Der Auftrag
Meine Aufgabe und Stellung in der Sache von Schippach.
Wenn ein Laie an der Spitze eines einfachen religiösen Werkes, eines Vereins, einer Anstalt etc. steht, so wird man das im allgemeinen nicht auffallend finden und deshalb auch nicht nach dem Grund und nach der Begründung fragen. Anders aber verhält sich die Sache bei Schippach, wenn Schippach das ist, wofür man es ausgibt. Da sind zum einen die Schippacher Offenbarungen, in denen und durch diese Sich der Herr den Menschen offenbart. Rückkehr zu einem festen Glaubensgrund; Treue und Hinführung zu der einen wahren Heilsanstalt Gottes; den Eucharistischen Liebesbund die Idee, für die Kommunion und für die welterneuernden Kommuniondekrete Papst Pius X., um einen Damm zu bilden gegen den Unglauben und Irrglauben, um die Hochzeitstafel mit dem Herrn vorzubereiten, schon zu Lebzeiten; die Leibgarde Jesu Christi als die Getreuen, die vor den Tabernakeln dieser Welt Anbetung und Verehrung halten und so den Herrn in Seiner selbstgewählten Gefangenschaft Trost zu spenden und letztlich die Fülle der Schippacher Offenbarungen: ein Monument, eine Dankeskirche zu errichten, eine Friedens- und Sühnekirche läßt Schippach über das Alltägliche weit hinausragen und verleiht ihm einen religiösen Charakter von besonderer Bedeutung. Wie kommt es dann, daß an der Spitze dieses Werkes ein einfacher Laie steht? Wie legitimiert er sich für seine Aufgabe und Stellung? Sehr oft habe ich mich schon selbst gefragt: Warum nun gerade ich und warum nicht ein anderer? Allein, es ist dem Menschen nicht gegeben, die Ratschlüsse Gottes zu erforschen, der sagt: „Meine Gedanken sind nicht eure Gedanken.“ Wir werden daher niemals den Grund unserer speziellen Führung und Berufung durch Gott erforschen und erkennen, wohl aber sind wir, wenn wir schon wollen, in der Lage, die Art dieser Führung und Berufung uns zu vergegenwärtigen und darin mehr oder weniger die Vorsehung und den Willen Gottes erkennen!
Von sich selbst und über seinen eigenen Lebensgang zu reden und zu berichten, ist nach meinem Empfinden eine heikle Sache und unangenehme Aufgabe, der man sich nur unterwirft, wenn es das Interesse der Sache erfordert.
Ich habe nicht den Vorzug einer geschützten und mit der Liebe der Eltern umsorgten Kindheit gehabt. Führung und Fügung Gottes? In einem Waisenhaus habe ich die ersten Jahre meiner Kindheit gelebt, dort meine Geschwister kennengelernt, soweit man solches überhaupt ein „Kennenlernen“ nennen kann, um danach adoptiert zu werden. Alles andere will ich auslassen, was meine Kindheit, Jugendzeit und das Erwachsenwerden schlechthin betreffen. Nur soweit: Es war eine tränenreiche und entsagungsvolle Zeit, in der es statt Liebe und Geborgenheit vielmehr Schläge, Ausgrenzung und Mangel in jeder Hinsicht gegeben hat, denn es war zudem noch Kriegszeit und die ersten Jahre danach. Als ich 1958 heiratete, war ich bereits 22 Jahre alt. In diesem Jahre durften wir, meine Frau Rosemarie Annemarie und ich Goldene Hochzeit feiern. Ich selbst war das Jüngste von vier Kindern.
Als Ministrant kam ich schon damals viel mit Geistlichen in Berührung; von diesen war es namentlich Pfarrer Wilhelm Schäfer in Schierstein. Ich interessierte mich schon damals besonders für die Heiligengeschichte, wie für die Geschichte und Politik überhaupt. Mein weiterer späterer äußerer Lebensgang ist rasch erzählt. Ich erlernte ein Handwerk, wechselte dann in eine kaufmännische Ausbildung und stand zuletzt bis zu meinem 65. Lebensjahr als Personalleiter in Diensten. Daneben war ich fast ein Vierteljahrhundert als Beisitzer bei Gericht tätig. Ich wurde als ein arbeitssamer, sach- und fachkundiger wie auch bewegende Führungskraft angesehen. Außerdem kannte man meine Zuverlässigkeit, meine Beharrlichkeit und meine religiöse Veranlagung. Ich führe dies alles an, weil man bei mir als Vorstandsmitglied der Barbara-Weigand-Gesellschaft von Schippach eine gewisse Leichtgläubigkeit voraussetzen könnte und zudem mich von gewissen Kreisen der Vorwurf eines „Erzkonservativen“ und „Ewig-Gestrigen“ immer wieder „heimsucht“.
