da ist sein Engel gegenwärtig. Wir müssen ganz ernst uns bewusst machen mit der Wahrheit, dass wir niemals allein sind! Ja, wir sollten zuweilen die Anwesenheit eines Menschen nur als Zeichen dafür nehmen, dass ein Engel anwesend ist. Der Lichtkreis der Gnade, der himmlischen Macht, löst sich niemals von den Schritten derer, die vertrauen. Ein ganz neues Vertrauen auf die Gegenwart der himmlischen Helfer wird das Wort vielleicht dorthin tragen, wo es bisher nicht gesprochen worden ist und am bittersten not tut. Der Held des Gottesreiches, der die Gefangenen erlöst, die Herzen von der sie umstarrenden  Finsternis  befreit:  das ist der Fromme, der sich die ganze Sicherheit der Gemeinschaft mit dem ihm gesandten Engel „erdient und erbetet“ hat. Aber der Engel gleicht einem furchtbaren Spiegel; er sieht darin das Antlitz des Himmlischen Vaters (Mt 18,10), und er sieht zugleich unser Leben und Tun, auch das verborgendste. Er ist nicht allein der Beschützer und Helfer, er ist auch der mitwandelnde, immer gegenwärtige Zeuge. Er wirft das Licht, das ausgeht vom Throne des Vaters, das schreckliche Licht der Wahrheit in unser Leben.

Wie sollten wir, wenn wir vor dem Engel nicht bestehen können, die Kraft haben, vor den Menschen zu bestehen? Ist nicht hier der Ursprung der Flucht, des Versagens, der Anfang des furchtbaren Risses, der ein Leben zerteilt: So dass ein Mensch sich vor seinem Engel verbergen möchte und doch fort und fort des Engels Blick auf sich fühlt und seine Seele getroffen weiß von dem unbarmherzigen Lichte. Ist der Mensch nicht eins mit dem Engel, den Gott ihm gegeben, so zerfällt seine Kraft und seine Werke werden ihm zerbröckeln unter seinen Händen. Wir müssen das Herz haben, unseren Engel anzublicken, unser Tun Stunde um Stunde bezeugt zu wissen: sonst haben wir auch das Herz nicht, uns der Wirklichkeit der Geschichte in Wahrheit und Wahrhaftigkeit zu stellen. Und wir fühlen, wie all unser Tun und Trachten ins Wanken gerät unter dem Gedanken an den Zeugen: wie wir vergehen müssen vor ihm. Aber kündigt der Engel nicht Freude an, gebietet er uns nicht Geduld? Und sollte er uns nicht Geduld bieten mit uns selbst? Da wir verzweifeln möchten an ans selbst, rührt er uns an. Er ist ja ausgesandt zu unserem Heile. Er soll unser Leben und Handeln an das Licht der Wahrheit gewöhnen, lang ehe der Blitz des Gerichtstages es überflammt. Wenn wir es aber über uns bringen, ihn anzublicken, wenn der gefürchtete Zeuge uns zum Freund wird, mit dem wir Stunde um Stunde verbringen, so übermächtigt uns auch seine Kraft. Und nun wird uns die Stunde der Welt, in der wir geboren wurden, nicht mehr schrecken wie zuvor. Und wir blicken über die Schlachtfelder dieser Stunde und sehen über Völkerscharen „Himmelskräfte streiten“ mit ihren Feinden, und kennen alles, was auf Erden geschieht, in seinem erhabenen Widerspiel zu der Geisterschlacht, die währt vom Anfang bis zum Untergang der geschichtsträchigen Welt.

Es ist des Priesters große Bestimmung, dass er gleichsam einen neuen Bund vorbereitet zwischen den ihm befohlenen Menschen und ihren Engeln. Er ist der erste, der die Macht der Engel herabrufen darf auf die bedürftige, misshandelte Erde. Er führt den Jüngling seinem Engel entgegen, auf dass der Jüngling sich und sein ganzes Leben dem Engel verpflichtet und durchläutert werde vom Licht seines Engels. Ist der Engel ein furchtbarer Zeuge, der des Menschen Leben durchherrschen soll, so ward dem Menschen auch die Gnade, durch sein ganzes Wesen Zeuge zu sein der Gegenwart seines Engels. Und der Priester gelobt aus dem erneuerten Wissen von der Macht der Himmlischen die Jungfrau ihrem Engel an, dass sie ihr Leben lebe in seinem Spiegel, in einer Klarheit, die niemals erlischt und die Trübe schwankender Gefühle nicht duldet. Geht doch vom Engel Licht vom Lichte aus, dem Einen und Einzigen LICHT, das da ist das Antlitz Christi.

Und wenn die Menschen solcher Art sich verbinden, so verbindet sich der Engel zu ihrem Schutze. Die Engel werden ihre Schützlinge gemeinsam geleiten und durch deren Leben und Wirken gewaltig hinüberwinken in die Zeit. Die Zeit ist wohl voller Schrecken, aber sie gleicht doch dem Teiche am Tore Jerusalems, in den ein Engel hinabstieg, seine Flut zu begnaden (Jo 5,4). Die Zeit ist mächtig bewegt vom Kommen und Gehen der Engel. Das Geschlecht aber, das von der Macht der Engel weiß und sich ihnen anbefiehlt, kann nicht verloren gehen. Und die Schutzengel werden den furchtbaren Schnittern nicht weichen müssen zur geheimnisvollen Stunde, die auch die Engel nicht kennen, sondern allein der Vater, Der im Himmel ist (Mt 24,36).

Gewaltige, lichte Engel! Lasst unsere Sinne immer geöffnet sein, das Wort, das ihr sagt, aufzunehmen, es schweigend im Herzen zu erwägen, wie Maria es tat, und nach diesem Wort zu leben und zu sterben. Amen.

 

Das letzte Aufgebot ..

Was Universitätsprofessor Dr. Reinhold Ortner in dem in 2003 erschienen Buch „Geh und verkündige, was Ich dir gesagt habe“, Gaming 2003, aus Einsprechungen an eine gottliebende Seele geschrieben hat, ist den Botschaften der Barbara Weigand von Schippach direkt auf den Leib zugeschnitten:

Maria spricht zur Seele: „Jetzt ist nicht die Zeit, dich an Meiner Gegenwart zu sättigen und in  Meiner Liebe auszuruhen. Das kommt später. Jetzt ist die Zeit des Kampfes, und Ich bin daran, das letzte Aufgebot zu bestellen. Dies ist das Zeichen, das Ich all jenen gebe, die sich Mir in Ganzhingabe geweiht haben: Ich rufe sie, mittelbar oder unmittelbar, zum Kampf gegen Satan auf. Daran sollen sie erkennen, dass Ich ihre Weihe angenommen, ernstgenommen habe.“

Jesus: „Heute, da Meine Kirche ein Schlachtfeld ist, muss sich die Heiligkeit einer Seele nicht in ihrer Schönheit erweisen, son­dern in ihrer absoluten Verfügbarkeit, auch an vorderster Front. Dort, wo Schmutz und Verwundungen, wo Kampf und Erschöpfung, wo Angst und Verfolgung eine Seele prägen, dort wird der Sieg für Mein Reich errungen. Hingabe und Gehorsam verlange Ich von euch, ihr meine Getreuen. Ihr seid berufen zum Einzelkampf. Lasst euch nicht entmutigen durch Einsamkeit und Angst. Ihr werdet gestärkt. Partisanen Gottes seid ihr! Holt die Verwundeten aus dem Kriegsgetümmel und heilt sie! Befreit die der Feind in Gefangenschaft hält!

Ich sende euch in die vordersten Stellungen und in die Schlupfwin­kel des Feindes, damit ihr dort eure Sprengsätze anbringen könnt. Diese Sprengsätze sind Stätten der Anbetung, Gebetskreise, Zönakel, Stätten der Heilung und Befreiung, wie Ich sie wünsche. Holt euch das tägliche Brot des Lebens, das ihr so notwendig braucht. Betet  ohne  Unterlass,  damit  euch  die  Angst  in eurer Einsamkeit nicht überwältigt. Haltet treu zusammen: Papst, Bischöfe, Priester, Laien! Man soll von euch sagen: seht, wie sie einander lieben.“

Wer Soldat ist und im Krieg, darf weder nach regelmäßigem Sold noch nach geregelter „Arbeitszeit“ fragen. Der Dienst am Vaterland ist Lohn und Ehre zugleich. Um wie viel mehr gilt dies für einen „Soldaten“ im Kampf um das Reich Gottes!

Wenn du traurig bist, dass deine Seele so gar nicht schön und heilig aussieht, sondern dass sie erheblich verschmutzt, heruntergerissen und elend ist, trotz allen ehrlichen Ringens und guten Willens, dann lass dir vom Herrn dieses Wort sagen: „Wen Ich in Meinen Kampf berufe, der geht nicht in seiner Ausgehuniform, sondern in einem Kampfanzug, der Löcher und Schmutz, Schweiß und Blut aushalten kann. Dies heiligt den treuen Kämpfer für das Reich Got­tes. Wie viele tragen unter ihrer glänzenden Uniform den Aus­satz der Sünde und der Gottesferne! Lasst euch nicht blenden, son­dern bleibt auf eurem Weg!“ Die Muttergottes: „Die Zeit ist sehr nahe, da Mein Widersacher solche Macht gewinnt, dass es unmöglich scheint, ihn mit den übli­chen Mitteln zu bekämpfen. Ich habe dir schon vor längerer Zeit gesagt: wenn der Feind ins Land eingedrungen ist, wenn alles, sogar das eigene Heer von ihm durchsetzt ist, wenn sogar die Heerfüh­rer kopflos werden und teilweise Soldaten voller Angst davonlaufen, dann gibt es nur noch eines: den Einzelkampf! Werdet Partisanen Gottes! Schließt euch zu Gemeinschaften zusammen, die bereit sind, in totaler Auslieferung an Christus den Kampf aufzunehmen.

Mit großen Aktionen ist nichts mehr zu retten! Um jede einzelne Seele müsst ihr kämpfen und ringen. Eure Waffen: Gebet, vor allem der Rosenkranz: Schlagring und Kette der himmlischen Macht! Eure Medizin für die Wunden, die Satan den Opfern zufügt, die ihr ihm entreißt: Güte und Verständnis, Geduld, Liebe, Liebe und wieder Liebe! Legt ihnen die Hände auf und heilt sie, ganz dem Auftrag der Heilung und der Befreiung entsprechend. Die Priester sollen durch die Spendung der Sakramente das Ihre dazu beitragen. Ihnen besonders gilt der Auftrag zu befreien, auf Grund ihrer Vollmacht. Auch   das   Briefapostolat   ist  ein  Mittel  zur  Heilung.  Partisanen scheuen nichts! Darum ist es notwendig, einen starken Halt im „Untergrund“ zu haben.

Ich will eure Heerführerin sein.

Weiht euch Mir ganz! Liefert euch Christus aus!

Durch Mich! -

Vor allem rufe Ich die Kranken, Schwachen auf, die, welche meinen, ihr Leben sei nutzlos und sinnlos: ihnen lege Ich die verantwortungsvollste Aufgabe auf die Schultern: das Gebet, das Leiden, die Patenschaften für die einzelnen Seelen. Dies alles sage Ich euch, damit ihr gerüstet seid, wenn es soweit ist. Überall auf der Welt habe ich begonnen, aufzurüsten für den Endkampf. Wer Ohren hat, der höre!“ Der pausenlosen Zermürbungstaktik des Widersachers können wir nur durch Einigkeit der kleinen Herde und durch treues Durchhalten begegnen, immer unter dem Schutzmantel der Gottesmutter, die uns führen wird. Es ist Kampfzeit!

Maria: „Der rote Drache ist nicht tot, wie viele meinen. Es ist ihm nur gelungen, sich gut zu verbergen und in anderer Gestalt und Verkleidung aufzutreten. Aber in Meiner Nähe muss er sich zu erkennen geben. Deshalb können auch alle mir Geweihten ihn erkennen. Sie rufe Ich auf zum Kampf gegen den roten Drachen. Fürchtet euch nicht, Ich bin eure Heerführerin und gehe euch voran!“ Die Maria Geweihten müssen bereit sein, sich von Ihren mütterlichen Händen zu einem vollkommenen Opfer formen und im Tempel darbringen zu lassen. Unsere Armut und Bedürftigkeit ist für Sie kein Hindernis. Die Zeit drängt, und Sie wendet Sich an die Allerletzten, bestellt sozusagen das letzte Aufgebot.

