Barbara Weigand
 Schippacher Jungfrau und Seherin
   St. Antonius-Kirche wo Barbara Weigand fast immer die Tabernakel-Ehrenwache abhielt.
  

Tabernakel-Ehrenwache

Eucharistischer Liebesbund

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 MITTEILUNGSBLATT 2/2016
 

 Eucharistischer Liebesbund 

 

 Die Wahrheit über Barbara Weigand von Schippach
 
und ihr Eucharistisches Zentrum 

MEINE LIEBEN LESER !

Das Leben und Wirken der Barbara Weigand ist eng verbunden mit der heiligen Eucharistie, mit der Verehrung des Allerheiligsten Altarsakramentes und mit einem kindlichen Vertrauen zum Eucharistischen Heiland, dem sie sich in ganz besonderer Weise hingezogen fühlt: zum alles beglückenden  Eucharistischen  König Jesus Christus! Um ihre kindliche und uneingeschränkte, zudem noch jungfräuliche Ganzhingabe zu Gott begreifen zu können, muß man wissen, unter welchen Zeitumständen und in welcher Rolle der katholischen Kirche Barbara Weigand aufgewachsen ist. Auch - wie sie den katholischen Glauben als Lebensauftrag verstand und auch: Wie nah man wirklich an den Eucharistischen König, den Kreuzesmann Jesus Christus herankommen kann.

Sein Testament und Erlösungsgnade - durch Sein bitteres Leiden und Sterben alle Menschen zur Auferstehung führen zu wollen und alle Zeit, bis ans Ende der Zeiten, im Tabernakel unter uns gegenwärtig sein zu wollen, was Er uns am gründonnerstaglichen Abendmahl versprochen hat - zu verstehen und in ihm zugleich auch unser eigens Heilsangebot entdecken zu sollen, das war Barbara Weigand das wichtigste in ihrem langen Leben. Nur Ihm allein will sie gehören, als Jungfrau und eucharistische Kreuzträgerin; mit Ihm ans Kreuz der Liebe geschlagen zu werden, ist ihr Sinn. Sie hält Seine Zusage für ein auch für sie bestimmte Zusage, das sie sehnlichst erwartet, weil der Herr auch für sie diesen Lösepreis bei Gott, Seinem Vater bezahlt hat. Wir erinnern uns der Bibelworte: „Dieser ist gesetzt zu einem Zeichen, dem widersprochen wird“ (Lk 2,34).

Im Einband des Buches von Ferdinand Holböck über das „Allerheiligste und die Heiligen“ steht u.a.: Was von Jesus gilt, das gilt auch von seinem Testament, seinem großen Vermächtnis, der heiligen Eucharistie, die er ja selber ist. Als er das „lebendige Brot, das vom Himmel kommt“ ankündigte, murrten die Juden und der Riss ging hinein bis weit in die Reihen der Jünger. Auch im Laufe der Kirchengeschichte ist das Altarsakrament immer wieder zu einem Zeichen des Widerspruchs und der Spaltung geworden. Heute kursieren wiederum Thesen, die auf eine Bezweiflung oder gar Leugnung der Realpräsenz in den gewandelten demütigen Gestalten von Brot und Wein in die wesenhaften Gestalten von Leib und Blut unseres Herrn Jesus Christus hinauslaufen. Großen Teilen des Priestertums im deutschsprachigen Raum, aber auch anderswo, und zudem immer mehr Bischöfen, mangelt es an einer unverbrüchlichen und überzeugenden Treue zum Eucharistischen Herrn und Gott, zur Eindeutigkeit und Gehorsam zum Pontifex, welcher der Stellvertreter Jesus Christus auf Erden sein soll.

Durch ihre Verhaltensweisen erschüttern diese vielen Priester und auch Bischöfe und hohen Kleriker die vom Himmel gewünschte Rolle der einen wahren heiligen römisch-katholischen und apostolischen Kirche im Vermächtnis des Sohnes Gottes, dessen Er uns vor zweitausend Jahren gewürdigt hat. Wer zweifelt, der gehe zurück zur Quelle. Die Heilige Schrift ist die Quelle unseres Glaubens. Und da ist auch noch die Tradition! Aber – wenn die Quelle versandet, weil irregeführte Priester nicht mehr den Heiligen Geist erbitten, statt dessen selbst trostlos und ungereimt daherreden, dann trocknet das Bachbett des Glaubens aus. Und es kommt noch hinzu: Es gefällt immer mehr Priestern, sich ihrer Predigtpflicht zu entbinde statt dessen Laien damit zu beauftragen. Welch ein Jammer! Welch ein Realitätsverlust schlechthin! Dass der unendliche, allmächtige Gott, Schöpfer Himmels und der Erde in der konsekrierten kleinen Hostie wahrhaft, wirklich und wesentlich gegenwärtig ist, das ist die Realität unseres Glaubens, unverrückbar und unbestreitbar! Glaubenswahrheiten nennt die Kirche solchen Tatbestand. Darauf bau unsere ganze katholische Kirche, das Erlösungswerk Jesu Christi.

Wir wissen unbestreitbar und die echt katholische Lehrweisheit: Das Allerheiligste Altarsakrament im Tabernakel ist die absolute Mitte der Kirche. Das Allerheiligste, das der Kirche von Christus anvertraut ist, ist die heilige Eucharistie, „aus der die Kirche immerfort lebt und wächst“; sie ist nach Ferdinand Holböck Quelle und Höhepunkt des ganzen christlichen Lebens. Sie ist „Mitte und Höhepunkt des gesamten Lebens der christlichen Gemeinde“, denn „die Heilige Eucharistie enthält das Heilsgut der Kirche in seiner ganzen Fülle, Christus selbst“. Diese und ähnliche Aussagen über die Heilige Eucharistie, ihr Wesen, ihre Würde, ihre Bedeutung gibt es in den Dokumenten des II. Vatikanischen Konzils in beachtlicher wie wohl auch in Klarheit und Eindringlichkeit.

„Ein Leben ohne jede Aufdringlichkeit, einfach von der Wiege bis zum Grabe, - bedeutungslos in der Schau der Welt, aber von Gott ausgesucht und dazu bestimmt, Verkünderin Seiner Liebesbotschaften zu sein, reich gefüllt an Belehrungen und Ermahnungen, Zuwendungen und Menschennähe. Es war ein Leben, gelebt ganz nach Gottes Willen, es war ein heiligmäßiges Leben. Wer immer es mit katholischen Augen betrachtet, ist überrascht ob der Fülle an religiösen und sittlichen Werten, welche dieses Leben eines ungebildeten Mädchens vom Lande in sich birgt. Ob wir die tiefinnerliche Glaubenshaltung dieser Jungfrau, ihre innige Gottes- und Nächstenliebe, ihren Gebets- und Bußgeist, ihre unerschütterliche Zuversicht und ihren unbeugsamen Vorsehungsglauben, ob wir ihre Überzeugungskraft und Willensstärke, ob wir ihre tiefe Demut und Uneigennützigkeit oder ihre Liebe zum Leiden betrachten: Barbara Weigand offenbart nach allen Seiten eine Seelengröße, die Priestern und Laien, Gelehrten und Ungelehrten, Männern der Wissenschaft und Trägern der Mitra Achtung und Bewunderung abnötigt. An diesem ihrem Frömmigkeitsstreben war alles echt.“

So schreiben die, die über sie nachgedacht und ihr Leben gewürdigt haben und selbst dabei und dadurch ihre Nachfolge angetreten haben in der Erkennung und Bewertung ihres so reichen und umfassenden geistigen Nachlasses. Und sie beschreiben ihre Gedanken und Erkenntnisse so:

„Die Schippacher Jungfrau ist weit über sich selbst hinausgewachsen und durch Wort und Tat für die Entwicklung des kirchlichen Lebens weiter Kreise bahnbrechend geworden. Wie sie in ihrem persönlichen Verlangen nach der Oftkommunion das katholische Frömmigkeitsideal schon zu einer Zeit an sich verkörperte, als dieses Ideal für die meisten noch unter der Frostdecke des jansenistischen Rigorismus verschüttet lag, so ist sie in ihrer Forderung nach der allgemeinen Einführung der häufigen Kommunion der Weisheit der Theologen um ein volles Menschenalter vorausgeeilt.

Und wie sich ihr eucharistisches Apostolat voll und ganz erfüllte, so tragen ihre Propheten- und Predigerrufe, niedergelegt in den Forderungen des Eucharistischen Liebesbundes, ebenfalls ein wahrhaft zeitnahes Gepräge. Daß ihre Mahnrufe, als sie diese erstmals an die Priester ihrer Umgebung in Mainz und dann seit dem Jahre 1901 an alle Bischöfe des deutschen Sprachgebietes richtete, auf unfruchtbaren Boden fielen, spricht nicht gegen ihre Richtigkeit, sondern eher für die falsche Einschätzung des damaligen religiösen Lebens durch maßgebende kirchliche Kreise. Auf diese Religiosität treffen buchstäblich die Worte zu, mit denen sich der gegenwärtige Heilige Vater Papst Pius XII. ‚gegen jenen satten Geist wendet, den man als bürgerlich bezeichnet’, eine Charakteristik, die P. Chrysostomus Schulte schon zwanzig Jahre vorher in dem Wort zusammengefaßt hatte: ‚Unsere Religion ist bürgerlich geworden. Sie ist gesättigt, behaglich, ohne Fragen, sie verbittet sich jede Störung. Der Mechanik des Sonntags entspricht die Gottlosigkeit des Alltags. Der Beamte herrscht und der Prophet wird zum Narren erklärt’. Gegen diese übertünchte Religiosität erhob die Seherin von Schippach ein Menschenalter lang ihre Stimme - um dafür ‚zum Narren erklärt’ zu werden. Aber hat ihr die verdammen, ist unklug und unchristlich. Die Zeiten sind zu ernst, die Prüfungen, die über uns hereingebrochen sind, zu schwer, als daß wir katholische Christen uns noch das Vergnügen leisten könnten, auf die besten unserer Brüder und Schwestern Steine zu werfen. Mögen diejenigen, die das Lebensbild der Siebzigjährigen einstmals so sehr verzeichnet haben, den Platz in der Bewertung ihres Wollens und Tuns nunmehr an jene abtreten, welche dieses fromme Leben in christlicher Pietät verstehen wollen! „Einseitige Vernünftigkeit hat auch in der Kirche öfter zur Verkalkung ihrer wertvollsten Lebensadern geführt.., während die Mystiker des Katholizismus darauf hingewirkt haben, sie zu genialisieren. Es ist Zeit, auf diesen Lebensstrom zurückzuweisen. Die Leichenfarbe muß weichen, auf daß dem Antlitz der Kirche wieder die Wangenröte vollblütiger Gottesfreundschaft zuteil werde“, so lese ich in einem Buche des Rembrandtdeutschen. Wehe, wenn Deutschland seine Stunde abermals verpaßte!“

Jesus sagt: „Ich bin das lebendige Brot, das vom Himmel herabgekommen ist“, wer von diesem Brot isst, wird in Ewigkeit leben. Das Brot aber, das Ich geben werde, ist Mein Fleisch für das Leben der Welt ... Wenn ihr das Fleisch des Menschensohnes nicht esset und sein Blut nicht trinket, habt ihr das Leben nicht in euch. Wer Mein Fleisch isst und Mein Blut trinkt, hat ewiges Leben und Ich werde ihn auferwecken am Jüngsten Tag. Denn Mein Fleisch ist eine wahre Speise und Mein Blut ist ein wahrer Trank.“ (Joh 6,51-55)

Wir verehren in unserer Kirche unbeschreiblich viele Heiligen, die sich in ganz besonderer  Weise der Heiligen Eucharistie verschrieben hatten und dafür ihren Blutszoll in der Nachfolge Jesus Christus als Martyrer zum Opfergebracht haben.

Denken wir nur beispielsweise an den Hl. Tarsicius (+ 257), Schutzpatron der Ministranten, der Kleriker, der Jungschar der katholischen Jugend, der die konsekrierten Gestalten unter seinem Rock verborgen zur Versehung bringen wollte, und sie gegen einen Straßenpöbel, der ihm diese heilige Gabe entreißen wollte, zu verteidigen suchte, dabei aber sein Leben lies.

Diesem Heiligen kommt in der heutigen Zeit wegen ihres großen Mangels an Glauben an die Realpräsenz Christi in der Heiligen Eucharistie allergrößte Bedeutung zu, weil die Ehrfurcht vor diesem „Geheimnis des Glaubens“ durch die in den deutschsprachigen Ländern erlaubte Handkommunion oft sehr in Frage gestellt wird. Der Trend vieler irregeführten und glaubensabtrünnigen Hirten und Priester geht eindeutig hin zu einem „Gemeinschaftsmahl nach protestantischem Muster“. Einer solchen Entwicklung muß Einhalt geboten werden. Entdecken wir für uns alle ein sehr wirksames Mittel dagegen: Bekenntnis und die macht des Gebetes. Der Rosenkranz ist ein solches machtvolles Mittel!

Wir aber wollen katholisch bleiben, so wie Barbara Weigand von Schippach und mit ihr Millionen und Abermillionen Christen vor uns!

Wir machen uns mitschuldig, wenn wir uns nicht deutlich bekennen und unserem König die Ehre und die Verehrung zuteil werden lassen, die Ihm allein gebührt! Sind wir uns denn nicht mehr bewusst der unaussprechlichen Erhabenheit unseres Gottes? Seiner grenzenlosen Allmacht und auch Seines göttlichen Zornes? Wir müssen uns immer wieder ins Gedächtnis rücken, daß sich an dem verpflichtenden Glauben an die auf dem Konzil von Trient über die Heilige Eucharistie definierten Dogmen in unserem Jahrhundert nichts, aber auch gar nichts geändert hat. Daran haben alle danach gefolgten Päpste ausdrücklich festgehalten und sie zum teil noch ausgeweitet und bestärkt. Ein unumstößlicher Glaubensgrundsatz ist:

„Die Gegenwart des Eucharistischen Herrn und Königs bleibt nach abgeschlossener Opferfeier im heiligsten Sakrament, das im Tabernakelaufbewahrt wird und gleichsam die lebendige Herzmitte unserer Kirche bildet, fortbestehen.“ 

Darum ist es unsere heilige Pflicht, das fleischgewordene ewige Wort, das unsere Augen nicht erblicken können und das, ohne den Himmel zu verlassen, unter uns gegenwärtig geworden ist, in der heiligen Hostie, die unsere Augen schauen können, zu verehren und anzubeten. So hat es Papst Paul VI. als Ausfluss des Konzils von Trient in seinem „Credo des Gottesvolkes“ festzuhaltenden eucharistischen Glaubenswahrheit in Erinnerung gerufen und allen Gliederungen der heiligen römisch- katholischen und apostolischen Kirche verpflichtend vorgestellt, daran zu glauben.

An dieser Stelle möchte ich den Erzbischof Dr. Georg Eder von Salzburg aus seinem Hirtenbrief ut unum sint vom November 2000 zitieren, in dem er in bedrückender Offenheit die Situation der katholischen Kirche von heute in einigen Schlaglichtern beschreibt. Er fasst seinen Hirtenbrief in etwa mit den Worten zusammen:

„Wenn aber die Situation so ist - und ich könnte noch vieles zur Bebilderung beitragen, dann weist dies auf ein langjähriges Versagen der Hirten hin. Wir, die vom Herrn bestellten Wächter haben unsere Pflicht schlecht erfüllt, wir sind säumig geworden. Wir Bischöfe haben uns viel zu wenig um die Herde gekümmert, wir haben die reißenden Wölfe eindringen lassen.

An den katholischen Fakultäten der Universitäten lehrten jahrzehntelang Professoren, die das katholische Dogma der Eucharistie - und andere katholischen Wahrheiten - paralysierten. Im Religionsunterricht wurden und werden die eucharistischen Wahrheiten mit schweren Defiziten weitergegeben. Ja, die Hirten sind schuldig geworden, das Salz ist schal geworden, es wird bald zertreten werden!“

Dieser einhelligen Erkenntnis und öffentlichem Bekenntnis ist nichts, aber auch gar nichts mehr hinzuzufügen! Es spricht Bände und steht erst am Anfang aller Wahrheiten! Wir haben keine Krise der Laien, sondern wir haben eine schwere, vielleicht die schwerste Krise der Priester und Bischöfe und des Hochklerus. Der Weg der Barbara Weigand war stets ein Weg der Eucharistischen Liebe und des Eucharistischen Kreuzweges; der andachtsvollen und demütigen Hingabe an Gott, dem Herrn und Weltenrichter! Sie nachzuahmen, mit Festigkeit im Glauben, mit der Fülle der Hoffnung im gekreuzigten Herrn und in der Liebe des Eucharistischen Königs, das ist unser Ziel und Begehren.

Der Weg in den Himmel ist ein Weg des Kreuzes; Leiden und Entsagung sind die Wegmarken; nicht die ausgetretenen Pfade führen dorthin, sondern der dornenreiche Weg. Aber einen solchen Weg zu gehen, ihn zu beschreiten mit all seinen Schmerzen - das lohnt sich ganz gewiss!

Als man die Leiche der Jungfrau Barbara am zehnten Tage nach ihrem Tode in ein anderes Grab bettete, waren, wie Dekan Roth berichtet, die Lippen der Verstorbenen „hochrot und frisch wie bei einem ganz gesunden, jungen, kraftvollen Menschen“. Alle Beobachter - ihre mit authentischen Unterschriften bestätigten Aussagen liegen vor - waren ob dieser eigenartigen Erscheinung zutiefst überrascht. Hat vielleicht jenes Mädchen von Schippach die Erklärung dieser auffallenden Tatsache gefunden, als es dazu meinte:
„Die Tante hat so oft den Rosenkranz gebetet und so oft die heilige
Kommunion empfangen, das hat Gott belohnt“? Wir wissen nicht, ob dem so ist. Aber was der greise Dekan Roth, der unmittelbare Nachbar der Jungfrau, nach dem Heimgang der Gottesfreundin dem Verfasser schrieb, wird bei allen Kennern dieses merkwürdigen Lebens ungeteilte Zustimmung finden:
„Die kommende Zeit tritt als ruhig denkende und gerechte Richterin auf.
Jetzt ist das Leben abgeschlossen - tugendhaft und heilig, und die Richterin
„Geschichte“ wird ruhig und sachlich ihre Schlüsse ziehen und das Resultat unter dem Schlußstrich wird ein gerechtes und günstiges sein. Der Eucharistische König wird schon dafür sorgen - zu Seiner Zeit und auf Seine Weise.“

Barbara Weigand von Schippach wurde bekanntlich am 15. Dezember 1845 in Schippach geboren und verstarb daselbst am 20. März 1943. Sie wollte, ja sie sollte eine Kirche in Schippach bauen, so verlangte es ihr Herr und Meister Jesus Christus. Zudem sollte sie einen Damm bilden gegen den herrschenden Un- und Irrglauben in der Welt. Und zudem sollte sie auch alle Botschaften, die ihr vom Herrn und Seiner heiligen Mutter in fast einem dreiviertel Jahrhundert offenbart wurden, unter das gläubige Volk bringen. Sie verkehrte deshalb mit Bischöfen und Priestern auf der ganzen Welt, vornehmlich in ihren beiden Wirkungsbereichen Mainz und Schippach. Es ist doch merkwürdig,

  • daß dieser Kirchenbau in einer noch nie dagewesenen Weise bis heute angefochten wird und unvollendet geblieben ist;

  • daß der Gebetsbund des Eucharistischen Liebesbundes nach dem Willen des Herrn schon damals, also um 1916, gegründet, von der Kirche mit viel Lob und Beistand als Gebetsbund genehmigt und dem gläubigen Volk angetragen wurde, dann aber bis heute in den meisten deutschen Bistümern verboten ist;

  • die Offenbarungen an Barbara Weigand, die inzwischen in großer Anzahl in sieben stattlichen Bänden verbreitet wurden, bei den meisten deutschen Bischöfen nicht angenommen wurden, statt dessen die Gegner der Sendung Barbara Weigands seit damals, also etwa ab 1916, darüber vieles an Unwahrheit und Hetze, Lästerungen und üble Verleumdungen verbreiten durften, ohne wurden.

  • ein zügiger Fortgang des Seligsprechungsverfahrens für Barbara Weigand, das seit dem 25. April 1978 beim Würzburger Bischof † Dr. Josef Stangl offiziell anhängig ist, jedoch dann wieder unter Verschluß genommen wurde.

Es ist zugleich die göttliche Antwort auf das anhaltende und fortschreitende Unheil und Anschläge der Feinde der Kirche gegen unser Heiligtum, das von abgeirrten und gottesfernen Theologen und blindgewordenen Christen angezettelt, begünstigt und in falschem Glauben angestiftet wird. Inmitten dieser noch zu verwirklichen Weltkirche wird dann der heilige Tabernakel in Schippach, dem künftigen Zentrum der heiligen Eucharistie, über alle Lande hinaus leuchten und die Muttergottes wird dann unzählig viele gläubige Katholiken nach Schippach holen, und diese Kirche, die dann dort stehen wird, wird sich in der Weise erfüllen, wie es uns von der Schippacher Jungfrau Wort für Wort auferlegt ist, im Namen und in ausdrücklichem Willen Gottes. Und alle werden auf den Tabernakel schauen, in dem unser Eucharistischer Herr und Heiland Jesu Christi als kleine Hostie unter uns verweilen, so lange die Vorherbestimmten in der streitenden Kirche leben, wird Er unter den Gestalten von Brot und Wein bei ihnen bleiben zum sichersten Unterpfand ihrer ewigen Seligkeit. Danach wird Er ihnen ihr Erbe die ewige Seligkeit mitteilen, damit sie mit Ihm dieselbe genießen im Himmel, wo ihr Besitz ewig und ihre Freude unvergänglich sein wird. -

Wir beklagen zu recht: Der heilige Tabernakel, Sitz der göttlichen Macht und Herrlichkeit, wird nicht mehr ausreichend beachtet und gewürdigt. Ja, man ist überhaupt nicht mehr bereit, noch sein Knie vor dem Thron Gottes auf Erden zu beugen. Der Tabernakel gehört jedoch ins Zentrum der heiligen Eucharistie. Das hat auch der inzwischen von Gott heimberufene und im Rufe der Heiligkeit verstorbene Bischof John M. D’Arcy † am 24.7.2009 für seine Diözese gefordert und auch durchgesetzt, gegen den Strom der allermeisten Bischöfe in den USA und unter heftigen Widerständen seiner allermeisten Amtskollegen, wie wir folgender Meldung auszugsweise wiedergeben möchte, weil dieser wichtige Gedanke auch ein zentrales Thema bei der vom Herrn gewünschten Sakraments- und Friedens-, Dankes- und Anbetungskirche sein soll.

