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Der Geist des Eucharistischen Liebesbundes

Der Liebesbund ist eine Vereinigung jener Gläubigen, welche einen lebendigen Glauben an die wirkliche und wesenhafte Gegenwart des hochgebenedeiten Gottessohnes Jesus Christus im Allerheiligsten Sakramente des Altares pflegen wollen. Um diesen Glauben zu erhalten und zu stärken, hat Papst Pius X. die öftere heilige Kommunion eingeführt. Durch den lebendigen Glauben nämlich an Jesus, den Erlöser der Menschen, welcher mitten unter Seinem auserwählten Volke (in der einen wahren, heiligen römisch-katholischen und apostolischen Kirche) im Allerheiligsten Sakrament lebt, soll die Welt zu Gott wieder zurückgeführt werden, von dem sie durch den Unglauben, die größte und gefährlichste Verirrung der Jetztzeit, abgefallen ist.

Die öftere heilige Kommunion ist das große Rettungsmittel unserer Zeit.

Durch die heilige Kommunion will der liebe Heiland die Herzen der Menschen mit Seinem göttlichen Herzen, aber auch die Christenherzen durch dasselbe Band göttlicher Liebe untereinander zu einem großen und heiligen Liebesbund vereinen. Jesus in der heiligen Hostie ist der Mittelpunkt des katholischen Lebens; das Band ist die heilige Kommunion; die Quelle der Gnaden ist der Tabernakel. Aus ihm sollen sich ergießen die Ströme der Gnaden über die ganze Welt. Glückselig diejenigen, die Seine Worte hören und glauben; sie sollen hier auf Erden schon kosten, wie süß der Herr ist. Friede und heilige Freude sollen alle genießen, die sich beteiligen an diesem einen Liebesbund. Der Empfang des Leibes und Blutes Jesu Christi wird Herz und Gemüt mit besonderem Segen erfüllen. Dieser statutenmäßig verlangte Liebesbund ist also nur der Form nach neu, die Sache selber ist so alt wie das Christentum. Er soll (seinem Zwecke nach) das katholische Bewußtsein der Zusammengehörigkeit neu beleben, befestigen und vervollkommnen, nicht gründen. Wenn nun dieser Liebesbund, der in den Weigandschen Schriften auch mit einem Baum verglichen wird, etwas Gutes ist und von Gott kommt, dann ist auch dessen Same, nämlich die Schriften, ein guter Same. Der Erzbischof von Salerno starb als Mitglied dieses Liebesbundes. Seine Empfehlung lautet: Wir bestätigen und segnen von ganzem Herzen den frommen eucharistischen Liebesbund und empfehlen seine weiteste Verbreitung.

Wir gewähren einen Ablaß von 100 Tagen jedem, der den Weiheakt oder die Aufopferung am Morgen und Abend verrichtet.“

Salerno, 16. Mai 1914 + Valerio Erzbischof.