 

Unsere hl. Kirche ..

Die Kirche bezeichnet sich als katholisch, das heißt allumfassend zeitlich, räumlich und inhaltlich. In der Tat: Wenn die Katholische Kirche wirklich vom erhöhten Christus an Pfingsten als die Treuhän­derin all seiner Gnadengaben eingesetzt wurde und von ihm die Fülle des Heiligen Geistes empfing, so besteht zwischen ihr und dem sie relativierenden Pluralismus ein unaufgebbarer Widerspruch. Wie weit auch der Pluralismus seine Weltoffenheit und Toleranz spannt, er wird immer das eine ausschließen, daß nämlich die Katholische Kirche von Christus bevollmächtigt und beauftragt ist, in seinem Namen seine göttliche Offenbarung authentisch zu hüten und zu verkünden. Und wie dialogbereit auch die Katholische Kirche sein mag, sie muss immer einen Pluralismus ablehnen, der die durch die Kirche verkündete göttliche Offenbarung nur als eine theologische Meinung unter anderen gelten lässt.

Die Katholische Kirche hat sich seit Pfingsten durch alle Zeiten als der Leib Christi erkannt und bekannt und sieht sich als seine Braut, deren magdliche Treue  Christus seine göttliche Offenbarung und seine Gnadenkräfte im Heiligen Geist anvertraut hat. Auch im Zweiten Vatikanischen Konzil bezeugt die Kirche diesen Glauben und drückt dies an vielen Stellen aus.

Wer diese Selbsterkenntnis und das Selbstzeugnis der Kirche als irrig ablehnt, muss die Wahrheit als vielgestaltig und sich entwickelnd und die Kirche demnach als in ihrem Wesen veränderlich ansehen und sich entweder von der Katholischen Kirche trennen oder sie von innen her verändern wollen.

Eine Klärung der verworrenen Situation innerhalb der Katholischen Kirche ist nur möglich, wenn die Unvereinbarkeit von Pluralismus und göttlich beglaubigten Lehramt auf beiden Seiten klar bewusst und   anerkannt  wird.  Wie   soll  in  einzelnen  Glaubenswahrheiten Einigkeit erlangt werden, wenn die eine Seite für wandelbar hält, was die Kir­che auf Grund göttlicher Offenbarung als unwandelbar annimmt – macht den Anschein, dass sich die kath. Kirche nicht sicher ist und demnach neu ausgelegt werden könnte. Selbst bei verbaler, wörtlicher Übereinstimmung bliebe im Motiv der Zustimmung die wesentliche Spaltung bestehen; es würde nicht das gleiche ausgesagt. Es stehen sich Ideologie und Glau­bensgewissheit  unvereinbar gegenüber.

Wir können eine Ideologie folgendermaßen beschreiben: Es wird eine unbewiesene Aussage pseudowissenschaftlich und schlagwortartig auf ein bestimmtes Ziel hin gewählt und als gewiss gesetzt, nach welcher alles damit Zusammenhängende gedeutet und umgedeutet wird. So wird z. B. die Schöpfung unter Ausschluss von Gott erklärt und als Wissenschaft in den Schulen gelehrt (vgl. Diamat). Ähnlich beeinflusst heute eine Ideologie die Öffentlichkeit der Katho­lischen Kirche, nach welcher der christliche Glaube keine von Christus geoffenbarte und der Kirche anvertraute göttliche Wahrheit ist, die alle Menschen verpflichtet; die Wahrheit sei vielmehr in allen Religionen vorhanden und unterscheide sich nur durch verschiedene Ausprägungen. Im Kulturwandel, in dem wir stehen, sei es nötig, die bisherigen Glaubensbekenntnisse, Dogmen und Sittenlehren und auch die Heilige Schrift zu hinterfragen; denn sie seien, lediglich Denkformen und Ausprägungen früherer Kulturen. Es ist offensichtlich, dass in einer solchen Ideologie das Selbstzeugnis der Kirche, sie sei Verkünderin der göttlichen Wahrheit, als uner­trägliche Anmaßung und überholter Starrsinn  erscheint und eine Polarisierung bewirkt, welche die Einheit zerstört  und die Menschen in Unmündigkeit zurückhält. Damit ist von seiten dieser Ideologie die Polarisierung klar gegeben, da sie die göttliche Verkündigungsvollmacht der Kirche  vom Dialog ausschließt und mit allen Mitteln darum kämpft, die öffentliche Meinung dem katholischen Lehramt zu entfremden. Umgekehrt wird die Polarisierung den glaubenden Katholiken nicht zugebilligt, son­dern vorgeworfen. Dieser Kampf ist so erfolgreich, dass die katholisch Glaubenden von Zweifeln und Ängsten befallen werden. Eingeschüch­tert vermeiden viele jedes öffentliche Bekenntnis zur göttlichen Vollmacht der Kirche, ja  dieser  Glaube  hört  unmerklich auf. Unsere Zeit will die Gegensätzlichkeit von Wahrheit und Irrtum wegtäuschen und durch Anpassung die Einheit machen. Sie will den Frieden bringen, wie die Welt ihn gibt. Die Zeit ist da, dass die Katholiken und ihre Hirten die Menschenfurcht abschütteln; denn ihr heili­ger Auftrag ist, die Wahrheit Christi furchtlos an die Welt zu verkünden und diese Wahrheit scheidet den Irrtum aus. Wer so freimütig den katholischen Glauben bekennt, muss sich auf Verfolgung gefasst machen. Die Verfolgung ist die normale Situation der Kirche. Jesus hat es klar vorausgesagt: „Wenn die Welt euch hasst, wisst, dass sie mich schon vor euch gehasst hat“ (Joh 15,18; dazu Lk 6,22-23; Mt 5,11).

Welch herrliche Gewissheit, in der Wahrheit zu sein, können uns die Worte Jesu geben! In der Tat trifft alles, was Jesus vorausgesagt hat,  auf unsere Zeit zu. Wir werden geschmäht, indem man unseren Glau­ben als etwas Minderwertiges hinstellt und der Name "Römisch-Ka­tholisch" wird als schlecht verworfen. Das tun sie deshalb, weil sie nicht an den Menschensohn als Sohn Gottes glauben. Wenn Jesus nicht die Zweite Person der Heiligsten Dreifaltigkeit ist, dann kann auch Maria nicht die jungfräuliche Gottesmutter sein, das Brot kann nicht Sein Leib und der Wein nicht Sein Blut werden.

Die Wunder sind eben nicht geschehen und Christus kann auch keine Kirche gegründet haben. Verfolgtsein ist Gütezeichen. Unsere Gegner haben dieses Gütezeichen nicht. Ohne jemanden zu hassen, bekennen wir unseren Glauben, nur mit der Hoffnung auf die Bekehrung der Ungläubigen. Freuen wir uns auf den Himmel; da ist unser Lohn sicher, vom Herr bestätigt auf ewig.

 

Der gute Wille ..

Am Fest des heiligen Josef, am 19. März 1911, schrieb Barbara Weigand (+1943) nach einer lange währenden inneren Dunkelheit nieder, was für viele eine Ermutigung sein soll und sein kann (VII 266 ff): Welcher Umschwung, wenn das Wehen eines anderen Geistes als der Geist der Finsternis die Seele beleuchtet, habe ich heute am Fest des heiligen Josef erfahren. Könnte ich doch allen zurufen, die so hin- und her wanken, wie glücklich wir Kinder der Katholischen Kirche sind. Und wenn meine geistlichen Vorgesetzten wüssten, mit welchem Widerwillen ich die Aufzeichnungen mache, würde keiner mich mehr des Hochmutes und der Einbildung bezichtigen. Derjenige, der es an sich erfährt, wird mich auch verstehen; denn was ich niederschreibe, wozu ich innerlich aufgefordert und gedrängt werde, ist die volle Überzeugung und Wahrheit: Der Herr will nur bestätigen durch ein ungelehrtes Weib, was Er Seiner Kirche zu lehren befohlen hat.

Als die Jungfrauen heute früh ihre Osterkommunion hielten, wurde ich einer großen Gnade gewürdigt. Es war, wie wenn ein Schleier von den Augen meines Geistes weggezogen werde, und ich erkannte, dass die, die hinzutraten zum Tische des Herrn, mit Aus­nahme von zwei oder drei, im Stande der Gnade den Herrn empfin­gen. Rechter Hand vom Altar war bei der heiligen Messe der heilige Josef gegenwärtig, und als der Priester begann, die heilige Kommu­nion auszuteilen, ging er ihm voraus, und brachte hier und da noch etwas in Ordnung. Und wenn eine Jungfrau zurückkam von der Kommunionbank war sie durchleuchtet wie eine Sonne. 

Als ich vor dem Herrn meine Verwunderung und meine Freude, die so groß war, daß ich laut hätte aufjubeln mögen,  ausdrückte, sagte der Herr: „Ich will dir zeigen, wie leer und hohl die Ausdrücke sind, die du hie und da hören kannst, wenn man nämlich die Begeisterung gottliebender Seelen als überschwengliche Gefühle hinzustellen sucht. Diese  haben  noch  nicht  erfahren,  wie  gut  Ich

bin und welcher Umschwung in einer Seele vor sich geht, wenn Ich ihr aus der dicksten Finsternis heraus plötzlich Meine Liebe zu verkosten gebe. Ich will dir heute zeigen, dass niemand, auch der Priester nicht, ängstlich sein soll, ob man würdig genug sei bei den vielen Sünden und Fehlern, die man begangen hat, doch so oft zu kommunizieren. Siehe alle, die du hier gereinigt zurücktreten siehst, sind lauter ganz gewöhnliche Christen, und doch scheinen sie dir Auserwählte zu sein, weil ihre Seelen so glänzend sind. Nur eines haben sie, und das verlange Ich: Guten Willen! Der Mensch, der guten Willen hat, dem will ich alles ersetzen. Und jene Seelen, die sich ihr ganzes Leben nur mit dem Gedanken quälen, ob sie auch einmal gut gebeichtet, auch wenn sie vom Beichtvater zur Ruhe aufgefordert worden, sind vom Geiste der Hoffart besessen; sie wollen sich heilig sehen. Diese kommen nie zur Ruhe und werden nicht glücklich, was sie doch sein könnten.

Überall, wo der Mensch nicht aus verstockter Bosheit handelt, wo nur Unverstand und unverschuldete Unwissenheit die Ursache einer mangelhaften Vorbereitung ist, will Ich alles ersetzen. Nur guten Willen verlange Ich. Sag es den Priestern, wie sehr Ich sie liebe, wie Ich alle ihre Mühe dereinst belohnen werde; denn nur die Katholische Kirche enthält das auserwählte Volk. Sie ist das Israel im Neuen Testament. So wie Ich im Alten Testament die Hoffnung auf einen Erlöser nur in Israel ver­körperte, indem Ich ihnen die Propheten gab, die fortdauernd diese Hoffnung lebendig hielten unter dem Volk Israel, so will Ich, dass im Neuen Bund der nun erschienene Erlöser fortlebe und so Mein Erlösungswerk fortgesetzt werde bis zum Jüngsten Tage der Welt. Darum soll jeder Priester ein anderer Christus sein. Ihr Opferleben, verbunden mit dem Opferleben so vieler Seelen, die Mich noch lie­ben, sei es im Kloster oder in der Welt, sind die Ursache, dass der Un­tergang der Welt noch verzögert wird.

Die Leiden, die Verachtung und die Verfolgung von seiten der ungläubigen Welt sind für Meine Diener die Schätze, womit sie viele Seelen wieder in Meine Vaterarme zurückführen können. Dies ist aber auch das fortgesetzte Erlösungswerk. Durch ihre Liebe zu den unsterblichen Seelen und durch ihre Geduld  bei  all  den  Verfolgungen der gottlosen Welt doch fortfahren, den Menschen den Weg zum Himmel zu zeigen, ist das fortgesetzt ununterbrochene Erlösungswerk. Und die lebendige Person Jesu Christi lebt fort in der sündigen Menschheit.