Meine Sichtweise, über die Schippacher Sache zu sprechen, zu schreiben, wird auch von verschiedenen Priestern als „verstaubt“ abgelehnt, weil ich mich der Sprache des Herrn bediene, wenn ich über Seine Schippacher Offenbarungen berichte. Ich habe leider feststellen müssen, daß in vielen Kreisen katholischer Geistlicher und Laien derartige Dinge, wie Privatoffenbarungen, zu lesen; es genügt ihnen, den anonymen Zeitungsbericht als Evangelium zu betrachten und dann die Sache, die sie nicht kennen, in Bausch und Bogen zu verwerfen. Das ist anonymer und setzt auch nicht der Gefahr aus, an mehr katholisches und religiöses Leben gemahnt zu werden. Und vielen unter ihnen genügt es, das II. Vaticanum als das einzig wahre und gültige Evangelium zu betrachten und ihr mangelndes Wissen darüber für sich und möglichst alle anderen als Wegweisung zur Verpflichtung zu machen. Ja, es ist in großen Teilen der Katholiken sogar verpönt, über vergangene Päpste zu Zeiten Pius XII. und früher zu reden oder sie gar hinsichtlich ihres heiligmäßigen und vorbildlichen Lebens und Wirkens für die Kirche in Erinnerung zu bringen. Solche Betrachtungsgründe schmerzen mich sehr und lassen mich auch sorgenvoll in die Zukunft blicken. Aber - die Schippacher Botschaften geben mir dann immer wieder Mut und Hoffnung und sind für mich auch geistliche Nahrung.
Ich habe im Laufe der Jahre vieles gelesen, und da ich gewohnt bin, mit dem Stift in der Hand zu lesen.
Seit vielen Jahren schon wohne ich sonntags und an wichtigen kirchlichen Festtagen der heiligen Messe bei, wofür ich schon eine längere Autofahrt auf mich nehmen muß, die frühmorgendlich ich antrete, indem ich an der Hand des Römischen Messbuches, den Schott, dem Priester am Altare wörtlich folge und wir, das Gottesvolk, mit ihm gemeinsam in Richtung des Altarkreuzes vor uns zu Gott hingewandt das heilige Meßopfer feiern.
Was nun meine Tätigkeit für Schippach betrifft, so bin ich dazu gekommen, ohne zu wissen oder zu wollen. Als ich im Jahre 1988 zum ersten Mal in Schippach und der Sakramentskirche hörte, da erkundigte ich mich nicht weiter darüber. Ich war mit den wenigen Andeutungen zufrieden, die mir aus meinem gläubigen Umfeld zuflossen. Auch kannte ich eingehend die Sache um Anneliese Michel aus Klingenberg, die mich sehr gepackt hatte und für die ich unumwunden meine Bewunderung ausdrückte über solchen Opferwillen und heiligen Gehorsam dieses jungen Menschen, an der Seite ihre demütigen und getreuen Eltern und Freunde. Ich erkundigte mich also nicht weiter; denn die Absicht, für die heilige Kommunion einmal eine eigene Dankeskirche zu errichten, schien mir sofort so großartig, so erhaben und so göttlich zu sein, daß es gar nicht von einem Menschen herrühren konnte. Ich wunderte mich darum auch gar nicht darüber, daß Gott diesen Gedanken durch eine fromme Jungfrau geoffenbart und als Seinen besonderen Wunsch zu erkennen gegeben haben sollte. Warum denn auch nicht? Hat Gott nicht vieles in der Kirche durch Privatoffenbarungen angeregt? Die Kirche nahm die Anregung an und bildete dann das Fundament für die Sache aus ihrem geistigen Schatze. Die Geschichte der Einführung des Fronleichnamsfestes ist dafür ein lehrreiches Beispiel. Ich hielt mich also einfach an der Sache und fragte nicht nach Barbara Weigand, deren Namen mir nicht einmal genau im Gedächtnis haftete. Meine einzige Leistung für Schippach, ehe ich selbst dahin kam, bestand darin, daß ich einigemal kleine Geldspenden für diese Sache abgab. Eine Kirche zu Ehren des Allerheiligsten Altarsakramentes und zum Dank für die Kommuniondekrete, die mir selbst ein großes Glück gebracht hatten, zu erbauen, das mußte ein gutes Werk sein und das mußte gelingen, weil Gott nicht dagegen, sondern nur dafür sein konnte. Und so viele Gläubigen in meinem Umfeld, die immer wieder in Ehrfurcht und Geheimnisvoll von dieser Schippacher Frau sprachen und auch so geheimnisvoll dabei taten.