Mit Wirkung vom 4. August 2009 trat in der amerikanischen Diözese von Fort Wayne-West Bend eine Regelung in Kraft, die für den Tabernakel im Normalfall die Platzierung an zentraler Stelle im Allerheiligsten der Kirche vorschreibt. In seinem Erlaß trifft der Bischof damit nicht nur rechtliche Regelungen, sondern begründet sie auch in einer eindrucksvollen Katechese zur Bedeutung der Realpräsenz. Der Brief des Bischofs an seine Priester, Diakone, Ordensleute und alle Gläubigen lautet (auszugsweise):

„Die Gegenwart Jesu Christi im Allerheiligsten Sakrament steht im Mittelpunkt unseres Glaubens und des Gebetslebens unseres katholischen Volkes. In den vergangenen Jahren wurde der Ort des Tabernakels in unseren Kirchen zu einem Gegenstand der theologischen Auseinandersetzung. Das sollte nicht sein. Die Eucharistie - sowohl in ihrer Feier als auch beim Ort ihrer Aufbewahrung, sollte stets zu Einheit und Gemeinschaft und nicht zu Spaltungen führen. Der Ort des Tabernakels in unseren Kirchen sollte unserem Glauben an die Realpräsenz Christi entsprechen und stets den Dokumenten der Kirche folgen. Nach meiner Erfahrung hat unser Volk mit seinem Glaubensbewußtsein stets verlangt, daß der Tabernakel zentral und sichtbar sein soll. Sie sind irritiert, wenn der Tabernakel nicht sichtbar ist und keinen zentralen Platz erhält, obwohl das möglich wäre. Aus meiner bischöflichen Verantwortung für die Förderung des Gebetslebens unseres Volkes und seine Gesunderhaltung habe ich unser Gottesdienstbüro gebeten, Normen für die Aufstellung und die Gestaltung des Tabernakels in dieser Diözese auszuarbeiten. Diese Normen wurden vor dem Priesterrat, der Liturgiekommission und dem Ausschuß für Kunst und Gestaltung diskutiert. Daraus ergaben sich Präzisierungen und Verbesserungen. Diese Normen werden in der Diözese von Fort Wayne-South Bend am 14. Juni, dem Fest Corpus Christi, dem Fest des Leibes und Blutes des Herrn, veröffentlicht. Sie treten am 4. August, dem Fest des hl. Johannes Maria Vianney, dem heiligen Patron der Priester, zu dessen Ehren der Heilige Vater das gegenwärtige Priesterjahr ausgerufen hat, in Kraft. Ich erwarte von allen Priestern, daß sie diese Normen vollständig und sorgfältig befolgen und vor allem die Verehrung des Allerheiligsten Sakraments fördern.“ „Ort und Erscheinungsbild des Tabernakels, der das Allerheiligste Sakrament beherbergt, ist für die Gestaltung unserer Kirchen von allergrößter Bedeutung. Die rechte Aufstellung des Tabernakels trägt dazu bei, die reale Gegenwart Christi im Allerheiligsten Sakrament zu erkennen. Daher sollte der Ort, an dem die Eucharistischen Gestalten aufbewahrt werden, durch ein Ewiges Licht hervorgehoben und für jeden, der die Kirche betritt, leicht sichtbar sein. Die Kirche ist sowohl ‚das Haus Gottes auf Erden’ (domus Dei) und ‚das Haus für das Gebet der Heiligen’ (domus ecclesiae), sie besitzt selbst eine sakramentale Dimension. Aus diesem Grunde definierte Papst Paul VI. die Gegenwart des Herrn im Tabernakel als ‚das lebendige Herz jeder unserer Kirchen’. Darüber hinaus muß unser sakramentaler Gottesdienst, auch wenn wir jetzt in einer unvollkommenen und von der Sünde befleckten Welt leben, immer danach streben, ein Abbild himmlischer Vollkommenheit zu geben. Allgemein gesprochen, gilt: Ordnung und Symmetrie in der Gestaltung heiliger Orte und Gegenstände haben gerade die Aufgabe, die Göttliche Vollkommenheit nachzuahmen, und die Inthronisation des Tabernakels in der zentralen Sichtaxe trägt dazu bei, dieses Ziel zu erreichen. Papst Pius XII. sagte hinsichtlich Altar und Tabernakel: ‚Das Bewußtsein ihrer Einheit ist wichtiger als die Einsicht in ihre Unterschiede. Es ist der ein- und selbe Herr, der auf dem Altar geopfert und im Tabernakel verehrt wird, und dessen Segen sich vom Tabernakel aus ergießt.“ Dieser Gedanke fand seinen Widerhall in den Lineamenta vor der Bischofssynode zur Eucharistie von 2005: ‚Es gibt keinen Widerspruch in den Zeichen zwischen dem Tabernakel und dem Altar der Eucharistischen Feier’.

Die abschließenden Abschnitte 24/27 seiner für das diözesane Gottesvolk verbindlich geregelte Bischöflichen Anordnungen/Regelung betreffen die Formen der Verehrung des Tabernakels und die Katechese. Daraus ebenfalls zwei Punkte:

Demzufolge gilt seine bischöfliche Fürsorge nicht nur dem Tabernakel selbst, sondern - die Priester und Altardiener sollen en auch dafür Sorge tragen, daß die Gläubigen die rechte Belehrung und Unterweisung für das angemessene Verhalten vor dem Allerheiligsten Sakrament erhalten. Heute gibt es viele, alte und junge, die gar nicht wissen, wann man sich verneigen oder eine Kniebeuge machen soll. Es wäre also folgerichtig darauf zu achten, die Gläubigen dahingehend zu unterweisen, daß eine Kniebeuge das angemessene Zeichen der Ehrerbietung in der Gegenwart des allerheiligsten Sakraments ist, und zwar „unabhängig davon, ob es im Tabernakel aufbewahrt oder zur öffentlichen Verehrung ausgesetzt“ (Ecclesia de Eucharistia 49) ist. Vor oder nach der Messe sollten Kniebeugen stets auf den in der Kirche sichtbaren Tabernakel hin ausgerichtet sein. Diejenigen, die eine Kniebeuge auch da machen, wo es keinen Tabernakel gibt oder das Allerheiligste Sakrament etwa während des Triduums nicht im Tabernakel aufbewahrt wird, tun das im allgemeinen aus einer lobenswerten frommen Gewohnheit, doch sollte man in diesen Fällen eher eine Verneigung in Richtung des Altars vornehmen. Jede Kirche sollte bemüht sein, den Tabernakel für die Anbetung während des Tages zugänglich zu machen und eine Umgebung zu bieten, die für solche frommen Besuche günstig ist.“ Genug Bischöfe von dieser Art -, und die Auseinandersetzungen über die rechte Feier der Liturgie und das rechte Verständnis der Glaubensinhalte wären kein Gegenstand der derzeitigen tiefen Besorgnis mehr.

Eine wertvolle Anregung, unsere Liebe zum eucharistischen Herrn zu vertiefen, den Priestern Mut zu machen, ihr priesterliches Wirken und Auftrag mit mutigem Herzen zu verteidigen, gibt der Herr Selbst durch die Weigand’schen Schriften, die in sieben Bänden als „Offenbarungen an Barbara Weigand“ veröffentlicht sind. Wir sind daran, wie die Jünger am Ölberg, Jesus alleinzulassen. Daher die Klage des Herrn, überall werden die Ruhe und der Frieden gesucht, nur nicht bei Ihm. Wegen der Leugnung des Übernatürlichen müsse Er alles zerstören, was die Welt soziale und moralische Ordnung heißt. Es bedarf der Sühneseelen, die dem Herrn alle Gefühle ihres Herzens weihen und durch ihre Liebe Ersatz leisten für alle Lieblosigkeit und Gleichgültigkeit, zumal von seiten der Priester. Es bedarf der Opferseelen, das sind vor allem jene christlichen Mütter, die ihre Kinder im wahren christlichen Geist geistig wiedergeboren haben.

Was sagt unser hochwürdigster Emerit Weihbischof von Würzburg Helmut Bauer, in einem Vorwort für alle sieben Bände, uns schwarz auf weiß hinterlassen?

„Einen bemerkenswerten großen Umfang hat die Ausgabe der„Schippacher Schriften“ angenommen. Was die einfache Frau Barbara Weigand in ihren Privatoffenbarungen erfahren und niedergeschrieben hat, ist erstaunlich. Ihre Niederschriften zeigen, wie hörbereit sie war und wie wach sie die Vorgänge in Kirche und Gesellschaft verfolgt hat. Ihre Aussagen haben zuweilen eine ungemein prophetische Kraft und zeugen davon, daß sie mit den Augen des Glaubens die geistigen Verwerfungen ihrer Zeit erkannte. Sie beließ es aber nicht bloß bei den scharfsichtigen Beobachtungen des Zeitgeschehens und des Zeitgeistes. Sie eröffnete durch ihre Liebe zum lebendigen Christus in der Eucharistie auch den Zugang zu den heilenden und rettenden Kräften ihrer und unserer Zeit. Ihre liebende Verehrung des Herrn im Altarsakrament kann auch uns zeigen, wo wir mit unseren Sorgen um den Glauben und um die Neuevangelisierung Europas uns hinwenden müssen: „Herr, du hast Worte ewigen Lebens!“ Manches in den Schriften wie auch im Leben von Barbara Weigand ist nur aus dem Kontext der Zeit zu verstehen. Daran sollen wir nicht Anstoß nehmen. Man muß dieser Frau bestätigen, daß sie leidenschaftlich für die Sache Gottes eintrat und in Christus ihren Orientierungspunkt hatte. Solchen Menschen im Gedächtnis der Kirche einen würdigen Platz zu geben, ist Auftrag auch für unser Bistum. Daher danken wir den Herausgebern für die große Mühe, mit der sie die „Schippacher Schriften“ herausgegeben haben. Mögen viele mit dieser Veröffentlichung Zugang zu dieser außergewöhnlichen Frau bekommen! Mögen viele durch ihre Liebe zum heiligen Meßopfer auch selber zu dieser einzigartigen Quelle des christlichen Lebens geführt werden.“

Würzburg, im September 2001.


Die Gründung der
BARBARA-WEIGAND-GESELLSCHAFT E. V. SCHIPPACH
vor 25 Jahren


Eine Gruppe von Priestern und Laien aus der Diözese Würzburg hat sich in einer schriftlichen Eingabe vom 5. November 1975 an den Bischof von Würzburg gewandt und ihn gebeten, ein Verfahren zur Seligsprechung Barbara Weigands einzuleiten. Um diese Zeit 1975 lebte in Würzburg der katholische Journalist Franz Graf von Magnis, der das kirchliche Zeitgeschehen aufmerksam verfolgte und auch dokumentierte. Die damalige innerkirchliche Auseinandersetzungen um die heilige Eucharistie und mit ihr auch der Umgang mit heiligmäßigen Personen innerhalb unserer Kirche bereiteten ihm Sorgen: Die Anbetung trat zurück. Die einen sahen im heiligen Messopfer vorwiegend ein Mahl, andere betonten den Opfercharakter. Manche traten für die Einführung der sogenannten „Handkommunion“ ein, wogegen andere die herkömmliche Weise des Kommunionempfangs für die allein richtige hielten. In der Arbeitsgemeinschaft „Das große Zeichen - Die Frau aller Völker“ fand Graf von Magnis das Bemühen um eine zeitgemäße und an der Lehre der Kirche ausgerichtete Spiritualität. In dieser Gemeinschaft wirkte als ehrenamtliche Mitarbeiterin Frau Eugenie Hetzer. Sie kannte Barbara Weigand und sah in ihr eine Helferin in dem Bestreben, ein rechtes Verständnis der heiligen Eucharistie und deren Verehrung zurückzugewinnen. Graf von Magnis erhielt aus der Pfarrei Rück- Schippach die erwähnten Kalenderbeiträge von Max Rößler und Wilhelm Büttner aus dem Jahr 1974.

Von da an wurde in der geistlichen Beiratschaft der genannten Arbeitsgemeinschaft öfter über Barbara Weigand und das pastorale Anliegen gesprochen. An den Gesprächen nahmen, außer Graf von Magnis, vor allem der in der Pfarrei Rück-Schippach tätige Pfarrer Friedbert Branz SDS, Pater Franz Georg Waldburg-Zeil, SJ. und H. H. Pfarrer Albrecht von Raab-Straube aus der Erzdiözese Paderborn teil. „Dabei kristallisierte sich immer deutlicher heraus“, wie Graf von Magnis später schreiben wird, „daß angesichts der innerkirchlichen Auseinandersetzungen die Diözese Würzburg in Barbara Weigand und der St. Pius-Kirche von Rück-Schippach ein geistiges Eucharistisches Zentrum besitzt, von dem stärkste Impulse zur Überwindung der innerkirchlichen Krise um die heilige Eucharistie ausgehen. Insbesondere der von Barbara Weigand im Auftrage des Herrn gegründeten „Eucharistischen Liebesbundes des göttlichen Herzens Jesu“ für Familien, zutiefst konziliar, bietet besondere geistliche Möglichkeiten, dem schon damals sich abzeichnenden Zerfall der Familien entgegenzuwirken durch ein gemeinschaftliches Leben aus dem Eucharistischen Sakrament nach dem Beispiel von Barbara Weigand.“

Graf von Magnis vertraute sich dem Würzburger Generalvikar Justin Wittig an, mit dem er sich gut verstand. Von ihm beraten und ermutigt, bereitete er einen schriftlichen Antrag vor, mit dem der Bischof von Würzburg gebeten werden sollte, ein Verfahren zur Seligsprechung Barbara Weigands einzuleiten. Wittig empfahl, den zuständigen Dekan Erwin Happ, Pfarrer von Mechenhard, an dem Vorhaben zu beteiligen. Daraufhin trafen sich am 5. November 1975 in Rück-Schippach etwa 20 Priester und Laien, von denen einige Barbara Weigand noch persönlich gekannt hatten, unter ihnen Pfarrer Josef von Traitteur, der von 1932 bis 1957 Pfarrer von Rück-Schippach gewesen war und ein halbes Jahr später, nämlich am 2. Mai 1976, im Alter von 86 Jahren gestorben ist. Sie unterschrieben als erste den vorbereiteten Antrag und trugen sich in das „Unterschriftenbuch für die Seligsprechung Barbara Weigands“ ein, das damals angelegt wurde. Es lag bis November 1979 in der St. Pius-Kirche auf. Die Zahl der Unterschriften wuchs im Laufe der Zeit auf über 4.000 an. Das Bischöfliche Ordinariat Würzburg gab im Würzburger Diözesanblatt vom 15. März 1976 bekannt, daß es „auf Anregung einer Gruppe von Priestern und Laien prüfe, ob ein ortsoberhirtliches Erhebungsverfahren zur Seligsprechung Barbara Weigands zu eröffnen sei“, und forderte dazu auf, Wissenswertes mitzuteilen. In der folgenden Zeit wurde eine Anzahl von Personen, die Barbara Weigand noch gekannt hatten, als Zeugen gehört. Der Elsenfelder Diözesanpriester Dr. Dr. Adam Zirkel, der sich seit Jahren anhaltend für die Aufarbeitung der Schippacher Angelegenheit und die Verbreitung der Schippacher Schriften eingesetzt und darüber auch einen Redaktionsbeitrag in der Obernburger Zeitung in einem Artikel „Prozeß der Seligsprechung“ berichtet hat, bat darin ebenfalls das Gottesvolk, sich für die Seligsprechung der Dienerin Gottes Barbara Weigand zu interessieren und, soweit vorhanden, hierzu Unterlagen dazu bereitzustellen und diese dem Bischöflichen Ordinariat Würzburg mitzuteilen, damit diese dieselben einsehen und ablichten kann.“



Eucharistisches Zentrum 
in Schippach in der Person der Barbara Weigand 
gefordert 

Am 19. Mai 1976 schreibt Eugenie Hetzer an den Bischof von Würzburg, Dr. Josef Stangl, daß sie „mit großer Freude“ im Bistumsblatt gelesen habe, „daß Sie die Vorbereitung der Eröffnung eines Seligsprechungsprozesses für die Dienerin Gottes, Barbara Weigand, eröffnet haben.“ Und weiter: „In den letzten Monaten habe ich 1.132 Unterschriften in Würzburg mit der Bitte um Eröffnung des Seligsprechungsprozesses gesammelt. Spontan und freudig haben ganze Konvente geschlossen unterschrieben: Franziskanerinnen von Maria Stern, 87 Würzburg, Bohnesmühlgasse 16; Töchter des Allerheiligsten Erlösers, 87 Würzburg, Ebracher Gasse 6; Ursulinen, 87 Würzburg, Augustinerstr. 17; Englische Fräulein, 87 Würzburg, Annastr. 6; Dienerinnen der heiligen Kindheit Jesu, 8702 Kloster Oberzell sowie die Ritaschwestern, 87 Würzburg, Friedrich-Spee-Str. 32. Als Anlage fügte Frau Hetzer die entsprechenden Unterschriftslisten bei. Weitere 3.500 Unterschriften waren zu diesem Zeitpunkt in Unterschriftenlisten im Pfarramt der St. Pius-Kirche in Schippach bereits gesammelt worden und wurden später an den Würzburger Bischof nachgereicht. Insgesamt kamen dadurch 8.400 Unterschriften zusammen. Im Text der Petition wird um die Eröffnung des Seligsprechungsprozesses für Barbara Weigand ersucht, „um in dieser Zeit des erfreulich häufigen Kommunionempfangs das Bewußtsein für die reale Gegenwart Jesu Christi im eucharistischen Sakrament lebendig zu halten.“

Dazu dann noch der wichtige Satz: „Barbara Weigand wird aufgrund ihres auf die Eucharistie hingeordneten Lebens als Zeugin der realen Präsenz Christi in der Eucharistie bezeichnet.“ In dieser Pressemitteilung des Würzburger Bischofs (POW) wird ausdrücklich mitgeteilt: „Das Bischöfliche Ordinariat Würzburg hatte am 15. März bekanntgegeben, daß die Voruntersuchung für die eventuelle Eröffnung des Seligsprechungsprozesses begonnen hat; wer mündlich oder in schriftlichen Dokumenten Auskunft über Barbara Weigand geben kann, wurde gleichzeitig aufgefordert, diese dem Ordinariat zur Verfügung zu stellen.“ Diese Bischöfliche Pressemitteilung wurde auch im Sonntagsblatt ausdrücklich bestätigt.

Zum damaligen Zeitpunkt schon gab es die „Lefebvre-Bewegung am Untermain“, die von Würzburg aus mit kritischer Anstrengung beobachtet wurde. Graf von Magnis in einer Notiz: „Zweifellos sind viele Menschen am Untermain und im Spessart für mystische aber auch pseudomystische Phänomene disponiert. Die Diözese Würzburg besitzt in Rück-Schippach die St. Pius-Kirche, die auf Anregung von Barbara Weigand errichtet, von Kardinal Döpfner genehmigt und vom verstorbenen Bischof Josef geweiht wurde.“ Graf von Magnis entwarf in seinen Gedanken an den Würzburger Bischof auch noch folgende Überlegung: Mit der St. Pius-Kirche in Rück- Schippach als „Eucharistisches Zentrum“ und in der Person Barbara Weigands als überaus glaubwürdige und überzeugende Eucharistinerin hätte nun die Diözese Würzburg die Möglichkeit, die für Mystik aber auch für Pseudomystik disponierten Gläubigen im Untermain-Gebiet hinter einer echten Aktivität in der Kirche zu sammeln. Graf von Magnis verweist zu Recht auf das Leben Barbara Weigands, das ganz im Dienst der Verehrung der heiligen Eucharistie gestellt war: der häufige Empfang der heiligen Kommunion, der Liebesbund mit dem eucharistischen Heiland und dessen Verwirklichung in Familie und Gesellschaft. „Dieses Postulat“, so Graf von Magnis, „mit der Person von Barbara Weigand, wäre für das gesamte Untermain-Gebiet, aber auch für die Kirche nach dem Konzil, voll aktuell.“ In seinen Gedanken stellt Graf von Magnis zum Schluß noch fest, wohl auf dem Hintergrund des von ihm geforderten Eucharistischen Zentrums in Schippach, quasi schon damals eine weise und kluge Bitte, man möge die Besetzung der St. Pius-Kirche mit einem „nüchternen und klugen Diözesanpriester“ besetzen. Auch hierzu drängen sich mir einige sehr bewegende Überlegungen auf, über das einiges zu sagen wäre, gelegen oder auch ungelegen!

Es steht also ohne jeden Zweifel fest, daß Bischof Dr. Josef Stangl von Würzburg die Vorbereitung des Seligsprechungsprozesses der Barbara Weigand noch zu Lebzeiten (1977) eröffnet hat. Auch muß die Initiative hierzu der Arbeitsgemeinschaft ‚Das große Zeichen - die Frau aller Völker’ E.V. mit Sitz in Würzburg, zu der auch Graf Franz von Magnis zählte, zugesprochen werden, die diese in Abstimmung mit dem Bischöflichen Ordinariat Würzburg und mit Gutheißung des verstorbenen Kardinals Julius Döpfner ergriffen hat. Diese Unterschriftenlisten lagen in einem „Unterschriftenbuch für die Seligsprechung Barbara Weigands“ in der St. Pius- Kirche in Schippach während der Zeit vom 5. November 1976 bis einschließlich 15. November 1979 offen und enthielten nach Angaben des Pfarrers Wilhelm Kley allein 4.597 Unterschriften.

In das Buch sind die einzelnen Unterschriftenlisten lose eingefügt. Darin waren auch die Namen von 29 Priestern aus der Region enthalten, wie wir glaubhaft machen können. „Die Unterschriften können mit Hilfe der auf der Liste in Klammern gesetzten Daten leicht nachgeschlagen werden“, so Dr. Dr. Adam Zirkel in einem Brief an den Bischof von Würzburg. Auch eine gehörige Zahl von Ordenspriestern und Priestern aus anderen Regionen haben sich in dieses Buch eingetragen und damit Partei ergriffen und Zeugnis abgelegt für das heiligmäßige Leben der Schippacher Jungfrau und Seherin Barbara Weigand.

 

Folgende Priester der Diözese Würzburg 
sind darin verewigt 

Josef von Traitteur am 5. November 1975;
Dekan Erwin Rapp, am 5. November 1975;
Robert Brendel am 5. November 1975;
Franz Sikora am 8. November 1975;
Karl Roth am 11. November 1975;
Josef Ullrich am 11. Januar 1976;
Alfred Stürmer am 23. Februar 1976;
Albert Gliesche am 1. Mai 1976;
Dr. Max Rößler am 5. Mai 1976;
Walter Stier am 24. Mai 1976;
Theo Hain am 25. August 1976;
Waldemar Müller am 31. August 1976 (ord. 1977);
Gerd Goldhammer am 27. September 1976;
Herbert Neeser am 7. Oktober 1976;
Peter Pretscher am 12. Oktober 1976;
Lorenz Wirth am 14. Oktober 1976;
Karl Dietz am 22. Oktober 1976;
Hans Schwarz am 28. Dezember 1976;
Lorenz Heilmann am 28. Juli 1977;
Hermann Wolpert am 14. August 1977;
Hermann Josef Ludwig am 16. August 1977;
Dr. Ludwig Pfeifer am 28. August 1977;
Walter Lederer am 3. Oktober 1977;
Ludwig Gerstenberg am 9. Oktober 1977;
Ferdinand Welzbacher am 11. Oktober 1977;
Ernst Janik am 23. Oktober 1977;
Hans Link am 13. September 1978;
Ludwig Müssig am 3. Oktober 1978 sowie
Berthold Scheuring am 12. August 1979.


Zudem sind folgende Priester außerhalb der Diözese Würzburg darin aufgeführt:

P. Friedbert Branz, SDS am 5. November 1975;
P. Arnold Renz, SDS am 5. November 1975;
P. Ernst Alt am 5. November 1975;
P. Franz Georg von Waldburg-Zeil S.J., München am 10. Januar 1976;
Prälat Othmar Weis, Mainz, am 14. September 1976 sowie
P. German Heß am 14. September 1977.

Weitere Priester folgten diesem Aufruf
seit dieser Zeit..


Aber auch rund zehn Jahre später drängten engagierte Priester und Ordenspriester in der Diözese Würzburg, voran der spätere Mitbegründer und Vorsitzende der 1990 gegründeten „Barbara-Weigand-Gesellschaft“ E.V. Elsenfeld, Pfarrer Dr. Dr. Adam Zirkel, den damaligen Bischof Dr. Paul Werner Scheele, die Kanonisation der Dienerin Gottes Barbara Weigand einzuleiten und zu diesem Zweck Erhebungen über ihr Leben, ihre Tugenden und den Ruf ihrer Heiligkeit anzustellen, wie in den Archivunterlagen nachzuschlagen ist. In einem Aufruf an einige seiner Mitbrüder in der Diözese Würzburg erinnerte er an einen festlichen Dankgottesdienst in der St. Pius-Kirche in Schippach, der anläßlich des 25. Jahrestages der Weihe der St. Pius Kirche in Schippach gefeiert wurde. Bei einem anschließenden Mittagsessen hatte der Pfarrer i. R. und Bischöflicher Geistlicher Rat Peter Klement, der zur Zeit des Kirchenbaues Dekan von Obernburg gewesen war und an dem Dankgottesdienst als Konzelebrant teilgenommen hatte, in einer Tischrede angeregt, die bereits früher in Angriff genommene Seligsprechung Barbara Weigands doch weiter zu betreiben. Diesem frommen Wunsch hatten sich viele dort sichtbar gerührt angeschlossen. Dabei hatte der Briefschreiber daran erinnert,
„Papst Johannes Paul II. hat durch die Apostolische Konstitution
„DIVINUS PERFECTIONIS MAGISTER“ vom 25. Januar 1983 das Kanonisationsverfahren neu geordnet.
Darin heißt es: „Den Diözesanbischöfen.. kommt innerhalb der Grenzen ihrer Jurisdiktion das Recht zu, sei es von Amts wegen, sei es auf Antrag einzelner Gläubiger oder rechtlich anerkannter Gruppen und deren Vertreter, Erhebungen anzustellen über das Leben, über die Tugenden oder das Martyrium und den Ruf der Heiligkeit bzw. des Martyriums, über behauptete Wunder sowie gegebenenfalls über eine althergebrachte Verehrung der Dienerin Gottes, deren Kanonisation beantragt wird.“ Pfarrer Zirkel fährt dann in seinem schriftlichen Aufruf fort: „Wenn Sie sich dem Wunsch nach der Seligsprechung Barbara Weigands anschließen wollen, bitte ich Sie, dies durch Ihre Unterschrift und die übrigen Angaben auf dem beiliegenden Blatt zu bekunden, wenn möglich weitere Personen, die dies ebenfalls wünschen, zur Unterschrift einzuladen und mir das Blatt zurückzuschicken, damit ich es dem Herrn Bischof übergeben kann.“

Dieser Brief ging laut unseren Archivunterlagen an
folgende Geistliche Herren:

Msgr. Max Rößler;
Pfarrer Peter Klement;
Pfarrer P. Wilhelm Kley;
Dekan Erwin Happ;
Pfarrer Alfred Stürmer;
Kaplan Gregor Weinbeer;
Pfarrer Heinz Hepp;
Pfarrer Anton Emge;
Pfarrer Dr. Benno von Bundschuh sowie
Pfarrer Leo Giegerich.

