1. Januar 2010
Jahresausblick 2010
Ein neues Jahr liegt vor uns und wir wissen nicht, was es bringen wird. Es ist uns nicht gegeben. Aber wir dürfen zurückblicken, zurückblicken auf das vergangene Jahr 2009 und wenn wir wollen, auch auf vorausgegangene weitere Jahre. Aber wir dürfen auch heute, ja wir müssen eines befürchten: die Kräfte und Mentalitäten, die heute am Werke sind, werden sich auch das ganze Jahr über auswirken. Und wir wissen mit Bestimmtheit, daß - so oft Menschen mit der Gestaltung unserer Geschichte befasst sind, wir alles befürchten müssen, denn wo Menschen meinen, ohne Gott regieren und schalten und walten zu können, da sind ihre Früchte nur Krieg, Verderbnis, Ausbeutung und Menschenverachtung.
Der Mainzer Kirchenrechtler und Moraltheologe Prof. Dr. Georg May hat das einmal so ausgedrückt: Die Hoffnungen, die auf Menschen gesetzt werden, haben sich fast immer als brüchig erwiesen. Welche Woge der Begeisterung ging durch unser Volk, als die Wiedervereinigung kam, als das sowjetische Imperium zusammenbrach! Aber die Probleme, die damals existierten, sind deswegen nicht weggewischt. Sie treten vielleicht anders, in anderer Form, aber dennoch unübersehbar und manchmal mit neuer Schärfe hervor. Manche meinten damals, jetzt werde der Friede kommen, der endliche, ersehnte Friede. In Wirklichkeit hat der Krieg nie aufgehört, sind neue Kriegsherde entstanden und werden sich auch im neuen Jahr mit größter Wahrscheinlichkeit wiederum blutige Auseinandersetzungen entwickeln. Der fleischliche Mensch bleibt sich immer gleich, und wenn der Mensch nicht durch die Kraft des Heiligen Geistes geändert wird, dann werden sich auch die Verhältnisse nicht ändern. Hinzu kommen noch weitere Gefahren im eigenen Lande, mit denen wir auch zukünftig rechnen müssen. Der Unfriede, der systematisch von Gruppen und Parteien verbreitet wird, der Haß und die Hetze, die von den Massenmedien ausgehen, vergiften die Menschen immer mehr und immer tiefer.
Am Donnerstag am 4. Januar 1900 spricht Jesus Christus zu Seinem Werkzeug Barbara Weigand von Schippach: Seht, Meine Kinder, dieses ist die Ursache, warum so große Finsternis euer Herz beschränkt, weil ihr Sühne und Buße leisten sollt für die abgefallene Menschheit, für die gottlosen Kinder Meines Herzens. Ein neues Jahrhundert ist angebrochen. Ich habe dieses Geschlecht gezüchtigt. Ich will seiner Sünden wieder vergessen; aber es müssen Werkzeuge da sein, um derentwillen Ich vergessen kann. Deswegen, Meine Kinder, werdet nicht irre. Ich habe euch an Mich gezogen, Meine Liebe euch kundgetan. Nun müßt ihr mit Mir den Kalvarienberg hinauf, das Kreuz müßt ihr mit Mir schleppen, um so die undankbaren Kinder Meiner Kirche wieder auszusöhnen mit Mir. Geht in die ganze Welt, ja geht dorthin, wo man noch wähnt, Mir zu dienen und treu zu dienen, und seht euch um unter den einzelnen Mitgliedern, die sich Mir geweiht haben, die Ich Mir erwählte, einzig und allein für Mich zu leben. Was findet ihr? Anstatt Liebe nur Unfrieden. Jeder ist unzufrieden mit seinem Stand, auch wenn Ich ihm alles getan habe, ist er doch nicht zufrieden. Dank sollte Ich ernten, und Undank ist Mein Lohn, der schwarze Undank derjenigen, die in der Welt leben und vorgeben, Mir zu dienen. Auch wenn Ich sie noch so mit zeitlichen Gütern gesegnet habe, wenn Ich ihnen alles getan habe, was nur zu einem soliden Leben gehört, was ernte Ich dafür? Undank und nichts als Undank! Seht, Meine Kinder, dafür muß es Werkzeuge geben, die diesen Undank Mir zu belohnen wissen durch ihre Dankbarkeit und Gegenliebe. Diese müssen ersetzen, was andere Mir versagen, und weil der Mensch nur dann erst recht verdienen kann, nur dann Mich trösten kann, wenn er nicht getröstet ist, wenn er auf alles verzichtet und nur einzig und allein Mein Wohlgefallen im Auge hat, nur dann erst kann der Mensch verdienen und Mir Ersatz und Sühne leisten. Darum, Meine Kinder, werdet nicht irre! Wenn Ich mit Trockenheit und Trostlosigkeit dich heimsuche, gehe hin, sei nicht trostlos. Gehe nicht von dieser Stätte, ohne Meinem göttlichen Herzen erst innigen Dank zu sagen. Seht, euretwegen bin Ich gekommen, damit ihr an dem morgigen Tag, wo Mir ganz besonders in dieser Stadt Abbitte und Sühne geleistet wird, auch eure Liebe Mir erwidern, euren Dank Mir darbringen könnt.“
