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18. April 2010

Seligsprechungsverfahren Barbara Weigand

Seit mehr als 35 Jahren ruht das Seligsprechungsverfahren.
Der Bischof von Würzburg verharrt im Schweigen.
Die Ablehnungsgründe der Kirche sind nicht nachvollziehbar.
Sind Glaubenstreue und Bekenntnis zur Kirche überhaupt noch gefragt?

Papst Johannes-Paul II. hat im Jubiläumsjahr 2000 mehr als 150 Personen zur Ehre der Altäre erhoben. Barbara Weigand, die „Schippacher Jungfrau“, eine überaus verdiente Dienerin Gottes war darunter nicht aufgeführt, obwohl ihr Leben beispielhaft heraussticht durch eine überzeugende Frömmigkeit, Treue zu Papst und Kirche und anhaltendem Gehorsam zu ihrer Sendung für Gott und Sein Reich.


Am 25. Januar 1983 erließ der gleiche Papst die Apostolische Konstitution „Divinus perfectionis Magister“, durch die er die Selig- und Heiligsprechungsverfahren neu ordnete. Wenn das Selig- und Heiligsprechungsverfahren für Barbara Weigand berechtigt und anstrebenswert ist, müssen wir auch genau wissen, was die Rechtslage dazu bestimmt und wie der Seligsprechungsprozeß von Amtswegen bestimmt ist. Desweiteren auch, was die Gründe sind, die dafür sprechen könnten und ob sie den gestrengen Bestimmungen eines solchen Verfahrens auch standhalten können. Es erscheint auch wichtig und von großem Interesse, und wenn ja, was bisher in dieser Frage überhaupt kirchlicherseits oder von privater Stelle aus unternommen wurde.

Der Bischof von Würzburg beharrt auf dem Verbot von 1916.

Das Bischöfliche Ordinariat Würzburg gab im Würzburger Diözesanblatt vom 15. März 1976 bekannt, daß es auf Anregung einer Gruppe von Priestern und Laien prüfe, ob ein Ortsoberhirtliches Erhebungsverfahren zur Seligsprechung Barbara Weigands zu eröffnen sei, und forderte dazu auf, Wissenswertes mitzuteilen. (vergl. WDBl. 6/1976 S. 170)
Diesem Verfahren lagen nach heutiger Erkenntnis folgende Fakten zugrunde: Lebenslauf und Lebensbeschreibung über Barbara Weigand als Schippacher Jungfrau und Seherin; Bekanntheit von 20 Priestern und Laien in der Diözese, welche diesen Antrag beim Bischof einbrachten; Vorlage einer großen Anzahl von Unterschriften; Kenntnis über div.  Initiativen und Volksbegehren in der Schippacher Sache; Zeugnis von Zeitzeugen und Kenntnis über den Umfang und Inhalt an Büchern, Manuskripten, Dokumenten von und über Barbara Weigand; umfangreiche Auszüge der  sogenannten „Schippacher Schriften“ sowie Archivarien und Dokumentation, Schriftwechsel und div. Denkschriften.
Dem Bischöflichen Ordinariat Würzburg waren nach allgemeiner Einschätzung auch die Vorgänge bekannt, die dieser Initiative der Einleitung eines oberhirtlichen Erhebungsverfahrens vorausgegangen waren und die in einem „Nachtrag“ zum Buch „Barbara Weigand von Schippach - Ein Leben für Gott und sein Reich“, dessen Verfasser der hochwürdige Herr DDr. Wilhelm Büttner (1885 - 1974), Geistlicher Rat und päpstlicher Geheimkämmerer, langjähriger Pfarrer von Rück-Schippach, Beichtvater und Wegbegleiter von Barbara Weigand dargelegt sind. Dieser „Nachtrag“  wurde von dem hochwürdigen Herrn Pfarrer DDr. Adam Zirkel niedergeschrieben.
Am 5. November 1975 trafen sich in Rück Schippach etwa 20 Priester und Laien, von denen einige Barbara Weigand noch persönlich gekannt hatten, unter ihnen Pfarrer Josef von Traitteur, der von 1932 bis 1957 Pfarrer von Rück Schippach gewesen war und ein halbes Jahr später, nämlich am 2. Mai 1976 im Alter von 86 Jahren gestorben ist; Wilhelm Büttner erwähnt ihn auf Seite 286 seines Buches  „DDr. Wilhelm Büttner - Barbara Weigand von Schippach - Ein Leben für Gott und sein Reich“. Sie unterschrieben als erste den vorbereiteten Antrag und trugen sich in das „Unterschriftenbuch für die Seligsprechung Barbara Weigands" ein, das damals angelegt wurde. Es lag bis November 1979 in der St. Pius Kirche auf. Die Zahl der Unterschriften wuchs im Laufe der Zeit auf über 4.000.
Am 19. Mai 1976 schrieb Frau Eugenie Hetzer an Bischof Josef Stangl, eine in damaliger Zeit um Barbara Weigand überaus aktive und engagierte Katholikin aus Nürnberg: Sie habe in den letzten Monaten in Würzburg 1.132 Unterschriften zur Bestärkung des eingeleiteten Seligsprechungsverfahrens gesammelt; spontan und freudig hatten ganze Konvente unterschrieben: die Ursulinen, die Englischen Fräulein, die Dienerinnen der hl. Kindheit Jesu und die Ritaschwestern. Die Unterschriften waren dem Schreiben beigefügt. Der Pressedienst des Ordinariats (POW) berichtete darüber.
Am 29. September 1985 feierte die Pfarrei Rück-Schippach den 25. Jahrestag der Weihe der St. Pius Kirche. Unter den Konzelebranten war der schon erwähnte frühere Dekan Peter Klement. Dieser hielt während des Mittagessens eine improvisierte Tischrede und regte dabei an, die in Angriff genommene Seligsprechung Barbara Weigands weiter zu betreiben. Daraufhin kam es zu einer weiteren Unterschriftenaktion mit dem Ergebnis, daß der Verfasser dieses Nachtrags, Pfarrer DDr. Adam Zirkel, am 28. Januar 1986 Bischof Paul Werner Scheele weitere 299 neue Unterschriften übersandte, denen etwas später zwölf weitere Listen folgten, und das erwähnte „Unterschriftenbuch für die Seligsprechung Barbara Weigands" beigefügt wurde.
Der Bayerische Rundfunk brachte am Samstag, den 22. Oktober 1988, von 21.03 Uhr bis 21.30 Uhr und danach nochmals zwei weitere Wiederholungen eine Sendung über „Die Bärbel aus dem Spessart. Die Seherin von Schippach - Barbara Weigand, ihr Leben und ihr Werk“ von Franz Schaub.

