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20. Mai 2010

„Mitten unter euch steht der, Den ihr nicht kennt.“
„Ist das nicht der Zimmermann, der Sohn der Maria?“
„Wie steht es mit denen, die sich nach Christus benennen?
„Wie steht es um die berufenen Künder des christlichen Glaubens, um die katholischen Theologen?“


Der Mainzer Moraltheologe und Kirchenlehrer predigte kürzlich über die Verlassenheit Jesu Christi, des Heilandes der Welt u. a. so: „Mitten unter euch steht der, den ihr nicht kennt.“ So spricht Johannes zu den Abgesandten aus Jerusalem. „Mitten unter euch steht der, den ihr nicht kennt.“ Das ist gesagt zu den führenden Leuten der Zeitgenossen Jesu. Sie waren gläubige und fromme Männer, aber sie verpassten den entscheidenden Augenblick, auf den es ankam, nämlich wo der Messias, der von Gott gesandte Erlöser, zu ihnen kommen wollte. Und deswegen die traurige Feststellung des Johannes: „Mitten unter euch steht der, den ihr nicht kennt.“ Die Zeitgenossen Jesu meinten ihn zu kennen. „Ist das nicht der Zimmermann, der Sohn der Maria? Sind nicht seine Brüder Joses und Jakobus, Judas und Simon unter uns? Und leben nicht seine Schwestern bei uns? Woher hat er dies alles?“ So fragten sie. Sie kannten ihn, aber sie kannten nur seine irdische Gestalt. Sie kannten nicht seine himmlische Wesensart, und deswegen nahmen sie Anstoß an ihm. Der Herr hat die traurige Verblendung seiner Zeitgenossen wiederholt ausgesprochen. „Wenn es Abend wird, dann sagt ihr: Es wird schönes Wetter, denn der Himmel ist rot. Und wenn es Morgen ist, sagt ihr: Heute wird es stürmisch, denn es rötet sich trübe. Das Aussehen des Himmels wißt ihr zu deuten, aber in die Zeichen der Zeit könnt ihr euch nicht finden.“
Immer noch spricht Johannes zu den Juden von heute: „Ihr lest in eurem Talmud, Jesus sei von Maria im Ehebruch mit dem Pandera gezeugt. Das lest ihr in eurem Talmud. Darin lest ihr, Jesus habe Zauber ausgeübt und das Volk Israel aufgehetzt und verführt. Das lest ihr in eurem Talmud. Ihr kennt ihn nicht, der mitten unter euch steht.“ Das müßte Johannes den Juden von heute sagen. Noch immer gilt von ihnen das Wort: „Er kam in sein Eigentum, aber die Seinigen nahmen ihn nicht auf.“
Und was müßte er zu den Heiden sagen? Als Paulus nach Athen kam und die Stadt durchwanderte, da fand er einen Altar, auf dem stand geschrieben: „Dem unbekannten Gott.“ Die Athener waren gottgläubige Menschen oder besser götzengläubige Menschen. Sie hatten viele Götter. Sie ahnten, dass das Göttliche so reich ist, dass man es schwerlich in einem einzigen Namen ausdrücken kann. Und so hatten sie viele Götter erfunden, und eben auch einen unbekannten Gott, damit keiner ausgelassen würde. Aber auch von ihnen müßte Johannes sagen:

„Mitten unter euch steht der, Den ihr nicht kennt.“

Die Atheisten von heute schicken einen Bus aus, auf dem geschrieben steht: „Es gibt wahrscheinlich keinen Gott.“ Aber es ist nicht wahr, dass die Atheisten Gottlose wären. Sie haben ihre Götter; es sind nur falsche Götter. Es sind die Geschlechtlichkeit oder das Geld oder die Macht. Das sind die Götter, hinter denen sie herlaufen. Auch von ihnen gilt das Wort: „Mitten unter euch steht der, den ihr nicht kennt.“
Die Muslime geben vor, Gott zu kennen. Sie verehren ihn auf ihre Weise. Aber das Bild von Gott, das sie sich machen, ist unzulänglich und einseitig. Es ist eben ein von Menschen gemachtes Bild, und deswegen muss auch von ihnen gesagt werden: „Mitten unter euch steht der, den ihr nicht kennt.“ In Bosnien leben Katholiken und Muslime zusammen. In Bosnien unterhielten sich ein Muslim und ein Christ über die Religion. Der Muslim spottete über den Christen, dass er die Hostie anbete. Der Christ gab ihm zur Antwort: „Ihr Muslime kennt nur Gottes Macht, ihr kennt nicht seine Liebe.“ Wahrhaftig, von ihnen gilt: „Mitten unter euch steht der, den ihr nicht kennt.“ Die Muslime wissen von Christus, denn schließlich hat ja Mohammed auch aus christlichen Elementen seine Religion zusammengebastelt. Sie reden von Christus als dem Propheten, aber sie bestreiten seine göttliche Natur, sie leugnen seinen Sühnetod. Am Kreuze habe Simon von Cyrene gehangen, nicht Christus. Wenn Johannes heute käme, müßte er den Muslimen sagen: „Mitten unter euch steht der, den ihr nicht kennt.“
Aber wie steht es um die Christen, meine lieben Freunde? Wie steht es mit denen, die sich nach Christus benennen? Wie steht es um die berufenen Künder des christlichen Glaubens, um die katholischen und protestantischen Theologen? Was lehren sie von Christus in ihrer Christologie? Immer wieder sind Christen der Versuchung erlegen, sich selbst ein Bild von Christus zu machen. Es kamen die Arianer. Sie sprachen Jesus, dem Gottessohn, das göttliche Wesen und die göttlichen Eigenschaften ab. Sie machten ihn zu einem Geschöpf Gottes, zu einem Hero, zu einer Art Halbgott. Ihnen mußte der römische Bischof sagen: „Ihr kennt den nicht, der mitten unter euch steht.“ Es kamen die Nestorianer. Sie nahmen zwei Personen in Christus an, eine menschliche und eine göttliche. Maria habe einen Menschen geboren, in dem Gott wohnt wie in einem Tempel. Ihnen mußte der römische Bischof sagen: „Mitten unter euch steht der, den ihr nicht kennt.“
Die Verkündigung von Jesus hängt in der Luft, Seine engsten Jünger haben sich von Ihm abgewandt. Sie wollen Ihm, dem wahren Herrn und Gebieter nicht mehr folgen. Sie haben sich deshalb von Ihm abgewandt, weil sie seine Kost, die Treue und den einen wahren Glauben, nicht mehr annehmen wollen. Sie haben sich der Welt zugewandt und suchen ihr Heil bei falschen Brüdern und Weggenossen, die allesamt Blinde sind, die Blinde führen wollen. Der Abgrund tut sich so für alle auf, die auf diesem Weg der Verderbnis sind und viele, unendliche viele weitere Menschen mit sich ziehen in diesen Abgrund, der ewiges Feuer und Verdammnis bedeutet. "Die Wahrheit des Christentums besteht darin, dass Jesus, der sich Messias nannte, wirklich der Messias gewesen ist, der Sohn Gottes, geboren vor aller Zeit, Träger des ewigen Lebens, das er jeden mitteilt, der an ihn glaubt. Ohne den Vater zu verlassen, kam Christus zu uns. Er trank an der Mutterbrust und trug das Weltall. Er lag in der Krippe und war die Himmelsspeise der Engel. Er war Gott und Mensch. Er nahm an, was er nicht hatte, und blieb, was er war. Er, der allen Nahrung gibt, hungerte. Er, der alle tränkt, dürstete. Er ward auf seiner Erdenwanderung müde, der sich selbst zum Weg zum Himmel gemacht hat. Die leibliche Geburt hat Jesus nichts von seiner Majestät entzogen, aber auch nichts hinzugefügt. Er blieb, was er war, aber er nahm an, was er nicht hatte. Genau so war es, genau so mußte es sein, denn war er nicht wahrer Gott, so brachte er keine Erlösung. War er nicht wahrer Mensch, so bot er uns kein Beispiel. Wir könnten seiner Gottheit nicht teilhaftig werden, wenn er sich nicht teilhaftig gemacht hätte unserer Sterblichkeit. In seiner sterblichen Schwäche, in seiner leiblichen Schwäche wurde er gekreuzigt, starb er und wurde ins Grab gelegt. In seiner göttlichen Kraft stand er auf am dritten Tage, fuhr gen Himmel und sitzt zur Rechten Gottes.“ Maria: „Seht, Meine Kinder, so wird es gehen durch die ganze Geschichte der heiligen Kirche. So wird die Kirche siegen, siegen bis zu einem Grad, wie sie noch nie gesiegt, seitdem Mein Sohn sie gestiftet hat. Um des Mutes, um des starken Mutes der Kämpfer und Streiter Meines Sohnes willen, nämlich der Priester der katholischen Kirche, zu deren Macht und Gewalt die höhere Macht und Gewalt sich gesellt, werden die Feinde zurückstehen, zurückschrecken, und es wird, nach überstandenem Kampfe, ein großer Friede herrschen unter Meinem Volk. Die Guten, die da ausgeharrt, werden mit einem Siegespreis gekrönt, nicht wissend, wie ihnen ist vor Freude, schon hienieden in diesem Leben, weil sie wissen, daß sie mitgekämpft und mitgelitten und den Lorbeer verdienen halfen, den die Kirche sich erkämpft. Mit einem Lorbeerkranz wird das Haupt der Kirche umwunden vor der ganzen Welt dastehen. Alle irdischen Mächte werden zu diesem Sieger emporblicken, Der da vor ihnen steht in lichtvollem Gewand, strahlend wie eine Sonne, deren Strahlen über die ganze Erde sich erstrecken werden. Sie werden die milden Augen dieses Fürsten bewundern, Der da im Lorbeer vor ihnen steht und werden sich sagen, wie töricht waren wir doch, daß wir es wagten, uns Ihm entgegenzustellen, ja, Ihn gar unterjochen zu wollen. Wie töricht waren wir doch! Jetzt, da wir mit gebrochenem Herzen vor Ihm stehen, jetzt erst sehen wir es ein, aber zu spät! Auf den Trümmern ihres Reiches wird die heilige katholische Kirche erblühen und ein neues Reich aufgebaut werden, und ihre Söhne werden im Frieden herrschen und regieren können, weil sie unter dem Szepter dieses großen Monarchen stehen, dieses Friedensfürsten. Darum, Meine Kinder, harret aus.“