In jenen Zeiten, wie die eurige wieder ist, wo die Sünden der Menschen und die Bosheit der Hölle ein Dasein Gottes aus dem Gedächtnis der Menschen verwischen will, da will Ich als Mensch bei euch sein, da will ich euer Bruder sein. Und wenn die Bosheit der Menschen Mich von neuem ans Kreuz schlägt, da suche ich mir solche aus, die mit Mir leiden und fühlen müssen. Das ist das fortgesetzte Erlösungswerk, das niemand verstehen will, auch Meine Diener nicht, und doch sind sie ganz allein die Berufenen, die Meine Werke verkörpern müssen. Ein anderer Christus soll der Priester sein. Dafür soll er in Meines Vaters Reich ewig mit Mir auf dem Thron sitzen und die zwölf Stämme Israels richten. Fahre fort, das, was Ich mit dir rede niederzuschreiben und ihnen zu übergeben. Sie sollen keine Macht der Welt fürchten, die Strafgerichte predigen, die Sünde geißeln und mit den Kleinen demütig auf Meine Hilfe warten. Viele laue Katholiken werden zum religiösen Eifer zurückkehren, wenn sie sehen, dass ihre Priester in tieflebendigen Glauben vorausgehen.“

 

Herz-Jesu-Verehrung: Heilsnotwendig ..

Was die Herz-Jesu-Verehrung für unsere Zeit bedeutet, das hat vor über vierzig Jahren in vorausschauender Sicht Dr. Rudolf Graber, Bischof von Regensburg, dessen 113. Geburtstag am 13. September gewesen wäre, niedergelegt in seinem Buch „Die Herz-Jesu-Verehrung in der Krise der Gegenwart“, Eichstätt 1962, und es hat an Aktualität noch gewonnen. Darin lesen wir auf S. 54 ff: „Es muss sowohl gegen unsere Theologie, als auch gegen die Lehr­verkündigung der Vorwurf erhoben werden, dass sie in ihrer Gesamt­heit es nicht verstanden haben, die Herz-Jesu-Verehrung nach dem Vorbild der päpstlichen Enzykliken in die großen geistesgeschichtli­chen Zusammenhänge hineinzustellen, wie man nur ganz zögernd darangeht, die großen Marienerscheinungen unserer Zeit vom tragi­schen Ernst unserer Situation her zu deuten und zu erklären. Mit mehr oder weniger geringschätziger Miene gab man zu verstehen, dass alle diese Dinge nur den Privatbereich der Frommen und Fröm­melnden betreffen. Die in sich richtige Lehre vom Abschluss der Of­fenbarung durch Christus und die Apostel hat man in beinahe deisti­scher Weise dahin interpretiert, dass wir uns um derartige göttliche Interventionen nicht sonderlich zu kümmern bräuchten, da ja alles zum Heile Notwendige uns von Christus und den Aposteln geoffenbart worden sei. Niemand zweifelt daran; aber welch erschreckender Mi­nimalismus einem Gott gegenüber, dessen Liebe ‚überströmend’ (Eph 3,19) ist und der ‚alle Tage bei uns bleiben’ will (Mt 28,20), si­cherlich nicht in Untätigkeit, und der seinen „Geist über alle Men­schen ausgießen“ will (Apg 2,17). Was damit  gesagt werden soll, ist dies: Man muss die päpstlichen Rundschreiben über die Herz-Jesu-Verehrung (und das gleiche gilt von der marianischen Bewegung) stets mit einem Seitenblick auf die Zeitdiagnosen moderner ernsthaf­ter Kulturphilosophen lesen, um sie in ihrer ganzen Tragweite würdi­gen zu können. Dies wiederum bedeutet schon rein methodisch: Selbst wenn eine päpstliche Enzyklika nicht ausdrücklich  auf  die  herrschenden Zeitströmungen Bezug nimmt, so muss man sie doch immer aus der betreffenden Zeit zu verstehen trachten. Wenn also Nietzsche die Frage aufwarf: ‚Stürzen wir nicht fortwährend. Ist es nicht kälter geworden?’, so geben die Stimmen der Päpste die erlö­sende Antwort: ‚Ja, wir stürzen, aber im Herzen des Erlösers gewin­nen wir wieder festen Halt’. ‚Gewiss ist’ wie unsere Enzyklika sagt, ‚in den Herzen vieler die Liebe erkaltet’, aber im Herzen Jesu wird der Welt wieder Licht und Wärme zuteil.“

Das Abgleiten des entwurzelten, von Gott losgelösten Menschen, so führt Bischof Graber weiterhin aus, führte zu einer ganzen Reihe von Verfallserscheinungen. Le Bon, „Psychologie der Massen“ hat das Ende einer solchen „Massenkultur“ in Ausdrücken beschrieben, die dem Untergang der Antike entnommen sind und haarscharf auch unsere Situation beleuchten.

Das Kollektiv führt von selbst zur Vereinsamung des Menschen, zu seiner Verlassenheit. Und vor diesen verlassenen, vereinsamten, ent­täuschten Menschen tritt nun gleichsam der Heiland hin, und auf sein Herz weisend spricht er die Worte, die Jeremia Gott in den Mund legt: „Mit ewiger Liebe habe ich dich geliebt; darum habe ich voll Erbar­men dich an mich gezogen“ (31,3). Die ganze Herz-Jesu-Verehrung ist nichts anderes als die Erfüllung des Gleichnisses vom Guten Hir­ten, der dem verlorenen Schäflein in der Wüste nachgeht und nicht eher ruht, bis er es gefunden hat (Lk 15,1-7).

Eine echte theologische Diagnose der Zeit muss den Mut haben, bei der letzten Erklärung aller Niedergangssymptome auch den zu nen­nen, der hinter all diesen Spaltungen und Loslösungsbestrebungen steht, nämlich Satan. Wenn wir ihn für all’ die Zersetzungserscheinungen verantwortlich machen, so wird damit der Mensch mit seinem bösen Willen keineswegs freigesprochen. Aber es ist doch in höchstem Maße bezeichnend, dass Satan in der Heiligen Schrift häufig Diabolos genannt wird, d.h. der „Auseinanderbringer“. Die Stel­lung Satans kann infolgedessen so umschrieben werden: Er ist „derjenige, der das Verhältnis zwischen Gott und den Menschen zu zer­stören sucht“. Dieses  Satanische  äußert  sich  zunächst  einmal darin, dass der von Gott losgelöste und aus der Mitte gestürzte Mensch nicht etwa auf der Stufe seines Mensch-Seins verbleibt, sondern ins Untermenschliche absinkt.

Auch hier ist die Kunst wiederum ein Gradmesser der Zeit: „Der Mensch wird entstellt zur Fratze, zum Zerrbild, zur Missgeburt, zum Tier, zur Bestie, zum Skelett, zum Ge­spenst, zum Götzenbild, zur Puppe, zum Sack, zum Automaten. Er erscheint hässlich, unförmig, grotesk, obszön. Seine Handlungen nehmen den Charakter des Sinnlosen, Unwahren, der Komödie, des Brutalen, des Dämonischen an“ (H. Sedlmayr, Verlust der Mitte, Salz­burg 1948).

Einst hatte Gott den Menschen nach seinem Bild und Gleichnis geschaffen (Gen 1,26), so dass der hl. Antonius von Padua vom Menschen geradezu sagen konnte, er sei „mit dem Bilde der Dreifaltigkeit heilig versiegelt“. Diese Gottebenbildlichkeit vernichtet nun der Teufel. Das leere, ausdruckslose oder vertierte Antlitz des modernen Men­schen ist beredtes Zeugnis dieses satanischen „Drangs zum Ruinieren“. Man gibt sich mit Wollust diesem Infernalismus hin und bejaht die Kraft des Chaotischen. Immer mehr, zunehmend bei Jugendlichen, wird Satan als Freund betrachtet. Die Liebe, die sich am Kreuz für uns hingegeben hat, wird mit infernalem Hass beantwortet.

Je mehr wir um diese Hintergründe dieses Hasses wissen, um so mehr müssen wir auf den schauen, „den sie durchbohrt haben“. Legen wir doch wie der Apostel Thomas unsere Hände in die Seitenwunde des Herrn, um auszurufen: „Mein Herr und mein Gott“. Dann wird der Herr in uns alles sein. Und alles, was war, ist ersetzt durch die alleinige Liebe des Herrn, die alles in uns ausfüllt.

 

Eucharistische Liebesbund ..

In Barbara Weigand (1845-1943) hat sich der Herr eine ganz einfache Frau, von der er wollte, dass sie in Mainz in einem Wirtshaus Dienst tat, erwählt, um die Stolzen zu beschämen. Der Herr wollte, dass seine Botschaften aufgezeichnet und einmal veröffentlicht werden, was jetzt durch die Barbara-Weigand-Gesellschaft ge­schieht. Am Dreikönigsfest 1897 sagte der Herr zu ihr: Siehe, diese Männer (die Weisen aus dem Morgenland), nachdem sie Mir ihre Gaben dargebracht, nachdem sie ihre Anbetung ver­richtet hatten, kehrten sie wieder um in ihre Heimat, aber nicht mehr in die alte Heimat, nein, in eine neue Heimat, ganz von Meinem Geist beseelt, ganz von Meinem Licht durchflossen und durchleuchtet. Sie führten ein Leben zwar nicht anders in ihrer Umgebung, sie bewegten sich noch in demselben Kreis wie früher, aber doch ganz anders der Sitte nach wie früher.

Der Geist ist neu geschaffen und fängt an, mit Gott zu leben, Gott zu erkennen, Ihn zu lieben, und Ihm zu dienen, und alles, was sie umgibt, nimmt wahr, dass hier eine höhere Macht waltet als bisher. Dies ist die Aufgabe eines jeden von euch, Meine Lieben. Wo ihr hingeht, Meine lieben Kinder, wo ihr euch bewegt, sollen eure Mitmenschen sehen, dass ein anderer Geist in euch lebt. Für jeden, der sich euch naht, sollt ihr ein warmes, gefühlvolles Herz haben, und soviel in euren Kräften steht, sollt ihr die Menschen erquicken durch eure Güte, damit sie sehen wie gut derjenige ist, der euch belebt, dessen Geist in euch ist und lebt. Dies soll das äußere Zei­chen sein von einem Bunde, den ich mit euch schließen will.

Denn er soll sich nennen: „Der Liebesbund des heiligsten Herzens Jesu“. Diejenigen, die sich festhalten an diesem Bund, werden nie­mals Gefahr laufen, auf Abwege zu kommen, denn einer soll den anderen aufrichten, niemals soll der eigene Wille vorherrschend sein, und sobald  einer  merkt, dass  der  andere  seinen Eigenwillen vorschieben will, ist er verpflichtet, den Fehler zu rügen und den ande­ren dadurch zurückzuführen Ihr habt gesehen, was eigenwillige Menschen tun und wie sehr sie Mir missfallen. Sie verderben und verdecken alles Gute durch ihren Eigenwillen. Wer sich anschließt an den Liebesbund, den ich mit euch (gemeint ist Barbara Weigand und ihre zwei Freundinnen) geschlossen am heiligen Fronleichnamsfest, der ausgeht aus dem Va­ter und dem Sohn und dem Heiligen Geist, soll das besondere Vorrecht besitzen, dass er mit heiliger Freude alles ertragen wird, was Ich in Meiner weisen Vorsehung ihm zugedacht habe, dass es nütz­lich und gut für seine Seele sein kann. Er soll eine klare Einsicht erlangen in die allgütige und allweise Vorsehung Gottes,  und so­bald ein Kreuz über ihn oder seine Familie kommt, sogleich erken­nen das Walten Meiner göttlichen Hand, und obwohl die Wunde blutet, wird er doch die Hand küssen, weil er weiß, dass Ich es bin, dass Ich alles weiß, was für ihn am besten ist.