Als ich mit meinen beiden Betschwestern Ilse Maria und Josefine uns am 25. März 1996 erneut auf den Weg machten, um an diesem verheißungsvollen Tag unsere Weihe nach dem hl. Deiner Gottes Ludwig Maria Grignion von Montfort ordentlich abzulegen, kamen wir auch in Klingenberg an am Grabe der lieben Anneliese, um zu beten. Dort vernahm ich zum ersten Male den Ruf Gottes, mich in Seine Dienste und den der Schippacher Sache zu begeben. Noch am gleichen Tage fuhren wir nach Schippach, trafen dort zunächst auf Adolf Schneider, einem treuen Freund der Schippacher Sache und danach mit dem Vorstand des Vereins, Pfarrer DDr. Adam Zirkel, in Elsenfeld, der mir - nach längerem Gespräch in seiner Wohnung - alle Manuskripte der Schippacher Offenbarungen aushändigte und ich mich verpflichtete, alle erneut abzuschreiben, computergerecht zu formatieren und aufzuarbeiten, um sie dann druckfertig zu gestalten. Darüber vergingen mehrere Jahre. Man sagte mir in Freundeskreisen, nachdem ich die ersten Angriffe und Auseinandersetzungen, besonders mit einem Priester, auszustehen hatte, energische Männer müßten an die Spitze des Werkes treten, den der Widerstand gegen eine vernünftige Bekanntmachung der Schippacher Sache sei erheblich, da meinte ich: Wenn Gott darunter einen harten Schädel verstanden haben sollte, dann bin ich freilich der richtige Mann, denn mein harter, unbeugsamer Kopf ist bekannt, wenn ich das Recht zu vertreten habe. Ich erklärte mich also bereit, die Sache in die Hand zu nehmen und wurde 1999 in den Vorstand der Barbara-Weigand-Stiftung gewählt. Insbesondere wurde mir auch der Auftrag erteilt, Schriftleiter der Bücher zu sein, das nichts anderes bedeuten sollte, daß es meine spezielle Aufgabe sei, die Verbreitung der Schippacher Sache zu übernehmen.
Man muß wissen, daß es seit dem 11. Februar 1918 ein Urteil des Ordinariats Würzburg vorliegt, worin gegen die Offenbarungen der Vorwurf der Unrichtigkeit und Häresie erhoben wurde. Es war also für mich von ganz besonderer Wichtigkeit, die Offenbarungen mit kritischem Blicke zu mustern und dabei auch die katholische Nase anzuwenden, die sofort eine Witterung erhält, wenn etwas Verdächtiges, Unkatholisches und Unkirchliches vorkommt. Ich las nun die Schriften, wie sie vom Jahre 1895 bis zum Jahre 1921 vorliegen, der Reihe nach und Wort für Wort, zumal ich ja durch das Schreiben bzw. Abschreiben ehedem alles genau lesen mußte. Auf Grund meiner aufmerksamen Lektüre konstatierte ich, daß ich in den Offenbarungen der Barbara Weigand nichts gefunden habe, was nicht katholisch und kirchlich gewesen wäre, soweit ich das als Laie und theologisch nicht wissenschaftlich ausgebildeten Menschen überhaupt ausreichend beurteilen konnte. Ich habe vielmehr gefunden, daß die Schriften meinen katholischen Geist ebnen, wie er stärker, kräftiger, anregender und belebender nicht leicht in einem anderen Buche zu finden ist. Oft und oft mußte ich unwillkürlich denken und sagen: Das ist nicht Menschenwerk, und das ist am allerwenigsten das Werk der einfachen Jungfrau Barbara Weigand. Wer das Gegenteil behauptet, der überhebt den Menschen, indem er ihm Fähigkeiten zuschreibt, die der Mensch nicht besitzt. Wer aber den Menschen überhebt, erniedrigt zugleich damit Gott.
