Home
Seite drucken

20. März 2009

Der Todestag von Barbara Weigand
jährt sich heute zum 66ten mal.
Noch immer ist die Causa Barbara Weigand vom Bischof
von Würzburg noch nicht eröffnet worden. Seit
1975 ist die Angelegenheit der Schippacher Jungfrau
und Seherin dort anhängig; es geht uns um die
Rehabilitation der Gottesdienerin Barbara Weigand.

Allein der auch heute noch anhaltende Kampf gegen den kirchlichen Bestand des vom Herrn ausdrücklich verlangten eucharistischen Liebesbund ist unverständlich und symptomatisch für den weltzugewandten und der wahren Mystik abgewandten Blickwinkel so vieler kirchlichen Autoritäten. Das Urteil Würzburgs von 1916 zum Beispiel, in dem behauptet wird, in den Offenbarungen von Barbara Weigand werde gelehrt, es genüge für unsere Zeit das Mittleramt Jesu Christi, das heilige Messopfer, das Priestertum nicht mehr; erst der Liebesbund müsse die Kirche retten, ist bewusst herbeigeführte Irreführung und Verfälschung der Wahrheit.

Hier unterstellt also das Urteil, daß Barbara Weigand durch das außerordentliche Mittel des Liebesbundes die ordentlichen Heilmittel ersetzen und ausschalten wolle. Wie absolut unwahr und haltlos diese Unterstellung ist, ergibt sich sowohl aus der Gesamttendenz der fraglichen Offenbarungen, welche gerade den innigeren Anschluss der Gläubigen an die Kirche und deren Heilsquellen, die öftere Kommunion, den Besuch der heiligen Messe, den Gehorsam gegen Papst und die Kirche zu fördern sucht, als auch im einzelnen aus einer Unmasse von Belegstellen aus den Offenbarungen von Barbara Weigand. So lässt diese am Fronleichnamsfeste 1897 den Heiland sagen: „Niemals kann eine Seele, die sich nicht lostrennt von der Kirche, die nicht unter der Leitung der Priester wandelt, den rechten Weg wandeln.“ Am Gründonnerstag 1898: „Schließt euch an Meine heilige Kirche an, und nicht um ein Haar breit weicht von ihr ab.“ Am Herz Jesu Fest 1898: „Ich will, daß in diesem Liebesbund das gläubige Volk mit den Priestern und der Priester mit dem gläubigen Volke Hand in Hand gehen, sich gegenseitig erbauen und ermuntern.“ Aus der großen Zahl dieser und ähnlicher Stellen lässt sich der sichere Beweis führen, daß es der Barbara Weigand nicht im Geringsten um eine häretische Ersetzung und Ausschaltung der ordentlichen Gnadenmittel und des Priestertums zu tun ist. Im Gegenteil: der Liebesbund soll nur das Hilfsmittel sein, durch welches der eifrigere Gebrauch der ordentlichen Gnadenmittel und der engere Anschluss der Gläubigen an die Kirche und ihr Priestertum gefördert werden.

Der Grundgedanke der Weigand‘schen Offenbarungen nach dieser Seite ist der: Bei der heutigen ungeheuren Verbreitung von Unglauben und Sittenlosigkeit sind die Kinder der katholischen Kirche vielfach von dem Gebrauch der ordentlichen Heilsmittel bedeutend abgekommen. Ihnen den eifrigen Gebrauch derselben wieder erfolgreich nahezulegen, ist schwierig und bedarf besonderer Heilsmittel. Ein solches ist der eucharistische Liebesbund des göttlichen Herzens Jesu. Was an diesem Gedanken häretisch oder unkirchlich oder gar unsittlich sein soll, ist nicht einzusehen. Von einer Ausschaltung oder Ersetzung der ordentlichen Gnadenmittel durch den Liebesbund ist nirgends in den Offenbarungen die Rede. Vielmehr soll durch den Liebesbund gerade der lebendige Glaube, der eifrige Empfang der Sakramente, die Nachfolge Christi im Kreuztragen, die Hochschätzung der Jungfräulichkeit, die wahre und echte Nächstenliebe empfohlen und in Übung gebracht werden.

Keine vorurteilslose, bescheidene und pietätvolle Prüfung wird diese kirchlich korrekte, dem christlichen Tugendleben nur förderlichen Grundtendenzen der Offenbarungen der Barbara Weigand verkennen oder übersehen. Solche trefflichen, in unserer Zeit so notwendigen Bestrebungen nur wegen mancher dunkeln, ungenauen, der Missdeutung fähigen Ausdrücke sofort in ihr Gegenteil verkehren und daraufhin solche Offenbarungen als Werk und Werkzeuge der Häresie verurteilen, entspricht nicht im Geiste der Kirche. Im Übrigen darf doch auch hier die Lehre und Mahnung des Heilandes: „An ihren Früchten werdet ihr sie erkennen“ nicht so vollständig übersehen und außer Acht gelassen werden wie dies von Seiten des bischöflichen Ordinariats geschehen ist. Wenn Barbara Weigand wirklich durch Jahre und Jahrzehnte hindurch in ihren Schriften eine Ausschaltung oder Ersetzung der ordentlichen Gnadenmittel das Wort geredet und damit eine häretische oder unkirchliche Gesinnung vertreten hätte, dann müsste sie doch die Lehre und Anschauung durch ihr eigenes Leben und Verhalten wenigstens irgendwie zum Ausdrucke gebracht und in der Tat umgesetzt haben. Allein niemand ist imstande oder dürfte in der Lage sein, der Barbara Weigand auch nur das geringste darüber nachzuweisen, daß sie die Lehre und die Gebote der Kirche nicht fortgesetzt und eifrig gebraucht und sich nicht nach jeder Richtung hin vor den übrigen Gläubigen in musterhaft kirchliche-korrekter Weise ausgezeichnet hat. Der Richter muss dies stillschweigend selbst zugeben und er würde sich auch direkt ins Unrecht gesetzt haben, wen er, wie es seine Pflicht gewesen wäre, Zeugnisse über das kirchliche Leben und Verhalten der Barbara Weigand eingeholt und in seiner Urteilsbegründung angeführt hätte.