„Wo bleibe Ich nun, euer Herr und Gott?“

Für jeden auf Erden lebenden Menschen ist die Suche nach dem lebendigen und wahren Gott die wichtigste Aufgabe seines Daseins. Niemand vermag eine andere Ursache und einen anderen Zweck seiner Existenz finden. Freilich ist der Weg zu Gott nicht leicht. Wir müssen schon beträchtliche Anstrengungen machen, um uns in rechter Weise auf dem Pilgerpfad unseres Erdenlebens zurechtzufinden. Die Verherrlichung Gottes ist das Ziel der gesamten Schöpfung. Alle Geschöpfe sind dazu erschaffen, um dieses eherne Ziel mit Mut und Entschlossenheit zu erlangen. Der lebendige und wahre Gott läßt sich
nur finden im festen Glauben und in der Erfüllung Seiner Gebote und in treuer Anhänglichkeit an Seine Vatergüte. Ja, diejenigen, die Mich verlassen haben, die tot sind an Meinem mystischen Leib. Jesus: „Jeden, der nach Meinem Namen benannt ist, habe Ich zu Meiner Ehre erschaffen, geformt und gemacht.“ (Jes. 43,7). So steht es in der Heiligen Schrift. Wir sind also nicht auf Erden, nur um uns irdische Schätze zu sammeln, Ehren zu suchen, zu essen und zu trinken, oder irdische Vergnügungen zu suchen. Dieselben führen oft ins Verderben und sind Machtmittel des Widersachers. „Ja, diejenigen, die Mich verlassen haben, die ausgestiegen sind aus dem Schifflein Petri, die tot sind an Meinem mystischen Leib, sie haben das Kreuz von sich geworfen und suchen das Glück anderswo, sie suchen, sich den Himmel auf Erden zu verschaffen durch unmäßige Vergnügungssucht, durch Jagen nach irdischem Besitz. Das Kreuz ist ihnen nur noch eine Torheit und Lächerlichkeit, sie erinnern sich nur noch daran, um zu spotten“, spricht der Herr zu Barbara Weigand. Und an anderer Stelle spricht Er noch deutlicher den Befehl aus, dieser Vergnügungssucht zu entfliehen und sich in der Treue zu den heiligen Pflichten einer jeden Seele, die sich an Gott anbindet und Seine Erlösungsgnade annimmt und Ihn anbetet und auf Ihn allein sich ausrichtet.