Pfarrer D. Dr. Adam Zirkel war auch Hauptzelebrant und Festredner anläßlich des Silberjubiläums (25. Jahrestages) der Kirchweihe der St. Pius-Kirche in Schippach an 29. September 1985. Diese Festpredigt begann er mit den Worten: „Was ist das Besondere an dieser Kirche? Was unterscheidet sie von allen Kirchen auf der ganzen Welt? Es ist die Geschichte ihrer Entstehung.

Diese Geschichte beginnt mit einer Frau aus dieser Gemeinde, aus Schippach: Barbara Weigand. Darum darf ich, darum muß ich heute ihr Leben erzählen.“ Pfarrer DDr. Zirkel war auch kirchenamtlicher Notar im Auftrag von Würzburg bei der Umbettung der sterblichen Überreste von Barbara Weigand am 12. September 1984. Zufall oder Vorsehung? Schon damals wäre er, mit Pfarrer Alfred Stürmer, mit Barbara Weigand verwandt, der rechte Mann gewesen, um die causa von Barbara Weigand in die Hand zu nehmen. Auch die Anbetung in der Sakramentskapelle in Schippach, jeweils drei Tage in der Woche, während des ganzen Jahres, geht auf Barbara Weigand zurück. Die Pläne der Vorsehung Gottes sind wahrhaft geheimnisvoll.

Auch hatte der Priesterrat der Diözese Würzburg in seiner seinerzeitigen ordentlichen Plenum-Sitzung vom 5. November 1985 sich ausführlich mit dieser und anderen Fragen zur Angelegenheit Barbara Weigand befaßt und, wir wissen sehr genau, weil aktenkundig dort vermerkt, sich positiv zu dem Verlangen der Priester zur Fortentwicklung dieser Angelegenheit ausgesprochen und eine weitere wohlwollende Behandlung dieser Frage festgeschrieben.

Es waren also vor allem Priester der Diözese Würzburg, die an vorderster Stelle sich für die Aufarbeitung und ein würdiges Gedenken der Schippacher Jungfrau und Seherin Barbara Weigand engagiert haben. Das führte auch zur Gründung dieser Gesellschaft, zur Förderung der causa Barbara Weigand, um eine gründliche theologische Aufarbeitung der Materie voranzutreiben und letztlich ihren Vorstoß auf Einleitung

eines ordentlichen Seligsprechungsverfahrens
für Barbara Weigand beim Würzburger Bischof
Nachhaltigkeit und öffentliches Interesse herzustellen

„Die Barbara-Weigand-Gesellschaft E.V.“ will, wie es in ihrer Satzung auch heißt, „die Erinnerung an Barbara Weigand wachhalten, sowie ihre Berufung und Sendung kennenlernen, in die Gegenwart übersetzen und leben.“ Auch kann man nachlesen in den damaligen Aufzeichnungen, „der Satzungszweck wird verwirklicht durch die Vergabe eines Forschungsauftrages zur Schaffung einer neuen Biographie, durch andere Veröffentlichungen über Barbara Weigands Leben und Sendung, durch die Abschrift und gegebenenfalls Drucklegung, ganz oder auszugsweise, der Aufzeichnungen über ihre „Gesichte und Ansprachen“, durch deren theologische Begutachtung, durch Vortragsveranstaltungen, durch eine jährliche Eucharistiefeier in der St-. Pius-Kirche in Schippach und durch „andere Vorhaben“, die dem Vereinszweck dienen.

Die Gründungsversammlung fand am 20. Juni 1989 im
Pfarrsaal der St. Pius-Kirche in Schippach statt.

Zuvor fanden sich die Teilnehmer in der Sakramentskapelle gegen 16.30 Uhr, wo um diese Zeit gerade das Allerheiligste zur Anbetung ausgesetzt war, mit Gesang und Gebet ein. Man beschloß die Satzung des Vereins und wählte einen Vorstand und wählte Pfarrer DDr. Adam Zirkel zum Vorsitzenden des Vereins. Insgesamt hatten sich 22 Mitglieder in der Gründungsversammlung etabliert, darunter allein sechs Priester: Die hochwürdigen Herren: Adam Zirkel, Dekan Erwin Happ, Wilhelm Kley, Alfred Stürmer, Gregor Weinbeer und Gerd Goldhammer. Am 2. Oktober 1990 waren es schon 54 Mitglieder; am 3. Oktober 2008 dann 111; zwischenzeitlich stieg die Zahl der Mitglieder gar auf über 124 an. <<Der Satzungszweck wird verwirklicht durch die Vergabe eines Forschungsauftrags zur Schaffung einer neuen Biographie Barbara Weigands, durch andere Veröffentlichungen über ihr Leben und ihre Sendung, durch die Abschrift und gegebenenfalls Drucklegung - ganz oder auszugsweise - der Aufzeichnungen über ihre "Gesichte und Ansprachen", durch deren theologische Begutachtung, durch Vortragsveranstaltungen, durch eine jährliche Eucharistiefeier in der St. Pius-Kirche in Schippach, durch andere Vorhaben, die dem Vereinszweck dienen.>>

So sagt es die Vereinssatzung. Seit Jahren schwächelt der Verein stark und seine einstige Mitgliedsstärke verringert sich durch Heimgang vieler und mangelndes Interesse an der gezeigten Vereinsführung bedenklich. Der Neue Vorstand in seiner Spitze möchte die derzeitige Form der Vereinsstrukturen ändern; er möchte den Verein unter „die Kontrollhoheit des Würzburger Bischofs bringen“. Aber diese „Kontrollhoheit“ besteht doch schon seit weit über 100 Jahren, nämlich ab dem Zeitpunkt, wo die Angelegenheit Barbara Weigand von Schippach allen bekannt ist, wo die Dienerin Gottes Barbara Weigand sehr gewirkt hat und beauftragt gewesen ist vom Herrn, der katholischen Welt wichtige Belehrungen und Weisungen des Himmels mitzuteilen und für deren Durchsetzung sich tatkräftig einzusetzen. Seit über 100 Jahren verweigert sich gerade diese Kirchenbehörde hartnäckig und halsstarrig einer wahrheitsgemäßen Aufarbeitung und schließlich auch einer angemessenen Rehabilitation des Diözesankindes Barbara Weigand von Schippach und schließlich auch eine getreue Ausübung des göttlichen Befehles:

„Jesus Christus:

„Ihr alle, ihr treuen Seelen, sollt euch vereinigen in dem Liebesbund. Priester und Laien, Ordens- und Familienmitglieder, Väter, Mütter, Jungfrauen, Kinder, Greise, Jünglinge, ihr alle vereinigt euch zu einem Bund und gebt Mir das Versprechen ab im Beichtstuhl vor eurem Beichtvater oder an der Kommunionbank, für Meine Rechte einzustehen, euch einschreiben zu lassen als treue Mitglieder dieses heiligen Bundes, den Ich geschlossen habe mit diesen drei Seelen; denen Ich den Auftrag gab, die Heiligste Dreifaltigkeit auf besondere Weise zu verehren und anzubeten im Namen aller Menschen, und durch ihre Persönlichkeit diese drei heiligsten Personen vorzustellen; denn so wie der Vater und Ich und der Heilige Geist Eins sind, so müssen diese drei eins sein im Glauben, in der Hoffnung und in der Liebe, und was Ich noch als Beigabe ihnen zugebe, ist Leiden. Im Leiden müßt ihr eins sein.“

Und der HERR darin noch viel deutlicher: „Also geschlossen habe Ich den Bund in Eigener Person, merkt es euch, ihr Priester, und nicht durch bloße Erfindung oder Einbildung ist er entstanden. Niemals kann eine Seele so etwas erdichten, was so lange standhält in allen Kämpfen, wie dieses hiersich gehalten hat. Niemals kann etwas eine Erfindung sein, was nicht um ein Haarbreit von Mir abweicht. Also von einem Erdichten müßt ihr absehen. Ihr müßt wissen, daß Ich die Macht habe, mit Meinen Kindern zu verkehren, daß Ich in Meiner Kirche schalten und walten kann, daß Ich das Recht habe, euch zu gebieten und durch eines Meiner schwachen Geschöpfe zu euch zu reden. Oder kann Ich nicht in Meiner Kirche machen, was Ich will? Also, die Welt liegt im argen, der Glaube schwindet von Tag zu Tag mehr und mehr, und auch die guten Katholiken werden vom Strom der Zeit mit fortgerissen. Hinweggeschwemmt wird alles Heilige und Ehrwürdige durch die allzu große Vergnügungssucht dieser Tage! Denn es reihen sich Feste an Feste, die darauf abzielen, den Glauben und die guten Sitten zu untergraben, alles Religiöse aus den Herzen herauszureißen. Wo bleibe Ich nun, euer Herr und Gott? Ich befehle euch im Namen des Vaters und des Heiligen Geistes, daß die treuen Kinder Meiner Kirche sich anschließen müssen an den Liebesbund, den Ich befohlen habe zu errichten in Meiner Kirche. Und nun hört die Statuten, die Ich euch selbst diktiere in Eigener Person“.

„Jeder Priester hat in seiner Gemeinde darauf hinzuwirken, jeder hat die Aufgabe, daß er mit Entschiedenheit vor die Vorstände der Gemeinde hintritt, daß die allzu große Vergnügungssucht womöglich aufgehoben, und wenn nicht aufgehoben, so doch möglichst gemindert werde. Jeder Priester hat die Gewalt, die Ich ihm übertragen habe durch die Priesterweihe, die Ich ihm gegeben habe, also eine göttliche Gewalt, die alle Gewalt dieser Erde, die einem Geschöpf gegeben, auch wenn er König oder Kaiser wäre, weit, weit überragt. Jeder Priester hat in seiner Gemeinde dafür mit Entschiedenheit zu sorgen, dieser Vergnügungssucht entgegenzutreten! Dann soll er die guten und treuen Katholiken anhalten und auffordern, trösten und warnen, trösten und aufrichten, wo es notwendig ist; die Leidenden, ganz besonders jene Familien, die Ich mit Kreuz heimsuche; denn Ich kann unmöglich den guten und treuen Christen die Leiden ersparen. Denn wißt ihr, ein Kennzeichen eines guten Christen sind die Leiden. Daran müßt ihr erkennen, daß ihr gute Kinder der katholischen Kirche seid, wenn ihr viel mit Leiden heimgesucht seid. Denn ihr alle sollt das Kreuz schleppen und sollt Meine Kirche unterstützen. Meine Kirche schleppt das Kreuz, wie Ich dir damals gezeigt, als Ich dir das Leiden geben wollte, wo Ich dir sagte und dich fragte, ob du mit Mir das Kreuz tragen wollest. Damals hast du Mich gesehen, wie Ich ein Kreuz schleppte. Siehe, es ist das Kreuz, das Ich trage in Meiner Kirche. Viele, viele ihrer Kinder sind abgewichen vom rechten Wege, laufen den Irrlichtern nach und irren in Sandwüsten einher und gehen elend zugrunde, ja, elend zugrunde. Die treuen Kinder Meiner Kirche, sie sollen zusammengeschart, zusammengeführt werden zu Meinem Herzen, Meine treuen Kinder. Wißt ihr, ihr Priester, ihr habt die Aufgabe, dieses zu tun, denn nicht ihr allein könnt das Kreuz tragen, Meine treuen Kinder sollen euch dabei helfen, sie alle sollen vollzählig werden, sie sollen unter dem Kreuz stehen und Meiner Kirche das Kreuz schleppen helfen. Denn nicht ihr allein könnt es schleppen, auch nicht jene Kinder allein, die sich da zurückgezogen, um sich den Werken der Gottes- und Nächstenliebe zu widmen.“

„Seht, das alles nützt gar zu wenig; denn im Strom dieser Zeit stehe Ich. O seht, wie Mein Herz blutet! Seht, wie ist Mein Herz so zerrissen. Tausend und abertausend Wunden sind diesem Herzen geschlagen worden. Nichtmehr ist es wie vor einigen Jahrhunderten, wie Ich damals klagte Meiner Dienerin, der seligen Margareta Maria Alacoque, daß diejenigen Mir so weh tun, die Ich Mir erwählt. Nein, zerrissen ist Mein Herz in tausend und abermaltausend Stücke. Nicht mehr allein eine Dornenkrone ist um Mein Herz gewunden, nein! O höret die klagende Stimme eures Hirten! Seht, wie die Jugend Mir entrissen wird! Die Jugend ist die Zukunft und Meine zukünftige Kirche. Was soll aus ihr werden? Höret doch, höret die klagende Stimme eures Oberhauptes ihr, Meine treuen Kinder! Seht, Ich stehe an der Spitze, seht, Ich gehe euch voraus! Schaut auf Mich, folgt Mir nach, erinnert euch, wie Ich unter euch gewandelt bin, wie Ich niemand gescheut. Ahmt Mich nach, studiert Mein Leben, wie Ich die Guten um Mich herum gesammelt und ihnen das Evangelium verkündete, wie Ich vor die Pharisäer und Stolzen hingetreten und sie zurechtwies, obwohl Ich doch wußte, daß Ich dadurch nur Meinen Tod beschleunigte. Wie Ich vor sie hintrat und fortfuhr, Meinen Feinden ihr Unrecht vorzuhalten, so sollt ihr es auch tun ihr, Meine treuen Diener!“

In einem Brief des inzwischen leider auch verstorbenen Pfarrers Alfred Stürmer an seinen Bischof Paul-Werner Scheele in 1989 drängt er auf mehr Beachtung und Wohlwollen der Diözese für die Angelegenheit Barbara Weigand und ihre Mystik, „ja, die für uns alle und für die ganze Kirche brennend aktuelle geworden ist, bzw. immer schon war.. und der Geist der Schippacher Schriften mehr erkannt und von der Kirche mehr gewürdigt werde.“ Dies bekräftigt Pfarrer Stürmer auch in seinem Brief an Pfarrer Adam Zirkel, in dem er seine Briefe in gleicher Sache an die Bischöfe von Würzburg und Mainz noch einmal begründet und die geistlichen Persönlichkeiten um nachhaltige Wahrheitsfindung in der Schippacher Sache ersucht, auf dem Hintergrund seiner eigenen Seelsorgsarbeit, die er in einigen Punkten beispielshaft aufarbeitet und darin den dringenden Bedarf nach veränderter Sicht- und Handlungsweise in der Kirche stellt: „daß ich mir oft wünsche, daß doch der Geist, der in den ‚Schippacher Schriften‘ atmet, auch unsere heutige Pastoralarbeit und alle Gläubigen erfassen möge. Ich weiß aus meiner eigenen jahrelangen ehrenamtlichen Mitarbeit in diesem Verein und insbesondere auch als gewähltes Vorstandsmitglied um die vielen Bemühungen Pfarrer Stürmers, in schriftlich en wie auch mündlichen Aktionen, mit denen er immer wieder die kirchliche Obrigkeit ersucht, die causa Barbara Weigand nunmehr endlich zu eröffnen und das Leben und Wirken der Dienerin Gottes, Barbara Weigand kanonisch angemessen zu würdigen und ihr heiligmäßiges Leben und katholisches in eine umfassende Betrachtung aufzunehmen und ihre Nachahmung anzuempfehlen.

In der damals weit über die Grenzen von Würzburg hinaus sehr beachteten Ausstellung „Fränkisches Credo“ im Kreuzgang des Würzburger Domes (23.06. bis 29.10.1989) befand sich bei der Darstellung des neunten Glaubensartikels „die heilige katholische Kirche, Gemeinschaft der Heiligen“ unter Nummer 9.17 eine Schautafel mit kurzen biographischen Angaben über bedeutende Persönlichkeiten in der Geschichte der Diözese Würzburg, zusammengestellt von DDr. Klaus Wittstadt. Insgesamt waren 23 solche bedeutende Persönlichkeiten darin aufgeführt, versehen mit Kurzbiographien. Zwischen den Angaben über Kilian (640/50 bis 689), dem iroschottischen Wanderbischof Winfried Bonifatius (672/75 bis 754), Bischof Burkhard (+753), der Äbtissin Lioba (+782), aber auch Albertus Magnus (1200 bis 1280) oder Tilman Riemenschneider, Bildhauer und späterer Bürgermeister von Würzburg wird auch der Kirchenmann Herrmann Schell (1850 bis 1906) genannt, der zu seiner Zeit eine zentrale Rolle durch seine Schriften gegen Mißstände in der Kirche eintrat und noch heute von führenden Kirchenmännern für sein Eintreten als mutig und vorbildhaft verehrt wird und gar in ein Seligsprechungsverfahren geführt werden soll. Schell spielt auch eine zentrale Rolle in der Schippacher Sache, eigentlich gegen die Schippacher Sache.

Seine Haltung gegen Barbara Weigand gipfelt sich in einem Gesichte, das Barbara Weigand am 7. Juli 1907 am Tage des großen Gebetes in Mainz hatte. Der verstorbene Schell erschien Barbara Weigand neben anderen und sprach zu ihr die Worte: „Ich bin Professor Schell, der in Würzburg gestorben ist. Hätte ich es nur auch so gemacht wie du! Du hast deinen Geist in die Höhen der Gottheit geschwungen, und ich habe meinen Verstand gebraucht, um zu glänzen. Es war der Stolz, der mich veranlaßte, mich hervorzutun durch die Wissenschaften, die den Reichen schmeichelten. Du hast recht von mir gesagt in deinen Schriften!“

Aber auch hochwürdigster Herr Bischof Matthias Ehrenfried, der gleichfalls in der Angelegenheit Barbara Weigand und Schippach zwischen 1924 und 1948 eine so bedeutsame Rolle gespielt hat, in wesentlichen Dingen höchst unverständlich, wird zu den bedeutenden Persönlichkeiten der damaligen Zeiten zur Diözesangeschichte Würzburgs gezählt. Eben zu diesen bedeutsamen Diözesanen Persönlichkeiten wird auch Barbara Weigand gezählt. Über sie ist in den Kurzbiographien dieser Geschichtsträger folgendes zu lesen: Die Seherin Barbara Weigand verstand sich zeitlebens als „einfache“ Frau, deren mystische Erfahrungen nicht der eigenen Selbstdarstellung, sondern der Auferbauung der Kirche dienen sollten. Sie gründete eine Laienbewegung für alle Schichten und Stände und mühte sich um die Errichtung der Pfarrei Rück-Schippach. Kraft und Antrieb für ihr religiöses Leben und Schaffen schöpfte sie aus der Mitte des kirchlichen Lebens, der Eucharistie.

Wir kommen infolgedessen zu dem Schluss: Rom hat eine Entscheidung über die Sakramentskirche in Schippach und über den Eucharistischen Liebesbund nicht getroffen und die Veröffentlichung des Ordinariates Würzburg und alle ähnlichen Zeitungsberichte beruhen auf einem Irrtum; sie sind unrichtig und irreführen. Daran ist nicht zu rütteln und alles andere, was dagegen gesagt ist oder noch gesagt wird, ist reine Heuchelei! 

 

Jesus Christus
„Denn Ich werde Meine Tenne säubern.“


Im gleichen Buch von Msgr. DDr. Wilhelm Büttner können wir noch, in Ergänzung zu den bereits beschriebenen Aktionen der Würzburger Priester zur Rehabilitation und Seligsprechung der Schippacher Jungfrau und Seherin Barbara Weigand im Nachtrag der von Herrn Pfarrer Dr. Dr. Adam Zirkel stammt, folgenden Eintrag lesen. Es war also nur eine konsequente Folge, einen Verein zu gründen, in dem und durch den das geistliche Vermächtnis der Schippacher Jungfrau Barbara Weigand zusammengetragen, gepflegt und seine angemessene Verbreitung betrieben werden soll. Das geschah dann auch in 1989. Aber darüber später weiter unten.

Am 29. September 1985 feierte die Pfarrei Rück-Schippach den 25. Jahrestag der Weihe der St. Pius-Kirche. Unter den Konzelebranten war der schon erwähnte frühere Dekan Peter Klement. Dieser hielt während des Mittagessens eine improvisierte Tischrede und regte dabei an, die in Angriff genommene Seligsprechung Barbara Weigands weiter zu betreiben. Daraufhin kam es zu einer weiteren Unterschriftenaktion mit dem Ergebnis, daß der Verfasser dieses Nachtrags am 28. Januar 1986 Bischof Paul Werner Scheele weitere 299 Unterschriften übersandte, denen etwas später zwölf weitere Listen folgten, und das erwähnte ‚Unterschriftenbuch für die Seligsprechung Barbara Weigands beifügte. Zu dem Vortrag über Barbara Weigand, ihr Leben und ihre Botschaft, den ich am 10. Februar 1987 im Martinushaus in Aschaffenburg im Rahmen der Reihe ‚Exemplarische Christen‘ auf Einladung des Rektors hielt, kamen rd. 500 Zuhörer. Auch brachte der Bayerische Rundfunk am Samstag, den 22. Oktober 1988, von 21.03 Uhr bis 21.30 Uhr eine Sendung über „Die Bärbel aus dem Spessart. Die Seherin von Schippach - Barbara Weigand, ihr Leben und ihr Werk“ von Franz Schaub.

Wir erinnern also erneut an eine allen bekannten Beteiligte der Schippacher Sache und ihre wahrheitsgemäße Aufarbeitung: Priester haben sich mit der Jungfrau Barbara Weigand und ihren Werken jahrelang und ausgiebig zu allen Zeiten befaßt. Für sie war es ein Herzensbedürfnis, auch angesichts des noch hautnahen Wissens um diese fromme Frau; die Kirche möge sie und ihr Lebenswerk segnen und sie in den Stand der Heiligen und Seligen der Kirche erheben. In ungezählten Presseartikeln, in Fachzeitschriften und in dickleibigen Bänden ist von ihrer Person und ihren Werken geschrieben und der Öffentlichkeit ein Bild vorgeführt worden, das alles andere, nur keine geschichtliche Wahrheit ist. Das konnte aber gar nicht anders sein: das dort vorgetragene Bild mußte ein Zerrbild werden, da, wie authentisch feststeht, die aktivsten Gegner weder jemals eine Originalurkunde über Schippach in Händen, noch auch die Schippacher Jungfrau jemals zu Gesicht bekommen hatten. Aber „die Propaganda hat ihr tödliches Werk getan“.
Es gab aber auch andere Priester, welche aus genauer Kenntnis dieser
Person, die sie als Seelsorger, Beichtväter, Gewissensberater oder durch gründliches Aktenstudium gewonnen hatten, den Schippacher Vorgängen gegenübertraten und darum in der Lage waren, nicht nur das äußere Gehabe der Jungfrau mit scharfem Blick zu verfolgen, sondern auch in ihr Inneres zu schauen und die tiefsten Wurzeln ihres Wollens und selbstlosen Handelns zu erkennen: diese Priester aber haben der Jungfrau Barbara Weigand und ihren Werken hohes Lob widerfahren lassen.