Meine Diener (gemeint sind die Priester) wollen ein besonderes Zeichen. Ja, das soll das äußere Zeichen sein: Die Bruderliebe, die Gottesliebe und die Nächstenliebe, die Liebe zu Mir im Allerheiligsten Sakrament des Altares. Es wird in seiner Seele ein Licht aufge­hen, das Licht wird wachsen bis zum vollen Tag. Versteht ihr mich, Meine Kinder? In Vereinigung und in Verbindung mit diesem Licht werden alle diejenigen, die sich vereinigen in diesem Bund, eine hohe Stufe der Vollkommenheit erreichen, gleich welchem Stand sie angehören. Den Eheleuten will ich den Frieden geben in ihren Familien, den Jungfrauen will ich die Gnade geben, alle Leiden, alle Verdemütigungen, die sie zu ertragen haben, mit Liebe und Geduld zu ertragen. Den Priestern will ich beistehen in ganz besonderer Liebe, weil sie ja doppelt an Mich gekettet sind durch ihre Liebe und durch das Gebet und durch das Gebet vieler, vieler Seelen, mit denen sie im Bunde sind. Ja, den Priestern wird es am meisten nützen, wenn sie sich anschließen an den Liebesbund, den Ich gestiftet für die endliche Zeit! Wer bedarf mehr der Stütze und des Gebetes als ein Priester, weil auch er ein armer, schwacher Mensch ist und weil er auf dem Leuchter steht und das Licht der Welt sein soll. Wenn nun das Licht verdunkelt ist durch die Sünde und durch die Leidenschaft, deren er sich  hingibt, weil  er  doch  auch  ein  schwacher Mensch ist, wie kann er dann ein Licht für andere sein? Darum ist es für den Prie­ster doppelt wichtig, sich in das Gebet vieler, vieler zu empfehlen, nicht auf seine Kraft allein zu vertrauen und nicht auf seine prie­sterliche Gewalt, die er übertragen bekommen hat für andere. Ja, diese bleibt ihm, sie ist ihm gegeben nur für andere, damit er an­dere leite und zum Himmel führe. Wo bleibt aber er? Die priester­liche Gewalt kann ihm für seine Seele wenig nützen, wenn seine Seele nicht in Ordnung ist. Ja, schaden kann sie ihm noch, wenn seine Seele in Unordnung ist, um so mehr, als Seelen verloren gehen durch seine Nachlässigkeit.

Darum, o ihr alle Meine Diener, wandelt in der Demut, wandelt in der Liebe, wandelt in einem reinen, kindlichem Glauben und klammert euch an das Band, das ich um euch schlingen will und um euch geschlungen habe, an das Band der Liebe, das ausgeht aus Meinen Herzen im Allerheiligsten Sakrament des Altares. Dieses Liebesband wird euch alles lehren. Dieses Liebesband wird euch Nachsicht lehren mit allen Menschen, wie mit euren Mitbrüdern, ihr werdet euch angetrieben fühlen, einer den anderen zu unter­stützen, dem anderen nachzugehen, wenn er abgewichen sein sollte vom rechten Weg.

Und je eher der Gebetsbund sich ausbreitet - denn dies ist der Damm, den Ich ausbreiten will in Meiner Kirche. Dieser Damm ist die Zielscheibe des Spottes vieler, woran aber auch der Unglaube abprallen soll. Fest und entschieden sollen sie hinaustreten in die freie, gottlose Welt: Eheleute, Jünglinge, Jungfrauen, Priester und Laien, Bischöfe und Prälaten, sie alle sollen sich anschließen und den Damm bilden, und der Unglaube wird weichen. Ja, der Bischof soll hintreten vor die hohen Häupter und soll ihnen die Wahrheit sagen. Er soll wissen, dass er zum Eckstein geworden ist, an dem die Häupter der Feinde zerschellen werden.

 

Barbara Weigand:

Mein Herr und mein Gott! ..

Der Papst J. P. II. spricht in der Enzyklika „Tertio millennio adveniente (Nr. 45) (1994)“  von den Geistgaben, unter denen die Gnade der Apostel herausragt, „deren Autorität der Geist selbst auch die Charismatiker unterstellt (vgl. 1 Kor 12,1-11)“; im gleichen Atemzug aber hebt er die Anzeichen der Hoffnung hervor, darunter „das aufmerksame Hören auf die Stimme des Geistes durch die Annahme der Charismen“. Damit ist nur wiederholt, was das Konzil warnend sagt, man solle sich davor hüten, den Geist auszulöschen, was in der Kirchengeschichte tatsächlich öfters der Fall gewesen ist. Zu diesen Charismen zählen auch die Eingebungen, welche Barbara Weigand (1845-1943) erhalten hat, die zu beherzigen ein großer Nutzen bedeutet für den Leser, für die Diener der Kirche und die Kirche selbst.

So sagte ihr der Herr am 5. Freitag im Januar 1896: „Meine Tochter! Höre die Stimme, die in dir spricht; denn du bist Mein. Ich habe Besitz genommen von deiner Seele und darum sollst du dich jederzeit mit Freuden, mit Opferwilligkeit hingeben, sooft in dir die Stimme redet; denn es ist etwas Großes um den Gehorsam. Viele Liebhaber habe ich unter Meinen Dienern und Dienerinnen, aber doch wenige, die es erkennen, dass Mein Geist ihren Geist leiten muß, und die darum sich ganz und gar von ihrem Geist beherrschen lassen. Ich will aber, dass du weder auf die Regungen der Natur, noch auf die Einflüsterung Satans, noch auf die Einwirkungen von anderen Menschen hören sollst. Du sollst deine Vernunft dem Glauben unterwerfen, deine Seele herrschen lassen über deinen Leib. Die menschliche Natur sucht immer das Bequeme, das ihr am meisten Zusagende. Darum finde ich so wenige Liebhaber des Kreuzes. Ich lebe aber in meiner Kirche, Mein Geist lebt in ihr, und dieser   Geist  teilt  sich  mit  jedem  einzelnen  Glied  dieser  Meiner Kirche, und das umso mehr, je mehr sich die Seele beeinflussen lässt von diesem Geiste. Ich habe dich berufen, dass du der Welt zeigest, was Ich in einer Seele bewirke, in der Mein Geist herrscht, weil Ich will, daß meine Diener besonders darauf hinarbeiten sollen, dass der jungfräuliche Stand zu Ehren gelange, dass ihm jenes Recht eingeräumt werde, das ihm gebührt. Jungfrauen in der Welt, sie sollen Meine Apostel sein. In ihnen will Ich wirken, ihnen will ich meinen Geist mitteilen, damit die Welt sieht und erkennt, warum Ich selbst jungfräulich leben wollte, denn allzu verschmäht ist dieser Stand, und man strebt nur, seine sinnliche Begierlichkeit zu befriedigen, Güter aufzuhäufen, aber Mir wird wenig Ehre gebracht. Darum sollen neben dem Ehestand die Jungfrauen bestehen. Sie sollen Achtung und Ehre genießen, wie auch all die anderen Stände, damit sich mehr in der Familie dazu entschließen.“

Auf ihre Klage, dass sie nur zu tauben Ohren rede, antwortete ihr der Herr: „Ja, was kümmerst du dich um andere! Das andere überlasse anderen! Kümmere dich nur um dich, dass dein Leben gut verfließe, harre aus bis ans Ende, mehr verlange ich nicht von dir. Werde nicht mutlos, Meine Tochter! Aber siehe, ich verlange, dass die oftmalige, heilige Kommunion überall gefördert werde, damit auch diejenigen, die das Opfer der Jungfräulichkeit bringen, die Kraft besitzen, um allen Gefahren zu widerstehen. Wird es auch hie und da vielleicht missbraucht, die Mehrzahl deckt einzelne Fälle, wie ja überall unter allen Ständen, unter jedem Beruf es Menschen gibt, die ihre Würde verunehren.

Was habe ich nicht für Judasse von Anfang bis zum Ende der Welt unter Meinen Dienern und doch wünsche Ich, dass die Zahl Meiner Diener immer mehr vermehrt werde. Denn kein Geschöpf kann Mir mehr Ehre erweisen als ein begeisterter Priester! Du glaubst immer, es sei alles umsonst, weißt aber nicht, wie viel Gutes du wirkst. Du sollst es auch nicht wissen. Du sollst nicht müde werden, für Mich zu leiden. Wenn es Zeit ist, werde ich zu meinen Dienern kommen, werde Ich es ihnen erschließen. O es ist wohl eine schlimme Zeit, aber die Menschenfurcht macht sie noch viel schlimmer als sie ist. Man sollte nur geradeaus gehen und sich wenig um jene Spötter kümmern, als jene sich darum kümmern, ob das, was sie von ihnen aussagen, Recht oder Unrecht ist, da ja auch meine Diener die Wahrheit besitzen und in der Wahrheit wandeln. Warum denn das Gerede der Menschen, der Gottlosen fürchten?

Und wenn sie nur eine einzige Seele mehr zurückführen, mehr retten, haben sie mehr gewonnen als die ganze Welt; denn die ganze Welt soll in Nichts zerfallen, die Seele aber ewig fortleben. In einer einzigen Seele will Ich Mich ewig erfreuen, während die ganze Welt mit ihren Schönheiten Mir nicht mehr Freude machen kann. Du hast Mein Herz verwundet, Meine Tochter! Du sollst ein besonderes Vorrecht haben, dass, wenn du auch noch zu kämpfen hast, wenn er (Satan) dir auch nahe tritt, er dennoch nie mehr in dein Herz kommt. Dein Herz ist und bleibt frei, so dass du alsbald erkennen musst, welcher Geist es ist. Kurz, Ich will dich den Unterschied der Geister erkennen lassen. Siehe, wie gut Ich bin.

Ist dies nicht eine größere Gnade, als wenn du von allen Leiden befreit würdest? Ich bin aber nun einmal so. Mit einem ihrer Haare (vgl. das Hohelied) hat sie mein Herz verwundet. Weißt du, was das bedeutet? Ja, das sind die kleinen Werke, die aus Liebe zu mir verrichtet werden, das ist die Treue im Kleinen, das ist das Haar. Wenn du ein Haar verlierst, das fühlst du nicht einmal, das geht dir gar nicht ab und doch nehme Ich es so an, greift es mich so an, dass es mir das Herz verwundet. Siehe, wie zart Meine Liebe ist zu den Menschenkindern! Das sollen Meine Diener wissen, damit sie nicht so ängstlich sind in der Seelenleitung. Denn ich ab kasteie jahrein, jahraus, aber Ich verlange die Treue im Beruf, in den Ich verlange nicht, dass man hinausziehe in die Wüste, dass man sich jede einzelne Seele gestellt habe, und dieses mit Freuden. Mit einem Wort: Ich verlange freudige Liebhaber, - nichts mehr als die heilige Freude.“

 

Kreuztragen, tragen und erleiden,

ist heilsnotwendig ..

Er kam, in Windeln gewickelt ..

Mittelpunkt unseres menschlichen Daseins ist der kreuztragende Christus. Tagtäglich werden wir an Ihn erinnert. Jeder Blick auf ein Kruzifix gibt dieses Leiden des Herrn frei. Jeder kann es sehen, wenn er will. Jedes Gebet der Kirche verbindet uns mit Seinem Kreuzesopfer. Alle wissen es, auch die, die es wissen müssten: Er hat Sein Kreuz getragen, weil Er uns befreien wollte, loskaufen wollte von der Sünde. Er trug Sein Kreuz aus Liebe zu Seinem Vater im Himmel und aus Mitleid und Barmherzigkeit für uns Menschen. Das Kreuz war für Ihn ersehntes Lebensziel und zugleich schmerzhafte Umklammerung. An das Kreuz lässt Er Sich schlagen, in brutalster Weise, die hasserfüllten Gedanken der Juden waren die Daunen Seines Schmerzbettes, um dadurch Seine glühende Liebe zu Seinem und unserem Vater im Himmel als Opfer anzubieten, damit wir erlöst werden konnten. Das Kreuzesopfer, das Er vollbracht hat, ist somit auch ein Beuteopfer für Ihn geworden, denn wir, die Schöpfung Gottes, sind Seine Beute, sind das Ziel Seiner unbeschreiblichen Leiden, Sehnsucht und Liebe.

Ohne das Kreuztragen des Herrn gäbe es keine Erlösung der Menschheit, wäre diese Welt nicht mehr; sie wäre aus ihren Elementen gefallen, abgesenkt in das unendliche Nichts. Ohne Kreuzesopfer des Sohnes Gottes wäre sie in Bedeutungslosigkeit auf ewige Zeiten zurückgefallen. Er kam nicht, wie die Menschen das von dem Gottessohn erwartet hätten mit Glanz und Glorie, mit Prunk und Eindruck, auf diese Welt und Er hat diese Welt auch so nicht verlassen, wie man es gern bei Ihm gesehen hätte. Solange Er Wunder tat und Tote ins Leben zurückrief, war Er gern gesehen von Seinen Untertanen; statt dessen hatte Er bei Seinem Tode alle Schönheit verloren, war von Aussatz und Wundbeulen  übersät  und mit Kot beschmiert. Das war für sie unannehmbar.  Sie wollten Ihn zum König der Juden krönen. Er aber wollte ein Bettler bleiben und am Kreuze sterben. Jesus Christus, der Sohn des Allerhöchsten, der menschgewordene Gottessohn, wollte zum Spott Seiner Richter und Peiniger den Tod, den Sein himmlischer Vater für Ihn bestimmt hatte. Er wollte sein wie wir, in allem uns gleich, außer der Sünde.