Freilich muß man sich bei der Lektüre der Schriften erinnern, daß man es vorerst noch mit einem Rohmaterial zu tun hat. Hör- und Schreibfehler sind oft deutlich zu erkennen. Es genügt aber für die große Gewissenhaftigkeit der Frl. Hannappel, welche die Worte aus dem Munde der Barbara Weigand vernahm und niederschrieb, daß sie keine willkürlichen Korrekturen vornahm, sondern ohne selbständiges Urteil und ganz im Geiste des Gehorsams gegen Gott alles so niederschrieb, wie sie glaubte, es vernommen zu haben. Wer die Privatoffenbarungen der heiligen Brigitta, der heiligen Gertrud und einer A.K. Emmerich kennt, der weiß vieles zu beurteilen und einfach zu erklären, worüber eine unwissende Kritik mächtig Lärm geschlagen hat. In den Schriften der Barbara Weigand wird nichts häufiger als kindlich, demütiger Glaube verlangt; mit einem solchen Glauben muß man auch an die Lesung der Schriften herangehen. Wer das nicht tut und nicht kann, der geht in die Irre und wird Anstoß nehmen. Frl. Hannappel hat gleichsam über alle Vorgänge vor, während und nach dem Ekstasen Buch geführt, ohne sich zu fragen, ob alle Einzelheiten und Kleinigkeiten auch für die Allgemeinheit Wert und Interesse besitzen.
Dr. Brander, ihr Hauptgegner, der gegen Barbara Weigand einen unglaublich boshaften Feldzug und Verleumdungskampagne gestartet hatte, wohl aber keineswegs allein und auch nicht ohne Schutz und „Beistand“ maßgeblicher Kirchenherren, ist nun gerade über diese Kleinigkeiten gestolpert, oder aber vielleicht richtiger gesagt, nur diese Kleinigkeiten lieferten ihm das Material zu dem Beweis, den er unter allen Umständen erbringen mußte, um die ablehnende Haltung der Gegner nachträglich zu rechtfertigen.
Um diese Haltung richtig zu verstehen und zu würdigen, genügt es nicht, lediglich den Fall Schippach ins Auge zu fassen. Die Gründe für die Gegnerschaft gegen Schippach liegen tiefer und sind allgemeiner Natur. Das beweist allein schon die Tatsache, daß die meisten Gegner von Schippach eigentlich gar nichts darüber wissen, und doch ihr wegwerfendes Urteil fällen. Es genügt ihnen eben, daß es sich hier um etwas Übernatürliches handeln soll, das da mit dem Anspruch, gehört und beachtet zu werden, in unserer materialistischen, rationalistischen und modernistischen Zeit auftritt. Heutzutage setzen wir Katholiken unsere ganze Hoffnung auf den Kompromiß, auf die Verständigung mit der Wissenschaft und mit der Irrlehre, namentlich mit dem Protestantismus. Um diesen nicht kopfscheu zu machen, sollen die Hindernisse hinweg geräumt werden und auffallender und bezeichnender Weise finden wir diese Hindernisse zuerst in unserem katholischen Glauben selbst, der engherzig ist und nicht preisgeben will, was im Mittelalter noch geduldet werden konnte, in unseren aufgeklärten Zeitalter aber nicht mehr hineinpaßt.