Einige dieser Stimmen mögen hier am Schlusse unserer Darstellung zu Worte kommen, Stimmen, die aus allen Perioden ihres langen Lebens genommen sind und sich somit zu einer lückenlosen Kette von Zeugnissen für das Vollkommenheitsstreben und den lauteren Charakter der Schippacher Jungfrau zusammenschließen; es sind vielerlei Dokumente von Augen- und Ohrenzeugen. Schon über ihre Jugendzeit in Schippach besitzen wir glücklicherweise authentisches Material, Zeugnisse, Dokumente und persönliche Ausschreibungen von Zeitgenossen. Sie allein schon legen ein umfassendes Zeugnis ab über die hohe Moral, Wahrheitsliebe und Frömmigkeit dieser Frau. Das Urteil des im Jahre 1849 dort geborenen und im Jahre 1938 dort verstorbenen Julius Bopp, dessen Haus unmittelbar an die Schippacher Antonius Kirche stößt, kennen wir bereits; ihm ist seine Jugendgefährtin Babett die große Beterin schlechthin. Ein anderer Landsmann der Jungfrau, Oberregierungsrat Josef Völker, dessen Elternhaus gegenüber jenem der Barbara Weigand stand, sechzehn Jahre jünger als diese, wie er in seiner Jugend- und Studentenzeit sich immer an dem frommen Wesen des Nachbarmädchens erbaut habe; sie sei jederzeit und unbestritten eine einfache, schlichte, aufrichtige Person gewesen, deren Lauterkeit über allen Zweifel erhaben sei.

Ihr geistlicher Berater aus den Jahren 1873 bis 1885, Benefiziat Alois Alzheimer in Großwallstadt, stand bis zu seinem Tode im Jahre 1902 in Briefwechsel mit seiner geistlichen Tochter, in welchem seine Verehrung und Wertschätzung der Jungfrau Babett deutlich zum Ausdruck kommt: „Aus deinem Brief ersehe ich“, erwidert er ihr einmal, „daß dich der liebe Gott in den letzten Jahren mit Leiden heimsuchte, und daß mit diesen Leiden aber noch mehr Gnadenerweisungen verbunden waren. Wen Gott lieb hat, den sucht er heim, sagt die heilige Schrift. Du hast dem lieben Gott schon sehr viele Opfer gebracht und vielfach Beweise deiner Liebe zu ihm gegeben und dafür sollst du nun teilweise hier auf Erden schon belohnt werden.. Soweit ich dich kenne, und das sind schon viele Jahre, warst du immer demütig und suchtest nichts Außergewöhnliches..“

„Du wirst deinen Lohn für deine Opfer, für deine große Liebe zu Gott, für dein Vertrauen, für dein aufrichtiges Streben nach Herzensreinheit, für deine Liebe zur Muttergottes reichlich empfangen. Fahre nur fort in deinem Streben nach Vollkommenheit. Für das wenige, das ich etwa früher dazu beigetragen habe zu deinem frommen Leben bitte ich, daß du recht innig für mich beten möchtest.“ „Harre aus in deiner Liebe zum Heiland!“ „Möge dir der Seelenfriede zuteil werden, der ein kleiner Vorgeschmack jenes Friedens ist, der den braven und klugen Jungfrauen verheißen ist.“ So lauten die Urteile reifer und gebildeter Männer über die Jungfrau Barbara: Einfach, bescheiden, demütig, fromm, eifrig im Streben nach Tugend und Vollkommenheit. Das ist genau dasselbe Bild, das alle Leser und Freunde in heutiger Zeit von ihr auch gewonnen haben und für sie eintreten, nach Gerechtigkeit verlangen und auf Aufarbeitung dieser Schippacher Sache drängen, unbeirrt, mit glühendem Herzen und drängendem Verlangen, dafür beten, Geld spenden und um Verbreitung des geistlichen Nachlasses unermüdlich bemüht sind. Fürwahr! Die Schippacher Jungfrau Barbara hatte schon längst ein heiligmäßiges Leben geführt, als ihre späteren Gegner noch nicht einmal geboren waren! Barbara Weigand hatte schon längst die wahre Weisheit von Gott sich angeeignet, als spätere Theologen, die in ihrer Professorenweisheit über sie lächelten, noch nicht einmal das „ABC“ ihr Eigen nannten!
Aus ihrem Mainzer Aufenthalt stehen gleichfalls genügend Zeugnis zur
Verfügung, welche das Charakterbild der Jungfrau beleuchten. So äußerte
sich der damalige Provinzial der Kapuziner, P. Alphons, der durch acht Jahre ihr Beichtvater war: „Ich habe von jeher das Mädchen bewundert wegen ihrer tiefen Frömmigkeit, die ich oft von meinem Beichtstuhl aus beobachten konnte“; „Das Mädchen ist so einfach und anspruchslos und macht so gar nichts aus sich, und ich demütige sie immer so sehr und doch kommt sie immer wieder“. Von seinem Nachfolger P. Bonifaz O. Cap. erfuhr P. Felix Lieber, O.F.M., der ihn eigens um sein Urteil angegangen hatte, daß „er sich stets nur an ihr erbauen konnte, namentlich wenn er vom Beichtstuhl aus sah, wie Barbara in ihrer Klosterkirche so andächtig den Kreuzweg ging“. Bischof Haffner von Mainz nennt im Jahre 1896 Barbara „eine schlichte, tugendhafte und fromme Person“. Das Bischöfliche Ordinariat Mainz bestätigt amtlich unterm 14. August 1900, daß genannte Barbara Weigand durchaus den Eindruck einer braven Person macht“.

Stadtpfarrer Dr. Velte von St. Ignaz, zu dessen Pfarrei Barbara von 1885 bis zu ihrem Weggang von Mainz, also mehr als dreißig Jahre lang gehörte, äußerte sich am 30. März 1911 in einem Briefe also: „Wie vordem, so habe ich auch bis auf den heutigen Tag nichts Auffälliges an ihr gefunden und kann ihr nur meine Zufriedenheit aussprechen“, ein Lob, das er am 24. Juni 1912 in einem weiteren Briefe an P. Felix Lieber noch verstärkt: „Vorerst muß ich betonen, daß ich bereits von Anfang an, seitdem ich Barbara kenne, bis auf den heutigen Tag dieselbe nur günstig beurteilt habe. In ihrem ganzen Benehmen ist nichts Auffälliges, sie ist vielmehr stets anspruchslos, schlicht und bescheiden, so daß man aus ihrem Äußern ihre große Frömmigkeit nicht erraten kann“.

Pfarrer Riedmann, der von 1904 bis 1907 Lokalkaplan in Rück-Schippach war
und viel persönlich mit Barbara verkehrte, schrieb dem Verfasser im Jahre
1924, als ihm eine kleine Abwehrschrift, in der ich Barbara gegen die Presseangriffe etwas in Schutz genommen hatte, zu Gesicht gekommen war:
„Besonders freut mich, daß endlich die arme, zu Unrecht so angefeindete
Barbara Weigand ins rechte Licht gestellt wurde. Das war ein Akt der Gerechtigkeit. Die Charakteristik (sc. die ich in jener Schrift von der Jungfrau gab) entspricht ganz meiner Überzeugung“. Noch ausführlicher drückt er sein Urteil über die Jungfrau in einem Briefe vom 4. Mai 1943 aus, in dem er schreibt: „Ich hatte in Rück Gelegenheit genug, sie zu beobachten und kennenzulernen. Ihr Bild hat sich mir deutlich eingeprägt. Sie war damals kein schwächliches Weiblein, sondern von ungewöhnlich starker Körperkonstitution, von ernstem Charakter, klugen Augen; ihre Sprache war ruhig und abgewogen und sie ging still und in sich gekehrt ihre Wege. Niemals hörte ich von ihr ein unrechtes Wort; selbst wenn sie von ihren Feinden und Peinigern in Mainz sprach oder wenn die Rede war von den Gegnern des Kirchenbaues oder von Spöttern über ihre Offenbarungen, war sie ganz sachlich und im Ausdruck vorsichtig und zurückhaltend. Ich kann mich auch nicht erinnern, daß sie jemals in ein unliebsames Gerede verwickelt worden sei, wie es bei der Schwatzhaftigkeit der Frauen oft vorkommt. So weit und so lange ich sie in Rück beobachtete, führte sie ein stilles, zurückgezogenes und frommes Leben.

Das Charakterbild der Barbara Weigand steht in meinem Gedächtnis in durchaus günstigem Lichte. Ich hatte genug Gelegenheit, diese fromme, in der Öffentlichkeit vielumstrittene Frau genau kennenzulernen, ihr Verhalten zu beobachten und auch in ihr Herz einen Blick zu tun. Sooft ich mit der Barbara Weigand zusammentraf, gewann ich den Eindruck, daß ich eine tieffromme, reine, demütige, edeldenkende Frauengestalt vor mir hatte, die ich für besonders von Gott begnadet hielt und zu der ich mit Achtung und Ehrfurcht aufblickte. Ich zweifle nicht daran, daß wir in der Barbara Weigand eine auserwählte, von Gott hochbegnadete Seele einer Heiligen erkennen.“ So der einstige Seelsorger von Schippach. Denselben Eindruck von der Jungfrau gewann auch der Nachfolger Riedmanns, Lokalkaplan und spätere Pfarrer und Geistliche Rat Martin, wie aus seinem Briefe vom 15. Mai 1913 an den Bürgermeister von Schippach ersichtlich wird, wo Martin schreibt:
„Ich bin fest überzeugt, daß die Babett eine fromme, heiligmäßige Person
ist.“ In dieser Überzeugung konnten ihn ebensowenig wie seine Vorgänger oder den Schreiber dieses Buches die späteren Angriffe der Presse oder selbst kirchlicher Behörden gegen die Jungfrau irremachen, da er die Beweggründe und das schwache Fundament dieser Angriffe nur zu gut durchschaute.

Hören wir beispielsweise, was dieser ehemalige Schippacher Seelsorger am
13. Dezember 1943 an die Nichte Maria Weigand schreibt: „Ich werde mir Mühe geben, die Gebetsandenken an die richtige Stelle zu bringen, damit die Menschen anfangen, Ihrer seligen Tante Gerechtigkeit widerfahren zu lassen. Alle, die Ihre Tante persönlich gekannt haben, die das Glück hatten, ihren tiefen Glauben kennenzulernen und ihre feurige Liebe zum Heiland im allerheiligsten Sakrament, die urteilen ganz anders über die Verstorbene als jene, die ihre dürftigen Schriften verdreht haben. Ihr Werk ist bestimmt Gottes Werk.. Nach und nach dringt die Wahrheit siegreich durch.“ „Es treibt mich - einzig das Bestreben, die gottselige Tante besser kennenzulernen und sie und ihr Werk noch lauter zu verteidigen.“

So auch Geistlicher Rat Dekan Martin, der von 1907 bis 1912 Seelsorger in Rück-Schippach war. Auch die offiziellen Kreise an der Bischöflichen Behörde in Würzburg hatten vor dem Ausbruch der Zeitungshetze von Barbara Weigand nur die allerbeste Meinung. So rühmte der bischöfliche Visitationskommissär Domvikar Stahl im Mai 1913 Barbaras Unterwürfigkeit unter den Bischof. Das Bischöfliche Ordinariat Würzburg hielt noch im Oktober 1914 seine Hand schützend über die Jungfrau und sprach von ihr im amtlichen Publikationsorgan als „einer im Rufe der Frömmigkeit stehenden Person“.

Domkapitular Stahler mußte noch am 1. März 1916 im Kultusministerium zu München den lauteren Charakter der Jungfrau bestätigen. Die Reihe der günstigen Urteile über die Jungfrau ließe sich leicht vermehren, aber nur einige können hier noch Erwähnung finden. Geheimrat Professor Dr. Ludwig in Freising, im Jahre 1916 ein Gegner Schippachs, meinte aber in einem Briefe vom Juli 1941: „Im Gegensatz zu N. hielt ich stets Barbara für eine sehr fromme, brave Person. Der verstorbene Kardinal Bettinger stimmte mir zu.“ P. Joseph Bergmiller S.D.S., ein ausgezeichneter Kenner der Schippacher Bewegung, schrieb dem Verfasser wenige Wochen vor seinem Tode (26. September 1942): „Ich, Unterzeichneter erkläre vor Gott und meinem Gewissen und im Angesichte des Todes, den ich in kurzer Zeit erwarte, daß ich in den ca. 30 Jahren seit 1913, in denen ich mit Barbara Weigand von Schippach bekannt bin, dieselbe immer sowohl im Umgang wie im schriftlichen Verkehr als höchst ehrenwerte, fromme, wahrheitsliebende und in jeder Hinsicht tugendhafte Jungfrau kennen gelernt habe. Nie, auch nicht in den Jahren ihrer schwersten Verfolgungen und öffentlichen Verleumdungen, in denen ihre Gegner kaum weiter mehr hätten gehen können, bin ich an der Ehrlichkeit und Gewissenhaftigkeit ihrer Person irre geworden. Oft äußerte ich in jenen traurigen Jahren den Zweiflern gegenüber, daß ich für die Wahrheitsliebe der Barbara Weigand die Hand in das Feuer legen würde.“

Ähnlich äußerten sich ihre langjährigen Seelenführer P. Ludwig O. Cap. und P. Felix O.F.M., die seit dem Jahre 1900 lange Schreiben voll des Lobes an die bischöflichen Behörden von Mainz und Köln richteten. Hören wir beispielsweise was P. Felix am 19. März 1911 an seinen Ordensdefinitor berichtet: „Als Seelenführer konnte ich nur konstatieren, wie demütig und gehorsam sie sich all meinen Anordnungen und denen ihrer Beichtväter unterwarf und wie sie dabei die geradezu heroischen Tugenden übte, so daß sie mir persönlich - salvo meliori judicio Ecclesiae - als eine „Dienerin Gottes“ vorkommen mußte und ich sie auch mit innerster Überzeugung als solche betrachte.“

Dekan Roth, der Barbara seit vielen Jahren persönlich kannte und nach
seiner Emeritierung in Schippach Wohnung nahm, fällte in einem Briefe vom
14. Mai 1943 das folgende ehrende Urteil über die Gottesfreundin von Schippach: „Sieben Jahre war ich hier in Schippach mit Barbara Weigand zusammen. Ich habe genau zugesehen und von ihr den allergünstigsten Eindruck gewonnen. Ganz besonders freue ich mich darüber, daß ich ihr so oft die heilige Kommunion reichen und weiterhin sooft im Krankenzimmer (sc. in den letzten Lebensjahren) den heiligen Leib ihres geliebten Meisters spenden durfte. Immer sah ich bei ihr denselben freudigen, felsenfesten Glauben an die Gegenwart Christi im allerheiligsten Altarssakramente und immer erklang aus ihren Gebeten, wenn sie oft laut betete, dieselbe innige Liebe zu ihrem göttlichen Meister heraus - ohne jegliche Frömmelei, eine kerngesunde Frömmigkeit und Christusliebe, wie sie nur glüht in den Herzen treuer Gotteskinder. Oft blieb ich eigens etwas zurück, um Zeuge dieses einfachen, kindlichen, aber innigen Gebetes zu sein, und war oft davon bis tief in die Seele hinein ergriffen.“ Pfarrer Weihmann von Schifferstadt (Diözese Speyer), dessen eucharistische Seelsorgetätigkeit weit über die Grenzen seiner Diözese hinaus bekannt geworden ist, leitet den Segen Gottes für seine außergewöhnlichen Erfolge vom Gebete Barbaras her und scheut sich nicht, in seinem Bittgesuch vom 1. Mai 1943 an den Heiligen Vater seine Eindrücke über die Jungfrau anschaulich wiederzugeben: „Ich konnte Barbara Weigand öfters besuchen und tiefen Einblick in den Beginn ihrer Begnadigung und in ihr reiches Innenleben gewinnen, das noch in den neunziger Jahren von Liebe zum eucharistischen und leidenden Heiland glühte. Bei einem Kreuzweg, den sie laut und frei aus dem Herzen vorbetete, war ich von ihrer zarten Christusmystik ganz ergriffen.. Ich beobachtete, wie Leute vom Dorf zu ihr kamen und sie in dringenden Anliegen um ihr Gebet baten.“

Wie ihr Diözesanbischof, Seine Bischöflichen Gnaden Ferdinand von Schlör, seit seinem Bekanntwerden mit Barbara im Jahre 1907 der Frömmigkeit, Uneigennützigkeit und den bekannten edlen Bestrebungen der Jungfrau seine uneingeschränkte, mitunter in augenfälligen Kundgebungen sich offenbarende Liebe zuwandte, so zeichnete sie Bischof Ludwig Maria Hugo von Mainz mit eigenhändig geschriebenen Briefen aus und ließ sich durch die Akten und Aktionen seines Ordinariates nicht beirren, seine Verehrung für die demütige Opferseele freimütig zum Ausdruck zu bringen und „mit größter Hochachtung von Barbara Weigand als einer zwar derben, aber durchaus ehrlichen, frommen, opferstarken, ja heiligmäßigen Person“ zu sprechen.

Als der Heilige Vater Papst Pius XII., der als Nuntius in München in viele Aktenstücke über Barbara Weigand hatte Einblick nehmen können, am 6. September 1941 um Seinen hohepriesterlichen Segen für die hochbetagte Gottesfreundin gebeten wurden, zögerten Seine Heiligkeit keinen Augenblick, der greisen Opferseele von Schippach diesen Erweis Seiner Huld und Liebe zu schenken. Ihr letzter geistlicher Vorgesetzter, Pfarrer Joseph von Traitteur in Rück, widmete der edlen Verstorbenen einen tiefempfundenen Nachruf am Grabe, in dem er die edle Gesinnung, die Opferbereitschaft, die Uneigennützigkeit, die Demut und den Gebetseifer der Verstorbenen laut und feierlich rühmte und die Zuversicht aussprach, daß ihr Gott wohl ohne Fegfeuer die Aufnahme in den Himmel gewährt habe: „Am Vorabend des zweiten Fastensonntags ist sie in die Ewigkeit eingegangen, jenes Sonntags, dessen Evangelium uns von der Verklärung Jesu auf dem Berge Tabor berichtet. Es mag sein, daß während wir dieses Evangelium hörten, ihre reine Seele schon in die Herrlichkeit des Himmels eingegangen war und sie den Heiland in seiner Verklärung schauen durfte“.

Am 25. März 1918 schrieb der Seminar-Bibliothekar Dr. theol. Franz Baeumker auf dem Hintergrund der öffentlichen Hetze und Verleumdungen gegen Barbara Weigand den folgenden Brief an den Bischof von Mainz, Dr. Georg Heinrich Kirstein:

„Eure Bischöflichen Gnaden! Hochwürdigster Herr Bischof!
Durch die wiederholten Veröffentlichungen in unserem Kirchlichen Anzeiger und die Dr. Brander‘sche Artikelserie in der Passauer Monatsschrift 1916/7 ward ich auf den Fall Barbara Weigand aufmerksam. Sie wird hauptsächlich eucharistischer Irrtümer bezichtigt, und dies zum Stützpunkt für die Ablehnung zweier kirchlich bereits bestätigter Werke gemacht, des Eucharistischen Liebesbundes, und der staatlicherseits genehmigten, bereits im Bau befindlichen Sakramentskirche von Schippach. Wegen meines besonderen Interesses für Dogmatik und deren Fülle, die christliche Mystik, prüfte ich die Anklagepunkte und Entgegnungen wissenschaftlich nach, erhielt auch und benutzte eine weitere Drucksache und eine Reihe hektographischer Vervielfältigungen der angeblichen Offenbarungen. Mein Ergebnis war, daß für mein wissenschaftliches Erkennen Dr. Brander in allen Punkten die Weigand zu Unrecht anklagt. Ich stelle hier nur kurz vier Punkte zusammen mit kurzer Erläuterung:

1. Die Lehre vom eucharistischen Leiden Christi und der Christen, speziell der Barbara: Christus leidet der Weigand gemäß nicht mehr - Kirchenlehre - und leidet doch noch - trifft zu, da seit uralten Zeiten die Lehre von der mystischen Schlachtung in der Eucharistie gang und gäbig ist. Daß aber die Christen an ihrem Leibe ergänzen müssen, was dem Leiden Christi noch mangelt, lehrt der heilige Paulus. Dieses Mitleiden speziell in Vereinigung mit dem im Sakrament gelästerten Heiland, der durch die Sünden besonders dort „noch einmal gekreuzigt wird“, wird zutreffend und schlagend als „eucharistisches Leiden“ auch bei den also mitleidigen Christen bezeichnet. Indem Barbara dieser zusammenfassenden Auffassung huldigt, ist sie mithin vollkommen im Recht. Wenn aber Herrn Dr. Brander das Verständnis für das so ganz recht verstandene Leiden des Heilandes so wenig übrig hat, daß er sogar da, wo man noch christliches Mitleiden fühlt, die Anklage vor aller Welt auf Häresie erhebt und die solide Frömmigkeit im allgemeinen und die im besonderen einer braven Frau lächerlich macht, so verdient er die schärfte Zurückweisung, natürlich nicht in der Form, aber in der Sache.

2. Es soll das Priestertum geleugnet sein. Barbara sagt nur, daß das Opfer der Priester allein wenig nütze, aber wenn viele Gläubige mitopferten, dann dringe die Gnade in das Dorf. Das ist dogmatisch ganz korrekt, denn wenn auch der Priester allein das Opfer in der Doppelwandlung vollzieht, so bringt es seine vollen Früchte nur durch Anteilnahme der Gläubigen. Die Aussage ist aber auch für die zeitigen Verhältnisse vielerorts zutreffend, weil der Besuch der heiligen Altargeheimnisse, nicht erst von heute, stark nachgelassen hat.

Der Donnerruf von Pius: Zurück zur Eucharistie! hat die vor allem mit Luthers Kampf gegen die Einheit der Welt in der Eucharistie einsetzende Auseinanderreißung bis zum Greuel bei Priestern, dem Modernismus, und den jetzt auf der Höhe tobenden Donnern des Weltkrieges nicht mehr vollkommen verhindern können. Lange vor Pius warb Barbara m. W. im Sinne des Papstes für die häufigere heilige Kommunion, will nun, gewiß nicht aus teuflischer Eingebung, das Priestertum durch einen eucharistischen Bund und eine die Kommuniondekrete feiernde Sakramentskirche stützen helfen, und erfährt, aber nicht von allen Priestern, die Anklage des Kampfes gegen das Priestertum. Auch Pius hat gegen das Priestertum gekämpft, alle Priester den Modernisteneid schwören lassen; aber doch nicht gegen jedes Priestertum, sondern gegen das gottesverräterische im innersten Heiligtum. Hat nicht der hochwürdigste Herr Bischof Haffner, einer der Vorgänger von Hochderselben auf dem Stuhle des heiligen Bonifatius, vom Würzburger Professor Schell einmal gesagt: „Ich stelle Schell auf dieselbe Stufe wie Hoensbrech; sie sind beide Verräter an der Kirche“. Ist die Kunde von Schell nicht auch ins Volk, wohl auch zu der Weigand, gedrungen? Hätte sie da nicht recht gehabt, nicht bloß von einer gewissen Verweltlichung, sondern noch Schlimmeren beim Klerus, aber gewiß nicht beim ganzen, zu reden?

3. Die Verdienste Christi sind nach der Barbara in erster Linie die Seinen, müssen aber durch Aufnahme ins Eigentum der Gläubigen übergehen; die einzig richtige Lehre, die Christus sowohl wie der Mitwirkung der Gläubigen gerecht wird. Wenn die Weigand wünscht, daß die Gläubigen fleißiger davon Gebrauch machen möchten, so kann man damit, zumal jetzt im Krieg, nur einverstanden sind.