Er kam, nackt in einem kahlen Stall zur Welt, in Windeln gewickelt,  umgeben von Vieh und bitterer Kälte, in Stroh gebettet, um unser Gott zu sein. Nur Seine Mutter und Sein Nährvater, Maria und Josef, waren bei Ihm, als Er auf die Welt kam und viele, sehr viele Engel. Und als erste Menschen kamen die Hirten, um Ihn zu bewundern und anzubeten. Ganz einfache Menschen, gläubig und vertrauend auf Gottes Weisungen an Seine Schöpfung. Sie haben sich mit dem begnügt, was Gott in Seinem unerforschlichen Ratschluss für gut befunden hat. Sie waren überaus glücklich und berauscht von der Seligkeit, es noch erleben zu dürfen, den lange verheißenen Messias endlich anbeten zu dürfen und sich Ihm anzuschließen. Sie wussten in ihrer Einfachheit und gläubigen Sinnen, dass von Ihm nur gutes ausgehen könne und Er Heil und Segen bringen würde. Sie hatten so lange dafür gebetet, endlich erlöst zu werden und lebten dafür ein höchst karges und einfaches Leben. Sie lebten in der Knechtschaft fremder Besatzungen und hatten zudem noch vieles unter den Ungläubigen zu erdulden und zu erleiden. Und dann kam dieser Höchstgesandte, der Gesalbte, der Heilsbringer. Und dafür haben sie all die Zeiten gebetet und gewartet.

Jesus, der menschgeborene Gott, wuchs heran und nahm an Weisheit zu. Sein Kreuz lag in Seiner Krippe. Die Kälte der Menschen umschlang Ihn. Ablehnung und Widerstand, Verfolgung uns Todesdrohungen folgten auf der Stelle. In dieser täglich neuen Sorge und Angst um das ihnen anvertraute Kindlein höchster Herkunft mussten die lieben Eltern leben und bangen. Wie schwer mag diese Last sie auf ihren Schultern gedrückt haben. Und diese Last und Bürde wurde umso schwerer und erdrückender, je mehr das Wissen um die wahre Herkunft ihres Kindes sich in ihnen, besonders in Maria, die Mutter des Herrn, vertiefte.

Verstocktheit und Pharisäertum waren die Antwort der Menschen an Gott. Er, Gott, wollte uns von Not und Tod befreien, und die Antwort der Menschen war stattdessen Missachtung und Vertiefung ihres sündigen Lebens. Seitdem reihen sich Beleidigung und Verhöhnung Gottes in einer unglaublichen Vielfalt auf das Schuldenkonto der Menschheitsgeschichte und rufen den Zorn Gottes unablässig auf sich. In dieser Welt nun leben wir. Aber all das konnte das neuentstandene Licht des Stalles in Bethlehem nicht auslöschen. Von dort trat der Herr der Welt und König des Alls Seinen Siegeszug an, über die ganze Welt bis hinauf zu den höchsten Spitzen und äußersten Grenzen des unendlichen All´s.

Der Stall zu Bethlehem ist das Licht der Welt

Die Wärme und Liebe Seiner Mutter, die Sorge und Behütung Seines Nährvaters und die Anbetung der Hirten und Engel, das ist die erste Antwort auf das Angebot Gottes an die Menschheit. Die Auserwählung eines herausragenden, in der Liebe Gottes eingetauchten Menschenkindes, genannt Maria, das ist zugleich der Neubeginn des Menschheitsgeschlechtes, die wahre Nachkommenschaft Evas. Ein neuer Adam ward euch geboren, ihr Menschen. „Kommt, lasst uns Ihn anbeten“, so jubilierten Engel und Menschen. Dann strömten immer mehr Menschen, zu denen die Kunde von der Geburt des Messias durchdrang, zu dem Kinde in der Krippe, um Es anzubeten. Schon damals gab es die wahren Kinder Gottes, solche also, die von der wahren Lehre Gottes und durch Seine Propheten unter den Menschen gefestigt, im Glauben, der verheißenen Zeit der Geburt des Messias geduldig zuwarteten.

Er war schon von Anfang an, aber er wurde uns zugleich neugeboren und begann Seine Gottheit als Gottessohn im natürlichen Wachstumsstrom der Menschen. Jeder Mensch wird als Kindlein geboren, um heranzuwachsen und erwachsen zu werden, um dann zu reifen für ein Alter, das in Gott geborgen ist und reif wird für den Übergang in das Paradies. Er, Jesus Christus, kam in die Welt, um als Paradiesführer für uns Menschen Wege und Weiden zu öffnen, um uns hinein zu führen in Sein Reich. Aber zuvor begannen auch bei Ihm Flucht und Armut, Angst und Sorgen. Maria sah all dies und bewahrte es in Ihrem Herzen.

Wir kennen die Passion, das bittere Leiden und Sterben des Herrn Jesus Christus. Es begann in der Krippe im Stalle zu Bethlehem und endete auf dem Kreuzeshügel auf Golgotha.  Ein  langer Weg, auch für Gott. Ein Schmerzensweg ohne Ende. Wir wissen wenig um die Jugend unseres Herrn. Der Vater war Zimmermann. Er verdiente das wenige, was die Heilige Familie brauchte, durch sein handwerkliches Können, für das er bekannt war und selbst von den ungläubigen Ägyptern respektiert wurde. Jesus Selbst hat das Handwerk Seines Nährvaters ganz gewiss auch erlernt und ihm, seinem Vater Josef geholfen, das Tagwerk zu erfüllen. Maria, Seine Mutter, übte demgegenüber Ihre Pflichten als Hausfrau, immer im Gebet versunken. Arbeit und Gebet ergeben zusammen erst die Fülle aller Pflichten. Das Leben von Jesus und Seinen Eltern war von höchster Einfachheit und Zurückgezogenheit geprägt, die sich mit wenigem begnügte, was Ihnen auf den Tisch kam. Ihre Zufriedenheit und Geborgenheit lebten und diese gewannen Sie aus den Geboten Gottes. Sie unterwarfen sich, obwohl Gott inmitten Ihrer war, Seinen Geboten. Jesus lebte das Leben eines Menschen und nicht die eines Gottes. Er unterwarf Sich den Regeln, die in einer gläubigen, Gott befohlenen Familie, aufgestellt sind. Diese Regeln sind in den Zehn Geboten Gottes niedergelegt.

Dreiunddreißig Jahre warten auf drei Stunden zum Sterben am Kreuz ..

Dreißig Jahre sind zehnmal mehr als drei Jahre.  Diese lange Zeit war die Zeit gewesen, in der unser Herr Jesus die Gewohnheiten der Menschen ertragen hat.

Lk 2,41-52
Lk 2:41 Seine Eltern gingen Jahr für Jahr nach Jerusalem zum Feste des Pascha.

Lk 2:42 Als er zwölf Jahre alt wurde und sie der Festsitte gemäß nach Jerusalem hinaufzogen

Lk 2:43 und die Tage vollendet hatten, blieb der Knabe Jesus, während sie heimkehrten, in Jerusalem, ohne daß seine Eltern es merkten.

Lk 2:44 In der Meinung, er sei bei der Pilgergruppe, legten sie eine Tagereise zurück und suchten ihn unter den Verwandten und Bekannten.

Lk 2:45 Da sie ihn nicht fanden, kehrten sie nach Jerusalem zurück und suchten ihn.

Lk 2:46 Nach drei Tagen geschah es, da fanden sie ihn im Tempel, mitten unter den Lehrern sitzend, auf sie hörend und sie befragend.

Lk 2:47 Alle, die ihn hörten, staunten über seine Einsicht und seine Antworten.

Lk 2:48 Als sie ihn sahen, waren sie sehr betroffen, und seine Mutter sagte zu ihm: "Kind, warum hast du uns das getan? Siehe, dein Vater und ich haben dich mit Schmerzen gesucht!"

Lk 2:49 Er antwortete ihnen: "Warum suchtet ihr mich? Wußtet ihr nicht, daß ich in dem sein muß, was meines Vaters ist?"

Lk 2:50 Doch sie begriffen nicht das Wort, das er zu ihnen sagte.

Lk 2:51 Und er zog mit ihnen hinab, kam nach Nazareth und war ihnen untertan. Seine Mutter aber bewahrte alle diese Dinge in ihrem Herzen.

Lk 2:52 Jesus nahm zu an Weisheit und Alter und "Gnade bei Gott und den Menschen" (1Sam 2,26).

Er musste selbst das Reifen eines Menschen über Kindheit, Jugendzeit und Heranwachsen in das Mannesalter an Sich durchleben, um dann, in der Blüte Seines Alters, also mit dreiunddreißig Jahren, zu sterben, damit wir alle leben können. Jesus brauchte diese Zeit, um Sich für Sein einzigartiges Leidensopfer vorzubereiten, die Stille und Liebe in dem Hause zu Nazareth und in der ägyptischen Ferne, aber auch die vierzig Tage Wüste und die Jahre Seiner Lehre, Seiner Wunder und Seiner Verkündigung auf den Fluren Palästinas. Dieses Wissen um das stille und zurückgezogene Leben unseres Herrn ist auch für unsere Lebensplanung von höchster Wichtigkeit. Überhaupt gibt eine solche Kenntnis uns einen tiefen Einblick auch über die Frage, wie wir unsere eigene Heiligung und Hinführung gestalten können und sollen. Wir wissen zum Beispiel, dass unser Herr viel, sehr viel gebetet hat, besonders in der Nacht.

Wir wissen also, dass das Gebet ein herausragendes Element der Selbstverwirklichung  des Menschen hin zu seiner einzigen Bestimmung ist und bei beharrlicher Anwendung und Übung ganz gewiss die Seele in höchste Ebenen führen kann. Wir wissen zudem, dass Jesus mit größter Liebe und Unterwerfung unter das Recht des Vaters in der Familie seinen Weisungen Folge leistete. Und wir wissen auch, dass Arbeit und Gebet, wie es besonders von der lieben Mutter des Herrn unentwegt geübt wurde, vor Gott als ein einzigartiges Opfer angenommen wird und Seinen reichen Segen darauf herabruft. Das wenige, was wir über eben diese Zeit der Stille und liebenden Gemeinschaft unseres Herrn im Hause Nazareth wissen, reicht aber folgerichtig aus, daraus für uns und unser Familienleben folgende Grundregeln göttlicher Prägung zu gewinnen und beständig anzuwenden:

Der Vater ist das Haupt der Familie. Er soll ein Abbild des Vaters aller Menschen sein. Seine Rolle und Seine Wirkung prägen die Familie in allen in ihren wesentlichen Bereichen. Recht, Gesetz und Gehorsam in der Familie werden durch seine Autorität bestimmt. Er trägt dafür in besonderer Weise vor Gott Rechenschaft. Die Mutter und Frau ist die Trägerin der Liebe. Sie prägt mit ihrer Person das Element von Gemeinschaft, Einheit, Erziehung und Zuwendung. Die Kinder in einer solchen Familie leben und erben diese Grundsätze christlichen Lebens, entfalten sich selbst in der Klarheit und Geborgenheit familiären Lebens und wachsen selbst dann mit zunehmendem Alter und Reife in die gleiche Rolle, in der Weise, wie es die göttliche Vorsehung für sie bestimmt hat. Achtung, Dankbarkeit und Zusammenhalt bilden den Grundstock eines Generationenwechsels. Das höchste Ziel einer so geprägten und bestimmten Familie ist einzig und ausschließlich darauf ausgerichtet, Gott zu danken, Ihm zu dienen, Seine Gebote zu achten und sich darin nützlich zu entfalten.

