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8. Dezember 2008

Weihe und Aufnahme in den
Eucharistischen Liebesbund des göttlichen
Herzens Jesu In St. Leonhard am Forst
in Österreich

Der Gang zum Tabernakel ist immer geprägt von der Sehnsucht, Gott zu begegnen, Ihm sich anzuvertrauen, von Ihm Zuspruch und Segen zu erhalten. Es ist die Gewissheit, dass Jesus im Tabernakel wohnt; es ist auch die Gewissheit, dass Jesus für mich ansprechbar ist, dass ich mich auf Ihn verlassen darf, mich mit Ihm einlassen kann. Aber da ist auch Jesus, der in mir ist. Wir dürfen, ohne uns einer Übertreibung schuldig zu machen, sagen: In meiner Seele wohnt Jesus. Tabernakel-Ehrenwache im Eucharistischen Liebesbund ist ein erstrebenswerter Höhepunkt im Leben eines gläubigen Katholiken.

Auch in diesem Jahre kamen wieder bald 100 Gläubige aus der Region und auch aus Linz, um an der Neuweihe und Nachweihe zum Eucharistischen Liebesbund teilzunehmen und im Opfermahl sich dem Eucharistischen Herrn und Heiland Jesus Christus als Opfergabe hinzugeben. Mit H. H. Mag. Franz Kraus, dem Pfarrer von St. Leonhard am Forst war es, wie immer, feierlich, katholische und überaus friedlich. Dem Herrn in besonderer Weise zu dienen, mit Ihm den Damm gegen Unglauben zu bauen und aufzurichten, in Treue und Zusammenhalt zu Kirche und Papsttum zu stehen und dies auch zu beteuern, ein gut katholisches Glaubensleben zu führen und in der Familie insbesondere auch tatkräftig zu leben, das ist Sinn und Zweck dieses Zusammenschlusses.

Glaube das, handle danach und du wirst heilig werden. Der Verkehr mit dem in dir wohnenden Jesus ist ein Hauptmittel der Vollkommenheit. Wenn Jesus doch in mir wohnt, wenn Er in mir ist und wenn Er durch mich wirkt, dann habe ich doch alles, was ich brauche zum Leben. Ist da die Tabernakelverehrung noch von Nöten? Ja, denn da ist ein Stück Himmel auf Erden. Ich trage beim Gang zum Tabernakel den Geist Gottes zum Gott des Lebens, zum lebendigen Gott. Christus ist das Haupt der Kirche. Und wir sind seine Glieder. Die Kirche ist dazu von Christus gegründet worden, dass sie sein Erlösungswort fortsetzt und den Menschen zuwendet. Der Mensch soll mit göttlichem Leben erfüllt werden und dann soll er aus dieser Erfüllung die Welt gestalten. Ob der Kirche diese Aufgabe gelingt, daran entscheidet es sich, ob sie ihre persönliche Sendung erfüllt. Christliche Persönlichkeiten zu schaffen, das ist ihre Sendung und wenn das nicht gelingt, dann hat sie versagt. Wir sind aufgerufen, die Aufgaben, die Gott uns stellt, zu erfüllen. Wir sollen alles, was Gott uns gegeben hat, zur größtmöglichen Entfaltung bringen. Wir stehen also vor Gott alle Zeit und ohne Ausnahme, bei Tag und bei Nacht. Und wir haben die Aufgabe, unser Leben und unser Werk dem Herrn zu weihen. Ich weihe mein Werk dem König. Jesus in der heiligen Hostie ist der Mittelpunkt des katholischen Lebens; das Band ist die heilige Kommunion; die Quelle der Gnaden ist der Tabernakel. Aus ihm sollen sich ergießen die Ströme der Gnaden über die ganze Welt. Glückselig diejenigen, die Seine Worte hören und glauben; sie sollen hier auf Erden schon kosten, wie süß der Herr ist. Friede und heilige Freude sollen alle genießen, die sich beteiligen an diesem einen Liebesbund. Der Empfang des Leibes und Blutes Jesu Christi wird Herz und Gemüt mit besonderem Segen erfüllen. Die Weihe vollzieht sich also auch heute unter den Augen Gottes. Das Versprechen, sich von Gott erfassen zu lassen und an der Hand der Himmelskönigin wie auch in Begleitung seiner Schutz- und Namenspatrone und der ihm beigesellten Engel aus allen neun Chören, in seinem weiteren Leben in der Verehrung des Allerheiligsten Altarsakramentes zu pilgern auf dem Pfad der Tugenden und der Gebote Gottes, das ist das höchste Vergnügen, das man der Dreifaltigen Gottheit machen kann. Und es erwartet uns Liebesbundmitglieder ein Strom an Gnaden und unendlich vielen Gnadenvorzügen; das Paradies auf Erden.