4. Wenn die Kommunion Speise ist, so ist das kein Hindernis, daß sie selber wieder den Gnadenverkehr Christi mit der Seele fördern soll, durch eben ihre Speisung und daher Kräftigung. Christus sagte bei Einsetzung der heiligen Kommunion: „Wir werden zu Ihm kommen, und Wohnung bei Ihm nehmen“. Wer wenig da von Christus hört, der liebt auch weniger. Freilich gehört das

Maß der gnadenvollen Ansprache Jesu dort zu Seiner freien Gnadenwahl, der sich nicht bloß der Wissenschaft, aber allzeit mit besonderer Vorliebe den Einfältigen verpflichtet hat. Ausführlicher faßte ich dies mit anderem am 24. Januar, 2. und 16. Februar d. J. in drei Schriften an den hochwürdigsten Bischof v. Schlör in Würzburg zusammen, der auch noch Schell zur Behandlung hatte, ohne daß bis jetzt ein Entscheid eingelaufen ist. Da die Barbara häufig in Mainz Aufenthalt nimmt, auch hochderselben Ordinariat bereits mehrfach beschäftigt hat, trage ich die Sache dieser wahrhaft armen Person, persona misera, auch vor hochderselben Richterstuhl, mit der Bitte, ohne Furcht vor dem Lächeln der Protestanten und dem Widerstand von Priestern, aber in der Kraft des heiligsten Amtes für „Wahrheit, Milde und Gerechtigkeit“ auszuziehen und zu zeigen, daß „gegen die Wahrheit nichts aufzukommen vermag“ (vergl. Weish. 7,30).“

 

Einer der engagiertesten Befürworter der Veröffentlichung der Schippacher Schriften ist auch der gleichfalls inzwischen verstorbene Altabt Dr. Thomas Niggl OSB, Ettal. In einem bisher noch nicht veröffentlichten Beitrag, der als Vorwort zu den Büchern gedacht war, bekennt Altabt Dr. Niggl sich zu Barbara Weigand wie folgt: Der damalige Bischof von Mainz, der Hochwürdigste Herr Bischof Paul Leopold Haffner, ein tapferer Verteidiger der Kirche in der Kulturkampfzeit, hat am 28. Juni 1896 ein schriftliches Urteil über die Schriften von Barbara Weigand abgegeben; es lautet: „Gegen den Glauben verstoßen die frommen Ermahnungen, Betrachtungen und Ergießungen nicht; sie übersteigen aber nicht die Linie der gewöhnlichen frommen Anschauungen, welche in Gebetbüchern, Predigten und Betrachtungen sich finden, und können darum wohl natürlich erklärt werden.“ Kein geringerer als P. Peter Lippert SJ. spricht bei der Erwähnung von Barbara Weigand von “einer ganz dem Übernatürlichen zugewandten, tiefgläubigen und mit großer Liebe der Kirche anhangenden Seele“.

Es gab auch Theologen, die an ihren an die Mystik heranreichenden Gedanken Anstoß nahmen, wenn sie zum Beispiel von einem bräutlichen Verhältnis der Seele zu Jesus Christus sprach. Darauf gab P. Lippert eine Antwort, die genau auf unsere Zeit paßt: „Ist das katholische Denken und Beten von heute bereits derart herabgestimmt, daß man schon an solchen traditionellen, warmkatholischen Ausdrücken Anstoß nimmt? Dann möge man zusehen und bei Zeiten dazutun, daß dieser Zeitgeist und diese Scheu von Schippach nicht noch manch anderes Stück echt katholischen Denkens und Fühlens hinwegreißt!“

Diese Urteile über Barbara Weigand und der tiefe Eindruck, den die Schriften auf mich machen, haben mich bewogen mitzuhelfen, daß diese wertvollen, tiefgläubigen Gedanken, ein wahres Gegengift gegen unseren rationalistischen, liberalisierenden und modernistischen Zeitgeist, allen Mitgliedern des Eucharistischen Liebesbundes verfügbar gemacht werden, damit sie mit umso größerem Eifer und umso ehrfürchtiger die heilige Eucharistie empfangen, verehren und anbeten. Nicht zu übersehen ist auch der prophetische Charakter dieser Aussagen, welche die Übel und Mißstände, auch in der Kirche, anprangern und beim Namen nennen. Vielleicht darf ich dazu auf einen Vortrag von Bischof Michael von Faulhaber, dem späteren Kardinal, erinnern, den er vor jungen Priestern in Würzburg im Jahr 1914 gehalten hat, wie Barbara Weigand in einem Brief berichtet: „Wir Priester sind eigentlich die unglücklichsten Menschen auf der Welt, weil niemand sich getraut, uns die Wahrheit zu sagen, wenn wir etwas Unrechtes gemacht haben. Die Un- und Irrgläubigen lachen und spotten darüber, aber hinter unserem Rücken, die Gläubigen betrüben sich, trauen sich aber nicht, uns die Wahrheit zu sagen.“

Ein Berliner Sonntagsblatt schrieb über Schippach: „Die Ruine des Kirchenbaues von Schippach müsse bis zum Ende der Welt zur Schmach für die Barbara Weigand und dem ganzen katholischen Volk zur Warnung stehen für seine Leichtgläubigkeit.“ Daraufhin ließ der Herr Sich herab, ihr zu antworten: „Beruhige dich, Meine Tochter! Die Ruine steht da, nicht zur Schmach für dich, sondern als Mahnung für Meine Diener. An diesem Werk in Schippach will Ich den Glauben und die Demut Meiner Priester prüfen. Hier scheiden sich die Geister. Die Kirche wird gebaut. Und weil man nicht annehmen will, was Ich dir versprochen habe, werde Ich auch noch meine Tenne säubern müssen. Das große Blutbad, das Ich über die Menschheit verhängte, kann wenig nützen, wenn die Menschen nicht zu ihrem Gott zurückkehren. Das muß ich anfangen in Meiner Kirche. Anstatt aber die Worte die Ich jahrzehntelang diesbezüglich mit dir redete, zu befolgen, wird das Innewohnen in der gläubigen Seele zur Ketzerei gestempelt.

Darum verlange Ich, daß das ganze Priestertum sich selbst mehr verinnerliche und vom Priester aus das innere Gebetsleben auf das Volk übertragen werde. Sage dies deinen geistlichen Vorgesetzten.“

Und in einem anderen Brief vom 3. August 1916 zitiert Barbara Weigand den Herrn: „Solange Meine Diener all das, was Ich durch dich gesprochen habe, verdrehen und den Kirchenbau aufhalten, werde Ich meine Arme nicht zurückziehen. Im Gegenteil. Ich werde sie, wenn sie den Friedenstempel nicht mit Freude begrüßen und fördern, eine harte Prüfung bestehen lassen.“
Die Größe des Widerstandes wird ersichtlich aus ihrem Brief vom 6. März 1918:
Am 3. März wurde mir wieder vom Ordinariat ein Schreiben zugestellt, wo aufs neue meine Schriften als Ketzerei verworfen, der Liebesbund und der Bau der neuen Kirche verworfen sind. Und ich wurde aufgefordert, zur Unterschrift meines Namens, daß ich alles, was in den Schriftenaufgezeichnet ist, als Täuschung verwerfen und widerrufen müsse. Ich kann aber gegen Pflicht und Gewissen nicht handeln und sagen: Was Wahrheit ist, ist Lüge. Darum mußte ich meine Unterschrift verweigern und legte Berufung ein, daß ich mich an den Heiligen Stuhl nach Rom wenden werde. Beten Sie aber weiter für mich, daß der in Seiner Todesangst blutschwitzende Erlöser mich in meiner großen Not weiter stärkt und den Sieg dieses inneren Kampfes mit dem Sieg unseres Herrn gegen die äußeren Feinde bald herbeiführe.

 

Der Eucharistische Liebesbund des
göttlichen Herzens Jesu

Kernpunkt des Eucharistischen Liebesbundes nach dem Schrifttum der Barbara Weigand ist doch: die Verehrung und Verherrlichung des Herrn in der heiligen Eucharistie. Dazu dient „Der Eucharistische Liebesbund des göttlichen Herzens Jesu“. Gewiß hat das Gebet und das Leiden der Barbara Weigand viel dazu beigetragen, daß der heilige Papst Pius X. das berühmte Kommuniondekret erließ, das die Frühkommunion empfiehlt und den häufigen Kommunionempfang - zum größten Erstaunen vieler damaliger kirchlicher Behörden. Als Zeichen der Dankbarkeit für dieses große kirchengeschichtliche Ereignis soll nach dem Willen Gottes eine vom Herrn Selbst beschriebene Eucharistische Kirche in Schippach gebaut werden. Es zeichnet sich ab, daß das kommende Zeitalter ein Eucharistisches sein wird, das mit dem Triumph des Unbefleckten Herzens Mariens beginnen wird. Der Eucharistische Liebesbund soll einen Damm bilden gegen die anschwellende Verunehrung des Allerheiligsten Altarsakramentes. So sagte der Herr zu Barbara Weigand: „Einen Damm will Ich bilden. Dieser Damm soll entstehen aus allen Klassen von Menschen, vom Papst angefangen bis herunter zum Hausknecht, bis zur letzten Dienstmagd, von der Ordensfrau bis zur armen Ehefrau im ärmsten Dachstübchen. Diese sollen vereint beten, den Himmel bestürmen um das Wohl der Völker, damit Meine Kirche wieder aufblühe, wieder auf den Leuchter gestellt werde, von wo aus alle Völker der Erde sie sehen können.“

Wir kommen zum Schluß der Schippacher Leidensgeschichte und die Enthüllungen, die wir in dieser Verteidigungsschrift zusammengetragen haben. Erinnern wir uns: „Das Ende von Schippach.“ Unter dieser möglichst groß und fett gedruckten Überschrift erschien um diese Zeit „wie auf Kommando und offenbar von einer Stelle ausgehend“ in den katholischen Tagesblättern, Sonntagsblättern und Zeitschriften ein Artikel, um die Mit- und Nachwelt den endlichen und endgültigen Sieg eines langjährigen Pressefeldzuges gegen die Schippacher Sache und seine Getreuen zu verkünden.

Pressefehde! 
Und auch diese Pressefehde ging um die Welt und 
verbreitete die unsäglichen Lügen über den wahren 
Sachverhalt der Schippacher Sache: „Die Würfel sind 
gefallen. Schippach ist verurteilt! 

Die höchste kirchliche Instanz, die Kongregation des heiligten Offiziums, hat
sich unter dem 25. Juni 1917 gegen die Offenbarungen der Barbara Weigand, gegen den Eucharistischen Liebesbund und gegen den geplanten Bau einer Sakramentskirche in Schippach ausgesprochen. Das ganze große religiöse Unternehmen, das von Schippach ausging und in den letzten Jahren die Gemüter aufregte, ist verworfen und verurteilt.“

Zu prüfen war, ob wirklich Rom, das Heilige Offizium oder der Papst oder andere Päpste in der Nachfolge auf dem Stuhle Petri, damals eine Entscheidung in der Sache getroffen und die Offenbarungen und/oder die Sakramentskirche in Schippach „verworfen und verurteilt“ hat? Gibt es auch heute noch katholische Geistliche, die - auf der Grundlage aller verfügbaren Urkunden, Dokumenten und schriftlichen Nachweise - weiterhin oder gar als neu hinzugetretene Neuwisser die Behauptung aufrecht erhalten oder gar immer noch aufzustellen wagen, in der Antwort des Heiligen Offiziums vom
25. Juni 1917 sei eine Verwerfung und Verurteilung von Schippach enthalten? Dabei ist die Sache doch übrigens sehr einfach und bietet selbst den Laien bei einiger Überlegung keine Schwierigkeiten hinsichtlich der richtigen Deutung der Antwort des Heiligen Offiziums. Wie lautet denn die Antwort? Sehr kurz und sehr einfach: „Die Bischöfe mögen nur von ihrer Machtbefugnis Gebrauch machen.“ Einige Fragen seien da erlaubt: Kann der (ein) Bischof den Eucharistischen Liebesbund genehmigen? Ohne Zweifel, denn es ist ja sein Recht, von dem ihm durch die „Entscheidung“ Roms nichts genommen ist. Kann sich der Bischof von A., wenn er den Liebesbund genehmigt, auf die „Entscheidung“ Roms berufen? Ja, er kann es natürlich! Acht verschiedene Bischöfe im deutschsprachigen Raum haben dies allein für sich getan. Die Genehmigung eines Gebetsvereins, also den Liebesbund, gehört nämlich zu dem Rechte, der Machtbefugnis des Bischofs und Rom hat außerdem noch „entschieden“, daß die Bischöfe nur von ihrem Rechte, von ihrer Machtbefugnis Gebrauch machen mögen. Aber Würzburg hat bis heute noch nicht sein damaliges Verbot des Eucharistischen Liebesbundes aufgehoben und mit ihr auch andere deutsche Bischöfe noch nicht! Das könnte sich für manche der Verantwortungsträger in der Schippacher Sache noch verhängnisvoll ausmachen.

Dabei waren und sind die Bestrebungen des Liebesbundes innerlich zu gut, um endgültig abgetan zu sein. Jene Ideen trugen zu deutlich den Stempel eines zeitgemäßen Laienapostolates, wie es in den Enzykliken des Papstes Pius X. und später Pius XI., besonders auch in dessen Forderung nach der Katholischen Aktion, ausgesprochen ist. Einige Jahre vergingen. Da griff der Salvatorianer Pater Angelicus Bugiel in Temesvar (Ungarn), durch den elsässischen Maler Asal mit den Schriften der Barbara Weigand bekanntgemacht, die Angelegenheit wieder auf, nachdem er zuvor schon an da er in dem Bunde eine äußerst zeitgemäße Einrichtung erblickte und deshalb die Verzögerung der Approbation sehr bedauerte. So setzte er sich im Herbst 1913 mit P. Felix Lieber in Verbindung, der ihm unter Übersendung seines Statutenentwurfs von seinen Erfahrungen in Köln und Mainz Mitteilung machte. P. Angelicus, der von seinem Oberen wiederholt als einen theologisch gründlich geschulter und tieffrommer Ordensmann bezeichnet wurde, hatte sich damals krankheitshalber nach Meran begeben, wo er im Frühjahr 1914 die Bekanntschaft des Prälaten Hutter machte, des Generalvikars für den deutschsprechenden Teil des Fürstbistums Trient, eines gebürtigen Meraners, der sich zur gleichen Zeit zur Kur in seiner Vaterstadt aufhielt.

P. Angelicus machte ihn mit ausdrücklicher Genehmigung seines Oberen, wie mir dieser schriftlich bestätigte, mit den Schriften der Barbara Weigand, mit der geplanten Sakramentskirche und dem Eucharistischen Liebesbund bekannt und fragte ihn, ob die Statuten die kirchliche Genehmigung erlangen könnten. Auch sein Oberer hatte in der Sache Besprechungen mit Generalvikar Hutter. „Prälat Hutter“, so heißt es in dem Bericht des damaligen Hausobern zu Meran weiter, „war ein großer Sakramentsverehrer und sagte ihm, er solle die Sachen da lassen, damit er sie durchsehen und studieren könne, und solle nach einigen Tagen sich Antwort holen. Prälat Hutter sagte ihm dann, daß die Sache auch abgesehen von den Offenbarungen in sich gut sei und approbiert werden könne; er solle eine Eingabe schreiben und ihm bringen. Doch solle er nichts über den Ursprung des Eucharistischen Liebesbundes berichten, da die Sache ja in sich gut und empfehlenswert sei.“

Hocherfreut sandte dann P. Angelicus nach erneuter schriftlicher Rücksprache mit P. Felix unter Vornahme kleiner redaktioneller Änderungen im Text das Manuskript der Statuten an das Fürstbischöfliche Generalvikariat in Trient mit der Bitte um Approbation und Druckerlaubnis, die von der genannten Behörde unterm 6. April 1914 in aller Form erteilt wurde. Damit hatte der Liebesbund seine offizielle kirchliche Approbation gefunden in jenem Texte, wie ihn die Liebesbundzettel des Verlags Ars sacra in München enthalten. Von ganz unwesentlichen Änderungen abgesehen, ist es derselbe Text, den wir oben im Entwurf von P. Felix Lieber vom Juni 1909 und in dem in diesem Buche ebenfalls schon wiedergegebenen Morgen- und Abendgebet kennengelernt haben.

Weitere Approbationen kirchlicher Behörden kamen nun in rascher Folge. Da die Drucklegung der Statuten dem Münchner Kunstverlag Ars sacra übertragen wurde, mußte die Druckerlaubnis des Erzbischöflichen Ordinariates München-Freising eingeholt werden, die unterm 29. Mai 1914 erteilt wurde. Andere Ordinariate folgten nach. Die Übersetzung ins Italienische besorgte ein Mitglied des Generalates der Salvatorianer in Rom, die Approbation erteilte der Erzbischof von Salerno. Es folgte bald eine ungarische Übersetzung mit Approbation der Bischöfe von Temesvar und Fünfkirchen sowie jene des Ordinariates von Augsburg; dann kamen eine französische und eine englische Übersetzung und Approbation in Ländern dieser Sprachgebiete. Die englische Übersetzung ging auch nach Amerika.

Die übrigen fremdsprachigen Ausgaben wie polnisch, russisch, böhmisch, slowakisch wurden von Salvatorianern besorgt; eine spanische kam bald dazu, eine holländische folgte 1915 mit der Approbation des Bischofs von Hertogenbosch. So hatte sich dieser Bund des Friedens mitten im Weltkriege durch die gütige Vorsehung Gottes fast in der ganzen Welt verbreitet und die Prophezeiung der Urheberin vom Dienstag in der Bittwoche 1896 hatte ihre buchstäbliche Erfüllung gefunden: „Wenn die Priester eurer Heimat es nicht anerkennen wollen, dann werde ich Meinen Willen doch ausführen; Ich werde sie dann umgehen und Mir andere Personen aussuchen.“

Es ist und bleibt unbestritten und auf ewig eine unumstößliche Wahrheit: Barbara Weigand von Schippach erhielt vom Herrn den Auftrag zur Gründung des Eucharistischen Liebesbundes. Dieser Liebesbund soll ein rettender Damm sein gegen die allgemeine Glaubenslosigkeit, Vergnügungssucht, Kreuzesflucht, eine Gebetsarmee unter allen Ständen.

Die Mitglieder sollen sich auszeichnen durch Kreuzesliebe, Sühnebereitschaft, Hingabe ihrer selbst, Förderung des eucharistischen und kirchlichen Lebens, Unterstützung des Priestertums, Wahrung der Rechte der heiligen Kirche. Ist Barbara Weigand nicht auch hier, in der Katholischen Aktion, bahnbrechend vorausgeeilt? Der große Papst Pius XI. hat die Idee seiner Katholischen Aktion so schön und klar zusammengefaßt in seinem durch ihn mit einem vollkommenen Ablaß ausgezeichneten Gebete: „O Jesus Christus! Wir huldigen dir als dem König der Welt. Verfüge daher über mich als Dein Eigentum. Ich verspreche als ein guter Christ zu leben, alle Kräfte aufzubieten, um den Rechten Gottes und der Kirche zum Siege zu verhelfen. Dir übergebe ich meine armseligen Handlungen. Mögen alle Herzen Dein heiliges Königtum anerkennen und so Dein Friedensreich auf der ganzen Welt fest begründet werden!“ Genau dasselbe Ziel hatte sich der von Barbara Weigand gegründete Eucharistische Liebesbund gestellt.

Und es bleibt auch wahr: Die Schippacher Angelegenheit, d. h. die Frage nach den Offenbarungen der Barbara Weigand, der Liebesbund und der Bau der Sakramentskirche berühren vor allem, wenn nicht ausschließlich, das religiöse, das kirchliche Gebiet. „Kann es dem Laien, dem nicht theologisch gebildeten und geschulten Laien verboten sein, ein Wort mitzureden und auch seine Meinung in die Waagschale des Pro und Contra, des Für und Wider werfen zu wollen, wenn man allerdings gleichzeitig ernsthaft bedenken möchte, daß Jesus Christus Seinen Aposteln anvertraut hat, die gesunde Lehre, das heilige Evangelium zu verbreiten und darüber recht zu sprechen und dafür oberer Lehrer in seiner Gemeinde sein zu wollen und sonst niemand, nur noch der Papst in Rom als höchster Lehrer, Richter und Verkünder der göttlichen Botschaft vom Reiche Gottes. Das verwerfliche in der Schippacher Sache ist doch vordergründig die Tatsache, daß eine religiöse und theologische Frage von geistlicher Seite der Tagespresse zur Behandlung überwiesen und überantwortet wurde und wohl immer noch wird. Der Glaube der Schippacher Jungfrau an diese ihre Sendung ist unerschütterlich, ihr Mut in der Durchführung des ihr gestellten Auftrages unbeugsam.

Sie sieht die Rettung der Welt nur durch die heilige Eucharistie; das kommende zwanzigste Jahrhundert wird ein eucharistisches Jahrhundert werden. Bald nach dem Tode ihres Oberhirten, des Bischofs Haffner, erhält sie am dritten Freitag im Januar 1900 von der inneren Stimme die Aufforderung, auch zum neuen Bischof zu gehen und ihm den Willen des Herrn zu eröffnen. Sie wendet sich gleichzeitig brieflich an einflußreiche Geistliche; am 5. Januar 1902 mit einem ausführlichen Schreiben an alle Bischöfe des deutschen Sprachgebietes. Man erkundigt sich beim Ordinariat in Mainz nach der merkwürdigen Prophetin. Folge: neue Verhöre, Ablehnung ihrer „überspannten“ Ideen, Predigten gegen die Oftkommunion, Schweigegebot, zeitweise Ausschluß vom Empfange der heiligen Kommunion; Heilige Stunde und die Herz-Jesu-Ehrenwache werden beargwöhnt, befehdet und verboten.

Alle ihre Bemühungen scheinen vergeblich, da besteigt ein neuer Bischof den Stuhl des heiligen Bonifatius und wie ein Blitz aus heiterem Himmel fährt das Dekret Papst Pius X., vom 20. Dezember 1905 über die häufige und tägliche Kommunion in die überraschte hierarchische und theologische Welt. Darin bestimmt der Stellvertreter Christi, es solle die häufige und tägliche Kommunion den Christgläubigen jeden Standes und Berufes freistehen; niemand, der mit aufrichtiger Gesinnung sich dem heiligen Tisch nahe, dürfe zurückgehalten werden, die Beichtväter sollten sich hüten, den Kommunionempfang zu erschweren. Barbara, die eucharistische Frühlingsblume von Schippach, jubelt laut: ihr seit mehr als dreißig Jahren unter unsagbaren persönlichen Opfern in die Welt verkündeter Weckruf ist erhört: die öftere und tägliche heilige Kommunion ist in der ganzen Welt zur Tatsache geworden.

Allein der auch heute noch anhaltende Kampf gegen den kirchlichen Bestand des vom Herrn ausdrücklich verlangten eucharistischen Liebesbund ist unverständlich und symptomatisch für den weltzugewandten und der wahren Mystik abgewandten Blickwinkel so vieler kirchlichen Autoritäten. Das Urteil Würzburgs von 1916 zum Beispiel, in dem behauptet wird, in den Offenbarungen von Barbara Weigand werde gelehrt, es genüge für unsere Zeit das Mittleramt Jesu Christi, das heilige Meßopfer, das Priestertum nicht mehr; erst der Liebesbund müsse die Kirche retten, ist bewußt herbeigeführte Irreführung und Verfälschung der Wahrheit. Hier unterstellt also das Urteil, daß Barbara Weigand durch das außerordentliche Mittel des Liebesbundes die ordentlichen Heilmittel ersetzen und ausschalten wolle. Wie absolut unwahr und haltlos diese Unterstellung ist, ergibt sich sowohl aus der Gesamttendenz der fraglichen Offenbarungen, welche gerade den innigeren Anschluß der Gläubigen an die Kirche und deren Heilsquellen, die öftere Kommunion, den Besuch der heiligen Messe, den Gehorsam gegen Papst und die Kirche zu fördern sucht, als auch im einzelnen aus einer Unmasse von Belegstellen aus den Offenbarungen von Barbara Weigand.

So läßt diese am Fronleichnamsfeste 1897 den Heiland sagen: „Niemals kann eine Seele, die sich nicht lostrennt von der Kirche, die nicht unter der Leitung der Priester wandelt, den rechten Weg wandeln.“ Am Gründonnerstag 1898:
„Schließt euch an Meine heilige Kirche an, und nicht um ein Haarbreit weicht von ihr ab.“ Am Herz-Jesu-Fest 1898: „Ich will, daß in diesem Liebesbund das gläubige Volk mit den Priestern und der Priester mit dem gläubigen Volke Hand in Hand gehen, sich gegenseitig erbauen und ermuntern.“ Aus der großen Zahl dieser und ähnlicher Stellen läßt sich der sichere Beweis führen, daß es der Barbara Weigand nicht im Geringsten um eine häretische Ersetzung und Ausschaltung der ordentlichen Gnadenmittel und des Priestertums zu tun ist. Im Gegenteil: der Liebesbund soll nur das Hilfsmittel sein, durch welches der eifrigere Gebrauch der ordentlichen Gnadenmittel und der engere Anschluß der Gläubigen an die Kirche und ihr Priestertum gefördert werden.