Die gleiche Zeit begleiteten Ihn aber auch eben diese bittersten dreiunddreißig Stunden entsetzlicher Qualen und unbeschreiblicher Folter, die Ihm, Jesus Christus, von den Menschen, bereitet wurden. Dreiunddreißig Jahre Vorbereitung auf dreiunddreißig Stunden äußerster Qualen, Leiden und Schmerzen, die man Ihm, dem Sanftmütigsten aller Zeiten, durch Menschenhand angetan hat.

In dieser Zeit des Reifens, im Sinne menschlicher Gewohnheiten, hat der liebenden Heiland, ja alles tausendmal durchlebt, was Ihn dann in den letzten drei Jahren und in den letzten drei Tagen widerfahren ist. Er kannte ja den Schauplatz dieses größten aller Unrechte, welche die Menschheit jemals begangen hat, sozusagen bis ins letzte Detail. Er hätte also tausend Gründe dafür gehabt, eben diese Grausamkeiten, die auf Ihn warteten, zu umgehen, Sich dem zu entziehen, denn  Er war ja doch mit der Fülle der Gottheit ausgestattet.

Sein wie Simeon ..

Es wäre ein Leichtes für Ihn gewesen, dem Verlauf der Geschichte eine andere Wende zu verleihen. Aber – all das hat Er eben nicht getan, sondern Er ist den Weg des Leidens gegangen, der Entbehrung und Verleumdung, der Verspottung und der Kreuzigung. Er hat eben nicht Seiner Allmacht Wirkung verschafft durch Entzug und Macht, im Sinne Seines Auftretens vor den Schergen und Richtern, die über Ihn zu richten glaubten, sondern Er ist Mensch geworden in allem uns gleich, außer der Sünde. Das ist die unfassbare Wahrheit, die vielen schon damals nicht passte und auch heute für viele unannehmbar ist. Wer schaut schon gern auf ein Kreuz, an dem unser Herr blutend, mit Wunden übersät hängt und in Seiner sichtbaren Erbärmlichkeit auf uns schaut und um Liebe bettelt? Wer unter uns ist bereit, so wie eine Veronika, die Schweißtropfen des blutenden Christus mit seinem Tuch abzuwischen und Ihm Tröstung zu verschaffen? Wer unter uns ist denn wirklich bereit, Ihn vom Kreuze herabzunehmen, um Ihn mit Liebe und Wärme aufzunehmen und Ihm darin Heimstatt zu geben, Ihn in Seinem Eigentum Einlass zu bieten? Sind wir es wirklich? Er friert immer noch, Er blutet immer noch und Er sucht immer noch Simeone und Veronikae unter uns!

Ein Simeon hatte bei seiner ersten Begegnung mit dem Herrn überhaupt keine Beziehung zu Ihm. Vielleicht hatte er davon gehört, dass es einen Juden gibt, Der durch Palästina zieht, mit Ihm eine Schar von Anhängern, und Wunder tut. Vielleicht war in ihm gar einmal der Wunsch gewesen, diesem Manne einmal zu begegnen, warum eigentlich nicht? Man hörte viel von Ihm. So etwas sprach sich ganz gewiss herum, Land ein wie auch Land aus; der Kranke heilte, Tode zum Leben erweckte und eine neue Ordnung Gottes verkündete. In allen Menschen zu allen Zeiten lebte schließlich das Element der Liebe und des geliebt werden. Und dieser Mensch, Jesus genannt, Der mit der Vollmacht Gottes sprach, Der war ja für viele der Inbegriff eben dieser Liebe, nach der sich die Menschheit sehnte. Sie kannten ja diese Liebe Gottes nur in der Strenge Gottes, in der Züchtigung und Zurechtweisung Jahwes. Und nun kam Einer, der von Sich behauptete, eben von diesem Übervater droben im Himmel zu entstammen, um die Menschheit zu Ihm zurückzuführen. Eine fürwahr ungeheuerliche Zumutung, möchte man meinen, war dies für die allermeisten damaligen  Zeitgenossen. Aber dieser Simeon wollte seine Wege gehen, seinen Glaubensvorstellung leben und wollte das ganze Geschehen mit und um diesen Jesus den Juden überlassen. Sollten die doch damit fertig werden.

Und dann kam die Stunde für ihn, dem Simeon. Er kam von seinem Tagewerk, um seinen Heimweg anzutreten. Sein Weg führte ihn just an die Stelle, wo der Herr, unter dem Gejohle und der Zucht der Juden, unter den Schlägen und Peinen, die gedungene Schergen aus Ägypten an Ihm ausübten, denn die Juden wollten sich an Jesus ihre Finger nicht schmutzig machen, so glaubten sie, und dieser meist gehasste Jude in diesen Tagen, Der trug gerade an dieser Wegestelle Sein Kreuz auf Golgotha, an ihm, dem Manne aus Simeon, vorbei. Ein Zufall? War das wirklich nur ein Zufall?

Wie blickte Jesus ihn wohl an? Wie erwiderte Simenon wohl diesen Blick? Blickte Jesus ihn überhaupt an? Nun, es ist zu vermuten, daß Er es nicht tat. Er tat es deshalb nicht, weil Er ihm letztlich den freien Willen darüber belassen wollte, das zu tun, wozu er von den Hauptleuten, die Jesus auf Seinem Kreuzweg bewachten, gedrungen wurde. Aber er, der Simeon, stand dennoch vor einer Wahl: nämlich entweder diese ungewollte Inanspruchnahme seiner Dienste schnell und unbeteiligt zu erbringen oder aber seine Dienste so zu erbringen, wie man es von einem aufrechten geradlinigen Landmann erwarten konnte. Mk 15:21, Lk23:26

Spätestens, als Jesus in diesem Augenblick wieder stürzte und fast zu Boden gefallen wäre, dabei aber Seine Blicke noch auf Sein Kreuz und nach unten richtete, sprang Simeon abrupt hinzu und umfasste den Kreuzesbalken mit seinen derben Händen und somit auch  zugleich den das Kreuz umklammernden, blutüberzogenen  Todeskandidaten, Den man zur Hinrichtungsstätte führte, wo Er einen qualvollen Tod zu erwarten hatte.

Jetzt erst blickte Jesus aus Seinen verquollenen Augen hervor, das tiefe Blau Seiner wundersam schauenden glanzdurchdrungenen lichtvollen erfasste den Simeon und da quoll in Simeon etwas auf, was man mit einer tiefen Erkenntnis beschreiben könnte; er erkannte den Messias, den Sohn Gottes, den Heiland der Welt, und in ihm begann sogleich ein tief greifender Prozess der Bekehrung, Mitleid kam in ihm auf und er trug das Kreuz aus dieser Erkenntnis, und der Herr dankte es ihm mit dem innerlichen Versprechen, ihn in Sein Paradies aufzunehmen und seinen Namen auf ewig zu erhalten.

Kreuzträger sein wie Simeon ..

Eine solche Bekehrung haben sehr viele Menschen zu Zeiten Jesu Christi an sich erleben können. Es ging eine Macht von Ihm aus, die im wahrsten Sinne des Wortes umwerfend war. Seine Ausstrahlung und vor allem Sein sanftmütiger Blick konnten sie sich nicht entziehen, weil sie darin die Sendung dieses Erdenpilgers erkannten und sich zu Ihm bekannten.

So  erging  es  doch  auch   Barbara  Weigand.  Sie  hatte  Zeit  ihres Lebens eine besondere Vorliebe offenbart für die  Verehrung des Leidens Christi. Sie geht für die Errichtung eines Kreuzwegs in ihrer Heimatkirche bei arm und reich betteln, sie betet regelmäßig die Stationen, sie liest gerne im „Bitteren Leiden“ von Anna Katharina Emmerich nach den Aufzeichnungen von Klemens Brentano, sie betet zur stigmatisierten Nonne von Dülmen. Ausgestattet mit der Gabe der Tränen weint sie seit ihrem 25. Lebensjahr viel, besonders jeden Karfreitag, Tränen der Rührung  und des  Mitleids. Sie  wurde, wie der Simeon, von Jesus Christus erfasst, als Er wieder einmal, wie so oft, unter dem Kreuz zusammenzubrechen drohte, unter der Last der Sünden unserer Tage. Da suchte der Herr einen weiteren Simeon. Immer wieder sucht Er Simeone, um Sich beim Kreuztragen helfen zu lassen, damit die Menschen auf Golgotha ankommen können.

Simeon von Cyrene war somit der erste Kreuzträger, den der Herr für Sich bestimmt hatte. Der Mann Simeon, ein Nichtgläubiger aus den Landstrich Cyrene, half Jesus Christus das Kreuz tragen. Es war keiner aus dem Stamme der Juden, dem Volksstamm des Herrn, der bereit war, Ihm das Kreuz tragen zu helfen. Auch heute sind die Juden nicht bereit, das Kreuz Christi tragen zu helfen. Es braucht noch viel Gebet und die Barmherzigkeit Gottes, dass sich erfüllt, was sich erfüllen muss. Was haben wir mit Simon von Cyrene gemein? Beginnen wir damit, uns diese Frage zu beantworten. Fragen wir, in der Stille unseres Herzens danach; hören wir in uns hinein und stellen wir uns diese Begegnung einmal bildlich vor: Der blutüberströmte, aufs höchste gepeinigte Heiland der Welt, an vier Stricken von seinen Schächern hin- und hergezerrt, durch den Kot der Gassen geschleppt und davon voll beschmiert an seinem ganzen Körper; blutend an allen Stellen Seines heiligsten Leibes und kaum noch in der Lage, das Erlöserkreuz bis auf Golgotha zu tragen, wo Er, der Unschuldigste aller, für unsere Sünden hingerichtet, geschlachtet werden sollte.

Nur, wenn wir bereit sind, uns mit dem bitteren Leiden und Sterben unseres Herrn und Gottes Jesus Christus auseinander zu setzen, nur dann erfahren wir auch die tiefe Bedeutung Seines Leidens für die Menschheit. Auch für uns hat Er dieses gewaltige Opfer erbracht!

 

Jesus an Barbara Weigand:

Höre Meine Stimme

Am 1. Freitag im Mai 1896 belehrte Jesus Barbara Weigand (1845-1843) auf ihre Bitte, Er möchte sie doch belehren, wie wir Seine heilige Mutter verehren und lieben sollen, auf folgende Weise: „Höre Meine Stimme, höre, was Ich dir sage: Ich will Sie dir vorführen, in deren Fußstapfen du eintreten sollst, und das ist Meine heilige Mutter. Ich habe dir heute früh nach der heiligen Kommunion Meine heilige Mutter in gar herrlicher Gestalt gezeigt. Sie gab dir ein Sträußchen Blumen, weil du dich so sehr beklagtest, dass du in dem letzten Monat so nachlässig seiest gewesen und hast dich an Mich gewendet, Ich möchte ersetzen, was du in der ganzen Zeit gefehlt. Deswegen solltest du heute deine heilige Mutter schauen. Weißt du, was Sie dir mit dem Sträußchen Blumen, das sie dir überreichte, sagen wollte? Blumen sind nur ein Sinnbild der christlichen Tugenden. Und wer hat sie in vollendeter Weise ausgeübt: Meine Mutter!“

Wer denkt da nicht an das denkwürdige Gespräch, in dem Domenico Savio Don Bosco einen prächtigen Blumenstrauß zeigte, welcher den, der ihn besitzt, glücklich macht, und ihm dann nach längerem Befragen sagte: „Diese Blumen stellen die Tugenden dar, die dem Herrn am meisten gefallen. Die Rose bedeutet die Liebe, das Veilchen die Demut, die Sonnenblume den Gehorsam, der Enzian die Buße und Abtötung, die Ähren die häufige Kommunion; die Lilie ist das Symbol der Tugend, von der geschrieben steht: sie werden wie die Engel Gottes im Himmel sein - die Keuschheit. Und der Efeu oder die Immortellen (Immergrün) wollen besagen, dass alle diese Tugenden immer vorhanden sein müssen; sie bezeichnen die Beharrlichkeit.“