Die Barbara-Weigand-Gesellschaft in Schippach will das Vermächtnis der Schippacher Jungfrau  bekanntmachen und ihre Seligsprechung befördern.

Am 20. Juni 1989 wurde im Pfarrsaal unter der St. Pius Kirche in Rück-Schippach die Barbara Weigand Gesellschaft e. V. gegründet. Sie will, wie es in ihrer Satzung heißt, die Erinnerung an Barbara Weigand wachhalten sowie ihre Berufung und Sendung kennenlernen, bekanntmachen, in die Gegenwart übersetzen und leben. Am 10. Februar 1991 zählte sie 95 Mitglieder.
Vom 23. Juni bis zum 29. Oktober 1989 wurde aus Anlaß des Kiliansjubiläums im Kreuzgang des Kiliansdomes zu Würzburg die Ausstellung „Fränkisches Credo“ gezeigt. Bei der Darstellung des Neunten Glaubensartikels  „die heilige katholische Kirche, Gemeinschaft der Heiligen"   fand sich eine Schautafel mit kurzen biographischen Angaben über bedeutende Persönlichkeiten in der Geschichte der Diözese Würzburg. Entwurf und Auswahl stammten von Universitätsprofessor Dr. Dr. Klaus Wittstadt. Zwischen den Angaben über Hermann Schell (1850  1906) und Bischof Matthias Ehrenfried (1924  1948 ) war über Barbara Weigand zu lesen: „Die Seherin Barbara Weigand verstand sich zeitlebens als „einfache“ Frau, deren mystische Erfahrungen nicht der eigenen Selbstdarstellung, sondern der Auferbauung der Kirche dienen sollten. Sie gründete eine Laienbewegung für alle Schichten und Stände und mühte sich um die Errichtung der Pfarrei Rück-Schippach. Kraft und Antrieb für ihr religiöses Leben und Schaffen schöpfte sie aus der Mitte des kirchlichen Lebens, der Eucharistie".
Am 20. März 2000, dem Todestag von Barbara Weigand, hat der Vorstand der Barbara-Weigand-Gesellschaft e.V. Rück-Schippach anläßlich einer Sondersitzung des Vorstandes ausdrücklich und einstimmig beschlossen, in Form einer Erinnerung und Petition das anhängige oberhirtliche Erhebungsverfahren des Bischofs von Würzburg zu bekräftigen und den hochwürdigsten Bischof Paul-Werner zu bitten, seine ganze Autorität für dieses Anliegen geltend zu machen.