Christus bekennen, Ihn und nur Ihn allein!

„Also, die Welt liegt im argen, der Glaube schwindet von Tag zu Tag mehr und mehr, und auch die guten Katholiken werden vom Strom der Zeit mit fortgerissen. Hinweggeschwemmt wird alles Heilige und Ehrwürdige durch die allzu große Vergnügungssucht dieser Tage! Denn es reihen sich Feste an Feste, die darauf abzielen, den Glauben und die guten Sitten zu untergraben, alles Religiöse aus den Herzen herauszureißen. Wo bleibe Ich nun, euer Herr und Gott? Ich befehle euch im Namen des Vaters und des Heiligen Geistes, daß die treuen Kinder Meiner Kirche sich anschließen müssen an den Liebesbund, den Ich befohlen habe zu errichten in Meiner Kirche.“
Die Kirchen werden immer leerer und die Zahl der Gläubigen, welche die Sakramente noch empfangen, sinkt beträchtlich. Der Sittenzerfall ist selbst in den Völkern, die einst gut katholisch waren, weit verbreitet; folglich nehmen die Vergnügungssucht und der grobe Materialismus überhand. Im moralischen und religiösen Bereich dominiert die Gleichgültigkeit. In sehr bewegenden Worten beklagt die liebe Gottesmutter Maria an Barbara Weigand den weiteren Zerfall des Glaubens mit den mahnenden Worten: „Ja, Meine Kinder! Ja, weil so viele Seelen sollen verlorengehen. Siehe, wie die Schneeflocken, so erntet die Hölle ein in der Welt, der ungläubigen Welt, die ganz überflutet ist von dem Unglauben, die von einem Ende bis zum anderen Ende unter der Decke des Unglaubens liegt, und es bleiben nur noch die wenigen Guten, die noch glauben, daß Mein Sohn auf die Erde gekommen ist, um die Sünder zu retten. Aber was ist es gegen die Unzahl der Gottlosen? O vereinige deine Tränen mit den Meinigen. Tag und Nacht will Ich Meinen Sohn beschwören, wenn nur die Menschen sich bekehren, wenn sie nur umkehren, wenn nur die Zahl der Guten sich mehrt Tag um Tag; dann wird der Unglaube abnehmen. Die Gottseligkeit wird überhandnehmen auf Erden, und es wird die Strafrute, die ausgestreckt ist, abgewendet werden um der treuen Seelen willen. Siehe, noch steht die Kirche, noch gibt es Seelen, die opfern und sühnen. Und die Ursache, daß es so weit kommen konnte, ist, daß die Kirche zu üppig war.“ Gebe es Gott, dass wir zu denen gehören, die dem einen wahren Gott in Freude dienen und uns in unserer ganzen Erbärmlichkeit auf Ihn allein werfen, denn Er ist unser Retter und Ziel.

In Dankbarkeit und aus Freude an der Wahrheit grüßt herzlich in Jesu, Maria und Joseph im Gebet verbunden

Wolfgang E. Bastian

News vom 24. Juni 2010   Zurück   News vom 8. Mai 2010