Der Grundgedanke der Weigand‘schen Offenbarungen nach dieser Seite ist der: Bei der heutigen ungeheuren Verbreitung von Unglauben und Sittenlosigkeit sind die Kinder der katholischen Kirche vielfach von dem Gebrauch der ordentlichen Heilsmittel bedeutend abgekommen. Ihnen den eifrigen Gebrauch derselben wieder erfolgreich nahezulegen, ist schwierig und bedarf besonderer Heilsmittel. Ein solches ist der „Eucharistisch Liebesbund des göttlichen Herzens Jesu“. Was an diesem Gedanken häretisch oder unkirchlich oder gar unsittlich sein soll, ist nicht einzusehen. Von einer Ausschaltung oder Ersetzung der ordentlichen Gnadenmittel durch den Liebesbund ist nirgends in den Offenbarungen die Rede. Vielmehr soll durch den Liebesbund gerade der lebendige Glaube, der eifrige Empfang der Sakramente, die Nachfolge Christi im Kreuztragen, die Hochschätzung der Jungfräulichkeit, die wahre und echt Nächstenliebe empfohlen und in Übung gebracht werden.

Keine vorurteilslose, bescheidene und pietätvolle Prüfung wird diese kirchlich korrekte, dem christlichen Tugendleben nur förderlichen Grundtendenzen der Offenbarungen der Barbara Weigand verkennen oder übersehen. Solche trefflichen, in unserer Zeit so notwendigen Bestrebungen nur wegen mancher dunkeln, ungenauen, der Mißdeutung fähigen Ausdrücke sofort in ihr Gegenteil verkehren und daraufhin solche Offenbarungen als Werk und Werkzeuge der Häresie zu verurteilen, entspricht nicht dem Geiste der Kirche. Im übrigen darf doch auch hier die Lehre und Mahnung des Heilandes: „An ihren Früchten werdet ihr sie erkennen“ nicht so vollständig übersehen und außer acht gelassen werden wie dies von seiten des bischöflichen Ordinariats geschehen ist. Wenn Barbara Weigand wirklich durch Jahre und Jahrzehnte hindurch in ihren Schriften eine Ausschaltung oder Ersetzung der ordentlichen Gnadenmittel das Wort geredet und damit eine häretische oder unkirchliche Gesinnung vertreten hätte, dann müßte sie doch die Lehre und Anschauung durch ihr eigenes Leben und Verhalten wenigstens irgendwie zum Ausdrucke gebracht und in die Tat umgesetzt haben. Allein niemand ist imstande oder dürfte in der Lage sein, der Barbara Weigand auch nur das geringste darüber nachzuweisen, daß sie die Lehre und die Gebote der Kirche nicht fortgesetzt und eifrig gebraucht und sich nicht nach jeder Richtung hin vor den übrigen Gläubigen in musterhaft kirchliche-korrekter Weise ausgezeichnet hat. Der Richter muß dies stillschweigend selbst zugeben und er würde sich auch direkt ins Unrecht gesetzt haben, wen er, wie es seine Pflicht gewesen wäre, nicht Zeugnisse über das kirchliche Leben und Verhalten der Barbara Weigand eingeholt und in seiner Urteilsbegründung angeführt hätte.

Aber nicht nur Barbara Weigand allein ist ein lebendiger Gegenbeweis zu den Behauptungen und Schlußfolgerungen der Urteilsbegründung. Ihre Schriften gelangten ja auch in die Hände von Priestern und Laien, die nicht anstehen würden zu bekunden, daß ihre Liebe zur Kirche und ihr Eifer im Tugendleben und im Empfang der heiligen Sakramente durch die Lektüre der Schriften geweckt und nachteilig gefördert wurden. Ihnen allein blieb der unkirchliche Sinn und die häretische Absicht in den Offenbarungen der Barbara Weigand vollständig verborgen; erst die anonymen Artikelschreiber in der politischen Tagespresse, die heute an den Offenbarungen der Barbara Weigand und morgen an der Herz-Jesu-Verehrung oder einer sonstigen kirchlich approbierten Andacht oder Einrichtung Anstoß und Ärgernis nehmen, glaubten die Entdeckung gemacht zu haben, daß die Offenbarungen der Barbara Weigand kirchlich anfechtbar und zu verwerfen seien. Der moderne Zeitgeist ist eben allem Übernatürlichen abhold. Die Kirche, als die höchste Hüterin des Rechtes und als die Freundin der Wahrheit, kann nie und nimmer auf der Seite derjenigen stehen, welche das Recht gebeugt, die Wahrheit verleugnet haben. Ich brauche keine weiteren, und es gibt keine besseren Beweise für die Güte der Sache von Schippach, als der Kampf und die Kampfmittel gegen Schippach. Dies sind die eigentlichen Offenbarungen für Schippach, die Sakramentskirche und der Liebesbund.

Der Mittelpunkt, das Herz der Kirche ist die heilige Eucharistie: Die Sakramentskirche in Schippach soll die heilige Eucharistie durch ein kirchliches Denkmal der Welt sichtbar verherrlichen und der Liebesbund, der eucharistische Liebesbund, zieht die Nutzanwendung aus der kirchlichen Lehre über die heilige Eucharistie. Daß er zugleich der Liebesbund des göttlichen Herzens Jesu ist, entspricht ganz dem kirchlichen Geiste, der sich in letzter Zeit kundgab, beziehungsweise kundgibt. Die Sakramentskirche soll auch ein Denkmal des Dankes sein für die päpstlichen Kommuniondekrete, also für eine durch das Papsttum der Menschheit erwiesene Wohltat, und der Liebesbund ermahnt zur Beachtung dieser Dekrete und fördert die Durchführung derselben. Schippach hat sich auch dadurch als päpstlich erwiesen, daß es sich stets in seiner Sache nach Rom an den Heiligen Vater wandte, während die Gegner von Schippach nicht nur dies zu hintertreiben, sondern auch die Autorität Roms mißbrauchten.

Der Eucharistische Liebesbund des heiligsten Herzens Jesu bekämpft die Zeitübel durch deren direkte Gegensätze: Die Kirchenfeindlichkeit durch den engsten und innigsten Anschluß an die Kirche; die antireligiöse Gleichgültigkeit durch den häufigen Sakramentsempfang. Die Vergnügungssucht durch die Weltflucht; die Unzufriedenheit, aus der die Unbotmäßigkeit entspringt, durch das geduldige Kreuztragen im eigenen Berufe. Daß die Sakramentskirche, welche eine Wallfahrtskirche werden soll, in welcher das Allerheiligste Altarsakrament selbst der Gegenstand der besonderen Verehrung sein und in welcher Tag und Nacht die Ewige Anbetung stattfinden soll, nur gute Früchte für die Kirche und für die Menschheit zeitigen kann, ist eine Wahrheit, die der Diskussion entrückt ist. Auch der Liebesbund kann, wenn seine Weisungen sinngemäß und getreu beachtet werden, nur gute Früchte bringen.

Im übrigen wird niemand leugnen können, daß die Freunde von Schippach schon jetzt durch ihren kirchlichen Geist und ihren religiösen Eifer bewiesen haben, daß die Früchte von Schippach gute sind. Diese Freunde bekennen aber,  daß sie ihren  religiösen  Eifer neben  der Gnade  Gottes  zumeist  den Anregungen von Schippach verdanken. Man beachte nur, daß seit der Errichtung der Pfarrkirche von Schippach, St. Pius, dort ewige Anbetung an drei Tagen in der Woche gehalten wird.

 Sie sehen hier die eine obere Hälfte unserer neuen
 Internet-Plattform, auch Homepage genannt, die alles uns
 bekannte Wissen um Barbara Weigand und ihr
 Lebenswerk und göttliche Sendung beinhaltet.
 Das umfassende Wissen und alle aktuelle
 Dokumentationen, alle Bücher und Manuskripte der
 Schippacher Jungfrau Barbara Weigand

 

1895 – 2016

 

 

 Barbara Weigand von Schippach:
 Mein Leben für Gott 

Darum wurde ich vom Herrn aufgefordert niederzuschreiben, wie solche Ungerechtigkeiten vom lieben Gott bestraft werden“.

„Wer es fassen kann, der fasse es.“

Beginn der handgeschriebenen Niederschrift
<< MEIN LEBEN >>
von Barbara Weigand:


Am 10. Dezember 1930 bin ich 85 Jahre alt. Die vielen und großen Gnadenerweise Gottes, die ich Unwürdigste in diesen langen Jahren vom lieben Gott empfangen, mußten auf Befehl des hochwürdigsten Herrn Bischof in Mainz aufgeschrieben werden. Dieser hochwürdigste Herr Bischof (Mainz, Ludwig Maria Hugo 1921 bis 1935) war so überzeugt, daß es der liebe Heiland sei, Der in mir wirkt und spricht, denn er sagte zu Fräulein Hannappel (die in den Ekstasen alles aufschreiben mußte), „daß dies der Heiland ist, Der da wirkt und spricht, sehe ich ein. Wie können wir vor der Öffentlichkeit mit ihr landen? Es ist ja so ein armes, ungebildetes Bauernmädchen. Wir müßten uns ja schämen. Ich habe Theologie studiert und bin Bischof; wenn ich aber predigen will, muß ich mich erst darauf vorbereiten. Diese da hält eine Predigt, da kann der Theologe daran studieren. Das muß der Heiland sein.“

Ein anderes Mal sagte er zu meiner Freundin, Fräulein Hannappel: „Sie müssen Stenografie lernen, damit alles vom Mund weg kann aufgeschrieben werden. Ich will wissen, was dieser Geist eigentlich will.“ Er selbst kaufte ihr ein Buch zu diesem Zweck. Wieder einmal sagte er: „Schreiben Sie Ihrem Herrn Bruder nach Aachen“, der mein Seelenführer damals war, „ich erlaube ihm, er darf die Bücher überall verbreiten. Sie können nur Gutes stiften.“

 

Strafgericht Gottes:
Tod von H. H. Bischof Paul Leopold Haffner Mainz
(1886 bis 1899)


Aber der Heiland verlangte die Einführung der täglichen heiligen Kommunion, damit die guten treuen Kinder einen Halt hätten, weil der Unglaube und die Gottlosigkeit immer mehr um sich greifen, auch Seine guten, treuen Kinder mit hineingezogen würden. Er Selbst müsse ihr Halt und ihr Führer sein. Aber da der hochwürdige Herr Bischof den Willen des lieben Heilandes nicht zu erfüllen sich Mühe gab, mußte ich ihm sagen: „Binnen einer Jahresfrist werde Ich ihn hinweg nehmen.“ Dies geschah buchstäblich! Im darauffolgenden Jahr vor Allerheiligen wurde ich zum ersten Mal vor ein geistliches Gericht gerufen und verhört, und in der Nacht von Allerheiligen auf Allerseelen starb der hochwürdigste Herr Bischof Paul Leopold Haffner.
 



Strafgericht Gottes:
Tod von H. H. Pater Alfons, Provinzial der Kapuziner
in Mainz


Über 8 Jahre war Pater Alfons, Provinzial der Kapuziner in Mainz, wo ich 30 Jahre bei meinen Verwandten mich aufhielt, mein Beichtvater. Diesem mußte ich immer sagen, er möge doch dem hochwürdigsten Herrn Bischof Haffner sagen: „Der liebe Heiland verlange die Einführung der täglichen Kommunion“. Als er mir sagte: „daß dies der Heiland ist, Der in dir wirkt und spricht, das sehe ich auch. Aber wie viele, meinst du, sind hier in Mainz, die noch an so etwas glauben? Hier glaubt man so etwas nicht mehr. Wir Kapuziner sind hier vom Ordinariat angenommen. Wenn ich nun käme, und wollte diesen Herren Vorschriften machen und sagen, Ihr müßt die tägliche Kommunion einführen - das kann ich nicht, und das darf ich auch nicht.“ Auf Befehl vom lieben Heiland mußte ich ihm dann sagen, daß er binnen einer Jahresfrist schwer gestraft werde, wenn er den Wunsch des lieben Heilandes nicht erfülle und es seinem Bischof nicht sage, daß der Heiland die öftere Kommunion eingeführt haben wolle. Was sich auch dann erfüllte. „Es wäre eine große Schande für seinen Orden, wenn es an die Öffentlichkeit gekommen wäre.“ Ein junger Pater verfehlte sich gegen die Sittlichkeit mit einem von unseren Dienstmädchen. Als ich ihm diese Schande mitteilte und ich ihm einen Brief, den dieser junge Pater an das Dienstmädchen schrieb, und meiner Schwägerin in die Hände kam, die ihn sodann aufmachte und mir zu lesen gab, ging ich ins Kloster und ließ Pater Provinzial rufen, gab ihm den Brief und sagte: Hochwürden, das ist Ihre Strafe, die der liebe Heiland vor einem Jahr ankündigte! Am darauffolgenden Sonntag predigte er noch einmal im Dom und Tags darauf kam der Hausbursche der Kapuziner und sagte in großer Aufregung: „Eben ist der Provinzial umgefallen beim Mittagessen und ist tot.“ Dr. Müller sagte zu meiner Schwägerin: „Ich habe gestern während seiner Predigt gemerkt, daß er nicht lang mehr mitgeht.“ Der Kummer brach ihm das Herz und die Voraussage des Herrn war erfüllt:
„Binnen einer Jahresfrist wird er schwer gestraft sein.“


Bereits 6 Jahre war ich Beichtkind vom hochwürdigen Herrn Bischof Kirstein (Bischof Georg Heinrich von Kirstein, 104 bis 1921). Während dieser Zeit verlangte der Heiland einmal, daß der erste Freitag jeden Monats zu einem Gebetstag gemacht werde und Ihm dadurch Abbitte und Sühne geleistet werde. Dieses geschah auch. Hochwürdiger Herr Pfarrer Forschner gab seine Kirche dafür her, und es wurde den ganzen Tag abwechselnd darin gebetet. Abends kamen dann die Männer, wenn die Fabriken geschlossen waren in die Anbetung, und die Kirche war dicht gefüllt mit Männern, und sie sangen und beteten, daß ich weinen mußte vor Freude. Aber das dauerte nur einige Monate. In der Kirche St. Christoph predigte einmal ein Domkapitular. Ich saß gerade unter der Kanzel. Da sagte er: „Da kommt eine in unsere Stadt herein und will eine neue Herz-Jesu-Andacht einführen. Ihr Anhang wird immer größer. Ich sage Euch, meine lieben Zuhörer, bleibt von dieser Person weg. Die begeht Todsünde auf Todsünde. Die kommt aus der Todsünde nicht mehr heraus.“ Nach der Predigt kam eine Dame zu mir und sagte: „Was der Prediger sagte, das sind Sie gemeint, und lachte mir spöttisch ins Gesicht.“ Ich weinte Tag und Nacht.

In meiner Beichte sagte ich es dem hochwürdigsten Herrn Bischof: Sie wissen, hochwürdigster Herr, wer in St. Christoph die Abendpredigt hält“, und ich fragte: Ist es eine Todsünde, wenn ich glaube, daß der Heiland nicht nur mit Gott und für die Menschheit im Altarsakrament gegenwärtig ist, und daß Er aber auch die Macht hat, mit uns zu reden? Ist das eine Todsünde? „Nein“, sagte er, „tausendmal nein! Das ist keine Todsünde. Sie haben jetzt lange genug gegen Sie gepredigt, ich will Ihnen sagen, daß ich Ihr Bischof bin. Sie werden von jetzt an nichts mehr hören.“ Von da an hörte ich nichts mehr von der Kanzel herab.


Im Jahre 1905 ging mein hochwürdigster Herr Beichtvater, Bischof Kirstein, nach Rom und weilte dort 6 Wochen. Als er zurückkam, wurde von allen Kanzeln in Mainz verkündet, daß die öftere Kommunion eingeführt wird in der ganzen Welt. Wer sich frei von Todsünde hält, mag er verheiratet sein oder ledig, im Kloster oder in einem weltlichen Stand, kann mit Erlaubnis seines Beichtvaters alle Tage kommunizieren. Dies war 1905. 1906 bekam ich aber auch die Anweisung durch den Herrn, daß ich meinen geistlichen Vorgesetzten sagen muß: „Er verlange aber auch, daß die Menschheit Ihm ein Denkmal für die große Gnade, die Er ihr erwiesen hat durch die Einführung der täglichen heiligen Kommunion, und das soll sein in deinem Heimatdörfchen Schippach, eine Kirche! Arme Fischer habe Ich Mir erwählt zu Meinen Aposteln. Die unscheinbarsten Orte suche Ich Mir aus, wo Ich Meine Heiligtümer errichtet haben will. Keine Großstädte, wo die Menschen nur hingehen, um die Städte zu sehen.“ Mein hochwürdigster Herr Beichtvater, Bischof Kirstein, sagte mir: Alles, was in mir vorgeht in den Ekstasen, soll ich ihm aufgeschrieben zuerst bringen. Dies befolgte ich auch. Aber nur einmal sagte er mir:

„Ich habe ihre Sachen gelesen, und gut durchgelesen, und habe es zu den übrigen Akten gelegt.“ Als ich aber sonst niemals mehr eine Antwort von ihm bekam, war ich sehr ängstlich. Und als ich nun einmal wieder einen Auftrag bekam vom lieben Heiland, sagte ich: Mein Herr, Du siehst ja, daß mein hochwürdigster Herr Beichtvater mir auf alles, was Du mir gesagt, gar keine Antwort gibt, suche Dir doch eine andere Person, eine Klosterfrau oder einen Priester, wo es auch angenommen und gelesen wird. Da gab Er mir zur Antwort: „Ja, es ist wahr! Die beiden Ordinariate Mainz und Würzburg wollen Meinen Geist in dir austreiben. Ich lasse Mich aber nicht austreiben.“


Die öftere Kommunion war in der ganzen Welt eingeführt und der Kirchenbau war genehmigt von der geistlichen und der weltlichen Obrigkeit, und 1914 wurde angefangen zu bauen. Alles Material zum Kirchenbau war da und so viel Geld kam aus aller Herren Länder, daß die Kirche und sogar ein Kloster dazu gebaut hätten können und alles wäre davon bezahlt worden. 1916 an Mariä Himmelfahrt wurde ich ins Pfarrhaus gerufen und wurde mir gesagt: Der Kirchenbau ist verboten, die Kirche darf nicht gebaut werden. So liegt bis heute der Trümmerhaufen dort. Das Geld ist 1924 durch die Inflation verfallen; vieles Material wurde gestohlen und der schöne Kirchenbau wäre, wie der Architekt zu meinem Bruder sagte, in nur noch zwei Monaten unter Dach und Fach gestanden, statt dessen liegt, zum Ärgernis aller guten Gläubigen, die ihr sauer erspartes Geld dazugegeben hatten, alles in Trümmern.


Ein sehr frommer und gelehrter geistlicher Herr sagte einmal zu mir: „Die Verantwortung, die derjenige auf sich hat, der schuld ist, daß der Kirchenbau verboten wurde, möchte ich nicht auf mir haben.“

Darum wurde ich aber auch innerlich aufgefordert niederzuschreiben, wie solche Ungerechtigkeiten bestraft werden vom lieben Gott.





Strafgericht Gottes:
Tod von H. H. Generalvikar Engelhart, Mainz


In Mainz ließ einmal Generalvikar Engelhart ein Dienstmädchen zu sich kommen, das ihm alle Dienstmädchen angeben mußte, die mit Barbara Weigand verkehren. Alle diese Dienstmädchen bekamen eine Zuschrift von ihm, daß sie an dem Datum, das der Generalvikar angab, bei ihm zu erscheinen hätten, um etwas zu unterschreiben. Zwei Tage vorher, wo er die Dienstmädchen bestellt hatte, sagte er abends zu seinen beiden Dienstmädchen: „Ich will mir ein Bad nehmen“. Der Generalvikar Engelhart ging in sein Badezimmer und kam nicht zurück. Als die Mädchen nachsehen wollten, wo ihr Herr so lange bleibt, lag er in seiner Badbütt und war tot. Und an dem Tag, wo er die Dienstmädchen zu sich bestellt hatte, wo sie ihm unter einem Handgelübde versprechen sollten, daß sie mit der Barbara Weigand nicht mehr verkehren dürfen, war sein Begräbnistag.



Strafgericht Gottes:
Tod des H. H. Domkapitular Fecher, Mainz


Das Buch, das von einem Würzburger Geistlichen (Dr. Vitus Brander) geschrieben wurde, war auch in Mainz sehr verbreitet worden. Zwei Mainzer Domkapitulare machten sich daraufhin auch daran, ähnliche Schriften zu verfassen. Der Herr Domkapitular Fecher wurde eines Tages von Herrn Domkapitular Landig zurechtgewiesen mit den Worten: „Ich sage Dir, laß Deine Hand davon, haben wir nicht schon alles getan, um diese Sache zu unterdrücken? Ist es von Gott, machen wir nichts daran, ist es nicht von Gott, wird es in sich selbst zerfallen. Laß Deine Hand davon!“ Zwei Tage danach mußte Herr Domkapitular Fecher in einer Kutsche ins Spital überführt werden, weil er schwerkrank war. Seine Haushälterin besuchte ihn alle Tage.

Am letzten Tag, wo sie ihn besuchte, sagte er zu dem Mädchen: „Maria, bleibe diese Nacht bei mir, ich fühle, daß ich diese Nacht sterbe.“ Die Haushälterin blieb die Nacht bei ihm. Von Zeit zu Zeit habe er immer einen tiefen Seufzer geholt und gesagt mit lauter Stimme: „O der gute Landig, der allein hat mich davor zurückgehalten, wie dankbar muß ich ihm dafür sein.“ Acht Tage nach seinem Begräbnis kam seine Haushälterin sehr aufgeregt zu meiner Freundin, Fräulein Hannappel und sagte: „O Fräulein, mein Herr war heute Nacht bei mir. Es war ein Gepolter im Hause, als würden alle Möbel durcheinander geworfen, ich konnte nicht schlafen. Auf einmal stand mein Herr da vor meinem Bett, die rechte Hand erhoben und sagte: „Schau her, meine Hand“, und sagte: „Bete, bete viel für mich! Ich habe viel zu leiden“, und verschwand. Seine Hand sei ganz schwarz gewesen, wie schwarze Kohlen.


 

Strafgericht Gottes:
Tod von H. H. Generalvikar Dr. Selbst, Mainz


Im Oktober 1925 kam ein Brief von Fräulein Hannappel an mich, wo sie mich bat, doch nach Mainz zu ihr zu kommen. Sie habe mir eine Mitteilung zu machen, die sie sehr beunruhige. Als ich zu ihr nach Mainz kam, erschrak ich, als ich ihr ins Gesicht schaute. Sie sah aus, als hätte sie eine schwere Krankheit durchgemacht. Ich sagte: Ei Luischen, was siehst Du so schlecht aus, was ist denn mit Dir? Sie erzählte mir nun, daß hochwürdigster Herr Generalvikar Dr. Selbst sie hätte rufen lassen, um etwas zu unterschreiben. Als sie in sein Zimmer eingetreten sei, sah sie neben ihm auf seinem Tisch einen großen Haufen geschriebener Schriftstücke und Dr. Selbst hätte zu ihr gesagt: „Sehen Sie, Fräulein Hannappel, sehen Sie: diese Schriften werden wieder in die Welt hinaus und an die Front für die Soldaten zum Lesen geschickt“; es war doch in den Kriegsjahren 1914-1918. „Ich will doch einmal sehen, ob das Schippach nicht zu vernichten ist.“ Dabei legte er Fräulein Hannappel eines der geschriebenen Hefte auf den Tisch, und sagte: „Dieses müssen Sie unterschreiben. Es handelt und ist darin aufgezeichnet, daß die vielen Bücher, die überall verbreitet und gelesen werden, nicht von Barbara Weigand, sondern von Luise Hannappel diktiert und aufgeschrieben sind, wollen Sie das unterschreiben?“ Fräulein Hannappel fuhr den Herrn Generalvikar Dr. Selbst an, und sagte: „Herr Generalvikar, wollen Sie mich zu einer Lüge zwingen, das ist doch gelogen.“

Der Generalvikar antwortete: „Wollen Sie unterschreiben oder nicht?“ Darauf Fräulein Hannappel: „Ich unterschreibe nicht! Ich war 900 Mal dabei, wo unser lieber Heiland durch Barbara Weigand gesprochen hat, und Sie wollen mich zu der größten Lüge zwingen, die auf der Welt je begangen würde?“ Darauf der Generalvikar: „Wollen Sie dies Schriftstück unterschreiben oder nicht? Tun Sie es nicht, dann werden Sie aus der Kirche ausgeschlossen.“ Bei dieser Drohung fuhr Fräulein Hannappel zusammen. Sie hatte nämlich fünf Geschwister, die Ordensleute waren, eine davon sogar Generaloberin in Amerika und die in Amerika allein neunundzwanzig neue Ordenshäuser gegründet hat. Als der Kulturkampf in Deutschland wütete, war Schwester Bernada Oberin in dem Franziskaner Kloster Nonnenwert und mußte mit ihren Töchtern nach Amerika flüchten. Um ihren Geschwistern diesen Schmerz zu ersparen, entschloß sich Luise Hannappel, die größte Lüge (sie hätte die Bücher diktiert) zu unterschreiben, sagte aber zu dem Generalvikar Dr. Selbst:

„Ich unterschreibe, aber Sie haben die ganze Verantwortung.“

Als Fräulein Hannappel unterschrieben hatte, brachte der Generalvikar seine Schriften in die Dombuchhandlung und sagte zu dem Buchhändler dort: „Die Schriften sofort abdrucken lassen. Sie werden wieder in alle Welt hinaus gesandt. Das Schippach muß mit aller Energie verfolgt werden.“ Vier Tage danach kam der Buchhändler heim zu seinem Dienstmädchen in die Küche und sagte: „Denk dir, Generalvikar Dr. Selbst ist gestorben.“ Da sagte das Dienstmädchen: „Herr, wo ist jetzt seine Energie, mit der er die Sache von Barbara Weigand verfolgen und vernichten wollte! Dieser Generalvikar Selbst war der größte und stärkste Mann, wie ich im Leben keinen zweiten kennengelernt und gesehen habe. Er muß an einem Schlaganfall gestorben sein.“ Seine Putzfrau war zu jener Zeit im 5. Stock des Hauses, oben im Speicher, beschäftigt, da hörte sie seine Stimme: „Gekreuzigter Herr Jesus Christus, erbarme Dich meiner.“ Dieser entsetzliche Angstschrei war sein letztes Wort. Diese Putzfrau war auch die Putzfrau von Fräulein Hannappel, der sie das Geschehene alles erzählte.