Das Oberhirtliche Verfahren in Sachen Seligsprechungsverfahren darf nicht länger aufgehalten werden. Das Beweismaterial dazu ist vollständig, authentisch und ohne Einschränkung nachprüfbar.

Der Bischof von Würzburg, S. Exz. Dr. Friedhelm Hofmann wird unter höflichem Bezug auf die bisher schon an Ihn in gleicher Angelegenheit gerichteten Anfragen, Ersuchen etc. gebeten, die vom Bischöflichen Ordinariat Würzburg (Würzburger Diözesanblatt vom 15. März 1976) angekündigte Prüfung zwecks Einleitung eines oberhirtlichen Erhebungsverfahrens zur Seligsprechung der Barbara Weigand fortzuführen, nötigenfalls noch weitere Zeugeneinvernahmen von noch lebenden Zeitzeugen anzuordnen und sich zudem der noch vorhandenen umfangreichen Dokumentationen, Schriftstücken und Korrespondenzen zum Leben und Wirken des besagten Diözesankindes Barbara Weigand zu bedienen. Es geht dabei auch zum einen um die ordentliche Genehmigung, die von Barbara Weigand empfangenen Gesichte und Ansprachen (Lautextasen), auch als „Schippacher Schriften“ bekannt, die während der Jahre 1894 - 1923 entstanden sind und die inzwischen als Manuskript gedruckt und an unsere Vereinsmitglieder und Interessierte (kostenlos) ausgegeben wurden, und die mit einem vorzüglichen Vorwort unseres hochverehrten Altweihbischof Helmut Bauer versehen wurden.

Das II. Vatikanische Konzil fordert die Bischöfe auf, die Erschließung geistlicher Schätze - hier die Weigand'sche Mystik in den sogenannten „Schippacher Schriften“ - bewußt und überzeugend zu fördern.

Es sei mit Festigkeit und Dankbarkeit daran erinnert, dass am 5. November 1975 in Rück-Schippach etwa 20 Priester und Laien zusammenkamen und als erste einen schriftlich formulierten Antrag unterschrieben, in dem sie den hochwürdigsten Bischof von Würzburg um die Einsetzung eines Oberhirtlichen Erhebungsverfahren in Sachen des Diözesankindes Barbara Weigand ersuchten und trugen sich zudem in das „Unterschriftenbuch für die Seligsprechung Barbara Weigands“ ein. Am 29. September 1985 feierte die Pfarrei Rück-Schippach den 25. Jahrestag der Weihe der St. Pius-Kirche. Unter den Konzelebranten war der frühere Dekan Peter Klement. Dieser regte eine weitere Belebung der Seligsprechung der Barbara Weigand an, weshalb laut dem vorerwähnten „Nachtrag“ des späteren 1. Vorsitzenden der Barbara-Weigand-Gesellschaft e.V., H.H. Pfarrer Dr. Dr. Adam Zirkel, er selbst am 28. Januar 1986 seinem hochwürdigster Bischof Paul-Werner weitere 299 neue Unterschriften übersandte, denen etwas später zwölf weitere Listen folgten, und das erwähnte „Unterschriftenbuch für die Seligsprechung Barbara Weigands“ beifügte. Auch sei auf die umfassenden Akten und Dokumentationen des Dr. Hans Abel, Bankoberinspektor in München, der seinerzeit Vorstand des Kirchenbauvereins in Schippach gewesen ist, hingewiesen, der höchst umfassend und unverzichtbar bei der Aufarbeitung der Schippacher Sache, weil sehr akribisch, authentisch und mit größtem Hintergrundwissen ausgestattet, über wichtige Phasen dieser Schippacher Geschichte in seinen Aufzeichnungen berichtet.