Und warum dies Weihefest des Liebesbundes Gottes am Hochfest der Unbefleckten Empfängnis? Maria steht in einem einzigartigen Verhältnis zu ihrem Sohn. Sie hat ihm das Leben geschenkt. Sie war die Pforte, durch die der Logos, die zweite Person in Gott, in diese Welt eintrat. Was ihr widerfuhr, war eine unverdiente Gnade Gottes. Maria ist ein Geschöpf des Göttlichen Erbarmens. In ihr siegt die Macht Gottes über menschliche Hinfälligkeit und Schwäche. Ihre Würde als Gottesmutter ist aber begleitet von ihrer Ausrüstung an Gnade. Sie sollte nicht nur die Mutter des Göttlichen Sohnes werden, sie sollte Ihm auch gleichförmig sein in Ihrer inneren Verfassung. Diese Gleichförmigkeit ist Ihre Gnadenausstattung, und sie zeigt sich nirgends deutlicher als in ihrer Freiheit von der Erbsünde. Nach dem gnädigen Ratschluss Gottes ist Maria vom ersten Augenblick ihres Daseins an im Hinblick auf die Erlösungsverdienste Jesu von allem Makel der Erbsünde frei geblieben. Maria hat durch den Gehorsam die Vollendung in Gott gefunden, sie ist so die Königin der Engel, die Helferin der Christen und die Zuflucht der Sünder geworden. Sie tritt an unsere Seite und ist uns Helferin und Mutter, Gnadenmittlerin und Fürsprecherin, Geliebte und steht uns von allen am Nächsten.

Die Bedeutung der heutigen Weihe zum Eucharistischen Liebesbund wird auch an der Weihe an die Muttergottes besonders deutlich. Es ist darin eine völlige Ganzhingabe, ja eine Selbstübereignung der eigenen Person in die Herrschaft und Verfügungsgewalt an Mariens Unbeflecktes Herz durch eine intensive, katholische und marianische Lebensführung. Der Unterschied zwischen einer Anzahl von Akten der Verehrung und einer grundsätzlichen Weihe, die dann alle Akte heiligt, wenn sie bewusst gelebt wird, ist die völlige Überantwortung unter den Schutz und die Barmherzigkeit Gottes mit der nach menschlichem Verständnis höchst unzweifelhaften Gewissheit, dass Gott Sich dieser Seele in bevorzugtem Maße annehmen und ihr weiteres Heil und Segen befördern werde. Mit dem von Gott Selbst gestifteten Eucharistischen Liebesbund verhält sich das ähnlich so. Wir gehen mit der Weihe einen Vertrag, einen Bund mit Gott ein, in dem wir uns verpflichten, unverbrüchlich und auf ewig, nur Seinen Willen zu tun und Sein Anliegen zu befördern; Er sichert uns dafür Sein Heil zu und nimmt Sich zudem uns und auch unserer Nächsten in ganz vorzüglicher und fürsorglicher Weise an und besiegelt diesen Bund mit Seiner Bundestreue und heiligem Schutz  gegen alles Verderben. Gott nimmt Sich unser in besonderer Weise an und lässt uns Seine Gnadenhilfe zukommen. Unserem Willen, das Allerheiligste Altarsakrament und mit ihr die hochheiligste Eucharistie in allem hochzuhalten und uns dafür mit unserem ganzen Leben und Tun einzusetzen, Seinem Willen zu folgen und  Seine Heiligkeit nachzuahmen, setzt Gott Seine unverbrüchliche Freundschaft allseitige Rettung entgegen; Himmelsbürger auf Erden zu sein. Der Bund beinhaltet unsererseits also eine Verpflichtung, wie es auch in der Heiligen Schrift geschrieben steht: „So entbrannte des Herrn Zorn wider Israel, und Er sprach: ‚Weil dieses Volk Meinen Bund übertrat, den Ich ihren Vätern befohlen habe, und Meiner Stimme nicht gehorchte, will auch Ich vor ihnen keines mehr von den Völkern vertreiben, die Josua bei seinem Tode übriggelassen hat.“

„Jesus Christus, wahrer Gott und wahrer Mensch, Den ich im Allerheiligsten Sakramente des Altars wahrhaft gegenwärtig glaube und bekenne, bitte Dich, mit der ganzen Inbrunst meines Dich aufrichtig liebenden Herzens, würdige Dich, mich in die Zahl jener bevorzugten Kinder deiner heiligen Kirche aufzunehmen, mit denen Du den Bund der Liebe geschlossen hast. Ich verspreche Dir von ganzem Herzen, mit Deiner allmächtigen Gnade, alle Obliegenheiten des Liebesbundes getreu und gewissenhaft zu erfüllen. Heilige Maria, Du meine Mutter und mächtige Fürsprecherin am Throne meines Erlösers, hl. Erzengel Michael, hl. Paschalis Baylon, hl. Josef, hl. Franziskus, alle lieben Engel und Heiligen Gottes, bittet für mich!“

Gebe es Gott, dass wir uns alle des heutigen Gnadengeschenkes würdig erweisen. Maria zeigt uns den Weg und trägt uns durch die Schluchten hinauf in den Himmel. Mit Ihr überwinden wir alles, wirklich alles! Und wenn es sein muss, trägt Sie uns auf Ihren Händen. Wie wunderschön ist dieser Ausblick. In Maria sind wir geborgen, mit Ihr auf Reisen und durch Sie Himmelsbürger auf ewig!

Unserem lieben Stefan Mayer aus Behamberg ist zu danken für seine aufopferungs- und fleißige Arbeit, die er für Österreich und unseren Liebesbund verrichtet.

News vom 20. März 2009   Zurück