Strafgericht Gottes:
Wie Feigheit und Menschenfurcht durch Gott bestraft worden ist


Unter der Regierung des hochwürdigsten Herrn Bischof Brück mußte ich mich einmal vier Wochen zu einer Prüfung in das Kloster der Göttlichen Vorsehung zurückziehen. Alle Freitage, sobald die Ekstase auftrat, mußten die Oberin des Klosters, ein Arzt und zwei Priester, Pater Bonifaz, der damals mein Beichtvater war, hochwürdigster Herr Professor Hubert und die Oberin des Klosters, Schwester Sebastiane, zugegen sein. Außer diesen vier Personen durfte sonst niemand dabei sein. Einmal an einem dieser Freitage kam kein Priester, keine Oberin, nur der dazu bestimmte Arzt Dr. Ebner, zu mir. Dieser trat an mein Bett, und sagte: „Heute bin ich Ihr Vorgesetzter. Ich bin auch vom hochwürdigsten Herrn Bischof dazu bestimmt.“ Ja, sagte ich, was wollen Sie denn? „Alles, was ich von Ihnen verlange, müssen Sie tun“, sagte er mir sodann. Dabei trat er zurück an die Türe, hob die rechte Hand in die Höhe und schrie: „Aufschauen!“ Ich schaute auf und sah in seiner Hand ein gelbes Blech. „Mich anschauen“, schrie er wieder. Ich schaute ihn an und erschrak, als ich diese Augen sah. Es schien, als wollte er mit diesem Blick mich durchbohren. Ich rief die liebe Mutter Gottes um ihren Beistand an und meinen heiligen Schutzengel, denn ich dachte, er wolle an mir seine Wollust ausüben. Da war es, als wenn mich zwei Hände erfaßten und drehten mir den Kopf um, ganz nach dem Rücken. „Wollen Sie den Kopf umdrehen“, schrie er wieder. Ich tat alles, um den Kopf ihm wieder zuzuwenden. Aber alles war umsonst. Der Kopf stand wie in Eisen hineingezwängt. Er sprang an mein Bett und er faßte mit beiden Händen den Kopf und wollte ihn umdrehen. Alles vergebens. Der starke Mann hatte mich aus dem Bett herausgerissen. Aber den Kopf konnte er nicht umdrehen. Ich fing an zu weinen, weil ich glaubte und dachte, wie unglücklich bist du jetzt, wenn ich den Kopf gar nicht mehr umdrehen kann. Nun sah er doch ein, daß hier eine höhere Gewalt obwalte, und daß er hier nicht ausführen kann, was er im Sinn hatte.

Über meinem Bett hing ein Bild an der Wand, die Heilige Familie (die Oberin sagte mir später, es sei vom Heiligen Vater selbst geweiht. Ihr Hausgeistlicher habe es ihr von Rom mitgebracht). Dieses Bild riß der Arzt von der Wand und legte es mir auf die Brust. In dem Augenblick durchwehte meinen ganzen Körper ein so wohliges Gefühl, und ich konnte augenblicklich den Kopf wieder umdrehen. Als der Arzt dieses Wunder sah, merkte er, daß hier eine höhere und stärkere Hand walte, als die seine. Er hängte das Bild wieder an seinen Platz und deckte mich schön mit meiner Bettdecke zu, und sagte: „Heute habe ich Sie müde gemacht. Schlafen Sie jetzt“, und lief zur Tür hinaus. Als der Arzt fort war, fing ich an zu weinen, weil ich überzeugt war, daß der liebe Gott ein Wunder wirkte. Den nächsten Tag erfuhr ich erst, was Dr. Ebner an diesem Tag mit mir machen wollte. Er wollte mich hypnotisieren. Dies sei Zauberei und wäre eine Todsünde für jeden Katholiken, der sich damit abgibt. Deswegen blieben an diesem Tag die Oberin und die zwei Priester weg. Als der Doktor zur Tür hinaus war, kamen die Priester und die Oberin. Und als sie mich so bitterlich weinen sahen, fragten sie: „Warum weinen Sie so sehr?“ Ich sagte: Wo waren Sie heute? Sie sind vom H. Bischof dazu gestellt. Warum lassen Sie den Doktor allein? „Was wollte er denn mit Ihnen machen?“, sagte sie. Die beiden Priester und die Oberin wußten wohl, daß der Arzt an diesem Tag mich hypnotisieren wollte. Weil es eben streng von der Kirche verboten ist, gingen sie nicht in mein Zimmer, bis der Doktor fort war.

Vor meiner Entlassung aus diesem Haus kam eines Tages Herr Professor Hubert und ließ mich und die Oberin ins Sprechzimmer rufen. Hier wurde ich über alle Zustände hin und her ausgefragt. Dann sagte er: „Fräulein, wir alle sind fest überzeugt, daß ihre Sache ganz übernatürlich ist. Es ist auch Natürliches dabei. Das ist eben bei allem so. Auch bei den größten Heiligen kommt dies vor. Die heilige Katharina von Siena sagt gerade das Gegenteil, was die heilige Brigitta sagt. Bei ihrer Seligsprechung wurde dies beanstandet. Eines von beiden könne nicht echt sein. Und da habe der Heilige Vater den Ausspruch festgelegt: Dies läßt der liebe Gott zu, damit die Menschen die Privatoffenbarungen nicht über die stellen, die Sein Sohn uns überliefert oder diesen gleichstellen. Ihre Sache ist ganz übernatürlich.“ Als aber vom geistlichen Gericht beschlossen war, mich als hysterisches Weib zu erklären, reiste Professor Hubert ab. Und ich glaube, daß er dies tat, weil er seinen Namen nicht unter dieses Resultat schreiben wollte und sich selbst Lügner strafen wollte, da er doch zu mir gesagt hatte: „Wir sind alle überzeugt, daß Ihre Sache ganz übernatürlich ist.“ Beide Priester wurden irrsinnig und starben 1918 im Oktober. Der eine in Davos in der Schweiz, der andere in einer Irrenanstalt in einer Stadt am Rhein.

Solange ich in diesem Kloster eingesperrt war, durfte kein Mensch mich besuchen, und ich durfte nur in die heilige Messe und kommunizieren, und sonntags um 11 Uhr kam mein Beichtvater und hörte meine Beichte. Am letzten Sonntag vor meiner Entlassung sagte mir der Beichtvater, es war Pater Bonifazius: „Hören Sie einmal: heute müssen Sie mir versprechen, daß Sie kein Wort sagen, was man mit Ihnen hier in diesem Haus gemacht hat. Unter einer Todsünde verbiete ich es Ihnen.“ Ich mußte ihm unter einem Handgelübde versprechen, und nochmals sagte er: „Jedesmal begehen Sie eine Todsünde, wenn Sie ein Wort sagen, was man hier mit Ihnen gemacht hat.“ Ich gab ihm ein Handgelübde, und er entließ mich. Das war eine harte Zeit für mich. Ich weinte Tag und Nacht. Mein ganzes Wesen sträubte sich, ob ich nicht zu einem anderen Beichtvater gehen solle. Ich fing eine neuntägige Andacht an und bat um Erleuchtung.

Am letzten Tag bei meiner heiligen Kommunion sagte ich: „Lieber Heiland, sag mir doch, zu welchem Beichtvater ich jetzt gehen soll.“ „Zu Pater Bonifaz!“, war die Antwort. Ich bereitete mich vor, stand auf und kniete mich an seinem Beichtstuhl. Er muß selbst erschrocken sein, denn er fragte mich:
„Was wollen Sie?“ „Ich will beichten,“ sagte ich und fing an, meine Sünden zu
bekennen. Als ich damit fertig war, fing er an und sagte: „Jetzt aber sag ich Ihnen: bleiben Sie bei Ihrer Überzeugung! Es ist der Heiland, der in Ihnen wirkt und spricht. Bleiben Sie bei Ihrer Überzeugung, und wenn alle Bischöfe und ganz Deutschland gegen Sie gehen. Bleiben Sie bei Ihrer Überzeugung, und wenn alle Teufel aus der Hölle gegen Sie gehen.“ Und er gab mir die Absolution, und ich blieb sein Beichtkind, bis der liebe Gott Selbst eingriff. Pater Bonifazius hatte eine Schwester, die sich auch in Mainz aufhielt. Wegen Geisteskrankheit kam dieselbe in das kleine Krankenhaus zu den Schwestern der Göttlichen Vorsehung. In einer Nacht stieg diese Person auf den Speicher und hob sich ein Dachfenster auf und stürzte sich durch das Fenster auf das Straßenpflaster, brach sich das Genick und wurde tot aufgefunden. Es kam aber nicht an die Öffentlichkeit und sie wurde begraben, als sei sie einen gewöhnlichen Tod gestorben. Dieser Vorfall mag auch dazu beigetragen haben, daß Pater Bonifazius in einem Irrenhaus sterben mußte.

Nach meiner Entlassung aus dem Kloster der Schwestern der Göttlichen Vorsehung wurde Professor Hubert zum Direktor der Schwestern der Göttlichen Vorsehung erhoben und Schwester Sebastiane, die seitherige Oberin, wurde zur Generaloberin gemacht. Diese Schwester Sebastiane mußte mich Tag und Nacht überwachen, solange ich zur Prüfung in ihrem Kloster bleiben mußte. Sie mußte mir das Essen bringen, und von meinem Zimmer ging eine Tür in ein anderes Zimmer, wo nachts die Tür halb offen stand und ich von Zeit zu Zeit hörte, daß jemand in diesem Zimmer sich aufhielt. Ich öffnete bei Tag die Türe und sah nach. Da stand ein Bett da. Ich nehme an, daß Schwester Oberin sich da aufhalten mußte, weil der hochwürdigste Bischof zu mir sagte: „Die Oberin, Schwester Sebastiane, wird Tag und Nacht um Sie herum sein. Mit ihr können Sie sich über alles aussprechen.“ Einmal kam sie in mein Zimmer, wo ich da saß und weinte. Sie fragte: „Warum weinen Sie!“ Ich sagte: „Liebe Schwester Oberin, als die Vorladung kam, daß ich auf vier Wochen mich in Ihr Kloster zu einer Prüfung begeben mußte, lag meine Schwägerin im Sterben. Der Arzt und die Krankenschwester sagten beide, sie sei verloren, sie würde sterben. Hier sitze ich und weiß nicht, ob sie noch lebt, oder sie schon gestorben ist, und meine Nichte muß sich mit ihren Dienstmädchen nun allein um alles kümmern. Und hier? Man macht doch, was man will! Ich hatte auch schon gehört, daß man bei mir alles für Hysterie erklären wollte, was dann auch geschah. Als hysterisches Weib mußte ich das Haus verlassen.

„Liebes Fräulein“, sagte die Oberin, „wenn man Ihre Sache verwerfen wollte,
müssen wir alle Legenden der Heiligen auf den Scheiterhaufen werfen und

verbrennen. Ihre Sache ist ganz übernatürlich. Ich hole Ihnen ein Buch von der heiligen Luitgard. Da lesen Sie andere Sachen wie bei Ihnen. Was da drinnen steht, würde heute in Deutschland nicht mehr geglaubt werden.“ Sie gab mir das Buch zum Lesen, und ich dachte oft beim Durchlesen: Schwester Sebastiane hat recht, wenn sie sagt: So was glaubt man bei uns Deutschen nicht mehr. Als aber die Prüfung abgeschlossen wurde und jeder von denen, die der hochwürdigste Herr Bischof zu dieser Prüfung zugesellt hatte, sein Urteil abgeben mußte, sagte diese Oberin: „Ich nehme an, daß diese Barbara Weigand eine solche hochmütige Person ist, daß sie sich einbildet, sie sei eine Heilige.“ Das war Mutter Sebastiane, die zu mir gesagt hatte: „Wenn unsere geistlichen Vorgesetzten Ihre Sache verwerfen, müssen wir alle Legenden der Heiligen verbrennen.“

Und hören wir aber auch weiter: Zwanzig Jahre, nachdem ich in Mainz diese Zeitperiode durchzumachen hatte und ich in meine Heimat zurückgekehrt war, bekam ich einen Brief von Fräulein Hannappel. Sie lud mich ein, nach Mainz zu kommen. Eine Schwester von der Göttlichen Vorsehung wolle mich einmal sprechen. Ich reiste sofort nach Mainz ab und Fräulein Hannappel ging mit mir zu Schwester Luzina, die Oberin im Marien-Hilf-Stift war, und diese erzählte mir: „Es sind jetzt zwanzig Jahre her. Ich war damals als Novizin noch im Kloster, wie Sie bei uns vier Wochen eine so harte Prüfung zu bestehen hatten. Wenn unsere Oberin uns Schwestern alles erzählte, wie der Dr. Ebner mit Ihnen umgeht, weinten wir Schwestern alle mit ihr. Und dieselbe Oberin gibt am Schluß der Prüfung ihr Zeugnis dahin ab, sie nehme an, die Barbara Weigand bildet sich ein, sie sei eine Heilige. Nun sollen Sie aber wissen, wie dieselbe von Gott gestraft wurde.

Als Generaloberin bekam sie auf einmal eine Krankheit, die kein Arzt in der ganzen Stadt Mainz ergründen und heilen konnte. Sie aß nicht mehr, sie fraß. Ihr Leib bekam einen Umfang, daß die Schwestern zwei Betttücher zusammennähen mußten, um den dicken Körper bedecken zu können. Sie schrie und machte einen solchen Spektakel, daß man sie in den 4. Stock in ein Dachstübchen verbringen mußte. Liebes Babett‘chen, ich wäre sehr begierig zu sehen, was sie machen würde, wenn Sie sie sehen würden. Gehen Sie doch einmal mit mir, ich will Sie hin begleiten.“ „Ach nein, sagte ich, Schwester Luzina, hingehen will ich nicht. Ich verzeihe allen, die mir Unrecht getan. Und der liebe Gott soll ihr beistehen, aber sehen will ich sie nicht.“ Die Ärzte nannten ihre Krankheit Elefantiasis. Sie ist aber vor einigen Jahren gestorben.


 


Strafgericht Gottes:
Tod von Fräulein Luise Hannappel, Mainz,


Jetzt will ich noch den unvorhergesehenen Tod von Fräulein Hannappel beifügen. Im Jahre 1923 im Oktober, wo sie vom Generalvikar Dr. Selbst gezwungen wurde zu unterschreiben, daß sie die Schriften der Barbara Weigand nicht nur aufgeschrieben, sondern auch diktiert hätte, ich möge doch nach Mainz zu ihr kommen, sie hätte etwas tun müssen, was sie sehr beunruhigen würde. Ich reiste von Aschaffenburg nach Mainz und sie erzählte mir, wie hochwürdigster Herr Generalvikar sie gezwungen hatte, zu unterschreiben, daß sie (selbst) die Bücher nicht nur geschrieben, sondern auch diktiert hätte. Sodann im November ging es mit ihr immer schlimmer und am 15. Dezember, nachmittags 5.00 Uhr, war sie tot. Als sich in der Stadt verbreitete, daß Fräulein Hannappel im Sterben liege, füllte sich das Haus mit Freundinnen. Der hochwürdigste Herr Bischof Hugo war doch 3 ½ Jahre mein Seelenführer und ließ mir durch seine Schwester sagen, ich solle ganz von ihrem Bett wegbleiben und nur in ein Nebenzimmer gehen, was ich befolgte. Da kamen die Mädchen in mein Zimmer, und sagten: „Gehen Sie doch einmal hinein zu ihr. Sie sagt in einem fort, das ist eine Strafe.“ Sie meinte damit, ihr Tod sei eine Strafe. Ich ging an ihr Bett. Da streckte sie die Arme nach mir aus, schlang sie mir um den Hals und zog mich an sich. „Babett‘che, es ist eine Strafe“, und sonst kein Wort, als „es ist eine Strafe.“ Dann sagte sie dreimal „Jesus, Jesus, Jesus“, und hauchte ihre Seele aus.

Nach ihrem Begräbnis ließ mich der hochwürdigste Herr Bischof Hugo in seinen Palast rufen und sagte: „Sie bleiben in meiner Diözese und gehen mit H. H. Pfr.. nach Kelsterbach,“ was ich auch tat. Da kam bald ein Brief von Mainz. Da schrieb man mir: „Jetzt wissen wir auch, warum Fräulein Hannappel in ihrer Sterbestunde immer sagte: „Es ist eine Strafe“. Sie mußte sterben, weil sie sich vom Generalvikar Dr. Selbst zwingen ließ, die Lüge zu unterschreiben, sie habe die Bücher diktiert. Möge doch in unserem armen Deutschland das übernatürliche Glaubensleben mehr geübt und gepflegt werden.

 


Der Bischof von Limburg:
In Eibingen sagte der Bischof von Limburg: „Warum haben wir in unserem Vaterland seit zweihundert Jahren keine Heiligsprechung mehr? Ich will euch sagen, warum: Wo eine Seele auftaucht, die mehr betet, die heiligen Sakramente mehr empfängt als gewöhnliche Christen, da wird sogleich zusammengedrückt von allen Seiten und beschworen, so was darf nicht aufkommen! Ich sage Euch, meine lieben Herren Pfarrer: geht in eure Pfarrgemeinden zurück und führt das übernatürliche Glaubensleben wieder ein. Dann bekommen wir auch wieder mehr Heilige.“


Im Jahre 1916, als der Kirchenbau schon verboten war, wollte ich zu meinem Bruder nach Aschaffenburg. Als ich in Obernburg umsteigen mußte, kam ein vornehmer Herr auf mich zu, und sagte: „Frau, Sie kommen von Schippach, nicht wahr?“ Ich sagte: „Ja, ich bin von Schippach.“ Da fing er an: „Frauchen, ich habe heute die Reise von Würzburg nach Schippach gemacht, um mir den Kirchenbau einmal anzusehen. Was für eine Schmach, diesen Kirchenbau zu verbieten, der so weit schon ausgebaut und so notwendig für Rück-Schippach gewesen wäre. Ich und meine Freunde in Würzburg freuten sich, und wir sagten uns, - da gehen wir oft hin, da haben wir in unserer Diözese eine schöne Erholung in den Spessartwäldern und auch eine Labung für die Seele. Frau, wenn Sie zurückkommen, gehen Sie zu Ihrem Bürgermeister und sagen ihm, er soll zwei Männer nach Würzburg schicken zum hochwürdigsten Herrn Bischof und sagen: Hochwürdigster Herr Bischof, wir verlangen, daß die Kirche in Schippach fertig gebaut wird. Als wir am Südbahnhof anlangten, sagte ich: „Ich danke Ihnen, mein Herr, für Ihre lehrreiche Unterhaltung. Ich will Ihnen auch sagen, wer ich bin, mein Name ist Barbara Weigand, ich bin die Person, die diesen Kirchenbau befördert und das Geld herbeigeschafft hat. Man hat mich als hysterisch erklärt und deswegen wurde der Kirchenbau verboten.“ Da fuhr der Herr zusammen, und sagte: „Sie sind diese Barbara Weigand?“ Ich sagte: „Halten Sie mich für ein solches Weib?“ „Nein, tausendmal nein, Sie sind also diese Barbara Weigand, von der mir Herr Ulrich aus, der mit mir eine Reise nach Jerusalem machte und mir viel erzählte von dem Kirchenbau in Schippach und auch von Ihnen. Er sagte mir:
„Sie ist eine ganz einfache, bäuerliche Person, aber charakterfest und fromm.“ Ich erzählte dies, als ich zurückkam nach Schippach unserem Herrn hochwürdigen Herrn Pfarrer. Der sagte zu mir: „Wissen Sie auch, wer dieser Herr war? Dies war der Herr Oberpräsident von Würzburg, der war an diesem Tag auch hier in Schippach.“

Ich glaube ganz sicher, daß wir in Deutschland die Zustände nicht hätten, wie sie jetzt anstehen, wenn man den vom Heiland verlangten Kirchenbau nicht verhindert hätte. Alles Material war da und war bezahlt. Und so viel Geld kam aus aller Herren Länder, daß wir zwei Kirchen hätten bauen und bezahlen können. Von 1916 bis 1924, wo der Staat bankrott war, wäre die schöne, große Kirche innerlich und äußerlich ausgebaut gewesen, und der Heiland würde darin angebetet. So wahr es ist, daß Er durch mich Armseligste die Einführung der täglichen Kommunion verlangte, so wahr ist es aber auch, daß Er diesen Kirchenbau verlangte. Diese Kirche soll stehen bis zum Ende der Welt als Warnungstafel für die, die es wagen wollen, an dem Kommuniondekret von Papst Pius X. zu rütteln. Aber auch als Siegeszeichen für jene, die ein gutes Werk fördern und errichten wollen und dafür verfolgt und unterdrückt werden, daß: Wenn sie ausharren und ihr Vertrauen auf Mich setzen, Ich es doch noch zum guten Abschluß führe. Ja, mein Herr und mein Gott, auch ich setze mein ganzes Vertrauen auf Dich. Du wirst meine geistlichen Vorgesetzten noch einsehen lassen, daß es ein Unrecht war, den Kirchenbau zu verbieten und mich als hysterisches Weib und als Ketzerin zu beurteilen. Ich bin ein armes, sündiges Menschenkind, wie wir alle. Aber eine Ketzerin und ein hysterisches Weib bin ich nicht. (Hochwürdiger Herr Dr. Vitus Brander schreibt nämlich in seinem Buch: sie hört Stimmen, aber was für Stimmen; Männerstimmen hört sie). Ein solcher Theologe, der eine Seele so beurteilt, die er gar nicht kennt, vor allen Menschen, die dies lesen in seinem Buch. Herr verzeihe ihnen, sie wissen nicht, was sie tun. Gelobt sei Jesus Christus in alle Ewigkeit. Amen.



Nachtrag von Barbara Weigand: Heute Nacht fiel mir noch ein, daß ich ein paar wichtige Punkte aufzuschreiben habe: Als der hochwürdigste Herr Bischof Haffner von Mainz Fräulein Hannappel gesagt hatte, sie soll ihrem Bruder, dem Guardian im Kapuzinerkloster in Aachen schreiben, er dürfe die Schriften von Barbara Weigand überall verbreiten, nur nicht in Mainz, weil er mit seinem Domkapitel nichts zu tun haben wolle, tat er dies dann auch. Die Schriften wurden von anderen abgeschrieben und verbreitet und überall gelesen.