Der Herr fuhr fort über seine Mutter zu sprechen: „Und Ihre Tugenden sollst du Mir zum Opfer bringen und damit ist alles ersetzt, was du gefehlt hast. Siehe, das möchte ich allen Erdenpilgern gesagt haben und durch diese, Meine kleine Dienerin, sagen lassen, dass doch ja niemand verzagen soll auf Erden. Darum habe Ich euch Meine heilige Mutter hinterlassen, die alles tun wird für euch. Und ich sage dir: Große Verheißungen will Ich denen geben, die Meine Worte hören und sie mit gutwilligem Herzen aufnehmen. Es sollen jene Priester in ihren Gemeinden eine Wirksamkeit entfalten, die sie nie in Bangigkeit versetzen soll wegen dem Heil ihrer anvertrauten Kinder und Seelen. Ich meine jene Seelen, die noch im Schifflein Petri sind, die noch nicht ausgetreten und hinabgestürzt sind in die Fluten des Unglaubens, auch wenn sie nur noch auf dem äußersten Rand sitzen. Diese sollen gerettet werden durch die Wirksamkeit meiner Priester, und sie, die Meine heilige Mutter als solche verehren und anerkennen, sie sollen jenes Mitgift Ihr entgegenbringen, das Ich dir einmal an einem heiligen Dreikönigsfest angegeben habe. Dort habe Ich dir gesagt, Meine Tochter, sie sollen Ihr ihre Seele zum Opfer bringen, das heißt, ihre ganze Liebe.“

Dann: „Zweitens habe Ich dir gesagt, sie sollen ihren Leib zum Opfer bringen, das heißt, sie sollen nicht in sich aufkommen lassen, was dieser ihrer allerreinsten Braut missfallen könnte. Denn gleich wie Sie Ihr ganzes Sinnen und Streben nur darauf gerichtet hatte, Mir wohlzugefallen und nicht der Welt, und nichts für Sich in Anspruch nahm und Ihr Wandel ganz im Himmel gewesen ist schon hier auf Erden, so sollen auch sie es tun. Sie sollen Meiner Mutter ihr Herz zum Opfer bringen mit all seinen Neigungen, das heißt, alles, was diesem Herzen Widerwärtiges begegnen wird in diesem Leben, all die Leiden, all die Opfer, die an ihr Herz gestellt werden und herantreten. Denn das Leben des Priesters ist ein beständiges Opferleben, weil auch mein Leben ein beständiges Opferleben war und diese ihre Leiden und Opfer, die sie bringen müssen, die der Beruf mit sich bringt, Ihr Tag für Tag zum Opfer bringen und Ihr sagen:

Du meine königliche Braut, Du  Allerliebste  meines  Herzens, wenig ist es, was ich aus mir kann, alles was ich aber kann, das will ich Dir übergeben.. So nimm alles hin, was ich bin und habe, es gehört auch Dir. Darum komme und trete in die gleiche Herrschaft mit mir, herrsche Du über die Herzen mit mir, über die Herzen meiner Kinder, meiner Pfarrei, dieses Klosters, dieser Stiftung, dieser Diözese, der ich vorstehen muss. Sie sollen sehen, wie sie die Herzen gewinnen, mit welcher Liebe sie ihre ausgearteten Kinder aufsuchen und ihnen nachgehen werden. Ich verspreche ihnen, dass keines ihrer anvertrauten Schäflein zugrunde geht, auch wenn es vorkommen sollte, dass ein Schäflein sterbe ohne die heiligen Sterbesakramente, weil man sie nicht zur rechten Zeit gerufen, mit oder ohne Schuld, oder weil sie selbst nicht kommen konnten.

Jeder, der etwas Großes von Mir verlangt, muss etwas Großes Mir zum Opfer bringen: Seinen Willen, sein eigenes Herz, und sich fortwährend anbieten für die ihm angelegene Sache, und Ich werde sie gewähren, aber nur erst dann, wenn die rechte Zeit gekommen ist, wenn Meine Kinder reif sind einzusehen, dass Ich es getan!“

 

Er wird Seine Engel

aussenden ..

Evangelium (Matth. 24, 15-35)

>>In jener Zeit sprach Jesus zu Seinen Jüngern: «Wenn ihr am heiligen Ort den Greuel der Verwüstung seht (gemeint ist die Verwüstung des Tempels durch die Römer im Jahre 70; der göttliche Heiland spricht zuerst von der Zerstörung Jerusalems, nachher vom Weltgericht, das durch diese Zerstörung vorgebildet ist), der von dem Propheten Daniel vorausgesagt wurde (wer es liest, erwäge es wohl!), dann fliehe, wer in Judäa ist, auf die Berge; wer auf dem Dache ist, steige nicht herab, um etwas aus seinem Hause mitzunehmen; (weil die Eile drängt) und wer auf dem Felde ist, kehre nicht heim, um sein Oberkleid zu holen. Wehe aber den Müttern und ihren Kindlein in jenen Tagen! Betet, dass eure Flucht nicht in den Winter oder auf einen Sabbat falle (eine pharisäische Vorschrift verbot, am Sabbat weiter als 2000 Schritte zu gehen). Denn es wird alsdann eine so große Bedrängnis sein, wie sie von Anfang der Welt bis jetzt nicht war, auch fernerhin nicht mehr sein wird. Ja, würden diese Tage nicht abgekürzt, so würde kein Mensch gerettet werden; doch um der Auserwählten willen werden jene Tage abgekürzt werden. Wenn dann jemand zu euch sagt: Seht, hier ist Christus, oder dort, so glaubt es nicht. Denn es werden falsche Christus und falsche Propheten aufstehen und große Zeichen und [Schein-] Wunder wirken, so dass selbst die Auserwählten, wenn es möglich wäre, in Irrtum geführt würden. Seht, Ich habe es euch vorhergesagt. Wenn man also zu euch sagt: Seht, er ist in der Wüste, so geht nicht hinaus; seht, er ist in den Gemächern, so glaubt es nicht. Denn wie der Blitz vom Aufgang ausgeht und bis zum Niedergang leuchtet, ebenso wird es mit der Ankunft des Menschensohnes sein (plötzlich und allen sichtbar).

(Lk 17:37) «Wo ein Aas ist, da sammeln sich auch die Geier» (so sicher wie die Geier über Aas, so sicher kommt der Richter). Sogleich nach der Trübsal jener Tage wird die Sonne verfinstert werden, der Mond wird seinen Schein nicht mehr geben, die Sterne werden vom Himmel fallen und die Kräfte des Himmels werden erschüttert werden. Dann wird das Zeichen des Menschensohnes [das Kreuz] am Himmel erscheinen. Alle Geschlechter der Erde werden wehklagen. Und sie werden den Menschensohn kommen sehen in den Wolken des Himmels mit großer Macht und Herrlichkeit. Er wird Seine Engel aussenden mit lautem Posaunenschall, und sie werden Seine Auserwählten sammeln von den vier Winden, von einem Ende des Himmels bis zum andern. Vom Feigenbaum aber lernet das Gleichnis: Wenn seine Zweige saftig werden und die Blätter hervorsprossen, so wisst ihr, dass der Sommer nahe ist. Ebenso sollt ihr auch, wenn ihr all dies sehet, wissen, dass das Ende nahe vor der Türe steht. Wahrlich, Ich sage euch, dieses Geschlecht wird nicht vergehen, bis das alles geschieht. Himmel und Erde werden vergehen, aber Meine Worte werden nicht vergehen.»

 

Schlußbetrachtung:

 

Erinnerung:

Die letzte Weihnacht ..

Gerade Weihnachten, in ganz besonderer Weise das Fest der Kin­der, wird überschattet vom Kindermord, den König Herodes aus Furcht, seinen Thron zu verlieren, begangen hat. Der Evangelist Matthäus berichtet, dass Herodes alle Knäblein bis zu zwei Jahren in Betlehem und Umgebung umbringen ließ.­ In diesem schreckli­chen Vorgang sieht Matthäus das Prophetenwort des Jeremia er­füllt: „Ein Aufschrei war in Rama zu hören, lautes Weinen und Klagen: Rachel weinte um ihre Kinder und wollte sich nicht trösten lassen, denn sie sind dahin.“ Wo aber bleibt der Aufschrei angesichts des betlehemitischen Kindermordes in geradezu apokalyptischen Ausmaß, der bei weitem die Bluttat des Herodes übertrifft, nämlich der Abtrei­bungsseuche in unseren Tagen, die bereits Millionen von Kin­dern hinweggerafft hat und noch hinwegrafft.

Wo bleibt der Aufschrei?

Die Mutter Teresa, die große Heilige unserer Tage, hat bei der Übergabe des ihr zugesprochenen Friedennobelpreises in Oslo eine Rede gehalten, eine  Rede über den Frieden. Sie begann mit einem Gebet des hl. Franz von Assisi. Sie kam auf Dinge zu sprechen, die den Frieden brechen. „Nach meiner Überzeugung“, so führte sie aus, „ist heute der größte Zerstörer des Friedens die Abtreibung, denn sie ist ein direkter Krieg, ein direktes Töten, ein direkter Mord durch die Mutter selbst.“ Und wir lesen in der Schrift, dass Gott deutlich sagt: „Selbst wenn eine Mutter ihr Kind vergessen könnte, werde ich euch nicht vergessen; ich habe euch in meine Hand geschrieben.“ Wir sind in Seine Hand eingeschrieben, sind Ihm so nah; das ungeborene Kind ist in der Hand Gottes eingeschrieben.

Und das berührt am meisten, der Anfang dieses Satzes: selbst wenn eine Mutter ihr Kind vergessen könnte, etwas Unmögliches - aber selbst wenn sie vergessen könnte -  ich werde euch nicht vergessen. Aber heute ist das größte Übel, der größte Zerstörer die Abtreibung.“

Das Gesetz, das diesen Kindermord in apokalyptischen Ausmaß ermöglicht, ist nicht nur Verfassungsbruch, sondern eine ebenso deutliche Absage an den Gottesglauben. Es mag sein, dass eine An­zahl  nicht imstande ist, gewisse Gedankengänge zu durchschauen und zum Grundsätzlichen vorzustoßen, doch die Mehrzahl, besonders aber die geistigen Drahtzieher, die folgerichtig auf dieses Gesetz hinge­arbeitet haben, wissen darum. Was an Gründen für die Fristenlösung vorgebracht wurde, ist so dünn, dass man schon von Heuchelei sprechen muss. In Wirklichkeit weiß jeder halbwegs Gebildete, dass der dritte Monat keine Entwicklungsstation des Menschen ist und die Leibesfrucht vorher oder nachher nicht weniger oder mehr Mensch ist. Kein denkender Mensch kann die Heiligkeit des Men­schenlebens vom Wachstumsstadium abhängig machen.

Wer Lebenserfahrung hat, glaubt nicht, dass die Zahl der Abtreibungen abnimmt, wenn sie straffrei und mit weniger Risiken verbunden ist, warum sollte sie? Jemanden helfen, indem man den Schwächeren tötet, ist genau das Gegenteil von sozialer Gesinnung. Das alles wis­sen die kämpfenden Befürworter der Fristenlösung. Wenn sie sich trotzdem eingesetzt haben, dann glauben  sie nicht an die unsterb­liche Seele des Menschen, die seine Würde und Unantastbarkeit ausmacht. Wenn sie nicht an die Seele glauben, die nicht vom Stoff ableitbar ist, glauben sie auch nicht an Gott als ein persönliches Wesen, das „Du“ sagte, als Er den Menschen schuf. Wir haben es mit Atheisten zu tun, mit Neu-Heiden und Gottesleugnern, und  Sie verantworten sich nicht vor Gott und sehen im Menschen ein höher entwickeltes Tier, des­sen Ausrottung man verhindert, über das man aber verfügt nach Nützlichkeitsstandpunkten.

Es  gibt  für  viele, allzu viele  einen  verdächtigen  Grundsatz:  „Was nicht verboten ist, ist erlaubt“, wobei sie unter „verboten“ beileibe  nicht an Gott denken, sondern an das Strafgesetzbuch. Wenn dem nicht so wäre, hätte der Kampf um den gesetzlichen Schutz für die Ungeborenen gar nicht so engagiert sein müssen. Gesetz oder nicht, das hätte an der Gewissenshaltung nicht viel geändert. So aber werden primitive Menschen, deren Gewissen man mit Dro­hungen wach halten muss, sich kein Gewissen mehr aus der Ab­treibung machen (F. Gypkens).