Es gibt also auch einen zweiten Satz: Wir dürfen alles erhoffen, soweit es auf Gott ankommt; denn die Vorsehung Gottes lenkt diese Welt. Unter der Vorsehung Gottes verstehen wir seinen ewigen Weltplan, den er mit Sicherheit durchführt. Die Heilige Schrift ist voll vom Vertrauen auf Gottes Vorsehung. In den Psalmen wird häufig die leitende, fürsorgende Vorsehung Gottes angesprochen. „Der Herr ist mein Hirt, nichts wird mir mangeln. Er weidet mich auf grüner Aue, er führt mich zu erquickenden Gewässern und labt dort meine Seele. Er leitet mich auf rechten Wegen um seines Namens willen. Auch wenn ich wandern müßte in Todesschatten, ich fürchte kein Unheil, du bist ja bei mir. Dein Stock wie auch dein Stab gereichen mir zum Trost. Du rüstest mir ein Mahl jenen zum Trotz, die mich bedrängen. Du salbst mein Haupt mit Öl; mein übervoller Becher, wie köstlich ist er doch!“
Noch einmal Prof. May: Gott läßt niemanden über seine Kräfte versuchen. Diese tiefe Überzeugung, meine lieben Freunde, muß in uns sein. Ergebenheit in Gottes Willen vermag auch das schwerste Kreuz zu tragen. Vor einer Reihe von Jahren kam einmal ein Priester in den Allgäu. Und da sah er, wie jeden Tag ein altes Weiblein eine schwere Last auf dem Rücken den Berg hinauftrug. Sie war immer freundlich und heiter gesinnt. Da fragte sie der Priester: „Wie machen Sie das, daß Sie immer guter Dinge sind?“ „O“, sagte sie, „ich habe ein Gebetlein, das hilft mir alles tragen.“ „Wie heißt dieses Gebetlein?“ „Dieses Gebetlein heißt: 'Wie Gott will!' Ich denke da an meinen Heiland, wie er auf den Kalvarienberg gegangen ist, ich erinnere mich an das Wort der Heiligen Schrift, daß man im Schweiße seines Angesichtes sein Brot essen soll. Dann wird mir alles erträglich, was mir aufgeladen wird. Wie Gott will!“
So sollten wir also in dieses neue Jahr gehen - nicht mit großem Optimismus, denn Optimismus ist der Trost der Schwachen, wohl aber mit festem Vertrauen, daß Gott das Schiff der Welt, aber auch das Schiff unseres Lebens steuert; mit festem Vertrauen, daß, was immer kommen mag, seine Vorsehung sich nicht täuscht. Denn die Vorsehung Gottes ist unfehlbar und unveränderlich. Unfehlbar, d.h. sie kommt immer zu ihrem Ziel, kann durch keine menschliche Bemühung zerstört werden. Unveränderlich, d.h. sie nimmt an der Unveränderlichkeit Gottes teil. Der Plan Gottes liegt fest, und dieser Plan wird durchgeführt. Gott mag seine Vorsehung in verschiedenem Maße gewähren; man spricht von einer allgemeinen Vorsehung für alle Geschöpfe, von einer besonderen Vorsehung für die Menschen und von einer ganz besonderen Vorsehung für die Auserwählten. Aber jeder hat Anteil an der Vorsehung Gottes, jedem ist ein Maß zugemessen an der Vorsehung Gottes, das ihn, wenn er Gott einstimmt, zum Himmel führen wird.
Wir sind also aufgerufen, in den Dienst des eucharistischen Königs einzutreten, und an Seinem Liebeswerk für die Welt mitzuwirken, ein jeder nach dem Maße, was ihm zukommt und was er von Gott erhalten hat. Träger der Liebe Gottes dürfen wir sein, Leibgardisten Seines heiligsten Herzens. Aber wollen müssen wir und unsere Zögerlichkeit aufgeben, das sollen wir und auch - mehr Vertrauen und Zuversicht an den Tag legen, das verlangt der Herr von uns. Was sagt der Herr am 20. Juni 1915 anlässlich einer Priesterweihe zu Barbara Weigand: „Das verlange Ich von euch, Meine Diener, hier bei diesem Werk. Ihr müßt so mit Mut und Entschlossenheit, alle Priester und Laien, auf das Ziel lossteuern, als hinge davon die Rettung der ganzen Welt und die Verherrlichung Gottes allein ab. Dann erwartet mit Zuversicht den Lohn, den Ich dir schon mehrmals gezeigt. Ihr alle sollt um eures Glaubens, eurer Demut und Geduld willen, die notwendig vorhanden sein müssen bei allen, die Ich dazu bestimmt habe, glänzen wie Sterne durch die ganze Ewigkeit.“
Darauf wollen wir hoffen und mit festen Schritten unseren Dienst tun, jede Stunde am jedem Tag, unentwegt auf Ihn hoffen und uns in Seine liebenden Hände legen. Und wie können wir das tun? Darauf gibt der Herr in Seinen Botschaften am 30. Januar 1916 eine klare und unverkennbare Hilfestellung zu erkennen: „Ja, bleibt unerschütterlich, mag auch der Sturm noch so heftig toben. Ich bin bei euch im Schifflein und Meine himmlische Mutter, Sie wird euer leuchtender Stern sein, Der euch leuchtet, um durchzurudern durch die immer wilder tobenden Fluten und immer dichter werdende Finsternis. Kein Zweifel kann euch bis jetzt mehr beängstigen, denn euer Glaube wird euch emporheben über die tobenden Wellen, und der Leuchtturm, der euch leuchtet, er ist selbst für die Hölle unerschütterlich. Also mutig das Ruder ergreifen, denn dein Wirken muß keinen Augenblick unterbrochen werden. Gesegnet seist du von Mir, deinem göttlichen Meister und Meiner geliebten Mutter Maria.“
Alles für Gott und Sein Reich!
Aus Freude an der Wahrheit!
Im Schutze Mariens, der Mutter des Herrn!
Friedrichsdorf, Neujahr 2010
Wolfgang E. Bastian
Quelle: Predigttexte von Prof. Dr. Georg May, Mainz sowie Auszüge aus den „Offenbarungen an Barbara Weigand“ in sieben Bänden.
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