So kam eines Tages ein Herr aus Köln und wollte mich sprechen. Dieser geistliche Herr war Professor an der Universität in Köln und seine Ferienreise war des öfteren auch nach Mainz, um mich zu besuchen. Einmal reiste er sogar nach Schippach, um den Bauplatz zu sehen. Ein Verwandter von ihm war mit ihm gleichen Ranges und auch angestellt an der Kölner Universität. Der erste, von dem ich sagte, daß er mich oft besuchte, wurde weiterbefördert von hochwürdigsten Herrn Erzbischof, seinen Vetter. Und dies erregte Neid und Eifersucht bei seinem Vetter und so schwärzte er ihn beim Erzbischof so sehr an, daß dieser diese Verleumdung auch glaubte. Professor N.N. (die Namen will ich nicht nennen) wurde abgesetzt von seiner Stellung, bekam kein Gehalt mehr und wäre auf die Straße gesetzt gewesen, wenn er nicht mit seiner Schwester im eigenen Haus hätte wohnen können. Von 1900 bis 1903 war ich in Rück bei meiner verheirateten Schwester, deren Mann schon jahrelang gestorben ist und die krank war. Da hörte ich einmal eine innere Stimme, die mich aufforderte, sofort einmal nach Mainz zu gehen. Ich fragte meine kranke Schwester, ob sie mir erlaube, einmal einige Tage nach Mainz zu gehen. „Ei ja“, sagte sie, „Valentin (ihr Sohn) wird ein paar Tage dann den Haushalt besorgen können.“ Ich reiste ab. Kaum war ich in Mainz bei Fräulein Hannappel angekommen, als mit mir zugleich obengenannter Professor aus Köln auch ankam. Ins Zimmer eingetreten, fing der gute, früher hochangesehene geistliche Herr so bitterlich zu weinen an und unter lautem Schluchzen erzählte er die unglückliche Lage, in die er versetzt sei durch die boshafte und ungerechte Verleumdung seines Vetters. Und er erzählte: Es war in den Kriegsjahren 1914, wo alle Lebensmittel so teuer waren.


Da er gar kein Gehalt mehr bekam, müsse er mit Rucksack auf dem Buckel in Bauerndörfer herum, um für sich und seine Schwester Brot, Kartoffel und Gemüse zusammenzubetteln, um nicht verhungern zu müssen. Und wir beide weinten mit ihm. Und Fräulein Hannappel gab ihm auch einen Zehrpfennig mit. Alle Tage betete ich für diesen Priester, daß der liebe Gott doch seine Unschuld an das Tageslicht fördern möge, und daß er standhaft bleibe in seinem Vertrauen auf Gott. Ich reiste anderen Tages wieder ab. 1915 bekam ich einen Brief von der Generaloberin in Untermarchtal (Württemberg). Sie schrieb mir: „Ich will Ihnen zu Ihrem Kirchenbau in Schippach auch Tausend Mark beisteuern, aber sie müssen dieselben bei mir persönlich abholen.“ Ich reiste hin in ihr Kloster und mußte einige Wochen dort bleiben, weil sie mich auch in einige ihrer auswärtigen Klöster schicken wollte. Ich mußte in der Schweiz eines ihrer Klöster besuchen, und als ich von dort zurückkam, sagte sie: „Die Schwester vom hochwürdigsten Herrn Bischof von Rottenburg war bei mir, und sagte, Sie möchten doch auch bei ihr einige Tage in Stuttgart, wo sie zwei Klöster zu verwalten hatte als Oberin, bleiben. Auf meiner Rückreise in die Heimat stieg ich in Stuttgart ab und blieb zwei Tage dort. Am ersten Tag, als ich in der Klosterkirche die heilige Kommunion empfangen hatte, kam ich in Ekstase. Da sagte mir der liebe Heiland: „Was Ich dir jetzt sage, schreibst du auf und übergibst den Brief der Oberin, daß sie den Brief ihrem Bruder, dem Bischof von Rottenburg, schicken soll.“

Dann fing der Heiland an zu reden: „Es ist ein Mißstand eingerissen in Meiner Kirche, der beseitigt werden muß. Wenn ein Priester bei seinem Bischof verklagt wird über einen großen Fehler, den derselbe begangen haben soll, soll der Oberhirte den Angeklagten nicht eher bestrafen, bis er auch untersucht hat, ob der Angeklagte auch den Fehler begangen. Denn gar oft steckt Neid und Eifersucht dahinter und der unschuldig verleumdete Priester kommt in eine Situation, die ihn zum Abfall von seinem heiligen Glauben bringt. Diese Mißstände müssen beseitigt werden. Ehe der Oberhirte den Angeklagten bestraft, muß er erst genaue Erkundigungen sich bei anderen einholen, die beide Priester kennen.“ Die Oberin nahm den Brief und schickte ihn ihrem hochwürdigsten Bruder nach Rottenburg. Zwei Monate nach diesem Vorgang kam obengenannter Professor nach Mainz und brachte mir und meiner Freundin die freudige Botschaft, daß er wieder in seinem Amt sei. Sein Erzbischof habe den Ankläger entlarvt.

Als ich einmal aus der Kirche von Schippach von der heiligen Messe herauskam, kam ein geistlicher Herr auf mich zu, und sagte: „Nicht wahr, Sie sind doch Fräulein Barbara Weigand?“ Er hat, wie mir scheint, im „Engel“ (Gasthaus in Schippach, das auch noch dem Namen nach existiert) übernachtet. Ich sagte: „Ja, ich bin Barbara Weigand.“ Sodann sagte er:
„Bitte, wollen Sie nicht mit mir in das Gasthaus? Ich möchte Sie einmal sprechen.“ Ich sagte: Hochwürdiger Herr, wenn Sie mich sprechen wollen, gehen Sie lieber mit mir in meine Wohnung, und deutete auf unser Haus, ich gehe mit Ihnen ins obere Zimmer, da können Sie ungenierter sprechen, als in einem Wirtshauslokal. Er ging mit mir, und ich führte ihn ins obere Zimmer und wir setzten uns beide an den Tisch. Er fing an zu sprechen, und sagte:
„Ich habe eine weite Reise gemacht, um mit Ihnen einmal sprechen zu können. Länder und große Städte habe ich durchreist.“ Dann fing er an, allerlei Fragen an mich zu stellen, die ich ihm beantworten mußte. Auf einmal sprang er auf und streckte beide Arme in die Höhe und rief: „Fräulein, ich bin verdammt. Ich bin verdammt“, schrie er dreimal, und ein Strom von Tränen stürzten aus seinen Augen. Ich stand und drückte ihm die ausgestreckten Arme herab, und sagte: Hochwürdiger Herr, Sie sind nicht verdammt. Sie sind Priester, und als solcher wissen Sie noch besser als ich, daß, solange der Atem ein- und ausgeht, kann der Mensch noch gutmachen, wenn er auch tief gefallen sein sollte. Wir sind alle Menschen.


Auch der Priester ist ein Mensch. Haben Sie einen großen Fehler gemacht, den Sie sich schämen, zu beichten in ihrer nächsten Umgebung, dann sage ich Ihnen: Sie sagten vorhin, daß Sie Länder und Städte durchgereist hätten, um zu mir zu kommen. Ich bitte Sie, Hochwürdigster Herr (an seinem Hut erkannte ich den Bischof, ich war 30 Jahre in Mainz. Wenn der Bischof mitunter auch schwarz wie andere Priester gekleidet ist, am Hut erkennt man ihn), wenn Sie auf Ihrer Rückreise nach Aschaffenburg kommen, fragen Sie nach dem Kapuzinerkloster und beichten dort Ihren Fehler, den Sie sich zu beichten schämen in Ihrer Umgebung. Hier kennt Sie ja niemand, und Sie können glücklich und zufrieden in ihre Heimat zurückkehren. Und als die Zeit zur Abfahrt mit dem Zug nach Aschaffenburg war, stand er auf, ging rückwärts, um mir ins Gesicht sehen zu können, und weinte, daß die Tränen an den Kleidern herunter flossen. Und so dastehend, streckte er noch die beiden Arme an der Türe aus und führte sie in einem Bogen um sich herum, und sagte: „Fräulein, ich habe viele, viele Seelen zu verwalten, ich empfehle sie alle Ihrem Gebet. Besonders aber mich, beten Sie viel für mich.“

Ich begleitete ihn an die Bahn. Als er mir die Hand zum Abschied reichte, liefen die Tränen ihm nochmals über die Wangen. Zwei Jahre darauf kam ein Brief, aber keine Stadt, kein Land und kein Name war genannt, nur: „Liebes Fräulein, vor zwei Jahren kam ein Priester vom Gasthaus „Zum Engel“ auf Sie zu, als Sie aus der Kirche in Schippach heraustraten. Der Priester bin ich. Ich habe Ihren guten Rat befolgt und bin wieder glücklich und zufrieden. In meinem ganzen Leben sind Sie in mein Gebet eingeschlossen.“ Punktum: kein Name, keine Stadt und kein Land war genannt. Er mußte doch ein sehr frommer Bischof gewesen sein, sonst hätte er seinen Fehler nicht so beweint.

Nach dem Krieg kam 1918 der Herzog von Mecklenburg-Schwerin mit seiner Gemahlin und Bedienung zu hochwürdigen Herrn Pfarrer Nöth nach Schippach und ließen mich ins Pfarrhaus rufen. Die Herzogin war eine Nichte vom Kaiser von Österreich und der Herzog vom deutschen Kaiser Wilhelm ein Bruder. Die Herzogin war gut katholisch und der Herzog Protestant und Großherzog, und weil dieser Großherzog katholisch wurde und auch seine Kinder katholisch taufen ließ, wurde der Großherzog vom Kaiser Wilhelm, seinem Bruder, abgesetzt und sein jüngerer Bruder wurde Großherzog. Zur Strafe, weil er katholisch wurde. Doch hatte der Kaiser erklärt: „Wenn sein Sohn volljährig sei, werde dieser wieder zum Großherzog vom Kaiser ernannt.“ Als dieser Sohn aber 18 Jahre alt war, ließ der Großherzog seinen Neffen umbringen. Dies geschah in den Kriegsjahren 1914 bis 1918. Als der Herzog vom Krieg zurückkam, fing er mit seinem Bruder einen Prozeß an, denn er hatte Zeugen, die dies beschwören konnten. Der Großherzog hatte im Prozeß angegeben, ihr Sohn hätte sich selbst das Leben genommen. Und da sie auch von dem Verkehr des Heilandes mit mir gehört hatten, reisten sie zusammen hierher und Hochwürden Pfarrer Nöth mußte mir im heiligen Gehorsam befehlen: Der Heiland solle mir mitteilen, ob sie den Prozeß mit dem Großherzog gewinnen oder nicht. Hochwürden Pfarrer Nöth mußte anderen Tags in Schippach um die Mittagszeit die heilige Messe lesen, und ich sollte mit den beiden Herzogsleuten sprechen und den Heiland fragen, ob ihr Sohn verdammt sei, der doch so meuchelmörderisch umgebracht wurde, und ob sie den Prozeß mit dem Großherzog gewinnen würden.


Darauf bekam ich vom lieben Heiland die Antwort: „Verdammt ist ihr Sohn nicht, hat aber ein langes Fegefeuer wegen seiner Jugendsünden zu erleiden. Aber Ich verspreche dem Herzog und seiner Gemahlin, wenn sie den Prozeß fallen lassen, weil wieder viel unschuldiges Blut fließen würde, Ich sofort ihren Sohn aus den Peinen des Fegefeuers zu befreien“, was sie dann auch versprachen. Bei ihrem Abschied schenkte mir die Frau Herzogin ihren Mantel. An der Bahn Rück und Schippach wollten die hohen Herrschaften noch einmal mich sehen. Vor all den Leuten umarmten mich beide, der Herzog und seine Gemahlin, und der Herzog sagte laut: „Wir kommen noch einmal zu Ihnen.“ Als sie aber nach Aschaffenburg kamen, ließen sie sich das Schloß und die Kirchen, besonders die Stiftskirche, vom hochwürdigen Herrn Stiftspfarrer zeigen. Dieser fragte die hohe Herrschaft:

„Woher habe ich denn die große Ehre, eine Herzogsfamilie in unserer Stadt und sogar in meiner Kirche zu sehen?“ Der Herzog sagte ganz laut, daß mein Bruder, der mit dabei stand, es auch hörte: „Wir waren in Schippach und haben die Barbara Weigand einmal aufgesucht.“ „Ei was“, sagte der Stiftspfarrer, „die Barbara Weigand haben Sie besucht? Das ist alles Schwindel. Das hätten Sie nicht tun sollen. Das ist ja von der kirchlichen Obrigkeit verworfen usw.“ „O armes, armes Deutschland, kehre endlich zurück zu einem übernatürlichen Glaubensleben! Dann bekommen wir auch wieder Heilige“, sagte der hochwürdigste Herr Bischof von Limburg in seiner Predigt in Eibingen bei der Feier des 500-jährigen Jubiläums der heiligen Hildegardis, deren Gebeine in jener Kirche aufbewahrt und verehrt werden. -



Ich sage allen Dank, - immer wieder Dank und ein tiefempfundenes herzliches Vergelt’s Gott für die vielen Jahre einer glücklichen und stets auch erbauenden Zusammenarbeit mit allen vorwärtsstrebenden Kräften, Förderern innerhalb und außerhalb des Vereines der „Barbara-Weigand-Gesellschaft“. Bleiben Sie (mir) treu und stets verbunden der Sache der Schippacher Jungfrau Barbara Weigand und ihrem „Eucharistischen Liebesbund des göttlichen Herzens Jesu“, dem auch fortan meine ganze Liebe und Hingabe gelten soll; meine Gedanken, meine Arbeit und seine Verteidigung, aus Freude an der Wahrheit! Wolfgang E. Bastian. Ich bitte um Ihr Wohlwollen und Gebet in meinen Anliegen!



Nachwort:
Einige Bemerkungen noch zur Frage nach den
Privatoffenbarungen..


I.
Privatoffenbarungen gehören nach katholischem Verständnis zu den Möglichkeiten, durch die Gott, der Herr der Geschichte und aller Menschen, in das Leben eines Einzelnen eingreifen kann. Wird ein Mensch solcher Offenbarung gewürdigt, wird er durch sie in die Pflicht genommen. Er muß ihr im Glaubensgehorsam folgen. Dabei ist es möglich, daß sie der Glaubensvertiefung und Lebenserhellung dieses Menschen in erster Linie dient; das bedeutet, daß sie im „Material“ dieses Lebens wirksam ist und für andere zunächst verborgen bleibt. So wurde die besondere mystische Lebensführung der heiligen Theresia vom Kinde Jesu erst nach ihrem frühen Tod durch ihre Niederschriften bekannt. Andere begnadete Menschen erfahren Offenbarungen, die mit einem ausdrücklichen Auftrag in den Raum der Kirche und der gesellschaftlichen Öffentlichkeit hinein verbunden sind, wie wir es zum Beispiel aus dem Leben und Wirken der heiligen Hildegard von Bingen und des heiligen Don Bosco kennen.

Es gilt dabei zu bedenken, daß auch bei echten Offenbarungen womöglich Elemente zu finden sind, die schwer verständlich, unzulänglich und verzerrt erscheinen. Kritische Prüfung ist nötig, weil je und je die begnadete Erfahrung im Rahmen der Möglichkeiten und Begrenzungen des begnadeten Menschen, seiner Ausbildung, der geistigen, seelischen und geistlichen Weite oder Enge gemacht wird. Deshalb ist mit Unschärfen und zeitbedingten Verengungen auch bei echten Privatoffenbarungen zu rechnen. Vom Ganzen des Glaubens losgelöste Ausbrüche des Unterbewußtseins dagegen, krankhafte Initiativen und schwärmerische Einbildungen und punktförmige Aktivitäten sind kritisch zu ordnen und - so schwierig das im einzelnen auch sein mag - in ihre Schranken zu verweisen. Den Rat des Thessalonicherbriefs gilt es für die mitunter schwer durchschaubaren Zusammenhänge von Privatoffenbarungen zu beachten:
„Prüft alles, was gut ist behaltet“
(1 Thess. 5,21).


Neben vielen und oft schwierigen Fragen an die Person und die persönlichen Voraussetzungen der Visionäre, bleibt doch eine unentbehrliche erste Klarstellung für die Echtheit einer Privatoffenbarung leicht möglich. Sie lautet: bleibt das Gesagte im Rahmen der in Christus endgültig geschehenen Offenbarung? Ist dagegen der Versuch zu erkennen, diese Offenbarung des menschgewordenen Herrn zu korrigieren oder zu verbessern oder gar zu übertreffen, haben wir gewiß keine echte Privatoffenbarung vor uns. Ebenso gehört die Bereitschaft, sich dem Lehramt der Kirche, der die Verkündigung gültig übertragen ist, zu unterstellen, zur glaubhaften Gestalt des Empfängers einer Offenbarung. Niemals kann es um modische Neuheiten gehen; vielmehr muß das unausschöpfbare „Alte“ der Christusoffenbarung neu gesagt werden, als Ruf in die Zeit, als Anstoß für das, was einer Epoche nötig ist, als Verlebendigung des Handelns der Kirche aus der Kraft des einzigen und einmaligen Evangeliums. So hat sich Vinzenz von Paul für die Priestererziehung und zeitgerechte Formen in der Nächstenliebe leidenschaftlich eingesetzt, Pius X. konnte die Liturgie und die tätige Anteilnahme der Gläubigen an der heiligen Eucharistie bis zum häufigen Empfang der heiligen Kommunion beleben und Pater Maximilian Kolbe hat im grauenhaften Dunkel der Menschenvernichtung durch sein Martyrium die Würde des Menschen aufleuchten lassen. Spätestens hier zeigt sich der „prophetische“ Charakter jeder echten Privatoffenbarung. Prophet meint hier nicht zuerst Zukunftswisser oder Zukunftsdenker.

Vielmehr ist mit dieser Bezeichnung jeder Christ gemeint, der seinen Glauben lebendig hält. So werden beispielsweise heute jeder Mann und jede Frau, die ihre Ehe als endgültigen christliche Bund leben, zu stillen und unfanatischen religiösen Verkündern: zu „Propheten“. Ebenso ein Meister, der seine Auszubildenden als Menschen achtet und fördert, und jeder, der aus gläubiger Gesinnung nichts dem Gottesdienst vorzieht.

Alle sagen unaufdringlich durch ihr Leben auch etwas über die Zukunft: Die Eheleute zeigen Gottes bleibende Liebe zu uns Menschen; der tüchtige Meister beweist die Gottebenbildlichkeit seinem Auszubildenden und der glaubensentschiedene Gottesdienstbesucher feiert die Nähe des ewigen Gottesreiches in unserer Welt. Dann aber gibt es noch - neben dem Charisma, das alltagsnah die eigenen Gaben und Fähigkeiten schlicht in den Dienst des Reiches Gottes stellt - das besondere Charisma (Gnadengabe), den prophetischen Auftrag, die erwählende Offenbarung. Dieses prophetische Charisma einer besonderen Erwählung zu einem besonderen Auftrag nennt Karl Rahner: „Jene Einwirkungen des Geistes Gottes auf den einzelnen Glaubenden, die vom Menschen her niemals erzwingbar, von den amtlichen Organen der Kirche nicht vorhersehbar, durch die Setzung der Sakramente nicht erreichbar und dennoch immer und überall benutzbar sind, weil sie - wie Amt und Sakrament - zum notwendigen und dauernden Wesen der Kirche gehören“. Zu den zahlreichen Begnadeten in der Kirchengeschichte mit ihrem großen geistlichen Auftrag gehört auch Barbara Weigand (1845–1943).

II.
Vor dem Hintergrund der Bemerkungen über Privatoffenbarungen lassen sich eindrucksvolle Gründe für die Echtheit der besonderen Berufung erkennen, deren Barbara Weigand gewürdigt wurde. Einige davon seien stichwortartig genannt:

  • Barbara Weigand wächst in einer ruhigen und das ganze Leben
    durchdringenden Frömmigkeit auf.

  • Die kränkliche Mutter, die zusätzliche Belastung des Vaters durch dasAmt des Bürgermeisters und die Fürsorge für die Geschwister machen Barbara zu einem arbeitsamen und verantwortungsbewußten Mädchen mitstarker Bodenhaftung.

  • Trotz der Aussicht auf eine gute Partie ringt sie sich zu einem
    jungfräulichen Leben durch.

  • Fast unbegreifliche körperliche Leistung vollbringt sie aus Sehnsuchtnach der heiligen Kommunion: häufiger fünfstündiger Gang nach Aschaffenburg (Kapuzinerkirche) und zurück, danach schwere Haus- und Feldarbeit.
    • Ein Höchstmaß an Fleiß und Arbeit übt sie in Schippach, dann ab 1885 für dreißig Jahre in Mainz, wovon sie allein zwanzig Jahre in der Wirtschaft ihres Bruders und weitere zehn Jahre in der Pflege einer nahen Verwandten zubringt, und ist dann wieder, bis zu ihrem Tode, in Schippach.

  • Opfer, Buße und Sühne für die eigenen und die Sünden der Menschen,
    dazu oft auch als soziale Hilfe für Notleidende.

  • In Barbara Weigand wächst immer größere Leidensbereitschaft. Ihr umfassender Gebetsgeist übt ständig das glühende Dankgebet und das Bittgebet für Lebende und Verstorbene.

  • Zeitlebens charakterisiert innigste Marienverehrung das Leben von Barbara Weigand. Dabei fällt auf, wie glaubenssicher sie die Teilhabe am einzigen Erlöser- und Mittlertum Christi in früher Zeit bereits ausspricht. Bei allen böswilligen Verdächtigungen und lügnerischen Unterstellungen lebt sie nach dem Wort der Bergpredigt: „Selig seid ihr, wenn ihr um meinetwillen beschimpft und verfolgt, und auf alle mögliche Weise verleumdet werdet. Freut euch und jubelt, euer Lohn im Himmel wird groß sein“ (Mt. 5,11). Die alles bestimmende Mitte des begnadeten Lebenswerkes von Barbara Weigand ist ihr Ringen um die eucharistische Frömmigkeit; näherhin um die tägliche heilige Kommunion. Spätestens an diesem fünfunddreißigjährigen Mühen bis zur weltkirchlichen Anerkennung durch das Kommuniondekret des heiligen Papstes Pius X. zeigt sich die beständige und allen Wechselfällen widerstehende große Berufung.

Nachdem die häufige heilige Kommunion längst liturgische Praxis geworden ist, scheint sich in einer Phase der (vorsichtig gesagt) sich abkühlenden eucharistischen Frömmigkeit, die glühende Christusliebe und eucharistisch geprägte Frömmigkeit der Barbara Weigand für die innere Reform und missionarische Stärkung der Kirche im3. Jahrtausend eine unerwartet neue Aktualität zu bekommen. Die zahlreichen Visionen, Auditionen und Wegweisungen, die sie geschenkt bekommen hat, liegen jetzt im Druck vor. Im Blick auf diesen geistlichen Schatz möchte man dem geneigten Leser zurufen: „Nimm und lies!“ Im September 2001

Monsignore David Nikolaus Becker, Mainzer Dompräbendat u. a. Mitglied im Vorstand der Barbara-Weigand-Gesellschaft e. V. Schippach
+ 21. Januar 2016



Redaktion und verantwortlich für den Inhalt:
Wolfgang E. Bastian, im Juni 2016
Als Manuskript ausschließlich privat finanziert und gedruckt.

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Bücher PDF Datei

Leben für GOTT und sein Reich
Barbara Weigand im Urteil von Bischöfen und Priestern
Lebensbeschreibung Barbara Weigand
Tabernakel-Ehrenwache
Leibgarde Jesu Christi
Gebetsarmee Gottes - Eucharistischer Liebesbund
Tabernakel-Heiligster Ort der Kirche
In der Nachfolge des Kreuzes
Wo bleibe ICH nun, euer HERR und GOTT?
Die Wahrheit -Verteidigungsschrift
Leben für GOTT und sein Reich 2. Aufl.
DER AUFTRAG: Gegen das vergessen

 

 Offenbarungen
Band 1-7
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Band 1 PDF Datei EPUB Datei Ebook Reader
Band 2 PDF Datei EPUB Datei Ebook Reader
Band 3 PDF Datei EPUB Datei Ebook Reader
Band 4 PDF Datei EPUB Datei Ebook Reader
Band 5 PDF Datei EPUB Datei Ebook Reader
Band 6 PDF Datei EPUB Datei Ebook Reader
Band 7 PDF Datei EPUB Datei Ebook Reader
Alle 7 Bände in einem Pdf 3646 Seiten - 20,8 MB.

 

 Botschaften PDF Datei
Wolfgang E. Bastian

Zum 72. Todestag von Barbara Weigand:
Rundbrief zum 72. Todestag
Rundbrief zum 70. Todestag
Rundbrief 29.09.2014

 

 Diese Webseite steht unter dem Patronat der Muttergottes: Königin des Weltalls und Königin der Armen Seelen. Alle Gnaden dieser Webseite seien den Armen Seelen im Fegefeuer zugewendet.

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