Aufgrund meiner vielen und vielfachen Erfahrungen kann ich mit gutem Gewissen die Behauptung aussprechen: Die bewußte Gegnerschaft gegen Schippach ist immer auf einen Mangel von kirchlichem Geist und auf eine unkirchliche Haltung in irgendeinem Punkte zurückzuführen. Priester und Laien, die nicht bloß äußerlich korrekt, sondern mit innerlicher Wärme treu zu Papst und Kirche stehen und sich nicht auf den Buchstaben des Gesetzes beschränken, sind ohne weiteres Freunde von Schippach. Selbstverständlich beobachten diese die durch die Rücksicht auf die Autorität der kirchlichen Behörden gebotene Zurückhaltung in jeder Beziehung, aber ihre Überzeugung von der Echtheit von Schippach kann man ihnen nicht nehmen. Es ist bezeichnend, daß selbst heute in der Diözese Würzburg ein Teil des Klerus unerschütterlich an Schippach festhält, weil ihm die widerspruchsvolle Haltung damaliger Vorgänge seines Ordinariats doch zu auffallend gewesen ist. Bischöfliches Vorwort in den sieben Bänden „Offenbarungen an Barbara Weigand“, beachtenswerte Predigten in Pontifikalmessen in Schippach durch die Würzburger Bischöfe, im persönlichen Gespräch ermutigende und ehrlich gemeinten Aufforderungen an mich, die Dinge zusammenzutragen, die den Wahrheitsbeweis der Schippacher Sache untermauern können, alles dies sind aber auch Erfahrungen, die ich in den letzten 15 Jahren in dieser Funktion machen durfte. Aber in gleichem Atemzug auch die Bekämpfung durch die Gegner, darunter auch höchst engagierte geistliche Herren, insbesondere im Umfeld von Schippach.
Man wird begreifen, daß meine Aufgabe und Stellung inmitten so vieler Gegensätze, selbst innerhalb des Klerus und der höchsten kirchlichen Stellen, keine leichte und angenehme war, noch ist. Ich habe auf der einen Seite mein Wissen um die vielen Dokumente der Schippacher Sache, wie sie kaum ein anderer haben kann, daraus das Recht und die Wahrheit zu vertreten, alles im engen Zusammenschluß mit meinen Freunden und Beratern, und auf der anderen Seite mußte und muß ich auf die kirchliche Autorität die gebührende Rücksicht nehmen. Nicht immer ist es mir gelungen, durch diese gefährlichen Klippen immer glücklich hindurch zu steuern, so verdanke ich dies wohl einer besonderen Führung Gottes, der Sein Werk durch meine Fehler nicht in Gefahr bringen wollte. Man wird auch in dieser Tatsache, wie ich es tue, den Finger Gottes erkennen dürfen, zumal Gott es liebt, das Schwache zu erwählen, um das Starke zu beschämen. Meine Aufgabe wäre für einen Laien zu groß, zu schwer, zu gefährlich gewesen, wenn Gott sie nicht selbst in die Hand genommen hätte.
Deshalb werde ich auch weiterhin alles unternehmen, was nötig ist, um die Schippacher Sache zu befördern, das Wissen darum zu verbreiten, die Rehabilitation Barbara Weigands verstärkt anzumahnen und den Klerus zu bewegen, endlich die Causa Barbara Weigand zu eröffnen. Schon 1975 haben viele katholische Geistlichen, Ordensleute und engagierte Laien, dem für ein solches Oberhirtliche Verfahrens zuständigen Würzburger Bischof in einer Petition gebeten, die Einleitung eines Seligsprechungs-Verfahrens alsbald aufzunehmen. Es gibt dafür einen ganzen Strauß von guten Gründen, die durch das heiligmäßige Leben der Schippacher Jungfrau und Seherin Barbara Weigand dokumentiert sind. Allein ihre übergroße Sehnsucht nach dem oftmaligen, ja täglichen Kommunionempfang, für den sie mehrere Jahre drei Mal in der Woche einen mehrstündigen Fußmarsch von Schippach nach Aschaffenburg in die Kapuzinerkirche auf sich genommen hatte, fünf Stunden hin und dann wieder die gleiche Strecke zurück, um danach wieder als Bauernmagd ihrem Tageswerk nachzukommen. Das ist ein überragender Liebesbeweis mit einem überaus markanten und einzigartigen Glaubensbild, das diese eucharistische geprägte Frau und Dienerin Gottes für ein solches Verfahren glaubwürdig und überzeugend auswählt. Die Kraftquelle für ihre heroische Liebe zum Heiland war die heilige Eucharistie. Sie gilt als eine Vorkämpferin der Kommuniondekrete des Papstes Pius X.
Wolfgang E. Bastian
Apostolat „sel. Gottesdienerin Barbara Weigand“