Das Prüfungsmaterial zur Seligsprechung von Barbara Weigand ist erdrückend und in höchstem Maße aussagefähig. Es beweist eindeutig und ohne Schnörkel das von Barbara Weigand gelebte Frömmigkeitsideal.

Wir verweisen zudem insbesondere auf weitere wichtige Dokumentationen, Bücher, Schriften: 23 Bücher, die sich mit Barbara Weigand, dem Bau der Sakramentskirche und der Diözese befassen; 28 Berichte des damaligen Vorsitzenden des Kirchenbauvereins, Dr. Hans Abel, geschrieben 1920 in Rom; 13 Dokumente aus dem Generalrat der Salvatorianer in Rom; 297 Visionen (Gesichte und Ansprachen) von Barbara Weigand, die wir als die „Schippacher Schriften“ näher bezeichnen; 7.146 Briefe, davon 747 Briefe von Priestern verfaßt, die sich ausschließlich mit diesen bezeichneten Dingen befassen; 194 Presseberichte über Barbara Weigand und den Eucharistischen Liebesbund; ca. 8.700 Unterschriften über die Seligsprechung Barbara Weigands, davon ca. 4.800 Unterschriften aus Schippach selbst, 2.769 Unterschriften aus dem Dekanat Obernburg und 1.132 Unterschriften in Würzburg direkt gesammelt. Alle wesentlichen Unterlagen über die Hintergründe und Entstehen des Baues der Sakramentskirche  in Schippach sind auch in dem Archiv der „Barbara-Weigand-Gesellschaft e.V.“ in Schippach einzusehen bzw. können jederzeit verfügbar gemacht werden.

Es geht auch um den Eucharistischen Liebesbund nach dem Willen Gottes im Vermächtnis von Barbara Weigand.

Wir bitten Sie, hochwürdigster Herr Bischof auch um die Aufhebung des von der Diözese Würzburg am 24. Februar 1916 verhängten Verbotes des Eucharistischen Liebesbundes des göttlichen Herzen Jesu, das gewiß jeder rechtlichen Grundlage entbehrt. Das Imprimatur bzw. die Approbation erhielt der Eucharistischer Liebesbund des göttlichen Herzens Jesu bereits in folgenden Diözesen: Roermond (Morgengebet 11. November 1909, Abendgebet 11. November 1910, Trient (6. April 1914), Salerno (16. Mai 1914), München (29. Mai 1914/27. April 1941), Temesvàr (30. Mai 1914), Augsburg (23. August 1914), Fünfkirchen/Ungarn (Bischof bittet mit Gesuch vom 23. Februar 1915 den Hl. Vater um Einführung des Liebesbundes in der ganzen Kirche), S`Hertogenbosch (27. August 1915), Köln (10. April 1919), Münster (30. November 1930), Aachen (16. Juni 1934/13. Mai 1941), Metz (1. November 1941). Die Statuten des „Eucharistischen Liebesbundes des göttlichen Herzens Jesu", wie sie im Wortlaut das Imprimatur von Trient am 6. April 1914 erhalten haben, legen wir Ihnen bei. Das in „deutscher Schrift“ verfaßte Dokument mit „Original-Stempel“ ist im Schippacher Archiv einzusehen. Ebenfalls der Wortlaut eines Schreibens vom 17. März 1920 an den „Hochwürdigsten Herrn Erzbischof“ (Italien, Name nicht erwähnt), verfaßt von Dr. Hans Abel, München, Vorstand des ehemaligen Kirchenbauvereins. Viele Dokumente (im Original), die sich mit dem Liebesbund befassen, sind im Archiv in Schippach hinterlegt. Der „Eucharistische Liebesbund" der in den Schriften der Barbara Weigand zugrunde gelegt wird, ist ein wesentlicher Teil ihrer Sendung.

Fortsetzung folgt…

Wolfgang E.  Bastian
Herausgeber „Offenbarungen an Barbara Weigand“
Mitglied im Vorstand der Barbara-Weigand-Gesellschaft e.V.
Geschäftsführender Sekretär des „Eucharistischen Liebesbundes des göttlichen Herzens Jesu“.

Im April 2010

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