Es müsste wieder in Erinnerung gerufen werden: Noch hat die ka­tholische Kirche die Exkommunikation auf  Abtreibung nicht (endgültig) auf­gehoben. Sie trifft alle, die positiv mitwirken oder dazu raten. Ob staatlich erlaubt oder nicht, man hätte dazu gewonnen, wenn man nicht abtreibt aus freier Entscheidung als unter Zwang. Jedes Volk hat seine Warner. Einer davon ist Dr. Siegfried Ernst gewesen, mitbeteiligt an der Ulmer Denkschrift 1964. In einem Gedicht: Wird Gott unsere Völker nun richten? schrieb er:

Wir sprachen von Seinen Geboten
und warnten vor Seinem Gericht,
Weil Blut von Millionen von Toten
Die Zukunft der Völker zerbricht!

Wie hat doch einst das israelitische Volk den Messias herbeige­sehnt und mit allen Fasern des Herzens erwartet. Diese Erwartung hat sich im Propheten Jesaia verdichtet und es ergreift uns heute noch, wenn wir singen: „Tautet, Himmel den Gerechten, Wolken, regnet ihn herab!“ rief das Volk in bangen Nächten, dem Gott die Verheißung gab, einst den Mittler selbst zu sehen und zum Himmel einzugehen; denn verschlossen war das Tor, bis ein Heiland trat hervor.

Und an Weihnachten ist Er gekommen, nicht, wie etwa erwartet, in großem Gepränge, sondern als ein Kind, in Windeln, in einem Stall, da in ganz Bethlehem kein Platz gewesen war, geboren von der Jungfrau Maria. Wir sind mit der Tatsache vertraut, dass Israel seine Propheten reichlich primitiv interpretierte und ein Messiasbild zu entdecken glaubte, dass allen verdrängten politischen und wirtschaftlichen Wünschen wieder Auftrieb gab. Sie redeten sich ein, den Propheten zu glauben und umfassten in Wirklichkeit mit glühendem Glauben das Wunschbild ihrer reichlich irdischen Phantasie. Die Selbsttäuschung der geistigen Elite und die Manipulation des Volkes in der entsprechenden Richtung war so stark, dass Christi Predigt und Wunder bei den meisten nichts ausrichteten. Sie er­kannten ihn nicht.

Aber wird der Herr, wenn Er wiederkommt, bei uns (noch) Glauben finden?

Wir sind in der gleichen Gefahr und viele sind dieser Gefahr schon mehr oder minder erlegen. Wenn die ganze Kirche nicht in Selbsttäuschung untergeht, dann wahrhaftig nicht wegen der überlegenen Qualität des neutestamtlichen Gottesvolkes gegenüber dem alttestamentlichen, sondern einzig und allein wegen der hel­fenden Gnade des Herrn (P. Gypkens). Kaum ist Christus geboren, wird Er schon verfolgt und muss nach Ägypten fliehen. Schon hier beginnt, sich abzuzeichnen, dass die Verfolgung die Normalexistenz des Christen ist. Im Wohlstand sind die Christen opferscheu und risikofeindlich geworden: Aszese gilt als Zumutung, die alten Gebote als Überforderung. Die Kirche muss sich anpassen in Sex und Ehemoral, Nachteile in Kauf zu nehmen ist unzumutbar. Aber die Kirche kann hier nicht mitmachen, die Bereitschaft zum Martyrium gehört zu ihrem Wesen.

Wie sehr die Kirche unter dem Gesetz der Verfolgung steht, hat treffend P. Linus Bopp beschrieben (Unsere Seelsorge in geschicht­licher Sendung, Freiburg 1952): Er erinnert daran, dass es auch fei­nere Methoden der Verfolgung gibt als nur die blutigen. Sie sind umso gefährlicher, je versteckter sie erfolgen: die Welt mit ihren Grundsätzen, ihre antichristliche Gesetzgebung, die Autorität, die sie sich beilegt, ihre Waffe in Form anstößiger Dinge, in ihren Spöt­tereien, ihr Aufstand gegen Moral und Elternrecht. Pascal redet da­von, dass der Todeskampf Christi vom Ölberg bis zum Jüngsten Tag dauern werde, eben in den Gliedern seines mystischen Leibes.

Bossuet (+1704) fügt hinzu: „Wann hat die Kirche Christen wür­dig dieses Namens gesehen? Das war damals, als sie verfolgt wurde, als sie an allen Pfosten furchtbare Strafbestimmungen gegen ihre Kinder las und als sie dieselben an allen Galgen und auf allen öf­fentlichen Plätzen zur Ehre des Evangeliums geopfert sah. Sie hatte noch nicht das Geheimnis gelernt, sich der Welt anzupassen, sie betrachtete nur den Himmel, dem sie ihre Treue durch eine lange Geduld bewies.“ Bossuet weist dann daraufhin, dass wir die Fremd­verfolgung vermeiden durch freiwillige Selbstverfolgung in Gestalt der Buße: „Sich selbst entgegentreten, fürchten, was uns anlockt, vergeben, was uns erzürnt, oft zurückweisen, was uns irdisch för­dert und uns selbst dem Anwachsen unserer Glücksgüter entgegen­stellen.“ Zum Glück gibt es die Möglichkeit stellvertretender Sühne. Es müssen eifrige Glieder durch eine Mehrleistung das ergänzen, was die säumigen und gleichgültigen an Bußleistung verweigern. An der hl. Theresia von Lisieux zeigt sich wie notwendig die beschaulichen und büßenden Orden für die Kirche, ja für die Mission sind.

Wie jeder Stand und Beruf beitragen kann, sieht man an Barbara Weigand (1845-1943). Wie viele Opfer hat sie gebracht für den Eu­charistischen Liebesbund gegen alle Lauheiten, damit die Kirche wieder auf den Leuchter gestellt werde, von wo aus alle Völker der Erde sie sehen können. So sehr habe der Unglaube und die Genuß­sucht die Herzen verfinstert, „so dass man“, wie ihr der Herr sagte, „freilich nichts als Schande sieht an denen, die noch an Mich glau­ben. Diese möchte man mit allen Arten von Beschimpfungen überhäufen, ihnen alles anhängen, was schlimm ist, und die Sünden, die wirklich begangen werden von der Masse, will man als Tu­genden erklären und hinstellen. Die Hauptsache ist, dass nichts euch abbringen kann, Gott zu gefallen.“

Dies ist das Geheimnis der Heiligen Nacht, Frieden zu bringen al­len, die guten Willens sind. Der gute Wille aber zeigt sich in der Unterwerfung unter den Willen Gottes, wie bei Jesus alles Gehor­sam war von der Krippe bis zum Kreuz.

Von ganzen Herzen wünsche ich Ihnen allen den Frieden, den die Welt nicht geben kann, und ich bedanke mich von ganzem Herzen für alles Gute und für alle Gebete, deren Wirkung ich erfahren durfte, für das Apostolat des Eucharistischen Liebesbundes, der Offenbarungen an Barbara Weigand und der Tabernakel-Ehrenwache.

Es grüßt Sie in dankbarer Gesinnung und –
aus Freude an der Wahrheit
Gottbefohlen - in den vereinigten Herzen Jesu und Mariä

Gesegnete Zeit, im Gebet verbunden
in den vereinigtem Herzen Jesu und Mariä -

Ihr Wolfgang E. Bastian


 


Altabt
Dr. Thomas Niggl OSB
10. Dez. 2011 in Ettal

Im Gedenken:

H. H. Altabt
Dr. Thomas Niggl+ OSB., Ettal gewidmet.

Er war fürwahr ein wahrer Freund und Förderer der Schippacher Angelegenheit. Über 20 Jahre war er auch mir Berater, Beförderer und Rückhalt im Sturm der Anfeindungen und Verleumdungen gegen die Schippacher Sache und alle, die sich damit befassen und ihrer Verbreitung dienen. Wir verdanken ihm unendlich viel Mühen und Einsatz, Schutz und Segen. 1998 bestellte er mich zum GF-Sekretär des „Eucharistischen Liebesbundes des göttlichen Herzens Jesu“. Ich übe dieses Amt immer noch mit Herz und steter Arbeit aus, - alles zur größeren Ehre und Lobpreis Gottes und zur Hochschätzung der Gottesmutter MARIA.

Erinnern wir in großer Dankbarkeit und in betender Gesinnung. So konnten wir es in der katholischen Presse lesen:

Ettal - Im Alter von 89 Jahren ist in der Nacht zum Sonntag (2011) Altabt Dr. Thomas Niggl, ein gebürtiger Murnauer, im Kloster Ettal gestorben. Die tiefe Marienverehrung, die auch in seinem Wahlspruch „Per Mariam ad Jesum“ („Durch Maria zu Jesus“) zum Ausdruck kam, sowie sein großes Anliegen um die Botschaft von Fatima, des bekannten Marien-Wallfahrtsortes in Portugal, prägten zeitlebens Denken und Handeln von Altabt Dr. Thomas Niggl. Daraus schöpfte er selbst in seinen letzten Lebensjahren - Weihnachten 2008 erkrankte er schwer - Kraft und Hoffnung. In der Nacht zum Sonntag verstarb der Benediktinermönch 89-jährig im Kloster Ettal. Niggl leitete als dritter Abt nach der Wiedergründung die Abtei Weltenburg bei Kelheim von 1976 bis 1995, ehe er wieder in sein Heimatkloster Ettal zurückkehrte.

Der Verstorbene erblickte am 22. April 1922 als erstes Kind der Eheleute Georg und Maria Niggl in Murnau das Licht der Welt. Gerne  hätte  sein  Vater  gewollt,  dass  Thomas  mal  die Hammerschmiede von ihm übernimmt, doch offenbar übte das Angebot des damaligen Pfarrers Martin Lohr, in das Scholastikat der Abtei Ettal und das dortige Gymnasium einzutreten, eine größere Anziehungskraft auf den jungen Mann aus. Dann jedoch brach der Zweite Weltkrieg aus. Als Schüler der 7. Klasse kam Niggl zunächst als Funker nach München und wurde dann Ende Dezember 1941 nach Russland abgestellt. Drei Jahre später, im Herbst, erlitt der damals 22-Jährige eine schwere Verwundung durch einen Kieferdurchschuss. In diesen schlimmen Kriegserfahrungen suchte der junge Soldat Halt und Trost in der Botschaft von Fatima - ihr verschrieb er sich fortan sein ganzes weiteres Leben.

Kaum aus amerikanischer Kriegsgefangenschaft entlassen (Juli 1945), trat Thomas Niggl noch im September des gleichen Jahres in die Benediktinerabtei Ettal ein. 1946 legte er die einfache Profess ab, studierte anschließend in Eichstätt Theologie und Philosophie und wurde schließlich 1950 von Kardinal Faulhaber zum Priester geweiht. Am 9. Juli 1950 zelebrierte der Neugeweihte in der Murnauer Pfarrkirche St. Nikolaus seine Primizmesse. Zunächst wirkte er als Präfekt und Lehrer in der Abtei Scheyern, ehe er nochmals in München das Studium aufnahm. Nach einer zweijährigen Referendarszeit kehrte Niggl zu seiner alten Schule nach Ettal zurück, wo er von 1957 bis 1973 als Lehrer für Latein, Griechisch und Geschichte am Gymnasium wirkte. 1961 zum Abt der Abtei Schäftlarn gewählt, musste der Mönch dann jedoch ablehnen, denn noch im selben Jahr wurde er zum Prior von Ettal ernannt. Dann ereilte ihn der Ruf der Abtei Weltenburg, deren Prior-Administrator der Murnauer 1973 wurde und noch einmal drei Jahre später wählten ihn seine Mitbrüder dort zum Abt. Dieses Amt übte Niggl bis zum 2. Oktober 1995 aus. Konsequent prägte er das Kloster am Donaudurchbruch als Marien-Gebetsstätte. Keinen Erfolg hatte eine seiner letzten Initiativen als Abt für ein neues Mariendogma. Darin sollte die Mutter Gottes als „Miterlöserin“ definiert werden. Das Vorhaben war auf theologische Kritik gestoßen.

Nach seiner Resignation als Abt erwählte der Benediktiner sein Heimatkloster Ettal zum Altersruhesitz. R.I.P. Reaktion: WB 2016

 


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Jesus zu Barbara Weigand am 12. Januar 1919
Nicht eher wird der volle Friede einziehen, bis auf der Kuppel der Sakramentskirche die goldene Monstranz erglänzt ...
Die Sakramentskirche muss gebaut werden.

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In der Nachfolge des Kreuzes
Wo bleibe ICH nun, euer HERR und GOTT?
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