Aber nicht nur Barbara Weigand allein ist ein lebendiger Gegenbeweis zu den Behauptungen und Schlussfolgerungen der Urteilsbegründung. Ihre Schriften gelangten ja auch in die Hände von Priestern und Laien, die nicht anstehen würden zu bekunden, daß ihre Liebe zur Kirche und ihr Eifer im Tugendleben und im Empfang der heiligen Sakramente durch die Lektüre der Schriften geweckt und nachteilig gefördert wurden. Ihnen allein blieb der unkirchliche Sinn und die häretische Absicht in den Offenbarungen der Barbara Weigand der Barbara Weigand vollständig verborgen; erst die anonymen Artikelschreiber in der politischen Tagespresse, die heute an d en Offenbarungen der Barbara Weigand und morgen an der Herz Jesu Verehrung oder einer sonstigen kirchlich approbierten Andacht oder Einrichtung Anstoß und Ärgernis nehmen, glaubten die Entdeckung gemacht zu haben, daß die Offenbarungen der Barbara Weigand kirchlich anfechtbar und zu verwerfen seien. Der moderne Zeitgeist ist eben allem Übernatürlichen abhold. Die Kirche, als die höchste Hüterin des Rechtes und als die Freundin der Wahrheit, kann nie und nimmer auf der Seite derjenigen stehen, welche das Recht gebeugt, die Wahrheit verleugnet haben. Ich brauche keine weiteren, und es gibt keine besseren Beweise für die Güte der Sache von Schippach, als der Kampf und die Kampfmittel gegen Schippach. Dies sind die eigentlichen Offenbarungen für Schippach, die Sakramentskirche und den Liebesbund.

Schließlich noch ein Wort über die Offenbarungen.

Es gilt die Feststellung: Ich kenne nicht wenige, welche mir versicherten, daß sie aus den Schriften der Barbara Weigand den größten Nutzen für ihr Seelenheil genommen haben und erst dadurch in den Geist der Kirche richtig eingedrungen sind. Die mir das sagten und bestätigten, sind nicht unkundige, urteilslose Laien, sondern zum Teil ergraute Priester und gebildete Laien. Ich kenne Priester, die aus den Schriften der Barbara Weigand ihre Betrachtungen anstellten, und durch ihren Seeleneifer nur beweisen, daß die Betrachtungen gute Früchte gezeitigt haben. Ich wäre nicht bloß einseitig, sondern einer falschen Anschauung verdächtig, wenn ich nicht gestehen wollte, daß auch Verirrungen unter den Freunden von Schippach damals vorgekommen sind und auch heute erneut auftauchen angesichts des großen Mangels an mystischer Einsicht so vieler Priester. Wo Gott eine Kirche baut, stellt der Teufel seine Kapelle oder sein Wirtshaus daneben. Auch in der Kirche selbst und in einem religiösen Orden gab und gibt es Ärgernisse. Darf dafür die Kirche oder der betreffende Orden verantwortlich gemacht und deshalb verworfen werden?

Diese Unlogik und Ungerechtigkeit wurde aber wiederholt schon gegen Schippach angewandt, wiewohl sich noch immer herausstellte, daß es nicht mehr Freunde und Anhänger von Schippach waren, die zu Klagen berechtigten. Der Geist von Schippach ist der echte katholische Geist, und  wer den ersteren aufgibt, der hält auch nicht mehr an dem letzteren fest. Diejenigen, die ihren Orden verlassen haben, die neue Lehren verkünden und die, die sich nicht scheuen, den historischen Jesus anzuzweifeln, sind zumeist auch von der Kirche abgefallen, auch wenn sie meinen, ihr noch anzugehören und dabei vielleicht gar in höchsten kirchlichen Stellen angesiedelt sind. Die Logik der Tatsachen ist unritterlich.

Die Sache Schippach und Barbara Weigand drängt. Unrecht lässt sich nicht totschweigen. Der Wille Gottes muß sich erfüllen. Das große Unrecht an Barbara Weigand muß wieder gutgemacht werden. Die Wahrheit muß auf den Leuchter gestellt werden, damit sie leuchten kann über alle Berge. Barbara Weigand war ein solches Licht, das hellauf leuchtete. Wir wollen ihr Erbe vermehren.

News vom 28. März 2009   Zurück   News vom 8. Dezember 2008http://typo3/http://www.barbara-weigand.de/?id=74#82